Griechenland Pflanzen Fundorte Gallerien Bilder

Quitte Cydonia oblonga

Hohler Lerchensporn Blüte pink Corydalis cava

Reifrock-Narzisse Blüte gelb Narcissus bulbocodium

Echte Kugelblume Blüte blau Globularia bisnagarica

Echter Lavendel Blüte hell lila Lavandula angustifolia

Echter Lavendel Blüte lila Lavandula officinalis

Echter Thymian Blüte rose Thymus vulgaris

Echter Lavendel Blüte lila Lavandula angustifolia

Schlafmohn Blüte rot Papaver somniferum

Hohler Lerchensporn Blüte pink Blatt grün Corydalis cava

Beschreibung von Griechenland

{{Infobox Staat|NAME-AMTSSPRACHE = Ελληνική Δημοκρατία|TRANSKRIPTION = Ellinikí Dimokratía|NAME-DEUTSCH = Hellenische Republik|BILD-FLAGGE = Flag of Greece.svg|BILD-FLAGGE-RAHMEN = ja|ARTIKEL-FLAGGE = Flagge Griechenlands|BILD-WAPPEN = Coat of arms of Greece.svg|BILD-WAPPEN-BREITE = 120px|ARTIKEL-WAPPEN = Wappen Griechenlands|WAHLSPRUCH = Ελευθερία ή Θάνατος
Elefthería i thánatos „Freiheit oder Tod“ |AMTSSPRACHE = Griechisch|HAUPTSTADT = Athen|STAATSFORM = parlamentarische Republik|REGIERUNGSSYSTEM = parlamentarische Demokratie|STAATSOBERHAUPT = Staatspräsident
Prokopis Pavlopoulos|REGIERUNGSCHEF = Ministerpräsident
Alexis Tsipras|FLÄCHE = 131.957|EINWOHNER = 10.816.286 korrigiertes Ergebnis der Volkszählung 2011|BEV-DICHTE = 82|BIP = 2011 World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds

  • 303,0 Milliarden USD 35.
  • 294,3 Milliarden USD 43.
  • 27.073 USD 30.
  • 26.294 USD 37.

|BIP-ERWEITERT = * Total nominal

  • Total KKP
  • BIP/Einw. nominal
  • BIP/Einw. KKP

|SCHULDEN = 367,98 Mrd. EURminfin.gr: Hellenic Republic Public Debt Bulletin No. 64 PDF; 193 kB 31. Dezember 2011 |HDI = 0,853 29. 2013 Human Development Report Office: Greece – Country Profile: Human Development Indicators, abgerufen am 26. Oktober 2014|WÄHRUNG = Euro EUR |UNABHÄNGIGKEIT = Beginn des Aufstandes gegen das Osmanische Reich 1821, Bestätigung der Souveränität durch das Londoner Protokoll am 3. Februar 1830|NATIONALHYMNE = Ymnos is tin Eleftherian
155x125px|NATIONALFEIERTAG = 25. März 1821, Beginn der Griechischen Revolution
28. Oktober 1940, Ochi-Tag |ZEITZONE = UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ März–Oktober |KFZ-KENNZEICHEN = GR|ISO 3166 = GR, GRC, 300|INTERNET-TLD = .gr|TELEFON-VORWAHL = +30|BILD-LAGE = Greece in the European Union on the globe Europe centered .svg|BILD-LAGE-IMAGEMAP = EuropaGlobus1|BILD1 =}}
Griechenland [1], Elláda, formell Ελλάς, Ellás ,Hellas‘; amtliche Vollform Ελληνική Δημοκρατία, Ellinikí Dimokratía ,Hellenische Republik‘ ist ein Staat in Südosteuropa und Mittelmeeranrainerstaat. Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei. Griechenland ist eine parlamentarische Republik mit präsidialen Elementen; die Exekutive liegt bei der Regierung, zum kleineren Teil auch beim Staatspräsidenten.
Griechenland ist seit 1981 Mitglied der Europäischen Union und bildet mit weiteren EU-Mitgliedstaaten eine Währungsunion, die Eurozone. Es ist Mitglied der Vereinten Nationen, der OECD, der NATO, der OSZE und des Europarates. Der Human Development Index zählt Griechenland zu den sehr hoch entwickelten Staaten.

Begriff und Bezeichnung
Die Griechen der Neuzeit nennen sich selbst Hellenen , Ellines, jedoch hatten sie im Laufe der Geschichte zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen. So wurden die bei den Thermopylen gefallenen Soldaten Hellenen genannt. Allerdings war diese Bezeichnung in den ersten Jahrhunderten des Christentums ein Synonym für Heidentum. In der Spätantike nannten die Griechen sich Rhōmaioi ‚Römer‘. Unterschiedlichste geschichtliche Entwicklungen beeinflussten ihre Selbstbezeichnung. Diese variierenden Namen waren entweder völlig neu, oder bereits früher benutzt worden und in Vergessenheit geraten. Sie waren zu jeweils ihrer Zeit signifikant und können heute als austauschbar betrachtet werden, was bedeutet, dass für das Volk der Griechen die Vielnamigkeit gilt.
In den meisten europäischen Sprachen und jenen Sprachen, die deren Bezeichnungen übernommen haben, beginnt der Name für Griechenland mit den Buchstaben gr. Der Ursprung all dieser Bezeichnungen liegt im lateinischen Begriff Graecus, welcher seinerseits im griechischen Graikos Γραικός seinen Ursprung hat, dem Namen eines böotischen Stammes, der sich im achten Jahrhundert v. Chr. in Italien ansiedelte und unter dessen Namen die Hellenen im Westen bekannt wurden. Homer erwähnt in der Ilias die böotische Stadt Graia Γραῖα Homer: Ilias II, S. 498; Pausanias zufolge war dies der alte Name von Tanagra.Pausanias: Böoter und Phokäer Buch 5, S. 136 Kyme, eine Stadt südlich von Rom und nordwestlich von Neapel wurde von Griechen aus den Städten Chalkis und Graia gegründet. Durch den Kontakt letzterer mit den Römern könnte der Begriff Graeci als Sammelbezeichnung für alle Hellenen entstanden sein.
Hingegen gehen die persische und türkische Bezeichnung der Griechen Yunan ebenso wie die der meisten anderen nahöstlichen Sprachen ursprünglich auf altpersisches Yauna zurück, welches wiederum dem griechischen Íōnes entlehnt ist. Namensgeber war hier der griechische Stamm der Ionier, deren Städte im sechsten Jahrhundert v. Chr. von den Persern erobert wurden und deren Name, ähnlich wie der Name der Graeci im Westen, auf die Gesamtheit der Hellenen bezogen wurde.Hilmar Klinkott: Yauna – Die Griechen aus persischer Sicht? In: Hilmar Klinkott Hrsg : Anatolien im Lichte kultureller Wechselwirkungen. S. 107–148. Attempo, Tübingen 2001. ISBN 3-89308-333-2.

Geographie

}}Griechenland liegt am östlichen Mittelmeer in Südeuropa und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am südlichen Ende des Balkans, der Halbinsel Peloponnes, die jedoch durch den Bau des Kanals von Korinth eingeweiht 1893 vom Festland getrennt wurde, sowie zahlreichen Inseln zusammen, die hauptsächlich in der Ägäis, im Ionischen aber auch im Libyschen Meer liegen. Die politische Grenze nach Norden bilden die Staaten Albanien 282 km, Mazedonien 228 km und Bulgarien 494 km sowie im Osten die Türkei 206 km. Eine natürliche Grenze bildet das Ionische Meer im Westen des Landes mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im äußersten Süden mit dem afrikanischen Kontinent. Die Insel Gavdos im Libyschen Meer ist der südlichste Punkt des Landes und gilt zudem geographisch als südlichster Punkt Europas.
|links|Regionale Gliederung GriechenlandsDas Land hat eine Gesamtfläche von 131.957 km²: 106.915 km² entfallen auf das Festland, 25.042 km² knapp 19 % verteilen sich auf 3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind.Der Fischer Weltalmanach 2008: Zahlen, Daten, Fakten. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-596-72008-8. S. 198. Auf Grund des Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte Küstenlänge von 13.676 km, wovon etwa 4.000 km auf das griechische Festland entfallen. Die zum Teil recht großen Distanzen innerhalb des Landes stellen im Verhältnis zu seiner relativ kleinen Gesamtfläche ein weiteres geographisches Merkmal dar. So beträgt die Luftlinie zwischen der Insel Othoni bei Korfu und der Insel Kastelorizo im äußersten Südosten Griechenlands 983 km. Die kleinste geographische Ausdehnung – mit unter 550 km Luftlinie – besitzt das Land in ostwestlicher Richtung.
|Der [2]]Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen Gebirgsanteil von 77,9 % und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Zentrale Gebirge und Gebirgszüge des Landes sind das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und darüber hinaus das Ida- bzw. Psiloritis-Gebirge auf der Insel Kreta. Höchste Erhebung des Landes ist der Mytikas 2917 m im Gebirgsstock des Olymp. Größere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind nur spärlich vorhanden und befinden sich hauptsächlich in den Regionen Thessalien, Makedonien und Thrakien.

Gewässer
mini|Der mit der 1926 errichteten Staumauer]Größere Flüsse, die ganzjährig Wasser führen, gibt es überwiegend im Norden des griechischen Festlandes, die dort zur Bewässerung der fruchtbaren Täler und zum geringen Anteil der Energiegewinnung genutzt werden. Darunter der Pinios, Axios, Strymonas, Nestos und Evros. Im Süden Griechenlands führen die meisten Flüsse nur saisonal Wasser, können sich aber in der Regenzeit zu reißenden Strömen wandeln. Durch Attika fließt der Kifisos. Für die Binnenschifffahrt wurde einst der heutige Grenzfluss Evros genutzt. Der Norden Griechenlands liegt im Blauen Herzen Europas. SCHWARZ, U. 2012 : Balkan Rivers – The Blue Heart of Europe, Hydromorphological Status and Dam Projects, Report, 151 pp. 6,4 MB
Die griechische Seenlandschaft ist wenig bekannt und besteht etwa zur Hälfte aus natürlichen Seen und aus Stauseen jüngerer Zeit. Der Trichonida-See in Ätolien-Akarnanien hat eine Oberfläche von 96 km² und eine Tiefe von 57 m und ist somit einer der drei größten natürlichen Seen in Griechenland. Die umgebenden Eukalyptus- und Olivenhaine sind Lebensraum für über 140 Vogelarten, der See selbst für einige seltene Fischarten. Ebenfalls in Ätolien-Akarnanien befindet sich der 92 km² große Kremasta-Stausee, der hauptsächlich vom Acheloos gespeist wird[3].

Klima
mini|Ein See in |Epirus, in den Bergen über der Baumgrenze]mini|Palmen an einem Strandmini| Dactylopterus volitans im Mittelmeer vor Ostkreta, ca. 3–5 m Tiefe.]mini|Ein an einem Kloster auf Lesbos]
Griechenland hat überwiegend ein mediterranes Klima mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der Küste ist es im Winter sehr mild und es regnet häufig; Schnee fällt nur selten. Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter.
Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich kühler und es gibt häufig Nachtfrost, manchmal auch starke Schneefälle. Im Sommer ist es ähnlich wie an der Küste heiß und trocken. Die jährlichen Niederschläge schwanken zwischen 400 und 1000 mm. Da Griechenland sehr gebirgig ist, ist Wintersport durchaus möglich, es existieren 19 Wintersportgebiete unterschiedlicher Größe. Informationen zu Wintersportgebieten in Griechenland Griechische Sprache Ein kleiner Teil im Nordwesten des Festlandes liegt in der gemäßigten Klimazone.

Flora und Fauna
Flora und Fauna sind kulturell eng mit antiken Mythen verbunden, seltener jedoch mit den Hauptgottheiten. Chloris war die Göttin der Blumen, die für Hera die Pflanzen sprießen ließ[4], Nymphen waren für das Leben der Pflanzen verantwortlich. Der Hirtengott Pan galt auch als Gott des Waldes und der Natur. Häufig nehmen in der griechischen Mythologie Götter die Gestalt von Naturerscheinungen oder von Tieren an.[5] Die Vorsilbe Bio- geht auf das griechische Wort Bios für Leben zurück.
Bereits in der Antike wurden Wälder vor allem zwecks der Gewinnung von Ackerland gerodet, wo heute keine Landwirtschaft mehr stattfindet, wachsen Hartlaubgewächse Erica, Erdbeerbaum, Echter Lorbeer, Johannisbrotbaum, aufgrund der gebirgigen Struktur wurden zahlreiche Hänge durch Bodenerosion kahl. Griechenland – Flora und Fauna auf laender-lexikon.de Trotzdem ist Griechenland eines der artenreichsten Länder Europas und bezüglich der Vielfalt von medizinisch verwendbaren Pflanzen wird es weltweit nur von Madagaskar übertroffen.[6] Ursache sind die zahlreichen Inseln und abgelegenen Täler. Insgesamt zählt Natura 2000 241 Lebensräume mit Wichtigkeit für die Gemeinschaft SCI und 202 spezielle Schutzzonen SPA auf. Von den 5500–6000 Pflanzenarten[7] und Unterarten in Griechenland sind 20 % endemisch, die hohe Anzahl an Arten beinhaltet auch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Heilpflanzen. Sie bildete einst die Grundlage für eine ausgeprägte Volksmedizin.Adelheid Schalinski: Krankheitsempfinden und Arzneimittelgebrauch in Griechenland. – S. 130, 2002., aber auch für die Asklepiaden. Den Großteil der Vegetation machen immergrüne Pflanzen breitblättrig, sclerophyllous hartblättrig aus.
An Bäumen wachsen der kulturell und wirtschaftlich bedeutende Ölbaum, weiterhin Pinien, Aleppokiefern, Zypressen, Obstbäume, sowie an Küstenregionen Palmen. Ab einer Höhe von 1000 m kommen Kastanien, Ulmen und Eichen vor, bis 2000 m Schwarzkiefern und Apollotannen, über der Baumgrenze auch alpine Matten. Zu den endemischen Bäumen gehört die kefalonische Tanne.
Auch aufgrund großer klimatischer Unterschiede zwischen dem Gebirge und den Küsten, sowie dem milden Klima ist das Land so artenreich. Ein Großteil der sehr kleinteiligen Lebensräume ist nur schwer zugänglich, und daher vor menschlichen Einflüssen wie Besiedelung oder den Tourismus geschützt. Es finden sich über 900 Tierarten, darunter Geckos, Eidechsen z. B. Smaragdeidechse, die griechische Landschildkröte im Gebirge auch Rehe, Wildschweine und Füchse, vereinzelt auch Wölfe und Bären. Die Fauna der Inseln unterscheidet sich wesentlich von der des Festlandes, regional findet sich dort z. B. die Unechte Karettschildkröte auf Zakynthos, sowie als eine der endemischen Arten die Kretische Wildziege auf Kreta[8]. Im Schmetterlingstal auf Rhodos ist die seltene Schmetterlingsart Panaxia quadripunctaria zu finden. Lagunen- und Feuchtgebieten führen zu einem Reichtum an Vogelarten. Es kommen 36 der 38 europäischen Arten vor; davon brüten 23 sogar im Gebiet.LP Griechenland – S. 84
Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt steht in zehn Nationalparks und zwei Meeresnationalparks unter Schutz. Griechenland hat Anteile am Grünen Band Europas. Bureau of Ecological Studies 2007 : Karte 10 zum Grünen Band Europas [9]
Der griechische Begriff für Jäger Kynigós leitet sich aus dem altgriechischen Wort Kyôn Gen. Kynós für Hund ab, bereits in der Antike gab es in Griechenland eine große Vielfalt an Hunden. Von Xenophon ist die Schrift Kynegetikós Hundeführer überliefert, die Fähigkeiten und Nutzen des Hundes insbesondere für die Jagd beschreibt,Heiko Schnickmann: Der Hund im Hoch- und Spätmittelalter: Status, Prestige, Symbolik, S. 12, 2002 griechische Hunderassen gibt es hingegen wenige, eine davon ist der Hellinikos Ichnilatis, eine andere der Kritikos Lagonikos.

Bevölkerung
Als Seefahrtsnation und Land mit großer Küstenlinie ist Griechenland seit je her sowohl Auswanderungsland als auch Ziel von Emigranten. Neben der christlich-orthodoxen, griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren einige religiöse und sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen. Da Griechenland solche Bevölkerungsgruppen statistisch nicht erfasst, beruhen alle Angaben zur Anzahl ihrer Mitglieder auf Schätzungen und können je nach politischem Standpunkt stark variieren. Eine bedeutsame Minderheit bilden die rund 500.000 Albaner.Christopher Ricke: Interview mit Dušan Reljic von der Stiftung Wissenschaft und Politik, dradio.de, 5. Mai 2010, abgerufen am 7. Juni 2013 Die Arvaniten, Nachkommen von Albanern, die vor Jahrhunderten nach Griechenland kamen oder deren Siedlungsgebiete integriert wurden, sind heute weitgehend assimiliert. Es wird geschätzt, dass bis zu 1,6 Millionen Griechen arvanitische Vorfahren haben. Arvanites in Greece

Sprachen
97,4 % der griechischen Bevölkerung sprechen die neugriechische Sprache. Bis zum Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten Türkei und Bulgarien in den Jahren 1920 bis 1925 als Folge der Verträge von Neuilly 1919 und Lausanne 1923 war Griechenland aber faktisch ein Vielvölkerstaat. Der 1925 noch etwa 15 % betragende Anteil nicht-griechischer Muttersprachler nahm in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ab; besonders während der Besetzung durch die Achsenmächte 1941–1944 und des griechischen Bürgerkriegs 1946–1949 wurden Angehörige von Minderheiten verfolgt oder vertrieben, ihre Quote fiel allmählich unter fünf Prozent. Da der griechische Staat alle Staatsbürger als Griechen betrachtet, werden keine Informationen zu sprachlichen Minderheiten erhoben, stammen die folgenden Zahlen aus Angaben des griechischen Staates gegenüber den europäischen Institutionen oder deren eigenen Schätzungen. Schätzungen verschiedener Minderheitsorganisationen sind oft weit höher; wie aktiv die jeweilige Sprache noch gesprochen wird, ist nur unzureichend erforscht.Alle Zahlen, soweit nicht anders referenziert, aus: Christoph Pan: Die Minderheitenrechte in Griechenland, in: Christoph Pan und Beate Sibylle Pfeil: Minderheitenrechte in Europa, Zweite überarbeitete und aktualisierte Auflage Handbuch der europäischen Volksgruppen, Band 2, Wien 2006, ISBN 978-3-211-35307-3
{| class=“wikitable sortable“ width=“70%“|- class=“hintergrundfarbe5″! align=“left“|Volksgruppe! align=“left“|Angehörige! align=“left“|Quote! align=“left“|abweichende Schätzungen! align=“left“|Sprache n |- valign=“top“| Griechen| 10.508.690| 97,4 %|| Neugriechisch|- valign=“top“| Türken| 59.000| 0,5 %|| Türkisch|- valign=“top“| Mazedonier| 40.000| 0,4 %| 120.000–150.000| Mazedonisch, Ägäis-Mazedonisch|- valign=“top“| Aromunen| 40.000| 0,4 %| 80.000–120.000| Aromunisch|- valign=“top“| Pomaken| 39.000| 0,4 %| rowspan=“2″ || Bulgarisch|- valign=“top“| Armenier| 30.000| 0,3 %| Armenisch|- valign=“top“| Çamen und Arvaniten| 23.000| 0,2 %| 150.000–200.000| Albanisch, Arvanitika|- valign=“top“| Roma| 22.000| 0,2 %| 120.000–300.000| Romani|- valign=“top“| Meglenorumänen| 10.000| 0,1 %| rowspan=“4″ || Meglenorumänisch|- valign=“top“| Sarakatsanen| 10.000| 0,1 %| Neugriechisch: Sarakatsanisch|- valign=“top“| Juden| 6.000|| Ladino auch Griechisch |- valign=“top“| Summe der Minderheiten| 279.000| 2,6 %||}
|Sprachliche Minderheiten in Griechenland |Völker- und Sprachenkarte vor den [10]]
Die Dialekte des Türkischen auf dem Balkan Rumelien teilen sich in das Westrumelische, das in Makedonien und den heutigen Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen wurde, und das Ostrumelische Ostthrakiens. Die Mundart der meisten Türken im heute griechischen Westthrakien nimmt offenbar eine Sonderstellung zwischen beiden ein.Matthias Kappler: Türkisch in Südosteuropa, in: Miloš Okuka Hrsg. : Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Klagenfurt 2002 PDF; 358 KB
Die letzte staatliche Zahl zur Verbreitung des Mazedonischen veröffentlichte Griechenland nach der Volkszählung 1951, die 41.017 „slawophone Griechen“ auswies. Aufgrund der starken Repressionen gegen das Mazedonische in der Öffentlichkeit gilt diese Zahl jedoch als viel zu niedrig. Sprachlich besteht ein Dialektkontinuum zwischen den mazedonischen und bulgarischen Mundarten. Für die Sprache der Minderheit werden Begriffe wie Slawomakedonisch, Slawisch, Entopia ‚lokale Mundart‘ und vor dem Namensstreit Mazedonien auch Makedonitisch gebraucht. Im Gebiet Griechenlands werden vorwiegend in Westmakedonien, namentlich in der Präfektur Florina mazedonische Mundarten gesprochen.Peter M. Hill: Makedonisch, in: Miloš Okuka Hrsg. : Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 PDF; 462 KB Die Mundarten in Griechenland gehören überwiegend der zentralen und der südöstlichen Dialektgruppe an, aus den Dialekten letzterer bildete sich im 19. Jahrhundert eine als Ägäis-Mazedonisch bezeichnete Schriftsprache aus, die mit dem griechischen Alphabet geschrieben wurde.Aleksandr D. Dulienko: Ägäis-Makedonisch, in: Miloš Okuka Hrsg. : Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 PDF; 174 KB
Aromunisch ist eine dem Rumänischen nahe verwandte Sprache. Sie wird von der Gruppe der Aromunen im Griechischen meist als Wlachen bezeichnet gesprochen, hauptsächlich im Gebiet der Verwaltungsregion Thessalien in Zentralgriechenland. Ihre Anzahl wurde auf bis zu ca. 100.000 aktive und 300.000 passive Sprecher geschätzt. Die Zahl der Sprecher nimmt aber ständig ab, vor allem unter Kindern.
Die Sprache der Pomaken wird in Griechenland vor allem in den Präfekturen Xanthi, Rodopi und Evros gesprochen. Die Pomaken sprechen die jeweiligen bulgarischen Dialekte des Gebiets, in dem sie wohnen; die Westthrakiens werden als thrakische Gruppe der östlichen Rhodopen-Dialekte eingeordnet. Im Gegensatz zu den rund 250.000 Pomaken in Bulgarien ist die Bindung der Pomaken in Griechenland an die bulgarische Schriftsprache verhältnismäßig gering, ein eigenes Schrifttum hat sich nicht ausgebildet.Klaus Steinke: Pomakisch, in: Miloš Okuka Hrsg. : Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 PDF; 142 KB
Das Westarmenische drang zur Zeit des Osmanischen Reiches von Anatolien aus nach Griechenland, die einstige Präsenz der Armenier in Griechenland ist heute noch in zahlreichen Ortsnamen z. B. Armeni Αρμένι gegenwärtig. Größere armenische Gemeinden gibt es in Athen und Thessaloniki. Die Armenier erhielten 1968 die griechische Staatsbürgerschaft.Susanne Schwalgin: „Wir werden niemals vergessen!“ Trauma, Erinnerung und Identität in der armenischen Diaspora Griechenlands, Bielefeld 2004, ISBN 978-3-89942-228-3
Albanisch, Die erste und hauptsächliche Einwanderungswelle fand auf Einladung der örtlichen Herrscher ab dem 13. und dann v. a. im 14. und bis in das 15. Jahrhundert statt.Seit damals siedeln die Arvaniten in etwa 300 Orten in Südgriechenland. So in Böotien, im östlich daran angrenzenden Attika dem Umland von Athen, auf einigen Ägäisinseln u. a. Euböa, Hydra und auf der Peloponnes. Die albanischsprachigen Bevölkerungsteile in Griechenland sind nach Geschichte, Sprache und Bewusstsein keine einheitliche Gruppe. Insofern ist ihre auf Griechisch übliche Bezeichnung als „Arvaniten“ irreführend. Die internationale Wissenschaft bezeichnet als „Arvaniten“ deshalb nur die Angehörigen der Nachfahren von Zuwanderern aus dem südalbanischen Bereich. Als Eigenbezeichnung verwenden sie teils ein früher gesamtalbanisches Ethnonym, arbërorë. Die Sprache heißt dann entsprechend arbërisht. Der Großteil hat inzwischen aber auch im eigenen Sprachgebrauch die griechischen Bezeichnungen arvanitika für die Sprache übernommen. Albanisch wird hauptsächlich gesprochen im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten Bevölkerungsgruppen im Rest des Landes. Man unterscheidet zwischen den Standardalbanisch sprechenden Çamen, die vorwiegend in Epirus siedelten und 1945 als „Kollaborateure“ mit den Besatzungsmächten fast vollständig nach Albanien vertrieben wurden und den über ganz Mittel- und Südgriechenland verstreuten, griechisch-orthodoxen Arvaniten. Das Arvanitische hat gewisse archaische Züge des Albanischen bewahrt und ist im Wortschatz vom Neugriechischen so stark beeinflusst, dass es für Sprecher des Standard-Albanischen von Albanien nicht mehr verständlich ist. Während der Pflege vlachischer und arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird, nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der entsprechenden Dialekte generationsbedingt ständig ab.Bardhyl Demiraj: Arvanitisch, in: Miloš Okuka Hrsg. : Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 PDF; 129 KB Die Zahl der Arvaniten wird nach den Kriterien von Sprachgebrauch oder Bewusstsein heute oft auf 150.000 – 200.000 geschätzt.
Die in Griechenland ansässigen Roma sprechen einen auf dem gesamten Balkan verbreiteten Dialekt des Romani.Norbert Boretzky: Romani, in: Miloš Okuka Hrsg. : Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 PDF; 333 KB Neben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch zahlreiche christliche Roma ansässig bezeichnet als Athinganoi oder Tsinganoi, die zu Teilen von der Mehrheitsbevölkerung assimiliert sind, zu Teilen jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Abgrenzung leben, die in der Regel mit dem Grad ihrer Erkennbarkeit als Roma einhergeht.
Meglenorumänisch, gesprochen von der Gruppe der Meglenorumänen im Griechischen meist als Wlachoi bezeichnet, hauptsächlich im Grenzgebiet zur Republik Mazedonien, im Meglen-Tal. Es sind wenige Tausend Sprecher. Die Zahl der meglenorumänisch sprechenden Bevölkerung nimmt rasch ab.
Ladino, die Sprache der Juden auf der Iberischen Halbinsel, gelangte mit Flüchtlingen ab dem 15. Jahrhundert ins Osmanische Reich und wurde in vielen Städten des heutigen Griechenland gesprochen. Es ist heute nur noch in geringen Resten in Griechenland vorhanden.Muhamed Nezirović: Judenspanisch, in: Miloš Okuka Hrsg. : Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 PDF; 367 KB
Russisch, gesprochen von Rückkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR, deren Hintergrund in mancher Hinsicht mit dem der in Deutschland als Russlanddeutsche bezeichneten Bevölkerungsgruppe vergleichbar ist.
|zentriert|hochkant=3.5|Eine Nachbildung der traditionellen Behausungen der Karakatschanen ; Gyftokambos, Präfektur Ioannina, Epirus.

Zuwanderung
Seit den 1990er-Jahren hat sich Griechenland von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die Zuwanderer kommen aus Ländern mit griechischer Diaspora wie z. B. den ehemaligen GUS-Staaten, aus südosteuropäischen Nationen vor allem den Nachbarländern sowie aus Nordafrika und Asien.
Die größten in Griechenland ansässigen Zuwanderergruppen sind laut Daten der Volkszählung von 2001 nicht erfasst werden griechische und eingebürgerte Zuwanderer :{|| valign=“top“ |

  • Albaner 438.036
  • Bulgaren 35.104
  • Georgier 22.875
  • Rumänen 21.994
  • US-Amerikaner 18.140
  • Russen 17.535

| valign=“top“ || valign=“top“ || valign=“top“ |

  • Zyprer 17.426
  • Ukrainer 13.616
  • Briten 13.196
  • Polen 12.831
  • Deutsche 11.806
  • Pakistaner 11.130

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  • Chinesen 10.000 Angabe der Griechisch-Chinesischen Handelskammer

|}
Daneben leben rund 300.000 illegale Einwanderer im Land, darunter Menschen aus Afghanistan, Irak und dem Maghreb; im Dezember 2010 wurde bekannt, dass Griechenland an jenen Teil der Grenze zur Türkei, der nicht durch den Fluss oder das Meer begrenzt wird, eine Art Grenzzaun errichten will, um weitere illegale Grenzübertritte zu begrenzen. Spiegel-Online, 31. Dezember 2010, abgefragt am 1. Januar 2011 2015 erhöhten sich die Zahlen illegaler Einwanderung per Boot; betroffen ist und a. die nur neun Kilometer vor der türkischen Westgrenze gelegene Insel Lesbos.Patrick Kingsley: Greek island refugee crisis: Local people and tourists rally round migrants. theguardian.com, 8. Juli 2015, abgerufen am 8. Juli 2015

Religionen
Ähnlich wie in Irland und Polen spielte die religiöse Zugehörigkeit eine erhebliche Rolle als Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation. Nachdrückliches Bekenntnis zu religiösen Riten ist daher weit verbreitet unter der orthodoxen Bevölkerung. Griechenland ist religiös recht einheitlich. Das Orthodoxe Christentum ist Staatsreligion; rund 97 Prozent der Bevölkerung sind orthodox. Griechenland ist so der einzige Staat der Welt, der diese Konfession des Christentums zur Staatsreligion erklärt hat. Lediglich 0,2 % der Griechen betrachten sich als Atheisten und 1,7 % betrachten sich als konfessionslos.World Christian Encyclopedia, 2001, Oxford University Press. Vol 1: p 314
mini|Griechisch-orthodoxe KircheDie meisten Griechen gehören zum autokephalen orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen. Gläubige auf Kreta, dem Dodekanes sowie in den meisten Klöstern der autonomen Mönchsrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki gehören zu dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul. Die so genannten „Neuen Länder“ nach 1913 erworbene Gebiete in Nordgriechenland und in der Ägäis unterstehen gemäß Patriarchatsakt von 1928 der Verwaltung der Kirche von Griechenland, in geistlicher Hinsicht aber unterstehen sie Konstantinopel.
Weiteren christlichen Konfessionen gehören die ca. 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus an, des Weiteren etwa 50.000 Zeugen Jehovas und ca. 30.000 protestantische meist evangelikale Christen verschiedener Richtungen.
1982 wurde die obligatorische kirchliche Trauung im Familienrecht aufgehoben und die standesamtliche Ehe als gleichwertig anerkannt. Ende der 1990er-Jahre wurde der Religionseintrag in den Personalausweisen abgeschafft. Im August 2008 wurde die Verpflichtung zum orthodoxen Religionsunterricht aufgehoben. Jeder Schüler, der nicht am Religionsunterricht teilnehmen will, kann während dieser Zeit nun Nachhilfe in Fächern seiner Wahl erhalten. Die griechisch-orthodoxe Kirche bezeichnet diese Regelung als „falsch und verfassungswidrig“ und hätte allenfalls die Aufhebung der Religionsunterrichtspflicht für Schüler aus anderen Staaten gutzuheißen. Religion in griechischen Schulen kein Pflichtfach – Proteste, diepresse.com, 27. August 2008
mini|150px|Moschee in und Thrakien|Thrakien]Die muslimische Bevölkerung Griechenlands setzt sich zum einen aus Türken, Pomaken und Roma als Staatsbürgern Griechenlands zusammen sowie zum größeren Teil aus Einwanderern, beispielsweise aus Albanien und Pakistan. Nach dem Bevölkerungstausch von 1923 war die Zahl der Muslime auf unter 100.000 gefallen.Horst Robert Balz, Gerhard Krause, Gerhard Müller: Theologische Realenzyklopädie. Band 14, S. 227 Heute wird die Zahl der vor allem in Thrakien lebenden autochthonen Muslime in Griechenland auf 140.000 bis 150.000 geschätzt. Für die Zahl der muslimischen Immigranten gibt es keine verlässlichen Angaben; es fehlen insoweit nicht nur offizielle Angaben, problematisch ist auch, inwieweit die überwiegend religionslosen Albaner dem Islam zugerechnet werden können. Inoffizielle Schätzungen geben die Zahl der muslimischen Immigranten mit 500.000 bis 700.000 an. Die griechischen Muslime im engeren Sinne bezeichnet zum einen jene Nachfahren der zum Islam konvertierten Griechen im Osmanischen Reich, die im Zuge des Vertrags von Lausanne praktisch komplett in die Türkei ausgesiedelt wurden und zum anderen auch die ethnischen Griechen, die in der Neuzeit zum Islam konvertiert sind.
Das Judentum kann in Griechenland auf eine Kontinuität bis auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurückblicken. Die vermutlich älteste Ruine eines Synagogengebäudes wurde auf Delos ausgegraben und auf 150 bis 200 v. Chr. datiert. Delos Die älteste Synagoge in Betrieb ist die Kahal Shalom Synagoge von 1577 auf Rhodos. 1920 gab es 24 jüdische Gemeinden, allein Thessaloniki hatte 40 Synagogen. Von den 77.000 Juden, die 1940 in Griechenland lebten, wohnten 55.000 in Thessaloniki Michael Matsas: The Greek Jews and the Holocaust – Why 87 % were Killed during the Second World War, 2004 Sephardim, daher haben trotz spektakulärer Rettungsaktionen wie der des Erzbischofs Damaskinos oder der der Bürger von Zakynthos nur 14 % den Holocaust überlebt. Heute leben rund 5000 Juden in Griechenland. Viele griechische Juden heiraten Christen; dies trägt zur Schrumpfung des Judentums bei.Ben G. Frank: A travel guide to Jewish Europe. S. 411

Geschichte

Von der Antike bis zur Griechischen Revolution
|links|Der [11]]Das antike Griechenland, welches über das Gebiet des heutigen Staates nach Kleinasien reichte, wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund zivilisatorischer Leistungen auf Gebieten der Philosophie, Naturwissenschaften, Geschichtsschreibung und Literatur. 146 v. Chr. wurde das Gebiet des heutigen Griechenland römische Provinz, nach der Reichsteilung 395 war es Bestandteil des von griechischer Sprache und Kultur dominierten byzantinischen Reiches.
|hochkant|Flagge des Reich|Byzantinischen Reiches unter der Kaiserdynastie der Palaiologen 1259–1453 ]Nach der Eroberung Konstantinopels durch Kreuzfahrer im Vierten Kreuzzug 1204 war die Macht des byzantinischen Staates gebrochen, das Gebiet zerfiel in Nachfolgestaaten der Kreuzfahrer so das Königreich Thessaloniki, das Fürstentum Achaia und einige weitere sowie in mehrere byzantinisch geprägte griechische Staaten, darunter das Despotat Epirus und Europa und das Kaiserreich Nikaia in Kleinasien. Einige Gebiete wurden Kolonien der Republik Venedig, später auch Genuas und des Johanniterordens.
Mit der Rückeroberung Konstantinopels durch den nikaiischen Kaiser Michael VIII. 1261 gründete die Dynastie der Palaiologen das Byzantinische Reich erneut, konnte aber nur einen Teil Griechenlands erobern und verlor einige Gebiete an das Serbische Reich, das unter Stefan Uroš IV. Dušan um 1350 seine größte Ausdehnung erreichte, sowie ganz Kleinasien.
| von Navarino, gemalt von Carneray]Begünstigt durch die Schwäche des Byzantinischen Reiches konnten Truppen des Osmanischen Reichs zwischen 1359 und 1451 den größten Teil Griechenlands erobern. Mit dem Fall Mistras 1460 war die letzte unabhängige griechische Herrschaft im heutigen Griechenland von den Osmanen erobert. In den folgenden Jahrhunderten dehnten die Osmanen ihren Staat auf das gesamte griechische Gebiet mit Ausnahme der Ionischen Inseln aus. 1821 kam es zur so genannten Griechischen Revolution, deren intellektueller Wegbereiter eine Gruppe um Rigas Velestinlis und die Filiki Eteria waren. In der Schlacht von Navarino gelang es einer europäischen Seestreitmacht 1827, über die osmanische Flotte die Oberhand zu gewinnen. 1827 bildete sich eine erste griechische Regierung, die die Inselstadt Ägina zu ihrer Hauptstadt machte. 1829 zog die Regierung nach Nafplio auf dem Peloponnes um. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurden Zentralgriechenland, der Peloponnes und die Kykladen zum selbstständigen Staat Griechenland erklärt.

Von der Unabhängigkeit bis zum Zweiten Weltkrieg
Ioannis Kapodistrias war bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt der 1828 gegründeten Ersten Hellenischen Republik. Um zu verhindern, dass sich vom befreiten Griechenland der Funke des Republikanismus in Europa verbreitet, etablierten die europäischen Großmächte in Griechenland von außen eine Monarchie.Vgl. „The History Of Greek Sovereign Debt Defaults“: England, Frankreich und Russland hatten dies zur Zahlungskondition für Kredite von 472.000 britischen Pfund und 60 Millionen Drachmen an das seit 1826 völlig überschuldete Land gemacht. Im Jahr 1832 wurde der bayerische Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern, als Otto I. erster König Griechenlands. Dieses umfasste allerdings nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet. Zu seinem Nachfolger wurde am 30. März 1863 von der griechischen Nationalversammlung mit Zustimmung der Großmächte Georg I. gewählt. 1864 schlossen sich die Ionischen Inseln dem griechischen Staat an, 1881 musste das osmanische Reich gemäß den Beschlüssen des Berliner Kongresses von 1881 Thessalien an Griechenland abtreten und Kreta erklärte 1908 die Union mit Griechenland, was aber erst im Oktober 1912 von Griechenland und nach den Balkankriegen im Jahr 1913 von den Großmächten anerkannt wurde. Die meisten Inseln sowie Epirus im Norden und Makedonien mit Thessaloniki im Nordosten gingen erst als Ergebnis der beiden Balkankriege 1912 und 1913 an Griechenland. Das geschwächte Osmanische Reich hatte sich dort nicht mehr gegen die mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten können. 1913 wurde Konstantin I. nach der Ermordung seines Vaters König.
mini|links|hochkant| Venizelos]Im Ersten Weltkrieg blieb Griechenland zunächst neutral. Es trat nach der von den Alliierten erzwungenen Abdankung von König Konstantin I. 1917 in den Krieg gegen die Mittelmächte und deren Verbündete, insbesondere Bulgarien und das Osmanische Reich, ein. Nach dem Krieg wurde versucht, mit Billigung der Siegermächte die Niederlage des Osmanischen Reiches zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnenen Westthrakien auch Ostthrakien und das mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet um Smyrna das heutige İzmir unter griechische Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea der „Großen Idee“, welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck „Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere“ gemeint sind die Ägäis, das eigentliche Mittelmeer, Marmarameer, Schwarzes Meer, Ionisches Meer – also der Wiedererrichtung des Byzantinischen Reiches mit Konstantinopel als Hauptstadt – als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg aber mit einer deutlichen griechischen Niederlage „Kleinasiatische Katastrophe“. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen wurden nach Griechenland vertrieben etwa 1,5 Millionen Personen, im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkischen Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Bevölkerung Athens vervielfachte sich in kürzester Zeit.
|Territoriale Expansion Griechenlands 1832–1947
Mehrfach erfolgten seit 1922 militärische Umsturzaktionen, die in einer Revolte gegen König Konstantin I. ihren Anfang genommen hatten. Die Aufstände führten letztlich zu einer inneren Destabilisierung des Landes. Der Umsturz in Griechenland. In: Vossische Zeitung, 4. Juli 1925, Morgenausgabe, S. 4. 1924 wurde in einer Volksabstimmung die Abschaffung der Monarchie beschlossen. Von 1925 bis 1926 regierte General Theodoros Pangalos diktatorisch.
Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas am 28. Oktober 1940 ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab der Tag der Ablehnung, der „Nein-Tag“, wird heute neben dem an die Griechische Revolution erinnernden 25. März als Nationalfeiertag begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort, also Nein, an Italien gesendet haben soll. Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die zahlenmäßig überlegenen italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April und Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. So wurde durch die erzwungene Ausfuhr fast der gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum Deutschen Reich in Höhe von 71 Milionen Reichsmark festgestellt, die dann mit extremen Besatzungskosten auf Wunsch von Hitler in „Aufbaukosten“ umbenannt verrechnet wurden. Griechenland hatte von allen besetzten Ländern pro Kopf die höchsten Besatzungskosten zu zahlen. Um von der Bevölkerung mehr Sachwerte abzuziehen, wurde der Banknotenumlauf gesteigert. Der wirtschaftliche Zusammenbruch war abzusehen und wurde in Kauf genommen. Besonders der Mangel an Lebensmitteln führte zu einer Hungerkatastrophe und einer Säuglingssterblichkeit von 80 %. Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt. Nach „Erbeutung“ nahezu sämtlicher Produktionsmittel wie Maschinen, Fahrzeuge etc. wurden mehrheitlich Rohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Deutschland gebracht. Das Deutsche Reich hatte sich vertraglich die wirtschaftliche Ausbeutung aller Besatzungszonen gesichert.
mini|links|Besatzungszonen Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als „Vergeltung“ für Partisanenüberfälle die jeweils gesamte Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder „Sondereinheiten“ ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Für Juden wurde 1942 von den Besatzungsmächten die Zwangsarbeit eingeführt, ab Anfang 1943 wurden sie ghettoisiert, enteignet und vorwiegend nach Auschwitz und Treblinka deportiert, wo sie sofort ermordet wurden. Etwa 80.000 Menschen fielen der „Endlösung“ zum Opfer.
Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Ebenfalls gab es die rivalisierenden republikanischen, später royalistischen Partisanen der EDES, die im Kampf gegen die ELAS ab Ende 1943 mit der Wehrmacht kollaborierte Bezug von Waffen und Geräten, in der Schlacht um Athen aber durch Großbritannien unterstützt wurde. Ende 1944 löste sich die EDES nach schweren Verlusten informell auf. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.
Insgesamt wurden etwa 70.000 bis 80.000 Griechen im Partisanenkrieg oder bei Vergeltungsaktionen von deutschen, italienischen und bulgarischen Truppen getötet.Deutsches Historisches Museum: LeMO – 1939–1945 Partisanenkrieg in Griechenland Zählt man den Zweiten Weltkrieg und den Bürgerkrieg als dessen Folge zusammen, so verlor Griechenland nahezu 10 % seiner Bevölkerung.[12]

Nachkriegszeit: Bürgerkrieg und Westintegration
Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland nach dem in den Bergen geführten Kampf zwischen EDES und ELAS und der Schlacht um Athen fast direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über. Die griechische Rechte brach den Vertrag von Varkiza zur Entwaffnung der Partisanen. In einigen Teilen Griechenlands entwickelte sich unter Duldung der republikanisch-gemäßigten Kräfte ein sogenannter weißer Terror der griechischen Rechten, welcher die überwiegend aber nicht ausschließlich kommunistischen Mitglieder der EAM und ELAS zum Ziel hatte. Die kommunistischen Partisanen, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, gingen erneut in die Guerilla. Hauptsächlicher Unterstützer war dabei Jugoslawien, in geringerem Umfang Albanien – die Sowjetunion beschränkte sich im Wesentlichen darauf, durch ihr Veto eine UN-Intervention zu blockieren. Die royalistische Gegenwehr wurde vor allem von den Regierungen in Großbritannien und den USA unterstützt. Im von Regierungsseite mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung unter anderem unter Einsatz von Napalm, geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände, die vom Guerillakrieg zum offenen Frontenkrieg übergegangen waren, nach längeren Kämpfen zum Rückzug nach Nordwesten gedrängt. Zuvor brachten sie aus den umkämpften Gebieten zahlreiche Kinder heraus, wovon die Deutsche Demokratische Republik etwa 1300 aufnahm. Andreas Stergiou, Die Beziehungen zwischen Griechenland und der Deutsche Demokratische Republik und das Verhältnis der SED zur KKE, MATEO Monographien Band 22, Mannheim 2001, ISBN 3-932178-28-9; Abstract Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien 1949 besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht.
Grund für die spärliche Unterstützung durch die realsozialistischen „Bruderstaaten“ war ein entsprechendes Abkommen, das Stalin mit Churchill in Moskau Anfang Oktober 1944 geschlossen hatte über die Aufteilung der russisch-britischen Interessensphären auf dem Balkan, wo die Amerikaner militärisch nicht, wohl aber die Briten, vor allem in Griechenland, bereits vertreten waren. Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von „90 % West zu 10 % Ost“ für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als „sowjetischer Verrat“ empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei.
Bis in die 1960er-Jahre blieben viele Bürgerrechte und Freiheiten eingeschränkt. 1952 trat Griechenland der NATO bei, 1954 dem Balkanpakt. Mit Hilfe des Marshallplans und der hohen Einnahmen von ausländischen Touristen kam es ab den 1950ern zu einer langsamen Erholung der Wirtschaft des Landes.
Nach den vor allem gegen die griechische Minderheit in Istanbul, Izmir und in Ankara gerichteten türkischen Pogromen 1955 flohen rund 100.000Thomas Seibert: Heikler Jahrestag für Ankara. Antigriechischer Pogrom wird neu aufgearbeitet. In: Der Tagesspiegel vom 7. September 2005 Artikel zum 50. Jahrestag in der Türkei lebende Griechen nach Griechenland und in weitere Länder. Während 1945 fast 125.000 orthodoxe Griechen als Minderheit in Istanbul lebten,Günter Seufert, Christopher Kubaseck: Die Türkei – Politik, Geschichte, Kultur. C.H.Beck Verlag, München 2006, ISBN 3-406-54750-8, S. 162 sank ihre Zahl als Folge des Pogroms von 1955 dramatisch. 1999 lebten noch 2.500 Griechen in der Türkei. Human Rights Watch: Greece. The Turks of Western Thrace; 1999; S. 2, Fußnote PDF-Datei; 342 kB
Am 21. April 1967 ergriff in Reaktion auf den erwarteten Wahlsieg der sozialistischen Eniea Dimokratiki Aristera , Vereinigung der Demokratischen Linken EDA, in der sich auch zahlreiche Mitglieder der illegalen KKE wiederfanden, eine Gruppe rechtsextremer Offiziere unter Georgios Papadopoulos durch den sog. Obristenputsch die Macht und errichtete eine Militärdiktatur. Unter der Militärdiktatur spaltete sich von der KKE ein eurokommunistischer Flügel unter dem Namen „KKE-Inland“ ab, was suggerieren sollte, dass die Rumpf-KKE, somit „KKE-Ausland“, von Moskau gesteuert sei. Heute gibt es in dieser Form nur noch die KKE, die sich weiterhin als marxistisch-leninistische Partei versteht, während in der Nachfolge des Eurokommunismus der SY.RIZ.A als Bündnis linker Kleinparteien im Parlament vertreten ist. Nach Massenverhaftungen wurden zahlreiche vor allem linksgerichtete Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben, darunter der Komponist Mikis Theodorakis. Eine entscheidende Schwächung erfuhr die Junta am 17. November 1973 durch den Aufstand der Studenten im Athener Polytechnikum, der unter Einsatz von Panzern brutal niedergeschlagen wurde und das Regime innerlich und äußerlich diskreditierte. Das Scheitern der von der Junta angestrebten Vereinigung mit der Republik Zypern und der dortige Einmarsch türkischer Truppen führte 1974 endgültig zum Zusammenbruch der Militärdiktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Die Staatsform der Republik wurde in einer Volksabstimmung klar der Wiedereinführung der Monarchie vorgezogen. Im Juni 1975 wurde die neue Verfassung des Landes verabschiedet. Trotz außenpolitischer Westorientierung war Griechenland von 1974 bis 1980 aus der militärischen Organisation der NATO herausgelöst.

Griechenland seit dem Beitritt zur EWG
Bereits seit 1961 bestand ein Assoziierungsabkommen mit der EWG, aufgrund der zwischenzeitlichen Junta begannen die eigentlichen Beitrittsverhandlungen erst am 27. Juli 1976, so dass Griechenland zum 1. Januar 1981 als 10. Mitglied in die EWG aufgenommen wurde.Mohr Siebeck: Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart. Neue Folge. S. 372 Das Land profitierte von Wirtschafts- und Strukturhilfen, musste im Gegenzug auch hohe Importzölle fallen lassen, die bisher heimische Produzenten vor ausländischem Wettbewerb schützten.
Der Zerfall Jugoslawiens hatte auch ökonomische Folgen für Griechenland, zumal bis dahin die Transit-Strecke durch den Balkan „Autoput“ für Waren- und Personenverkehr die Nabelschnur des Landes zum restlichen Europa darstellte. Folglich stellte sich Griechenland gegen eine frühzeitige Anerkennung der nach Unabhängigkeit strebenden Republiken, konnte sich mit seiner Haltung jedoch nicht durchsetzen. Weiterhin fürchtete man einen Flächenbrand politischer und militärischer Auseinandersetzungen, die auch Folgen für Griechenland, etwa Flüchtlingsströme, hätten. Weiterhin zeichnete sich ein Namensstreit mit der angrenzenden jugoslawischen Teilrepublik ab, die Anspruch auf den Namen Mazedonien erhob. Das Nachkriegsjugoslawien hatte 1945 die mehrheitlich von slawischen Mazedoniern bewohnten Gebiete Südserbiens zur Volksrepublik Mazedonien später: Sozialistische Republik Mazedonien deklariert. Die Unabhängigkeit dieses Bundesstaates unter dem Namen Mazedonien wurde von Griechenland als Provokation aufgefasst, da es territoriale Ansprüche auf die gleichnamige griechische Provinz befürchtete. Griechenland verhängte ein Handelsembargo gegen das Land, das später aufgehoben wurde; bis heute ist keine einvernehmliche Lösung gefunden. Griechenland ist heute der mit Abstand wichtigste Investor in der Republik Mazedonien.
Der kurzen Amtsperiode der Nea Dimokratia unter Konstantinos Mitsotakis folgte erneut eine Regierung der PASOK unter Andreas Papandreou, die auch wegen dessen angeschlagenem Gesundheitszustand in Stillstand gekommen war. Der Jurist Kostas Simitis übernahm den Parteivorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten und leitete eine Abkehr von der traditionell sozialistischen Politik seines Vorgängers ein. Die Außenpolitik war nun nicht mehr von einer Sonderrolle Griechenlands geprägt, sondern von einer starken europäischen Ausprägung. Innenpolitisch wurden zahlreiche Reformen durchgeführt:

  • der Kapodistrias-Plan ordnete das Gemeindewesen neu und stärkte die Bedeutung der Regionen,
  • staatlich geführte Großunternehmen wurden privatisiert.
  • Investitionen in die Infrastruktur des Landes

Die Politik der europäischen Orientierung wurde im Wesentlichen auch von der Regierung der Nea Dimokratia unter Kostas Karamanlis weitergeführt, setzte jedoch keine eigenen Impulse. Nach zwei Wahlperioden erfolgte ein Regierungswechsel. Unter dem neuen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou von der PASOK wurde die Überschuldung des Landes offenbar und führte zu einem rapiden Verlust an Kreditwürdigkeit auf den internationalen Märkten, in dessen Folge das Land in Zahlungsschwierigkeiten geriet.
Zur Bewältigung wurde der Wirtschaftsexperte Loukas Papadimos zum Ministerpräsidenten gewählt. Aus den Neuwahlen ging Antonis Samaras von der Nea Dimokratia als Sieger hervor und bildete mit der PASOK eine Koalitionsregierung, jedoch gewann auch die linke Opposition an Stimmen.
Bei den Parlamentswahlen vom 25. Januar 2015 errang die Linkspartei Syriza 149 von 300 Mandaten. Alexis Tsipras wurde am 26. Januar 2015 als Ministerpräsident Griechenlands vereidigt.

Recht
Die Rechtsprechung in Griechenland erfolgt durch unabhängige Gerichte und setzt sich dabei aus drei verschiedenen Arten von Gerichtshöfen zusammen, die jeweils für die zivilrechtliche, die strafrechtliche sowie die verwaltungsrechtliche Rechtsprechung zuständig sind. Es handelt sich dabei um das System der sogenannten getrennten Gerichtsbarkeiten. Zusätzlich existieren besondere Instanzen der Finanzkontrolle und der Verfassungsgerichtsbarkeit. |Die gerichtliche OrganisationDie Zivilgerichte werden in Friedensgerichte, Landgerichte sowie Oberlandesgerichte eingeteilt und sind für alle privaten Streitigkeiten und die ihnen gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zuständig. Die Strafgerichte folgen demselben institutionellen Aufbau und beinhalten darüber hinaus auch besondere Strafgerichte wie zum Beispiel die Jugend- oder Schwurgerichte. Gegen das Urteil der Zivil- und Strafgerichtshöfe kann bei einem Appellationsgericht Berufung und schließlich beim Areopag griech. Άρειος Πάγος/Ários Págos Revision eingelegt werden. Der Areopag ist der oberste Gerichtshof und die höchste Instanz für zivil- und strafrechtliche Fragen. Die oberste Instanz in der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist der Staatsrat griech. Συμβούλιο της Επικρατείας/Symvoúlio tis Epikratías. Ihm unterstehen z. B. die einzelnen Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte, welche für die Verhandlung von Verwaltungsstreitigkeiten zuständig sind.
Für Verfassungsfragen stellt das sogenannte Oberste Tribunal griech. Ανώτατο Ειδικό Δικαστήριο/Anótato Idikó Dikastírio die letzte Entscheidungsinstanz dar. Das Oberste Tribunal ist für die Überprüfung der Verfassungskonformität von Gesetzen zuständig, die durch das Parlament verabschiedet werden und arbeitet gleichzeitig auch als Prüfungsgericht von Volksabstimmungen und Wahlen. Dem Rechnungshof griech. Ελεγκτικό Συvέδριo/Elengtikó Synédrio unterliegt die Finanzkontrolle und ist als oberster Gerichtshof für die Klärung strittiger Finanzangelegenheiten verantwortlich.

Menschenrechte

Minderheitenrechte
Amnesty International und der griechische Ombudsmann für Menschenrechte weisen regelmäßig auf Defizite beim Menschenrechtsschutz hin. Vor allem die Behandlung von Migranten und Roma-Familien ist ungenügend. Über eine Verletzung von Minderheitenrechten beklagt sich regelmäßig die in Westthrakien lebende muslimische Minderheit. Aus griechischer Sicht darf sie nicht „türkische Minderheit“ genannt werden, da der Friedensvertrag von Lausanne, der 1923 den griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch regelte, die Minderheiten religiös definierte. Die kleine Zahl slawischsprachiger Bürger wird nicht als Minderheit anerkannt.

Asylpolitik und Flüchtlingssituation
In der Flüchtlings- und Asylpolitik wird Griechenland immer wieder von NGOs kritisiert. Vor allem der große Zustrom von Flüchtlingen aus afrikanischen Ländern macht dem Land zu schaffen, die Griechenland nur unzureichend bewältigen kann. Erschwert wird die Situation dadurch, dass Flüchtlinge in das Land abgeschoben werden, in dem sie zuerst den Boden der EU betreten haben, und somit das europäische Flüchtlingsproblem vollständig auf die südeuropäischen EU-Staaten abgewälzt wurde. 2011 kamen 55.000 Flüchtlinge alleine über die griechisch-türkische Landgrenze am Fluss Evros in die EU. Die griechischen Behörden sind dafür organisiert, Neuankömmlinge entweder zu versorgen oder öffentlichkeitsfern abzuschieben. Die Asylanten lassen sich in illegalen Zeltlagern in Großstädten nieder, von wo sie Arbeit suchen. Die Versorgung durch Bürgerinitiativen und Kirchengemeinden deckt bei weitem nicht den Bedarf. Im März 2012 sind von staatlicher Seite nur elf Leute an Personal für die gesamte Flüchtlingsregistrierung zuständig, so dass die Dunkelziffer der Einwanderer beträchtlich sein dürfte.[13] Rassismus und Gewalt gegen Einwanderer kommt, auch im Zusammenhang mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land, in den letzten Jahren häufig vor.
2010 wurde ein Nationaler Aktionsplan für die Asylreform und das Migrationsmanagement beschlossen, der neben dem Aufbau von Behörden zur Erstaufnahme und Asylverfahrensdurchführung auch den Auf- und Ausbau von Auffangeinrichtungen für Migranten vorsieht. Daneben erhofft sich die griechische Regierung vom baldigen Beitritt Bulgariens und Rumäniens zum Schengenraum Entlastung für die eigenen Außengrenzen.
Die griechische Regierung forderte wiederholt die Unterstützung durch die EU bei der Sicherung seiner Außengrenzen, etwa durch die Stärkung von Frontex und die Aushandlung von Rücknahmeabkommen zwischen der EU und den Herkunfts- und Transitstaaten. Das Interesse von Seiten nicht betroffener EU-Staaten, sich der europäischen Flüchtlingsproblematik zu stellen, ist jedoch de facto gering; aus diesen Ländern ist auch häufig die Kritik zu hören, Griechenland versorge die Flüchtlinge nicht ausreichend.Im April 2014 wurde Griechenland von Amnesty International erneut kritisiert. Amnesty beklagt „unhaltbare“ Lage von Flüchtlingen in Griechenland zeit.de diepresse.com abgerufen am 29. April 2014.

Politik
Die aktuelle Verfassung Griechenlands trat am 11. Juni 1975 in Kraft; sie wurde 1986, 2001 und 2008 überarbeitet. Sie definiert Griechenland als parlamentarische Republik nach sozialen und rechtsstaatlichen Prinzipien. Nach Meinung des Historikers Heinz A. Richter ist der Klientelismus seit Zeiten der osmanischen Herrschaft im griechischen politischen System fest verankert. Während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg 1941–1944 ruhte er es war kein Zugriff auf staatliche Gelder möglich ; danach sei er mit der Monarchie von Großbritannien Winston Churchill und dann von den USA wiederhergestellt worden.Rainer Hermann: Fessel Klientelismus. Finanzhilfen allein retten Griechenland nicht. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. August 2012, S. 10Der Soziologe Nikos Mouzelis spricht von einer „unwirksamen öffentlichen Verwaltung“.Elli-Katherina Pohlkamp: Griechenland in der Krise. PDF; 124 kB swp-berlin.org, Januar 2013, S. 1, abgerufen am 7. Juni 2013 Ein wichtiger Faktor ist auch die große Unzufriedenheit der Wähler mit den beiden Parteien, die lange bis 2012/2014 die Politik dominierten: die konservativ-liberale Nea Dimokratia ND und die Panhellenische Sozialistische Bewegung PA.SO.K .Daniel V. Speckhard: The Last Act for Greece? Interview engl. brookings.edu, 12. Mai 2012, abgerufen am 7. Juni 2013

Staatspräsident
mini|hochkant|Der seit 2015 amtierende Staatspräsident Pavlopoulos]Der griechische Staatspräsident griech. Πρόεδρος της Δημοκρατίας/Próedros tis Dimokratías ist das Staatsoberhaupt des Landes und bildet zusammen mit der Regierung die Exekutive. Er wird alle fünf Jahre durch das Parlament gewählt und hat im politischen Alltag vor allem eine repräsentative Funktion inne. Zu seinen Aufgaben gehört die Vereidigung des Ministerpräsidenten und der von diesem vorgeschlagenen Minister. Der griechische Staatspräsident besitzt zusätzlich auch ein generelles Vetorecht im Parlament, dieses kann mit der absoluten Mehrheit der Abgeordneten überstimmt werden.Artikel 35 d in Verbindung mit Artikel 42 Unter besonderen Umständen gestattet die Verfassung ihm, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen.Der Staatspräsidenten kann die Regierung auflösen, wenn diese einen Antrag darauf stellt oder das Parlament ein erfolgreiches Misstrauensvotum durchgeführt hat. Der insgesamt relativ eingeschränkte Handlungsspielraum des Staatsoberhauptes wird auch daran deutlich, dass fast alle seine hoheitlichen Handlungen durch den zuständigen Minister gegengezeichnet werden müssen. Erweiterte Befugnisse erhält der Staatspräsident lediglich im Notstandsfall. Er kann dann auf Vorschlag der Regierung gesetzgeberisch tätig werden. Der griechische Staatspräsident ist ebenfalls Oberbefehlshaber der griechischen Streitkräfte, die Verfassung untersagt es ihm jedoch, den Verteidigungsfall auszurufen sowie Bündnisse und Verträge zu schließen.
Das Amt des Staatspräsidenten genießt in Griechenland ein sehr hohes Ansehen in der Bevölkerung; dieses nahm seit 2009 Beginn der Staatsschuldenkrise noch zu, wohingegen das Vertrauen in Politik und Parteien sank. Der amtierende Staatspräsident Griechenlands ist seit März 2015 Prokopis Pavlopoulos * 1950 .
Der Amtssitz des Präsidenten ist das von Ernst Ziller erbaute Präsidialpalais in der Herodes Atticus Straße in Athen. Direkt gegenüber befindet sich der Nationalgarten mit dem Gebäude des griechischen Parlaments.

Parlament
mini|hochkant|Das Gebäude des griechischen Parlaments am Syntagma-PlatzDas griechische Parlament griech. Βουλή των Ελλήνων/Voulí ton Ellínon besteht aus einer Kammer mit 300 Sitzen und wird alle vier Jahre in geheimer, allgemeiner, freier, gleicher und unmittelbarer Wahl besetzt. Dabei werden 288 Abgeordnete in den 56 Wahlkreisen des Landes sowie 12 Abgeordnete über landesweite Parteilisten gewählt. Eine Besonderheit des griechischen Wahlsystems ist das verstärkte Verhältniswahlrecht: Die Partei mit dem größten Stimmenanteil erhält 50 zusätzliche Mandate im Parlament.
Das Parlament besitzt neben der Gesetzgebung das Recht, der Regierung oder einzelnen Mitgliedern das Vertrauen über ein Misstrauensvotum mit absoluter Mehrheit zu entziehenArt. 84 2 und den Staatspräsidenten oder Regierungsmitglieder mit einer Zweidrittelmehrheit anzuklagenStaatspräsident: Artikel 49 2. Minister: Artikel 86. Das Initiativrecht der einzelnen Parlamentarier ist beschränkt, da die Regierung legislative Kompetenzen des Parlaments über Rechtsverordnungen der Regierung oder untergeordneten Organen übertragen kann. Zu den besonderen Charakteristiken des griechischen Parlaments und seiner Konstituierung zählt, dass die quantitative Stärke einer Partei im griechischen Parlament darüber entscheidet, wer vom Staatspräsidenten zum Regierungschef ernannt werden muss. In der Rangfolge der Mandatszahl wird vom Präsidenten jeweils der Parteivorsitzende mit der Regierungsbildung beauftragt; gelingt dies nicht, erhält die nächstkleinere Partei die Gelegenheit. In Bezug auf die Opposition besteht – wie innerhalb der Europäischen Union sonst nur in Deutschland und Portugal – das Recht, Untersuchungsausschüsse einzusetzen Minderheitenquorum .

Regierung
Die Regierung Griechenlands wird als Ministerrat griech. Υπουργικό Συμβούλιο/Ypourgikó Symvoúlio bezeichnet und besteht aus dem Ministerpräsident Πρωθυπουργός/Prothypourgós und den Ministern Υπουργοί/Ypourgí. Nach einer Parlamentswahl beginnt die Regierungsbildung, wobei traditionell der Parteichef der größten Fraktion den Ministerpräsident stellt. Dieser entscheidet über die Zusammensetzung seines Kabinetts und der Staatssekretäre und hat nach der Ernennung durch den Staatspräsidenten und erfolgreich verlaufener Vertrauensfrage im Parlament die Richtlinienkompetenz innerhalb der Regierung. Die Rechte des Ministerpräsidenten wurden in der Verfassungsreform 1986 deutlich ausgeweitet, mit dem Ergebnis, dass die „vollziehende Funktion“ klar beim Regierungschef liegt, der trotz der Kollegialität des Ministerrates auch verfassungsrechtlich der Mittelpunkt der politischen Macht in Griechenland ist. Die Minister können zwar selbstständig ihr Ressort verwalten, müssen aber politische Interventionen des Ministerpräsidenten akzeptieren, da bei ihm die Richtlinienkompetenz und das Vorschlagsrecht zur Ernennung und Entlassung der Minister. Die Regierung kann nur auf eigenen Antrag hin oder nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum des Parlaments entlassen werden.
Aus den wegen der Wirtschaftskrise vorgezogenen Vorgezogene Parlamentswahlen Meldung vom 2. September 2009 Parlamentswahl am 4. Oktober 2009 ging die PASOK als stärkste Partei hervor. Ihr Spitzenkandidat Giorgos Papandreou wurde mit der Regierungsbildung beauftragt und am 6. Oktober 2009 als Ministerpräsidenten vereidigt. Am 9. November 2011 erklärte er offiziell seinen Rücktritt. Papandreou geht ohne Nachfolger Zeit Online, 9. November 2011 Am 11. November 2011 wurde Loukas Papadimos vereidigt. Das Kabinett Papadimos war vom 10. November 2011 bis zum 16. Mai 2012 im Amt. Nach der Parlamentswahl am 6. Mai 2012 kam keine Regierung zustande; am 17. Juni 2012 fand eine weitere Parlamentswahl statt. Dabei wurde die ND mit 29,7 Prozent erneut stärkste Kraft; sie erhielt 10,8 Prozentpunkte mehr Stimmen als bei der Wahl vom 6. Mai 2012. Die Partei SYRIZA von Alexis Tsipras, die im Wahlkampf ein Ende der Sparmaßnahmen gefordert hatte, wurde mit 26,9 Prozent wieder zweitstärkste Kraft. Dennoch erreichten mit ND und PASOK die beiden Parteien eine parlamentarische Mehrheit 162 zu 138 Sitze, die an dem eingeschlagenen Sparkurs und der Umsetzung von Reformen festhalten wollen.sueddeutsche.de: Koalitionsgespräche in Griechenland: „Das Land muss bis morgen Abend eine Regierung haben“, abgerufen am 18. Juni 2012. Nachdem sich ND und PASOK mit der Demokratischen Linken auf die Bildung einer Regierung Kabinett Samaras einigen konnten, wurde Samaras am 20. Juni 2012 zum griechischen Ministerpräsidenten vereidigt. Drei-Parteien-Koalition: Samaras als griechischer Ministerpräsident vereidigt bei faz.net, 20. Juni 2012 abgerufen am 20. Juni 2012 .zeit.de: Samaras ist neuer Ministerpräsident Griechenlands. – Er will ein Kabinett aus Konservativen und Technokraten anführen – seine Koalitionspartner stellen keine Minister.zeit.de 20. Juni 2012: Wer gewinnt, hat schon verloren Seit dem 27. Januar 2015, einen Tag nach den griechischen Parlamentswahlen, ist die neu gewählte Regierung aus SYRIZA und ANEL unter der Leitung von Ministerpräsident Alexis Tsipras Kabinett Tsipras im Amt.
{| border=“1″ cellpadding=“0″ cellspacing=“0″ style=“text-align:left; font-size:8pt; empty-cells:show; border-collapse:collapse; width:100%;“|- style=“background:#f2f2f4; text-align:left;“! colspan=“9″| Griechische Ministerpräsidenten 1990 bis heute|— valign=“top“ style=“text-align:center;“|width=“11%“ | Konstantinos Mitsotakis || width=“11%“ | Andreas Papandreou || width=“11%“ | Konstantinos Simitis || width=“11%“ | Kostas Karamanlis || width=“11%“ | Giorgos Andrea Papandreou|| width=“11%“ | Loukas Papadimos || width=“11%“ | Panagiotis Pikrammenos|| width=“11%“ | Andonis Samaras|| width=“11%“ | Alexis Tsipras|— valign=“top“ style=“background:#C6BFF7; text-align:center;“| 11. April 1990 bis 13. Oktober 1993 || style=“background:#BFC7FF;“| 13. Oktober 1993 bis 22. Januar 1996 || style=“background:#CEE1FF;“| 22. Januar 1996 bis 10. März 2004 || style=“background:#DDF3FF;“| 10. März 2004 bis 6. Oktober 2009 || style=“background:#DFF1FF;“| 6. Oktober 2009 bis 10. November 2011 || style=“background:#FFFFFF;“|  10. November 2011 bis 16. Mai 2012 || style=“background:#FFFFFF;“|  16. Mai 2012 bis 20. Juni 2012zeit.de 20. Juni 2012: Samaras ist neuer Ministerpräsident Griechenlands|| style=“background:#FFFFFF;“|  20. Juni 2012 bis 25. Januar 2015 || style=“background:#FFFFFF;“|  26. Januar 2015|}

Innenpolitik
Zentrale Themen der griechischen Innenpolitik sind die Konsolidierung des Staatshaushaltes, die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, die Deregulierung sowie die Privatisierung des öffentlichen Sektors, die Förderung der griechischen Wirtschaft, die notwendige Umstrukturierung des überschuldeten staatlichen Rentenversicherungssystems, die Reformierung des Gesundheits- und Bildungssystems sowie die Bekämpfung der illegalen Einwanderung. Nach dem Tod eines Jugendlichen, der von der Kugel eines Polizisten getroffen worden war, kam es 2008 zu landesweiten Ausschreitungen.
Nach dem Regierungswechsel 2009 kam es zu Protesten gegen den Sparhaushalt, mit der die neue Regierung das Staatsdefizit senken möchte, was aufgrund der von allen bisherigen Regierungen gleichermaßen hochgeschraubten Staatsausgaben und der verbreiteten Korruption als schwierige Aufgabe gilt. Die Macht der Fakelaki Der Spiegel 53/2009

Religions- und Minderheitenpolitik
|hochkant|Flagge der Kirche|griechisch-orthodoxen Kirche] |hochkant|[14]]Die orthodoxe Kirche übt wesentlichen Einfluss auf das griechische Bildungswesen aus, wobei die besondere Stellung der griechisch-orthodoxen Konfession als „vorherrschender Religion“ in der griechischen Verfassung festgelegt ist. Obwohl ihr in der Verfassung nicht ausdrücklich der Status einer Staatskirche zuerkannt wird, wird Griechenland aufgrund der engen institutionellen Verflechtung von Staat und Orthodoxer Kirche im konstitutionellen Recht, ebenso wie z. B. Großbritannien und Dänemark, der Kategorie von Staaten mit einer Staatskirche zugeordnet. So untersteht die orthodoxe Kirche auch teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt bzw. neu gewählte Regierungen vom orthodoxen Erzbischof vereidigt werden.
1982 wurde das Familienrecht dahingehend geändert, dass standesamtliche Trauungen möglich wurden. Bis dahin fanden Ehebündnisse, welche nicht nach dem griechisch-orthodoxen, jüdischen, muslimischen oder römisch-katholischen Ritus geschlossen wurden, keine staatliche Anerkennung. So galten Kinder aus Ehen von Protestanten oder Zeugen Jehovas vor dem Gesetz als unehelich.NZZ: Im Namen des Erzbischofs 28. Juli 2007
Die muslimischen Türken, Pomaken und Roma Westthrakien werden auf der Grundlage des Lausanner Friedensvertrags von 1923 zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige Sonderrechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei gem. bilateraler Abkommen, Koranschulen, Autonomie in Angelegenheiten des Familienrechts gemäß der Scharia etc. In den letzten Jahrzehnten fand zunehmend eine Assimilation der ca. 30.000 den als Pomakisch bekannten Rhodope-Dialekt des Bulgarischen sprechenden muslimischen Pomaken an die Gruppe der Türken statt. Diese grenzen sich scharf von der sehr heterogenen Gruppe der romani- und türkischsprachigen muslimischen Roma ab.
Die muslimische Minderheit bildete Anfang der 1990er Jahre Parteiformationen. Diese waren zeitweise durch zwei Abgeordnete die Türken Sadık Ahmet und İbrahim Şerif im Parlament vertreten, was jedoch nach der Erhöhung der Ein-Prozent- auf eine Drei-Prozent-Hürde nicht mehr gelang. Aktuell stammt ein Abgeordneter der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit der Türke İlhan Ahmet. Konfliktpunkte mit dem griechischen Staat bestehen in der aktuell untersagten Benennung von Vereinen unter Verwendung des Adjektivs „türkisch“ und dem Anliegen, die führenden islamischen Rechtsgelehrten Muftis, die zurzeit als Beamte vom Staat ernannt werden, durch Wahlen zu bestimmen.
Vor 1990 lebten bis auf die erwähnten Minderheiten nur wenige Ausländer in Griechenland. Aufgrund einer wenig restriktiven Politik gegen Einwanderer ist Griechenland prozentual zum EU-Land mit den meisten Ausländern geworden. Der griechische Staat ist um eine Assimilation der Neuangekommenen bemüht, der Erwerb der Staatsbürgerschaft für Einwanderer wurde mehrmals vereinfacht. Gegenwärtig ist ein Aufenthalt von fünf Jahren in Griechenland notwendig. Seit 2010 wird die Staatsbürgerschaft bei Geburt in Griechenland oder den Besuch der ersten drei Grundschuljahre oder sechs Schuljahren in Griechenland automatisch erteilt, eine Beantragung ist nicht notwendig.[15]

Außenpolitik
Griechenland ist 1952 der NATO beigetreten und ist seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union. Darüber hinaus bestehen Mitgliedschaften bei zahlreichen internationalen Organisationen und Foren wie zum Beispiel den Vereinten Nationen, der OECD, der Weltbank, dem Europarat, dem Internationalen Währungsfonds, der UNESCO oder auf regionaler Ebene der BSEC und der SEECP.
Auf technologischem sowie wissenschaftlichem Gebiet unterstützt oder beteiligt sich Griechenland an verschiedenen internationalen Projekten wie z. B. dem Large Hadron Collider CERN oder der Bibliotheca Alexandrina und ist unter anderem Mitglied bei der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA. Von 2005 bis 2007 war das Land als nichtständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat vertreten. Friedenspolitisch engagiert sich das Land bei mehreren internationalen Auslandsmissionen und Entwicklungsprojekten unter anderem in Afghanistan ISAF, im Sudan UNMIS, in Georgien UNOMIG, in Bosnien-Herzegowina EUFOR, im Kosovo KFOR oder in Albanien NHQT .
Amtierender Außenminister ist seit 27. Januar 2015 Nikos Kotzias.

Griechenland in der Europäischen Union
Der Weg Griechenlands in das europäische Gefüge begann am 8. Juni 1959 mit dem Antrag des Landes auf Assoziierung mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG und den darauffolgenden Assoziierungsverhandlungen. Die Unterzeichnung des Vertrages zur Assoziierung des Landes erfolgte am 9. Juli 1961 und führte am 1. November 1962 zur Assoziierung Griechenlands mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Nach den politischen Wirren zur Zeit der Militärdiktatur und der damit verbundenen Aussetzung des Assoziationsabkommens in den Jahren von 1967 bis 1974 reichte Griechenland am 12. Juni 1975 den offiziellen Antrag zur Aufnahme des Landes in die Europäische Gemeinschaft ein. Nach Beginn der Beitrittsverhandlungen am 27. Juli 1976 und der Unterzeichnung der Beitrittsakte am 28. Mai 1979 trat Griechenland am 1. Januar 1981 als zehnter Staat der Europäischen Gemeinschaft bei, was zugleich auch den Beginn der Süderweiterung der Gemeinschaft darstellte. Am 6. November 1992 trat Griechenland dem Schengener Abkommen bei.
Das Land hat mit dem Beitritt in die Europäische Gemeinschaft z. B. eine allgemeine Stabilisierung der nationalen Wirtschaft erfahren, die Europabegeisterung in der Bevölkerung hielt sich jedoch zunächst in Grenzen. Der Grund hierfür lag vor allem an der Tatsache, dass sich positive Auswirkungen der Mitgliedschaft schleppend sowie für breite Teile der Bevölkerung eher unsichtbar einstellten. So befürchtete man den Verlust politischer Autonomien und einen Wettbewerbsnachteil lokaler Unternehmen zugunsten ausländischer Konzerne. Diese Befürchtungen spiegelten sich unter anderem auch in der europakritischen Haltung der Regierung unter Andreas Papandreou wider, dessen Politik oft im Gegensatz zur Politik anderer europäischer Staaten stand. Ein weiterer Grund für die anfängliche Europaskepsis ergab sich aus dem Umstand, dass der Beitritt des Landes in die Europäische Gemeinschaft nicht die erhoffte Überwindung der geopolitischen Kluft zwischen West- und Osteuropa brachte. Griechenland blieb aufgrund der Trennung Europas Kalter Krieg zunächst trotz seiner Mitgliedschaft von den westlichen Nationen geographisch abgetrennt.Heute ist eine starke Integrationsfreudigkeit der griechischen Bevölkerung zu verzeichnen. Griechenland setzt sich innerhalb der Europäischen Union für ein offenes Europa ein, das dem engeren Europabild anderer Mitgliedsländer gegenübersteht. Die geopolitische Lage ist zudem für alle größeren politischen Parteien mit Ausnahme der kommunistischen Partei KKE eine Motivation, die europäische Integration weiter voranzutreiben und begründet das Interesse, den Balkan an Europa anzubinden sowie die Befürwortung eines EU-Beitritts der Türkei. Ein integriertes und starkes Europa wird dabei als Grundlage für die regionale Bindung angesehen. Weitere Schwerpunkte der griechischen Politik in der Europäischen Union sind beispielsweise eine gemeinsame Immigrations- und Asylpolitik oder eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die ein stärkeres Gegengewicht zur NATO bzw. den USA einnehmen soll.
Griechenland hatte im ersten Halbjahr des Jahres 2003 die EU-Ratspräsidentschaft unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Konstantinos Simitis inne. Sie stand im Zeichen der Osterweiterung der Europäischen Union, der Ausarbeitung eines Verfassungsvertrages durch den Reformkonvent sowie des Irak-Krieges und seiner Auswirkungen auf die Europäische Union. Als historischer Höhepunkt gilt dabei die Unterzeichnung der Beitrittsverträge mit den zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten am 16. April 2003 in Athen als der Geburtsstätte der Demokratie, was als symbolische Weichenstellung für die Zukunft Europas betrachtet wurde. Nach 1983, 1988, 1994 und 2003 hatte Griechenland 2014 – vom 1. Januar bis 30. Juni 2014 – zum fünften Mal die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Internationale Beziehungen
Griechenland verfolgte in den Jahren ab 1996 unter Ministerpräsident Konstantinos Simitis und Außenminister Giorgos Papandreou verstärkt eine Politik der europäischen Integration. Im Zentrum standen dabei eine stärkere Abstimmung der griechischen Europapolitik zur Politik der Europäischen Union, der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit mit den Staaten Südosteuropas und die Annäherung an die Türkei. Dies führte zu einer Vielzahl bi- und multilateraler Projekte zwischen Griechenland und den Staaten des Balkans sowie zu einer Reihe vertrauensbildender Abkommen mit der Türkei. Im Jahr 2002 ratifizierte das griechische Parlament ein Hilfsprogramm in Höhe von 550 Millionen Euro für Südosteuropa, mit dem Ziel, die Stabilität und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Region zu unterstützen.
Die Beziehungen des Landes zu Deutschland finden seit dem 19. Jahrhundert auf staatlicher Ebene statt. Allgemeine Beziehungen bestehen seit der Aufklärung mit dem Philhellenismus und den Auslandsgriechen z. B. Gründung der griechischen Gemeinde Leipzig um 1700 .
Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besteht eine Kontinuität auf verschiedenen Ebenen. 1953 unterzeichnete Griechenland das Londoner Schuldenabkommen, verzichtete damit auf die Begleichung von Vorkriegsschulden durch Deutschland und trug damit zur Wiederherstellung der Kreditfähigkeit Deutschlands bei. Focus vom 19. September 2012: „Als Deutschland die Hilfe der Griechen brauchte“ Griechenland war nach 1945 das erste Land, das einen deutschen Bundespräsidenten einlud, während sich die Weltgemeinschaft zurückhielt. Die Einladung wurde von Ernst August von Hannover im Auftrag des griechischen Königs Paul überreicht und Theodor Heuss machte seinen ersten Staatsbesuch nach Griechenland. Tausende Athener gingen zum Bahnhof, wo das Begrüßungszeremoniell stattfand. Bei seiner Rückkehr in Deutschland bezeichnete Heuss die Reise als Rückwanderung in die eigene geistige Heimat. Günther: Heuss auf Reisen: die auswärtige Repräsentation der Bundesrepublik, S. 84 Der Außenminister Heinrich von Brentano nahm die euphorische Stimmung zum Anlass, bilaterale Abkommen im Bereich Kultur und Erziehung abzuschließen. Ausländische Botschafter blieben dem offiziellen Empfang demonstrativ fern.
Die Beziehungen Griechenlands zu den Ländern Südosteuropas können heute weitgehend als ausgeglichen betrachtet werden. Die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen „Erzfeind“ Türkei in den letzten Jahren gelten hierbei als ein richtungsweisender Schritt. Unter Ausklammerung einiger politischer Fragen hat eine wirtschaftliche und kulturelle Annäherung der beiden Staaten stattgefunden. Von öffentlicher Seite wurde beispielsweise die Bahnverbindung Thessaloniki–Istanbul aufgewertet und Grenzformalitäten vereinfacht. Griechenland gilt mittlerweile als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts der Türkei. Aktuelle kritische Fragen sind die häufigen Tiefflüge türkischer Kampfjets über griechische Inseln der Ägäis, sowie das Flüchtlingsproblem, da die meisten illegalen Einwanderer über die Türkei eingeschleust werden.
Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, wird heute von einer engen Zusammenarbeit geprägt. Die Beziehungen zu Albanien wurden in der Vergangenheit und seit dem Fall des Eisernen Vorhangs immer wieder durch eine starke und unkontrollierte Migrationsbewegung albanischer Wirtschaftsflüchtlinge belastet. Die Kontakte zu Bulgarien, Rumänien sowie Serbien – das als historischer Verbündeter gilt – sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung neuer Grenzübergänge vereinbart und es wurden verschiedene Infrastrukturprojekte in Angriff genommen. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Republik Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv, das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Bezeichnung Republik Mazedonien durch die USA im November 2004. Unabhängig von diesem Problem haben sich in den vergangenen Jahren die nachbarschaftlichen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten in einem besonderen Maße entwickelt.
Die transatlantischen Beziehungen zwischen Griechenland und den USA sind zwar traditionell gut, es herrschen jedoch in Teilen der Bevölkerung historisch bedingte Vorbehalte gegenüber der amerikanischen Außenpolitik. Die ablehnende Haltung gegenüber dem völkerrechtlich umstrittenen Einsatz in Serbien im Rahmen der NATO 1999 sowie die Ablehnung einer Teilnahme an dem von den Vereinigten Staaten angeführten Militäreinsatz im Irak im Jahr 2003 belasteten in den letzten Jahren das Verhältnis beider Staaten. Das letzte Treffen führender Politiker beider Staaten fand am 9. März 2009 zwischen US-Präsident Barack Obama und dem damaligen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou in Washington, D.C., statt.
Griechenland pflegt aufgrund seiner geographischen Lage im Allgemeinen relativ gute Kontakte zu mehreren Staaten des Nahen Ostens und unternahm in der Vergangenheit verschiedene Versuche, in den einzelnen Krisenregionen zu vermitteln. In den letzten Jahren wurden diese Beziehungen zur Stärkung der von den USA geführten Antiterrorkoalition eingebracht. Auch zu den Palästinensern hat Griechenland traditionell gute Kontakte. Während des zweiten Libanonkrieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah im Jahr 2006 gehörte Griechenland zu den Staaten, die sich für einen sofortigen Waffenstillstand einsetzten. Zu Israel hatte Griechenland lange Zeit keine besonderen politischen Beziehungen, dies änderte sich nach dem Regierungswechsel Ende 2009. Seitdem wurde auch mit Unterstützung der Opposition die Beziehungen zu Israel intensiviert.

Verteidigungspolitik und Militär
Griechenland ist Mitglied der NATO und unterhält eine Wehrpflichtarmee, die sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftstreitkräfte und Marine untergliedert.
In Griechenland gilt eine allgemeine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die Wehrdienstdauer für Wehrpflichtige beträgt zurzeit 2008 zwölf Monate. Verwitwete Väter bzw. ältere Brüder mit der Sorgepflicht für einen oder mehrere Minderjährige sind von der Wehrpflicht befreit. Für Auslandsgriechen, die auch im Ausland geboren sind, beträgt die Wehrdienstdauer nur drei Monate. Andere Auslandsgriechen, Einwanderer mit griechischem Pass und Geschwister einer Familie mit sechs oder mehr Kindern haben das Recht auf eine auf sechs Monate reduzierte Wehrdienstdauer. Für den ältesten Bruder dreier Geschwister, für die zwei ältesten Brüder vierer Geschwister, und für Väter beträgt sie neun Monate. Für Frauen gilt keine Wehrpflicht, sie können jedoch ohne Einschränkungen dem Militär beitreten.
Das Militär spielte immer eine besondere Rolle, so schon im griechischen Freiheitskampf, der mit der militärischen Unterstützung der Großmächte geführt wurde.Alexander Straßner: Militärdiktaturen im 20. Jahrhundert. Motivation, Herrschaftstechnik und Modernisierung im Vergleich. Springer VS, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-658-02155-9, S. 141. Es übernahm im 20. Jahrhundert zwei Mal die Macht.

Politische Gliederung
|Die Verwaltungsgliederung Griechenlands
Mit dem Kallikratis-Gesetz von 2010 wurden öffentliche Zuständigkeiten dezentralisiert und die Gliederung stark vereinfacht. 13 Regionen Sg. periferia περιφέρεια bilden ab 2011 die regionale Ebene. Sie werden durch ein eigenes Parlament und durch einen Regionspräsidenten repräsentiert. Die Regionen untergliedern sich weiter in insgesamt 325 Gemeinden Sg. δήμος dimos, die die kommunale Ebene bilden, in ländlichen Gebieten jedoch eher deutschen Landkreisen vergleichbar sind. Damit ist die praktisch unverändert seit der Gründung des modernen Griechenland geltende Gliederung in zuletzt 54 Präfekturen Sg. nomos νομός aufgehoben; die Regionen, die bislang direkt durch den Staat regiert wurden, erhalten deutlich mehr eigene Kompetenzen. Die Zahl der bis 1997 knapp 6.000 Gemeinden, die 1997 durch das Kapodistrias-Programm auf 1.033 2010: 1.034 reduziert wurde, hat sich erneut auf 325 verringert.
Die Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki wird weitgehend autonom verwaltet und gehört auch nicht zum Steuergebiet der EU.

Wirtschaft

Allgemeines
mini|Griechenland ist Teil des Binnenmarkt|Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 18 anderen EU-Mitgliedstaaten blau bildet es eine Währungsunion, die Eurozone.] |Alle Erdölexplorationen in GriechenlandDie Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte Wirtschaft mit einer beschränkten staatlichen Intervention. Ab der Aufnahme Griechenlands in die Europäische Gemeinschaft im Jahr 1981 profitierte die griechische Wirtschaft zunehmend von der wirtschaftlichen Anbindung des Landes an das Wirtschaftsgeschehen der europäischen Industrienationen und von den für die damals neu aufgenommenen Mittelmeerstaaten eingerichteten Kohäsionsfonds der Europäischen Gemeinschaft. Seit dem Jahr 2000 führten der Beitritt Griechenlands zur Eurozone,Vgl. IMK-Report Nr. 48 PDF-Datei; 96 kB Gustav Horn, Silke Tober, Till van Treeck, Achim Truger: Euroraum vor der Zerreißprobe? IMK-Report Nr. 48, April 2010. extensive Infrastrukturmaßnahmen sowie verschiedene Großereignisse wie zum Beispiel die Olympischen Spiele im Jahr 2004 zu einer Stimulierung der griechischen Wirtschaft und einem wirtschaftlichen Aufschwung. Dies ging jedoch mit hohen Importüberschüssen einher, so dass sich eine Verschuldung gegenüber dem Ausland ansammelte.
Das Bruttoinlandsprodukt BIP in Kaufkraftparität PPP, Marktpreise pro Kopf des Landes belief sich im Jahre 2008 auf 23.100 Euro, 2012 belief es sich auf 19.200 Euro. Eurostat: Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen Code: Code: tec00001, Daten vom 15. November 2013 Im Vergleich mit dem BIP in Kaufkraftparität der Europäischen Union erreichte Griechenland 2008 nach Schätzung von Eurostat 2013 einen Index von 93 im EU-Vergleich EU-27 Durchschnitt: 100, EU-15: 110.7, 2012 betrug der Index 75. Eurostat: BIP pro Kopf in KKS Code: tec00114, Daten vom 15. November 2013
Mit der Finanzkrise ab 2007 und der griechischen Staatsschuldenkrise sind BIP und Löhne gesunken sowie die Arbeitslosenzahlen deutlich gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 2011 17,6 % ekathimerini.com: Greece jobless rate at 17.6 pct, Eurostat reports im zweiten Quartal 2010 noch bei 12,1 %. Besonders stark angestiegen ist die Jugendarbeitslosigkeit bis 24 Jahre; von 25 % im Mai 2008 auf 40,1 % im Mai 2011. Labour Force Survey EL.Stat., 11th of August 2011Von 2008 bis 2013 ist das durchschnittliche verfügbare Einkommen der Griechen um knapp 40 Prozent inflationsbereinigt gesunken. Absturz in die Armut, Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober 2013 Der wegbrechende Binnenmarkt weniger Privatkonsum und Staatsinvestitionen und gesunkene Produktionskosten führten zugleich zu einer stärkeren Exportorientierung: Die Exporte stiegen von 1040,3 Millionen Euro im Januar 2010 auf 1399,0 Millionen Euro im Januar und 1835 Millionen Euro im August 2011, jedoch liegt weiterhin ein Handelsbilanzdefizit vor. tradingeconomics.com Zugriff 29. März 2011
Aufgrund seiner geographischen Lage wird Griechenland ein hohes Potential für die Nutzung sowohl von Solar- als auch von Windenergie bescheinigt. Zwar ist der Anteil der Erneuerbaren Energien in der Energieversorgung Griechenlands derzeit noch gering, jedoch wächst ihr Anteil unter anderem aufgrund der staatlichen Förderung stetig. Bis 2020 will Griechenland 20 % der Primärenergie mit erneuerbaren Energien decken. Erneuerbare Energien in Griechenland vor dem Boom?. solarportal24.de. Abgerufen am 30. Dezember 2011.
Griechenland verfügt außerdem über nennenswerte Gas- und Erdölvorkommen, von denen bisher nur das Erdöl und Erdgas in der Nordägäis erschlossen wurde. Drei neue Konzessionen wurden 2012 vergeben um weitere Felder zu erschließen, die vornehmlich im Ionischen Meer liegen. Erwartet werden dadurch Einnahmen in Höhe von 11 bis 15 Mrd. Euro in einen Zeitraum von 15 bis 25 Jahren. Es wird jedoch auch von erheblich größeren Vorräten berichtet, die Einnahmen von 300 Mrd. bis 465 Mrd. Euro annehmen lassen.

Agrarsektor
|Frisch gepresstes OlivenölDer Primärsektor in Griechenland verlor in der Vergangenheit immer stärker an Bedeutung. Der Anteil der Aktivitäten des primären Sektors an der Wirtschaftsleistung des Landes belief sich im Jahr 2004 auf 6,4 %. Angebaut werden vorzugsweise für den Export bestimmte Produkte wie Wein → Weinbau in Griechenland, Tabak und Oliven. Die wichtigsten Anbaugebiete für Weizen sind die Regionen Thessalien, West-Thrakien, Böotien und Makedonien. Die Nutztierhaltung in Griechenland beschäftigt sich überwiegend mit der Züchtung von Schafen und Ziegen. Die zwischenzeitlich neu gesteckten Ziele, die Viehzucht zu erweitern, führten zu einem verstärkten Anbau von Gerste, Mais und anderen Futterpflanzen. Für den Anbau von Obst und Gemüse ist der Boden Griechenlands geeignet; so gedeihen Grapefruit, Soja, Avocado und auch Spargel. Infolge der topographischen Verhältnisse wurde lange Zeit auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen verzichtet. Dies änderte sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft. Dagegen steht immer noch die sehr kleine durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb. Aufgrund des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang und der Fischzucht in Griechenland eine besondere Rolle zugewiesen. Der Beitrag des Agrarsektors am Export Griechenlands liegt bei 22 %. Seit der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Landwirte innerhalb von zwei Jahren um 40.000 gestiegen, die meisten Neubauern betreiben Bio-Landwirtschaft oder spezialisieren sich, beispielsweise auf die Schneckenzucht oder die Gewinnung von Trüffeln.

Industriesektor
|Ein Aluminiumwerk in [16]]Der Sekundärsektor des Landes befand sich seit Mitte der 1990er-Jahre in stetigem Wachstum. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug im Jahr 2004 22,2 %. Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie. Produziert werden traditionell Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Erdöl- und Kohleprodukte, Chemikalien, Glas und Zement, Maschinen und darüber hinaus in neuerer Zeit auch zunehmend Technologie- und Telekommunikationsprodukte. Der Industriesektor trägt zu 59 % zum Exportvolumen des Landes bei. Abnehmerländer griechischer Industrieprodukte sind unter anderem Deutschland, Italien, Großbritannien oder die Türkei.

Dienstleistungssektor
|Traditionell ist die Handelsschifffahrt von Bedeutung ist eines der vielen bekannten Urlaubsziele]Der Tertiärsektor ist der größte und wichtigste Wirtschaftssektor in Griechenland. Er erwirtschaftete im Jahr 2004 71,4 % der griechischen Wirtschaftsleistung. An zentraler Stelle stehen hierbei die Tourismusbranche, der Handel, der Schiffsverkehr sowie die Finanzdienstleistungen. Während der Handel, die Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft eingenommen haben, entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst mit der Liberalisierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen heute eine wichtige Rolle bei Investitionen sowohl in Griechenland als auch im südöstlichen Europa. Die griechische Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert und bedient mit 3.618 griechisch kontrollierten Schiffen über 1000 Bruttoregistertonnen 18,6 % des weltweiten Schiffsverkehrs. Der Tourismus trägt noch mit 10 % zur Wirtschaftsleistung des Landes bei, dessen Bedeutung nimmt jedoch im Gegensatz zur Schifffahrt ab, die auch bei Konsumkrisen stabilere Wachstumsraten aufweist. Des Weiteren verfügen griechische Reedereien über eine der größten Eignerflotten, die zumeist jedoch auf Billigflaggen ausgeflaggt sind.

Energieversorgung
mini| in Griechenland] Der Thissavros-StauseeBislang hängt die Energieversorgung Griechenlands stark an Erdöl-, Kohle- und Gasimporten aus Russland, dem Iran und Saudi-Arabien. Erneuerbare Energien als Kernelement der Energiewende sind bisher kaum ausgeschöpft. Einer der Gründe ist die nicht funktionierende Fremdfinanzierung. Erschwert wird dies noch dadurch, dass die griechische Regierung nun über zwei Jahre rückwirkende Besteuerung von Vergütungseinnahmen beschlossen hat, die viele Wind- und Solarunternehmen zusätzlich in finanzielle Nöte bringt. Erneuerbare Energien für Griechenland, Sonnenseite.com
Vom 23. bis 24. November 2012 trafen sich in Athen 50 Vertreter von 15 nationalen Parlamenten aus den EU-Staaten, 60 weitere Repräsentanten aus dem EU-Parlament, aus Wirtschaft und Industrie sowie von Interessenverbänden, um über Erneuerbare Energien zu sprechen. Bei dem Treffen zum Thema “Renewable Energy and Energy Efficiency – Ways out of the economic crisis!” stand der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Effizienztechnologien als Wirtschaftsmotor für Griechenland im Vordergrund. EUFORES 12th Inter-Parliamentary Meeting on Renewable Energy and Energy Efficiency
Griechenlands Photovoltaikleistung ist 2012 um 150 Prozent gestiegen. Binnen eines Jahres wurden Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 900 Megawatt an das Netz angeschlossen. Damit steigerte sich die installierte Leistung auf 1,5 Gigawatt. Griechenland nahm damit weltweit den dritten Platz auf der Rangliste der pro Kopf installierten Photovoltaikleistung, direkt hinter Deutschland und Italien ein. Dieser Ausbau geht in allen drei Ländern auf einen Einspeisetarif für Photovoltaikanlagen zurück. Greek PV Market Statistics 2012, PDF Die installierte Windenergieleistung lag Ende 2014 bei 1.980 MW. Global Wind Statistics 2014 Global Wind Energy Council. Abgerufen am 16. April 2015.
Es gibt mehrere Wasserkraftwerke, von denen das am Kremasta-Stausee mit 437 MW das größte ist. Die Thissavros-Talsperre dient als Pumpspeicherwerk und hat eine Leistung von 384 MW.

Wirtschaftsdaten
mini|Öffentliche Schulden Griechenlands verglichen mit der Eurozone{| class=“wikitable“ width=“700″|- bgcolor=“dddddd“! align=“center“ colspan=“16″| Veränderung des Bruttoinlandsprodukts BIP, real|—-|- bgcolor=“f0f0f0″! align=“center“ colspan=“12″| in % gegenüber dem Vorjahr|—-|- bgcolor=“d7d7d7″|bgcolor=“#d3d3d3″ | Jahr|align=“right“ |2005|align=“right“ |2006|align=“right“ |2007|align=“right“ |2008|align=“right“ |2009|align=“right“ |2010|align=“right“ |2011|align=“right“ |2012|align=“right“ |2013|align=“right“ |2014|—-| bgcolor=“#d3d3d3″ | Veränderung
in % gg. Vj.| align=“right“ | 0,9| align=“right“ | 5,8| align=“right“ | 3,5| align=“right“ |-0,4| align=“right“ |−4,4| align=“right“ |-5,4| align=“right“ |-8,9| align=“right“ |-6,6| align=“right“ |-3,9| align=“right“ | 0,8|—-| bgcolor=“#eeeeee“ colspan=“11″ |Quelle: Internetseiten von Eurostat 2011–2014 vorläufig Eurostat: Wachstumsrate des BIP-Volumens – prozentuale Veränderung relativ zum Vorjahr. Zuletzt abgerufen am 21. März 2015.|}
{| class=“wikitable“ width=“900″|- bgcolor=“dddddd“! align=“center“ colspan=“20″| Entwicklung des BIP nominal |—-|- bgcolor=“dddddd“! bgcolor=“#f0f0f0″ align=“center“ colspan=“10″ width=“280″| absolut in Mrd. Euro ! bgcolor=“#f0f0f0″ align=“center“ colspan=“10″ width=“280″| je Einwohner in Tsd. Euro |—-|- bgcolor=“dddddd“| bgcolor=“#d7d7d7″ |Jahr|align=“right“ | 2005|align=“right“ | 2006|align=“right“ | 2007|align=“right“ | 2008|align=“right“ | 2009|align=“right“ | 2010|align=“right“ | 2011|align=“right“ | 2012|align=“right“ | 2013| bgcolor=“#d7d7d7″ | Jahr|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2005|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2006|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2007|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2008|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2009|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2010|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2011|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2012|align=“right“ bgcolor=“#dddddd“ |2013|—-| bgcolor=“#d7d7d7″ | BIP in Mrd. Euro|align=“right“ |199|align=“right“ |218|align=“right“ |233|align=“right“ |242|align=“right“ |237|align=“right“ |226|align=“right“ |208|align=“right“ |194|align=“right“ |182| bgcolor=“#d7d7d7″ | BIP je Einw.
in Tsd. Euro |align=“right“ |18,0|align=“right“ |19,6|align=“right“ |20,9|align=“right“ |21,6|align=“right“ |21,2|align=“right“ |20,3|align=“right“ |18,7|align=“right“ |17,5|align=“right“ |16,5|—-| bgcolor=“#eeeeee“ colspan=“20″ |Quelle: Internetseiten von Eurostat, Tabelle Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen 2011–2013 vorläufig. Abgerufen am 31. Dezember 2014.|}
{| class=“wikitable“ width=“700″|- bgcolor=“dddddd“! align=“center“ colspan=“13″ width=“276″| Entwicklung der Inflationsrate|—-|- bgcolor=“f0f0f0″! align=“center“ colspan=“13″| in % gegenüber dem Vorjahr|—-|- bgcolor=“dddddd“| bgcolor=“#d7d7d7″ |Jahr|align=“right“ |2003|align=“right“ |2004|align=“right“ |2005|align=“right“ |2006|align=“right“ |2007|align=“right“ |2008|align=“right“ |2009|align=“right“ |2010|align=“right“ |2011|align=“right“ |2012|align=“right“ |2013|align=“right“ |2014|—-| bgcolor=“#d7d7d7″ | Inflationsrate|align=“right“ | 3,4|align=“right“ | 3,0|align=“right“ | 3,5|align=“right“ | 3,3|align=“right“ | 3,0|align=“right“ | 4,2|align=“right“ | 1,3|align=“right“ | 4,7|align=“right“ | 3,1|align=“right“ | 1,0|align=“right“ | -0,9|align=“right“ | -1,4|—-| bgcolor=“#eeeeee“ colspan=“13″ |Quelle: Internetseiten von Eurostat; Tabelle Harmonisierter Verbraucherpreisindex, jährliche Veränderungsrate des Jahresdurchschnitts. Zuletzt abgerufen am 17. Januar 2015.|}
Im März 2013 fiel die Inflationsrate Entwicklung des harmonisierten Verbraucherpreisindexes im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat unter die Nulllinie und ist seitdem durchgängig negativ.Quelle: Internetseiten von Eurostat, abgerufen am 17. Januar 2015. In Griechenland herrscht Deflation. Stand der Aussage: Dezember 2014.

Staatshaushalt
2013 verbuchte Griechenland rund 81,5 Milliarden Euro an Staatseinnahmen. Dem gegenüber standen Staatsausgaben in Höhe von etwa 86,2 Milliarden Euro. Das Staatsdefizit belief sich auf etwa 4,7 Milliarden Euro beziehungsweise 2,6 % des BIP. Der Schuldenstand des Staates beläuft sich per Ende 2010 auf 173,81 % des BIP.
Infolge der internationalen Finanzkrise, die im Jahr 2007 ihren Ausgang genommen hat, stieg die Verschuldung des griechischen öffentlichen Haushalts massiv an. Die damalige griechische Regierung gab umfangreiche Garantien für die Banken und unterstützte die Geldhäuser mit neuem Eigenkapital. Diese Rettungspakete machten die Bank-Risiken zu Staatsrisiken, dies führte nach einer EZB-Studie bei den Staatsanleihen zu höheren Risikoprämien. EZB-Studie: Die wahren Ursachen der griechischen Tragödie, Handelsblatt 28. Januar 2010
Ein allgemeines Problem in Griechenland, wie auch in den meisten Staaten der EU, ist die seit den 1980er Jahren aufgebaute verzweigte Klientelpolitik und Korruption, laut Bonner Parlament angeheizt im Wesentlichen durch den Korruptions-Wettbewerb aus Industriestaaten, insbesondere französischer und deutscher Unternehmen, Parlamentarischer Antrag, 1993: „Bei Zahlung von Schmier- und Bestechungsgeldern an ausländische Empfänger wird sogar auf den Empfängernachweis verzichtet, wenn feststeht, daß der Empfänger nicht der deutschen Steuerpflicht unterliegt. Mit der Berücksichtigung von Schmiergeldern an ausländische Empfänger begünstigt die Bundesrepublik Deutschland ein aktives Bestechungsverhalten im Ausland.“ Bericht Parlamentarische Finanzkommission, 1994: „Nach den Erfahrungen des Bundesamts für Finanzen werden die Kosten Schmiergeld in Form sog. „nützlicher Abgaben“ vom Auftragnehmer im Regelfall bei der Kalkulation des Auftragsentgelts berücksichtigt. Somit ergibt sich im Inland wirtschaftlich keine Ergebnisminderung. Vielmehr trägt der ausländische Auftragnehmer bzw. der ausländische Staat diese Kosten.“welche über ihre Athener Lobbys die Ausgaben des Staates ungünstig beeinflussten, der dadurch oftmals von Ineffizienz betroffen war bzw. noch immer ist.
Des Weiteren besteht in Griechenland eine für ein Agrarland unerwartet große Schattenwirtschaft. Sie ist mit jährlich 3900 € pro Kopf der Bevölkerung knapp über dem EU-Durchschnitt von 3700 Euro Deutschland: 4400 Euro Schattenwirtschaft pro Kopf und Jahr. „The Shadow Economy in Europe 2013“ p. 23 und dazugehörige Interaktive Europakarte der nationalen Schattenwirtschaften pro Kopf der Bevölkerung Systematische Steigerung der Schattenwirtschaft seit Maastricht 1993Die vorhandene Steuerhinterziehung ist vor allem im Bereich der Konzerne, mittleren Unternehmen und Freiberufler verbreitet. Wegen deren großen Anzahl jedoch – ein Drittel aller Erwerbstätigen in Griechenland sind selbständig – ist die Steuerhinterziehung pro Selbständiger im EU-Vergleich nur gering. Andererseits ist die Zahl der Finanzbediensteten weit unter dem OECD-Durchschnitt, sodass deshalb nur eine geringe Kontrolle der Unternehmen möglich ist. Griechenland verfügt EU-weit über die kleinste öffentliche Verwaltung OECD 2011 OECD: „Employment in general government“ 2011
2007 lagen die effektiven Steuern auf Einkommen aus Gewinnen und Vermögen in Griechenland bei 15,9 %. In Deutschland lag der Satz bei 24,4 %, den Höchstwert in der EU gibt es im Vereinigten Königreich mit 42,7 %. Eurostat: Taxation trends in the European Union, 2009 PDF; 5,6 MB Außerdem ist der Anteil der Militärausgaben am BIP mit ca. 4 % = 9,5 Milliarden Euro deutlich höher als der anderer europäischer Staaten. Google: Militärausgaben Dagegen entsprechen 2009 die pro Kopf Militärausgaben Griechenlands mit 860 Euro dem Mittelwert in der EURO-Zone.
Griechenland ist, gemessen an der Gesamtverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, das am höchsten verschuldete Mitgliedsland der Europäischen Union.
{| class=“wikitable“|- bgcolor=“d7d7d7″|bgcolor=“#d3d3d3″ | Jahr! 2002! 2003! 2004! 2005! 2006! 2007! 2008! 2009! 2010! 2011! 2012! 2013! 2014|-|bgcolor=“#d3d3d3″ |Staatsverschuldung || 101,7 % || 97,4 % || 98,6 % || 100,0 % || 106,1 % || 107,4 % || 112,9 % || 129,7 % || 148,3 % || 170,3 % || 157,2 % || 175,1 % || 177,1%|-|bgcolor=“#d3d3d3″ |Haushaltssaldo || -4,8 % || -5,6 % || -7,5 % || -5,2 % || -5,7 % || -6,5 % || -9,8 % || -15,7 % || -10,9 % || -9,6 % || -8,9 % || -12,7 % || -3,5%|-| bgcolor=“#eeeeee“ colspan=“12″ |Quelle: Eurostat, Tabelle Öffentlicher Bruttoschuldenstand[17], Eurostat, Tabelle Defizit/Überschuss des Staates[18] Abfragedatum 19. Mai 2014 |}

Entwicklung seit 2009
mini|hochkant=1.7|Finanzierungssaldo des Staates in % des Bruttoinlandsprodukts nach [19]]

2009 und 2010
Die Regierung Papandreou musste Ende November 2009 ein drohendes Staatsdefizit von 12,7 % nach 7,7 % 2008 des Bruttoinlandsproduktes feststellen. Darüber hinaus drohte im Haushaltsjahr 2010 ein Schuldenstand von 121 % des Bruttoinlandsproduktes nach den EU-Konvergenzkriterien sind maximal 60 % erlaubt, was allerdings unter dem Einfluss der Finanzkrise ab 2007 damals nur wenige Länder der EU schafften. Bei Ländern wie Griechenland kommt erschwerend hinzu, dass die Wirtschaft hoch im Ausland verschuldet ist. Per Saldo Vermögen abzüglich Schulden war die griechische Wirtschaft 2008 mit rund 76 % des Bruttoinlandsprodukts im Ausland verschuldet nach Portugal mit 99 % und Spanien mit 81 %. Internationale Währungsfonds mit Daten zum Auslandsvermögen international investment position engl.
Der Vorsitzende des EU-Finanzministerrates Anders Borg schätzte bereits zum Jahreswechsel 2009/2010 die Finanzlage in Griechenland als dramatisch ein.[20][21] Am 3. Februar 2010 beschloss die EU-Kommission, den griechischen Haushalt unter EU-Kontrolle zu stellen. Die Regierung in Athen erhielt die Auflage, alle zwei bis drei Monate in Brüssel über ihre Einsparungserfolge Bericht zu erstatten. EU übernimmt Kontrolle über Griechenlands Finanzen Spiegel Online, 3. Februar 2010. Jean-Paul Fitoussi, Ökonom und Wirtschaftsberater des französischen Staatspräsidenten, verwies hingegen darauf, dass Griechenland nur 3 % der Eurozone ausmache.[22]
Nach einem Bericht der New York Times vom Februar 2010Louise Story, Landon Thomas jr., Nelson D. Schwartz: Wall St. Helped to Mainit=1sk Debt Fueling Europe’s Crisis. New York Times, 13. Februar 2010. haben US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Griechenland in den letzten zehn Jahren dabei geholfen, das Ausmaß seiner Staatsverschuldung zu verschleiern. So seien neu aufgenommene Kredite als Währungsgeschäfte verbucht worden. Im Gegenzug seien künftig zu erwartende Einnahmen, zum Beispiel aus Flughafengebühren und Lotteriegewinnen, abgetreten worden.Felix Wadewitz: US-Banken halfen Athen beim Tricksen. Financial Times Deutschland, 15. Februar 2010. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass der Beitritt Griechenlands zur Eurozone 2001 auf der Basis geschönter Angaben der Regierung, insbesondere unter Verschleierung des hohen Staatsdefizits erfolgt war.eurostat.eu:
Am 11. April 2010 einigen sich die Finanzminister der Eurogruppe auf Einzelheiten eines dreijährigen Hilfspaketes EU bereitet sich auf Griechenland-Hilfe vor, Ulrich Pick, 10. April 2010: Es soll im ersten Jahr ein Volumen von 45 Milliarden Euro haben, zwei Drittel übernehmen die Euromitglieder. Der deutsche Beitrag für 2010 wird von der Bundesregierung auf 8,4 Milliarden Euro beziffert. Das Problem der griechischen Finanzkrise verschärfte sich im April 2010 wegen eines erheblichen Kursanstieges im Handel von Credit Default Swaps durch einen Massenaufkauf von mehreren Großbanken, NYT Banks Bet Greece Defaults on Debt They Helped Hide die als Versicherung gegen den Ausfall von griechischen Staatsanleihen dienen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertete die Bonität Griechenlands mit BB+/B, Moody’s mit A3 und Fitch Ratings mit BBB- Stand 27. April 2010 .[23] Am 14. Juni 2010 senkte auch Moody’s das Rating für griechische Staatsanleihen auf Ba1 und somit auf „Ramschniveau“. FAZ: Moody’s senkt Griechenland-Rating 14. Juni 2010
Nachdem die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen im April 2010 auf über 8,5 % angestiegen waren, musste die griechische Regierung am 23. April 2010 vor dem Druck der Finanzmärkte kapitulieren und um ausländische Finanzhilfen mit dem Ziel ersuchen, eine Insolvenz abzuwenden. Griechenland bittet um Finanzspritzen. Spiegel online, 23. April 2010 In der Nacht zum 10. Mai 2010 einigten sich die EU und der IWF auf Kredite in Höhe von 110 Mrd. Euro zur Stützung der besonders betroffenen europäischen PIIGS-Staaten, zu denen auch Griechenland gezählt wird. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert. EZB und andere EU-Staaten kauften außerdem griechische Staatsschulden von Banken und Fonds im Umfang von rund 100 Milliarden Euro bis Juli 2011 auf. Tagesspiegel: Mit Dummheit Geld machen, Harald Schumann, 26. September 2011

Maßnahmen 2010 und die Entwicklung danach
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Am 3. März 2010 wurde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 % beschlossen, welche am 15. März 2010 in Kraft gesetzt wurde. Gleichzeitig wurden alle Beamtengehälter gekürzt. Dadurch sollen jährlich 4,8 Milliarden Euro eingespart werden.[24] Am 2. Mai 2010 beschloss die griechische Regierung ein mit IWF und EU ausgehandeltes Maßnahmenpaket. Bis 2013 sollen unter anderem durch Abbau von Verwaltungen und Gehaltssenkungen etwa 30 Milliarden Euro gekürzt werden: Tags danach starben bei gewaltsamen Protesten in der Athener Innenstadt 3 Menschen. Proteste eskalieren – drei Menschen sterben, 5. Mai 2010. Am 12. Mai 2010 erhält Griechenland vom IWF die ersten 5,5 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket. Griechenland erhält erste Gelder vom IWF, 13. Mai 2010 Die großen Gewerkschaften kündigen einen weiteren Generalstreik an. Am 1. Juli 2010 trat eine erneute Mehrwertsteuererhöhung auf 23 % in Kraft, welche bis heute gilt.
Insgesamt wurden mit der griechischen Austeritätspolitik die Staatsausgaben zunächst um zehn Prozent zurückgefahren und das staatliche Haushaltsdefizit nahm bis August 2010 zunächst ab. Im Gegenzug nahmen jedoch die Haushaltsdefizite bzw. Insolvenzen im privaten Bereich wie auch die Anzahl der Arbeitslosen zu. Die Investitionen, das BIP und somit auch die darauf beruhenden Steuereinnahmen sind zurückgegangen.vgl. Spiegel: Griechische Wirtschaft schrumpft dramatisch, Spiegel: Erst Depression, dann Explosion, August 2010 Die Renditen und Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen stiegen auf dem Finanzmarkt wieder an, erreichten je nach Anlage Ende 2010/Anfang 2011 wieder das Niveau der Krise im Mai und stiegen seitdem weiter an siehe Grafik. Da unter anderem einerseits durch die hohe Arbeitslosigkeit die Staatseinnahmen gesunken sind, zugleich der Staat erhöhte Ausgaben zur Arbeitslosenabsicherung tätigen muss, Nachdenkseiten: Griechenland in der „Todesspirale“, 9. September 2011. steigt die Staatsverschuldung noch deutlicher an.
Am 7. März 2011 stufte die Ratingagentur Moody’s die Bonität Griechenlands weiter um drei Noten von „Ba1“ auf „B1“ zurück. Am 30. März 2011 senkte auch Standard & Poor’s erneut die Bonitätsnote von BB+ auf BB-. Am 20. Mai 2011 folgte die Senkung des Fitch-Ratings von BB+ auf B+ 20. Mai 2011.
Das griechische Parlament stimmte auf Forderung von EU und IWF dem dritten Kürzungspaket der Regierung am 29. Juni 2011 zu. Bis 2015 will die griechische Regierung damit weiter rund 78 Milliarden Euro Ausgaben kürzen bzw. zusätzlich einnehmen rund 28 Milliarden Euro durch Leistungskürzungen und Steuererhöhungen, 50 Milliarden durch Privatisierungen und Verkauf staatlicher Immobilien. faz.net 29. Juni 2011: Parlament in Athen stimmt Sparpaket zu – siehe hier Grafiken: Griechenlands Sparpaket + Griechenlands Sparprogramm 2010 und 2011 wurden Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung vorgenommen. Griechenland spart – so viel, wie niemand sonst in Europa, Handelsblatt Olaf Storbeck, 21. August 2012 Irische Nationalbank Letter, Vol 2012, No. 7 Von 2009 bis 2013 wurden die Sozialleistungen um 26 Prozent gesenkt.Fitch kritisierte jedoch die Maßnahmen der Europäischen Union EU sowie des Internationale Währungsfonds IWF als unglaubwürdig und stufte am 13. Juli 2011 die Kreditwürdigkeit von B+ auf CCC ab. Die beiden anderen Ratingagenturen Standard & Poor’s ‚CCC‘ und Moody’s Caa1 hatten schon im Vorfeld ihre Note auf ein vergleichbares Niveau reduziert. Der absolute Tiefpunkt wurde am 22. Februar 2012 erreicht: „Das Emittentenausfallrating wurde auf C von CCC gesenkt, worin die Einschätzung zum Ausdruck kommt, dass ein Zahlungsausfall in naher Zukunft sehr wahrscheinlich ist“, teilte Fitch mit.
Am 3. Juli 2015 wurde Griechenland von der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität EFSF für insolvent erklärt.[25]

Goldreserven
Griechenland verfügte im Juni 2015 über 112,5 Tonnen Goldreserven.http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/staatsfinanzen-iwf-rate-griechenlands-47-tonnen-gold/11941510.html Bei einem Preis von 1.053 Euro je Feinunze Stand 23. Juni 2015http://www.finanzen.net/rohstoffe/goldpreis/euro entsprechen diese einem Wert von ca. 3,8 Milliarden Euro.

Verkehr

Personenschifffahrt
|Beladung einer Katamaran-SchnellfähreNeben der traditionell großen Bedeutung der Handelsschifffahrt für die Wirtschaft Griechenlands, kommt aufgrund der langen Küstenlinie und dem Inselreichtum auch der Personenschifffahrt eine besondere Bedeutung zu.
Aufgrund seiner Nähe zu Athen ist der wichtigste Hafen für Inlandsverbindungen nach wie vor Piräus, jedoch nimmt die Bedeutung des Hafens Rafina zu, der auch über Ausbaumöglichkeiten verfügt. Fährschiffe verkehren zu allen größeren Inseln und von dort zu benachbarten kleineren.Für die Fernverbindungen nach Italien sind die Häfen Igoumenitsa für den Westen und Norden des Landes sowie Patras auf dem Peloponnes für den Süden des Landes von Bedeutung.
Im Bereich des Wassersports gelten aufgrund der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei besondere Rahmenbedingungen für den Verkehr zwischen den Ländergrenzen beider Staaten. Werden Boote privat verwendet Tourismus, um in das jeweils andere Land zu verkehren, muss dort eine Einklarierung in einem Port of Entry erfolgen. Bootsverkehr zwischen Griechenland und der Türkei auf Yachtcharter Dagen, abgerufen am 25. September 2012. Eine Besonderheit besteht für Boote unter griechischer Flagge, da diese nach Einklarierung in einem türkischen Hafen sowohl die maritime Infrastruktur des Landes wie auch das küstennahe Gebiet wieder verlassen müssen. Auf der anderen Seite stehen einige Häfen Griechenlands zudem aufgrund der Problematik des Menschenschmuggels nach Italien unter besonderer behördlicher Beobachtung. Länderinformationen Griechenland auf Auswärtiges Amt Deutschland, abgerufen am 25. September 2012

Straßenverkehr
|Karte mit eingezeichneter Infrastruktur |Die Teil der zukünftigen A5]Nationalstraßen sind in blau ausgeschildert und in der Schriftart Transport, Autobahnen sind grün ausgeschildert und vornehmlich in der Schriftart DIN 1451. Der Autobahnbau in Griechenland wird über Mautgebühren finanziert, einige wurden privat finanziert und werden erst nach einigen Jahrzehnten in Staatseigentum übergehen.
Während seit den 1960er-Jahren vor allem die Nationalstraßen ausgebaut und teilweise neu geführt wurden, entschloss man sich ab den späten 1980er-Jahren aufgrund der fortschreitenden Motorisierung die griechischen Autobahnen auszubauen bis dahin waren nur einige Nationalstraßen als Autobahn ausgebaut ohne separat ausgeschildert zu werden. Damals waren die öffentlichen und genossenschaftlichen Verkehrsmittel mit ca. 70 % am Gesamtverkehr beteiligt. Die Magistrale Korinth-Athen-Thessaloniki wurde sechsspurig ausgebaut und bei Athen mit der Spange Attiki Odos umfahren. 2010 wurde die Egnatia Odos A2 fertig gestellt. Gegenwärtig entstehen die Lückenschließung der Autobahn Patras-Korinth Olympia Odos als PPP-Projekt sowie die Ionia Odos im Westen des Landes.
Die regionalen KTEL-Genossenschaften betreiben ein Netz aus Fernverbindungen mit Überlandbussen, ebenso den Nahverkehr in kleinen Städten und auf dem Land.

Eisenbahnverkehr
|Proastiakos-Triebwagen in Piräus
Das Eisenbahnnetz der Griechischen Eisenbahngesellschaft OSE hat aufgrund der Topografie Gebirge und viele Inseln eine weitaus geringere Bedeutung als beispielsweise in Mitteleuropa. Es besteht aus einem regelspurigen Hauptnetz, einem meterspurigen Netz auf dem Peloponnes, der Zahnradbahn von Diakopto nach Kalavrita mit einer Spurweite von 750 mm und der Pilionbahn mit einer Spurweite von 600 mm wo auf zwei Abschnitten Museumsbetrieb stattfindet.
Es ist in großen Abschnitten eingleisig und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigt worden. In den 90er-Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen, wodurch u. a. die Hauptachse Athen–Thessaloniki erheblich verbessert, die Strecke von Domokos über Thessaloniki bis zur mazedonischen Grenze elektrifiziert und 2004 die Athener S-Bahn Proastiakos eröffnet wurde. Dies führte zu einem beträchtlichen Anstieg der Beförderungszahlen. Auf der Strecke Athen–Thessaloniki sind die Fahrzeuge der Bahn mittlerweile das schnellste Landverkehrsmittel. Ein großes Projekt ist derzeit der Bau eines neuen Hauptbahnhofs für Athen im Norden der Stadt.
Das schmalspurige Netz auf dem Peloponnes befindet sich in einem schlechten Zustand und wird etappenweise durch ein regelspuriges mit neuer Trassenführung ersetzt. Der Anschluss von Athen bis Kiato ist fertiggestellt, der Bau der Verlängerung nach Rododafni soll Ende 2016 abgeschlossen werden.
Internationale Direktverbindungen bestanden bis zum Zeitpunkt ihrer allgemeinen Einstellung im Februar 2011 zwischen Thessaloniki und folgenden Städten: Belgrad, Budapest, Bukarest, Istanbul, Ljubljana, Skopje, Sofia, Svilengrad und Zagreb. Seit Mai 2014 wurden wieder die internationalen Direktverbindungen von Thessaloniki nach Sofia einerseits und andererseits via Skopje nach Belgrad dort Anschluss nach Budapest aufgenommen.[26], abgerufen am 11. März 2015 englisch Das nordwestliche Landesinnere ist nicht vom Eisenbahnnetz erschlossen.
Aktuell sind folgende Inlandstrecken in Betrieb:{|| width=“280″ valign=“top“ |Fernverkehr:

  • Athen–Larisa-Platy-Thessaloniki
  • Thessaloniki-Serres-Drama-Alexandroupoli
  • Volos-Larisa-Paleofarsalos-Karditsa-Trikala-Kalambaka
  • Athen-Inoi-Chalkida
  • Thessaloniki-Amyntaio-Florina
  • Olymbia-Pyrgos-Katakolo

| valign=“top“ |Nahverkehr:

  • Proastiakos S-Bahn Athen: Piräus-Ano Liosia, Flughafen-Kiato; S-Bahn Thessaloniki: Thessaloniki-Larisa
  • Vorortbahn Patras: Agios Vasileios-Patras-Agios Andreas
  • Metro Athen Piräus-Kifisia, Agios Antonios-Agios Dimitrios, Egaleo-Flughafen
  • Straßenbahn Athen Syntagma-Stadio Irinis & Filias, Syntagma-Kolymvitirio, Stadio Irinis & Filias-Kolymvitirio

Museumsbetrieb:

  • Anavros-Agria
  • Ano Lechonia-Milies, siehe Pilionbahn

|}

Luftverkehr
Von den etwa 40 griechischen zivilen Flughäfen bieten etwa 15 internationale Flugverbindungen an. Größter und wichtigster Flughafen ist der Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos. Neben dem Flughafen Thessaloniki-Makedonia haben die vor allem dem Tourismus dienenden Flughäfen Iraklio, Rhodos, Kos, Korfu, Chania und Flughafen Zakynthos erhebliche Bedeutung. Die griechischen Fluggesellschaften Olympic Air und Aegean Airlines bedienen von Athen und Thessaloniki aus ein dichtes Netz an Verbindungen innerhalb Griechenlands und fliegen darüber hinaus zahlreiche europäische Metropolen wie beispielsweise London, Madrid, Paris, Rom und Wien an.

Gesundheitswesen und Katastrophenschutz
Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung sowie von Landärzten wahrgenommen.
Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.Aufgrund der Sparmaßnahmen sind die Griechen nach zwei Jahren Arbeitslosigkeitohne Krankenversicherung.
Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die Vereinigung der Volontäre ESEPA vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland. Die geringe Bevölkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei Waldbränden im Sommer aus, die oft mit grob fahrlässigem Abflämmen der abgeernteten Felder begünstigt durch die heißen Wüstenwinde aus der Sahel-Zone ausgelöst werden. Die griechischen Luftstreitkräfte verfügen über die größte Flotte von Feuerlöschflugzeugen in der Europäischen Union.

Kultur und Gesellschaft

Sprache
|Die griechische Sprache hat ein Schrift|eigenes Alphabet, welches dem lateinischen und dem kyrillischen Alphabet als Vorbild diente.]
Die neugriechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen und gelehrt. Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische, welches Pflichtfach an Schulen ist, und in einer jüngeren Form, der Koine noch im Gottesdienst der griechisch-orthodoxen Kirche benutzt wird. Regional werden von Minderheiten Türkisch oder slawische Dialekte gesprochen. Englisch und Französisch sind die beliebtesten Fremdsprachen, seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied der Francophonie. Seit den 1990er-Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden, wie Albanisch, Bulgarisch oder Russisch.

Literatur

Musik

Film
Zwischen 1955 und 1970 hatte Griechenland die höchste Filmproduktion weltweit gemessen an der Einwohnerzahl, diese lag im Durchschnitt bei über 100 im Jahr. Die wichtigste Filmgesellschaft war Finos Film, deren Komödien und Tragödien dokumentieren auf heitere Weise ein Leben in Armut und erinnern an den italienischen Film jener Zeit. Bis heute haben diese Filme ein großes Ansehen und werden im Fernsehen meist im Vorabendprogramm gezeigt.
Die ersten zwei Filme, die internationales Aufsehen erregten, waren 1955 Stella unter der Regie von Michael Cacoyannis und 1956 The Ogre of Athens, unter der Regie von Nikos Koundouros. Ab den 1960er-Jahren entstanden zunehmend Produktionen des Neue Griechischen Films, einer experimentellen Richtung. Nach dem Zusammenbruch der Junta-Diktatur 1974 blühte das „Neue Griechische Kino“ auf. Viele dieser Richtung zugehörige Filme wurden bereits ganz oder teilweise während der Diktatur illegal gedreht, es waren zumeist politische Filme, die ins Ausland geschmuggelt wurden, wie beispielsweise der 1973 entstandene Film Megara von Maniatis und Tsemperopoulos, der als Thema den Widerstand der Bauern in Megara gegen die Enteignung ihres Landes durch einen Großbankier verdeutlicht. Weitere wichtige Filme des „Neuen Griechischen Kinos“ sind der 1974 gedrehte Aus unwichtigem Anlass, sowie 1975 Die Wanderschauspieler von Theo Angelopoulos. Letzterer ist zudem der erste Film des „Neuen Griechischen Films“, der ein kommerzieller Erfolg wurde.
Der 1964 gedrehte Film Alexis Sorbas spielte eine wichtige Rolle in der Rezeption des Landes in den 1960er-Jahren. Politische Bedeutung hatte der griechisch-französische Film Z von Constantin Costa-Gavras 1969, der die Junta kritisierte. Ebenfalls französisch inspiriert ist das Werk des Regisseurs Theodoros Angelopoulos. Die Thematik der griechischen Diaspora thematisierten in einigen Filmen der Regisseur George Pan Cosmatos, der Schauspieler Telly Savalas, aber vor allem die Regisseurin Nia Vardalos My Big Fat Greek Wedding. Als bedeutendster griechischer Filmkünstler des 21. Jahrhunderts gilt Giorgos Lanthimos.
Das Internationale Filmfestival Thessaloniki findet seit 1960 statt und ist das bedeutendste des Landes. Verbände der Regisseure und Kinofachleute organisierten 1977 aus Protest gegenüber einer Reihe von Veränderungen, die das zuständige Ministerium vornahm, wie beispielsweise die Auswahlkriterien für das Kritikerkomitee, ein Gegenfestival. Dieses „unabhängige Festival“ konnte sich jedoch auf Dauer nicht durchsetzen.

Küche

Kunst
|hochkant| von Milo]Als Griechische Kunst wird vornehmlich die Bildhauerei der Antike verstanden, mitunter auch die Vasenmalerei. Kunstwerke wie der frühklassische Wagenlenker von Delphi, die Nike von Samothrake, nochmehr aber die hellenistischen Venus von Milo, Laokoon-Gruppe und die Gruppe von Aphrodite, Pan und Eros haben archetypischen Symbolcharakter erlangt. Die antike Kunst wurde durch die Byzantinische abgelöst, aus der sakralen Kunst der Kretischen Schule stammte der Maler El Greco 1541–1614. Das 19. Jahrhundert ist durch akademische Kunst geprägt und steht in Wechselwirkung zur Münchner Schule.Berühmte griechische Bildhauer des 20. Jahrhunderts sind u. a. Jannis Kounellis, Joannis Avramidis und Christos Kapralos. Auf der Insel Andros haben zahlreiche griechische Künstler ihre Ateliers, besonders der Sommer auf der ist durch zahlreiche Ausstellungen gekennzeichnet.Kunstmäzene sind häufig Reeder, wie früher Stavros Niarchos oder heute George Economou. Der Kunstsammler Dakis Joannou und seine Stiftung DESTE gelten als wichtigste Förderer des Werks von Jeff Koons, George Costakis hatte unter schwierigen Umständen eine große Sammlung des russischen Konstruktivismus angelegt. Iris Clert, Tériade und Christian Zervos förderten die Pariser Kunstszene.

Architektur
|hochkant| Kykladen]In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer Architektur. Gebäude wie der Parthenon oder das Theater von Epidauros geben einen guten Eindruck von der Qualität antiken Bauens. Diese wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19. Jahrhundert, der in Griechenland von großer Bedeutung war. Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst Ziller prägten die Städte mit großen öffentlichen Bauten, allem voran die Architektur Athens. Ausnahme ist der Bau der Athener Augenklinik von Theophil Hansen, der einer byzantinischen Formensprache folgt und damit den Auftakt für deren teilweise Wiederbelebung bildete. Vor allem Thessaloniki, der Athos und andere Klöster, die Peloponnes Mystras, aber auch Athen und Umgebung z. B. Kloster Dafni, Kapnikarea-Kirche in Athen liefern zahlreiche herausragende Beispiele der mittelalterlichen griechischen Bautradition.
Die griechische Moderne gilt als eine der frühesten in Europa. Als Patroklos Karantinos, Schüler Auguste Perrets, den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte, konnte Griechenland über eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der funktionalistischen Moderne aufweisen. Die hier verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne. In den späten 1930er-Jahren gibt es auch restaurative Tendenzen z. B. Bau der Bank von Griechenland und das Kronprinzenpalais, die jedoch keine Vorbildfunktion entwickeln.
Während Walter Gropius Bau der amerikanischen Botschaft und Eero Saarinens Westterminal des alten Athener Flughafens subtil auf Proportionen der Antike zurückgreifen, so stehen die Hotelbauten wie das Hilton in Athen von Spyros Staikos, 1963 und das Porto Carras auf der Halbinsel Chalkidiki von Walter Gropius posthum, 1973 fertiggestellt eindeutig unter dem Einfluss des International Style. Eine Ausnahme sind die zahlreichen touristische Bauten des staatlichen Bauprogramms Xenia der 1960er-Jahre unter der Federführung des griechischen Architekten Aris Konstantinidis. Diese modernen Bauten sind in der Landschaft eingebettet und kombinieren das industrialisierte Bauen mit lokalem Baumaterialien und -traditionen. Sie gelten als frühes Beispiel des kritischen Regionalismus.
Einen städtebaulichen Impuls in Athen und Attika brachten die Olympischen Spiele 2004, allem voran die Sportstätten und Brücken des Architekten Santiago Calatrava.
Die Architektur der Kykladen ist durch kubische Formen geprägt, deren blau-weiße, verschachtelte Wohnhäuser und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden. Regional von Bedeutung sind ferner fränkisch, spätbyzantinisch oder osmanisch geprägte Altstädte. Die Ionischen Inseln sind venezianisch geprägt, auf Kreta stellt das Kamara-Haus eine traditionelle Bauform dar. Bedeutende gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes, allem voran die Altstadt von Rhodos.

Sport
Unter dem Kontext der Olympischen Spiele der Antike hat die olympische Bewegung von Anfang an in Griechenland viele Anhänger gefunden, so dass Athen 1896 erster Austragungsort wurde, zehn Jahre später folgten die Olympischen Zwischenspiele als Jubiläumsveranstaltung. Seit 1936 wird die olympische Flamme in Olympia entzündet und in einem Fackellauf zum Austragungsort gebracht. 2004 wurden zum dritten Mal Olympische Sommerspiele in Athen ausgetragen.
Neben dem Marathonlauf der im 19. Jahrhundert gemäß der Marathonlegende auf den Boten Pheidippides zurückgeht, und viele Marathonläufe initiierte, gibt es auch den weitaus weniger bekannten Spartathlon, der auch auf einen antiken Lauf von Pheidippides zurückgeht. Dieser findet seit 1983 regelmäßig statt und wird auf den 245,3 Kilometern von Athen nach Sparta abgehalten.[27]
Beliebte Publikumssportarten in Griechenland sind Basketball und Fußball. Zweiterer hat seine Rolle durch den Gewinn der EM 2004 gestärkt. Weitere beliebte Sportarten sind Volleyball und Wasserball.
Im Motorsport gehört die Akropolis-Rallye zum jährlichen WM-Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft.

Feiertage
{| border=“1″ cellpadding=“4″ cellspacing=“0″ style=“border-collapse:collapse; border-color: #f2f2f4;“|- class=“hintergrundfarbe5″! Datum! Deutsche Bezeichnung! Griechischer Name! Anmerkung|—–| 1. Januar || Neujahrstag || Πρωτοχρονιά Protochroniá||—–| 6. Januar || Drei Könige| Θεοφάνεια Theofánia „Erscheinung des Herrn“ ,
Φώτα oder των Φώτων Fóta, ton Fóton „Lichterfest“ |||—–| Beweglicher Feiertag Fastnachtsdatum || „Rosenmontag“ || Καθαρά Δευτέρα Kathara Deftera „Reiner Montag“ | Entspricht dem katholischen Aschermittwoch; Beginn der Fastenzeit|—–| 25. März || Nationalfeiertag || Ευαγγελισμού Evangelismoú „Mariä Verkündigung“ | Unabhängigkeitstag 1821 |—–| Beweglicher Feiertag
Freitag vor dem orthodoxen Ostersonntag || Karfreitag || Μεγάλη Παρασκευή Megáli Paraskeví
„Großer Freitag“ ||—–| Beweglicher Feiertag
Orthodoxes Osterdatum || Ostersonntag || Πάσχα Pás-cha| Höchster kirchlicher Feiertag im Jahreskreis|—–| Beweglicher Feiertag
Montag nach dem orthodoxen Ostersonntag || Ostermontag || Δευτέρα του Πάσχα Deftéra tou Pás-cha||—–| 1. Mai || Tag der Arbeit || Πρωτομαγιά Protomagiá „Erster Mai“ ||—–| 15. August || Mariä Himmelfahrt || Κοίμηση της Θεοτόκου Kímisi tis Theotókou „Entschlafung der Gottesmutter“ ||—–| 28. Oktober || Nationalfeiertag || Επέτειος του Όχι Epétios tou Ochi
Ochi-Tag „Jahrestag des Nein“ | Nationalfeiertag 1940 ; siehe όχι-Tag|—–| 25. Dezember || 1. Weihnachtstag || Χριστούγεννα Christoúgenna „Christi Geburt“ ||—–| 26. Dezember || 2. Weihnachtstag || Σύναξις Θεοτόκου Synaxis Theotokou
„Versammlung zu Ehren der Gottesmutter“ ||—–|}

Adel
Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden „griechischen Staatsbürgern … Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt“. Jedoch werden Adelstitel im Zusammenhang mit historischen Personen und Personen aus dem Ausland weiterhin genannt.

Massenmedien
2007 hatten 33 Prozent der griechischen Haushalte Zugang zum Internet.[28] Bereits 2004 erzielten Zeitschriften brutto erstmals höhere Werbeeinnahmen als Fernsehsender – inzwischen sind es rund 42 Prozent aller Werbeetats 978 Millionen Euro, deutlich mehr als TV und Zeitungen. Die hoch verschuldete Verlagsbranche wird von ausländischen Investoren konsolidiert.

Bildung und Wissenschaft

Bildungswesen
Das griechische Bildungssystem untergliedert sich grob wie vergleichbare Bildungssysteme in europäischen und nordamerikanischen Staaten in Vorschul-, Schul-, Berufs- und Hochschulbildung.

Vorschulbildung
In Griechenland stehen für die Vorschulbildung Alter bis 6 Jahre Kindergärten und Horte zur Verfügung: Im Jahr 1991 besuchten 135.014 Kinder 5.529 Horte und 8.377 Kindergärten.National Statistical Service of Greece EYSE : Greece in Figures 2007. Piräus 2007. S. 10. 2001 besuchten 143.401 Kinder 5.715 Horte und 11.461 Kindergärten. Ein Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig.

Schulbildung
Artikel 16 Absatz 3 der griechischen Verfassung von 1975 legt eine neunjährige Schulpflicht, beginnend mit dem fünften Lebensjahr, fest. Artikel 16, Absatz 3. Griechische Verfassung vom 9. Juni 1975 in der Fassung vom 16. April 2001. Deutsche Übersetzung. Letzter Zugriff 7. April 2008 Die Schulausbildung muss kostenlos sein. Während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 hielt die Junta-Regierung eine sechsjährige Schulpflicht für ausreichend.Gouvias, Dionysios: The Relation between Unequal Access to Higher Education and Labour-market Structure: the case of Greece. British Journal of Sociology of Education, Volume 19, Number 3. 1998. S. 305–333. S. 310.
Das gegenwärtige griechische Schulsystem unterscheidet drei Formen von Schulen: das Dimotiko Scholio Klassen 1–6, das Gymnasio Klassen 7–9 und das Lykio Klassen 10–12 .Gouvias, Dionysios: The Relation between Unequal Access to Higher Education and Labour-market Structure: the case of Greece. British Journal of Sociology of Education. Volume 19, Number 3. 1998. S. 305–333. S. 310. 10.1080/0142569980190303. Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem existieren keine parallelen Schulformen, alle Kinder besuchen die gleiche Schulform. Das Dimotiko Scholio – kurz Dimotiko – umfasst die Klassen 1 bis 6 für die sechs- bis zwölfjährigen Kinder. Das Dimotiko entspricht im Vergleich zum deutschen Schulsystem der Primarstufe plus der ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I. Dem Dimotiko folgt für alle Schüler das Gymnasio, eine dreijährige Schulform Klassen 7–9, die für alle Kinder entsprechend der neunjährigen Schulpflicht obligatorisch ist. Das griechische Bildungssystem fasst Dimotiko und Gymnasio als Grundausbildung zusammen. 1991 gab es 7.526 Schulen der Grundausbildung Dimotiko und Gymnasio mit 784.707 Schülern und 42.991 Lehrern. 2001 gab es 5.753 Schulen mit 639.865 Schülern und 58.376 Lehrern.
Nach Abschluss des Gymnasio mit der neunten Klasse kann die Schullaufbahn freiwillig fortgesetzt werden: die nachfolgende Schule ist das Lykio, welches über drei Jahre läuft Klassen 10–12. Das Lykio entspricht der Sekundarstufe II bzw. der gymnasialen Oberstufe des deutschen Schulsystems. Die zeitweilig seit den 1980er-Jahren vorhandenen technischen Ausrichtungen des Lykio sind 1998 wieder abgeschafft worden: das Lykio ist seitdem wieder eine einheitliche Schulform. In der dritten Klasse des Lykio wählen die Schüler einen von fünf Wahlpflichtbereichen aus, der mehrere Fächer beinhaltet.Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215–222. S. 217. Die Wahlpflichtfachkombinationen führen dabei jeweils zu unterschiedlichen Hochschulausbildungen: der erste zu einer Technischen Hochschule und/oder Universität, der zweite zu einer Medizinischen Hochschule bzw. Fakultät, der dritte zu einer philosophischen oder juristischen Hochschulbildung, der vierte zur sozialwissenschaftlichen Hochschulausbildung und der fünfte führt zu einer technischen Hochschule entsprechend deutscher Fachhochschule. 1991 besuchten 870.235 Schüler 3.604 Schulen des Typs Lykio, 2001 besuchten 693.323 Schüler 3.968 Schulen des Typs Lykio.

Hochschulbildung
Griechenland verfügt über Universitäten Panepistimio und Technische Hochschulen TEI, am ehesten mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar. Die Hochschulen sind dabei ausnahmslos in staatlicher Hand unter Verwaltung des Bildungsministeriums in Athen. Private Universitäten sind nach Artikel 16 Absatz 8 der griechischen Verfassung von 1975 verboten. Verfassungstext dt. auf verfassungen.eu, abgerufen am 7. Juni 2013 Die Ausbildung an einer griechischen Hochschule ist kostenfrei; Bedürftige haben Anspruch auf staatliche Unterstützung.
Der Zugang zur Hochschulbildung ist ausschließlich über eine griechenlandweit abgehaltene zentrale Eingangsprüfung möglich.Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215–222. S. 215. Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Prüfung ist der erfolgreiche Abschluss der Sekundarstufe II des griechischen Primärbildungssystems, des Lykios Lyzeum .Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215–222. S. 216. Diese jährlich im späten Frühjahr und Anfang des Sommers stattfindende zentrale Zulassungsprüfung ist jedes Jahr dominierendes Thema in der griechischen Öffentlichkeit, einschließlich Politik und Massenmedien. Die Veröffentlichung von Listen der Zugelassenen pro Studiengang und Ort in überregionalen Tageszeitungen ist die Regel, Sondersendungen im Radio und Fernsehen ebenfalls. In weiten Teilen der griechischen Gesellschaft gilt die Zukunft des Kindes als ungesichert wenn nicht sogar ruiniert, wenn die Eingangsprüfung zur Hochschulbildung nicht bestanden wird.Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215–222. S. 221. Lediglich 18 % der Prüflinge bestehen die Universitätseingangsprüfung, bezieht man die Prüflinge ein, die einen Platz für einen dreijährigen Studiengang an einer technischen Hochschule TEI erhalten, steigt der Anteil der erfolgreichen Absolventen auf ca. 35 %.Gouvias, Dionysios: The Relation between Unequal Access to Higher Education and Labour-market Structure: the case of Greece. British Journal of Sociology of Education, Volume 19, Number 3. 1998. S. 305–333. S. 306. Die Anzahl der Studienplätze pro Studiengang und Ort wird vom griechischen Bildungsministerium für alle Hochschulen in Griechenland festgelegt.Gouvias, Dionysios: The Relation between Unequal Access to Higher Education and Labour-market Structure: the case of Greece. British Journal of Sociology of Education, Volume 19, Number 3. 1998. S. 305–333. S. 311. Die hieraus resultierenden Prüfungsanforderungen werden somit mittelbar oder unmittelbar ebenfalls vom Bildungsministerium griechenlandweit festgelegt. Analog dem deutschen ZVS-Zulassungsverfahren in seiner bundesweiten Ausführung werden ausschließlich nach Prüfungsergebnis Studiengang und Studienort festgelegt. In den 1980er-Jahren wurden die Anforderungen der Prüfungen vermindert: beispielsweise wurde auch die Bedingung des erfolgreichen Bestehens des Lyzeums abgeschafft. Diese Abschaffung erfolgte in der Absicht, die Zugangschancen zur Hochschulbildung zu verbessern. Folge dieser Maßnahme war, dass Ende der 1980er-Jahre lediglich 50 % der Prüfungskandidaten erfolgreich das Lyzeum Sekundarstufe II abgeschlossen hatten und damit der Stellenwert der „griechischen Sekundarstufe II“ weiter gesenkt wurde.
Die regionale Verteilung der Hochschuleinrichtungen ist inhomogen und entspricht annähernd der Bevölkerungsdichte. Der Ballungsraum Athen-Piräus verfügt über acht universitäre Einrichtungen und zwei technische Hochschulen TEI .Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215–222. Appendix 2. Jede weitere Verwaltungsregion Griechenlands hat eine universitäre Einrichtung. Der Ballungsraum Thessaloniki und Zentralmakedonien verfügen über zwei Universitäten, darunter die größte in Griechenland Aristoteles-Universität Thessaloniki, Kreta hat mehrere universitäre Einrichtungen, die Universität Kreta und die Technische Universität Kreta. Die Verwaltungsregion Peloponnes hat keine Universität: für die Studenten auf der Peloponnes ist Patras die nächstgelegene universitäre Bildungseinrichtung. Die TEI sind mit einer Einrichtung pro Verwaltungsregion vertreten; im Gegensatz zu den Universitäten ist die Standortverteilung durch Filialenbildung in der Fläche besser. In einem Einzelfall wurde die Auslagerung von Fakultäten und Instituten auch auf universitärem Niveau betrieben: die pädagogische Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki ist in Teilen nach Florina ausgelagert. Im Ballungsraum Athen-Piräus ist das Universitätssystem in unterschiedliche Schwerpunktuniversitäten differenziert: Nationale und Technische Universität, Pantion Universität für Soziale und Politische Wissenschaften, Harokopio Universität für Nationale Wirtschaft sind Beispiele hierfür. In anderen Regionen Griechenlands fehlt diese Differenzierung. Im Jahr 2005 verfügte Griechenland über insgesamt 21 universitäre Hochschulen mit 171.967 Studenten und 11.575 Personen im Lehrpersonal ohne weitere Aufschlüsselung. Im Jahr 1991 waren 115.464 Studenten und 9.124 Personen im Lehrpersonal an universitären Bildungseinrichtungen tätig. 75 Einrichtungen konnten 2005 den TEI zugerechnet werden: sie hatten 147.715 Studenten und 12.021 Lehrkräfte ohne Differenzierung. 1991 gab es 77 Einrichtungen der TEI mit 55.559 Studenten und 5.693 Lehrkräften ohne weitere Differenzierung .
Die Studierendenzahlen sind in etwa analog der Bevölkerungsdichte verteilt: In Athen einschl. Piräus studierten 1991–1992 über 54.000 Studenten an acht Universitäten und über 30.000 Studenten an TEI Fachhochschulen .Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215–222. Appendix 3. In Thessaloniki inkl. des TEI in Serres studierten über 53.000 Studenten an zwei Universitäten und knapp 16.000 Studenten an TEI. Im Vergleich hierzu studierten beispielsweise nur knapp 7.900 Studenten an einer Universität in Westgriechenland Patras, ca. 5.800 Studenten an einer Universität in Epirus Ioannina und etwas mehr als 5.000 Studenten an der Universität für Ostmakedonien-Thrakien in Alexandroupolis. Die Universität der Ionischen Inseln hatte 1991–1992 lediglich 419 Studenten, die Universität in Thessalien Larisa 705 Studenten. Die Gesamtzahl der an Universitäten studierenden Personen in Griechenland betrug für den gleichen Zeitraum 117.980; an TEI studierten 79.974 Personen. 2001 studierten an den Universitäten 148.772 Menschen, an den TEI 87.797 Menschen; 63.000 Menschen studierten im Ausland.Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 135.
Die TEI wurden erst Anfang der 1980er-Jahre per Gesetz 1404/1983 unter der Regierung Andreas Papandreou eingeführt.Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196–216. S. 199. Die zuvor bestehenden technischen Bildungseinrichtungen KATEE wurden durch die TEI abgelöst. Die KATEE, als Bildungseinrichtungen mit nur bedingtem Hochschulcharakter, fanden in der griechischen Bevölkerung mit ihrer Bevorzugung einer universitären Hochschulbildung keine Akzeptanz.Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196–216. S. 203. Die Einführung der TEI hatte bezogen auf die zukünftigen Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen nicht die erhoffte oder beobachtete Wirkungen wie beispielsweise die Einführung der Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland:Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196–216. S. 205. in Griechenland stieg die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen in den 1980er-Jahren an.
Das Missverhältnis zwischen Angebot von Studienplätzen und der erheblich höheren Nachfrage wird von ökonomischer Seite auf die Bestimmungen des Artikel 16 der griechischen Verfassung zurückgeführt, welcher eine kostenlose Universitätsbildung und ein Verbot privater Hochschulen vorschreibt.Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 123. Nach Psacharopoulos führe die Verstaatlichung des Bildungssystems samt Beamtentums bei den Lehrkräften zu einem Mangel an Wettbewerb.Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 125. Außerdem müssen die kostenlosen Studiumsleistungen im Rahmen der Volkswirtschaft erwirtschaftet werden. Der gleiche Kritiker weist aber auch darauf hin, dass Griechenland nur die Hälfte an Finanzmitteln pro Studierenden im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ausgibt in kaufkraftkonstanten Preisen bemessen. Diese „relative Unterfinanzierung“ besteht auch im Vergleich zum Durchschnitt der EU-Staaten. Nach einer OECD-Statistik von 2001 wendet Griechenland pro Student 4.157 USD auf zum Vergleich: Schweden 13.224 USD, Niederlande 10.757 USD, Deutschland 9.481 USD, EU-Durchschnitt 9.063 USD. Bemerkenswert ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Hochschulbildung unter 24 Jahren nach Daten von Eurostat, 2000 : 28,8 % in Griechenland gegenüber 12,8 % im EU-Durchschnitt.Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 127. Hierbei ist allerdings nicht eindeutig geklärt, ob diese Personen das Studium abgeschlossen haben und ob die staatliche Planung der Studienplätze und Studiengänge dafür verantwortlich ist. Ein Hinweis auf eine „Fehlplanung“ ergibt sich am Beispiel des Studiengangs Informatik: 2001 richtete das Bildungsministerium 125 Studienplätze in diesem Studiengang bei 20.824 Bewerbern ein. Indikativ für eine Fehlsteuerung durch die hochrestriktive Vergabe von Studienplätzen und Studienorten ist dabei die Beobachtung, dass lediglich 15 % der Studenten im Studiengang Informatik dies auch studieren wollten. Auffallend ist auch, dass Griechenland, gemessen an seiner Bevölkerung, den höchsten Anteil an Studierenden im Ausland hat: 5.257 im Ausland Studierende pro eine Million Einwohner gibt es in Griechenland zum Vergleich: Deutschland 637, Japan 499, Indien 47, Malaysia 1777, Frankreich 827; Daten nach OECD 2002 .Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 128. Dabei wird als besonders negativ gewertet, dass viele der im Ausland Studierenden nicht nach Griechenland zurückkehren, wenn sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben.Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123–137. S. 129.

Wissenschaft
Neben den großen Universitäten entstanden 1958 die National Hellenic Research Foundation und ein Jahr später das NCSR Demokritos, das bis vor 10 Jahren einen Forschungsreaktor betrieb. Es forscht auf vielen naturwissenschaftlichen Gebieten, musste aber im Laufe der Krise sich thematisch weitgehend einschränken, weil sein Jahresetat von ursprünglich 25 auf nunmehr 12 Mio € gekürzt wurde. Weitere bedeutende Forschungseinrichtung des Landes sind die 1983 gegründete Foundation for Research & Technology – Hellas und das CERTH – The Centre for Research & Technology, Hellas mit Sitz in Thessaloniki.
Mit einem Anteil von 4,4 % haben Arbeitnehmer in Forschung und Wissenschaft einen relativ geringen Anteil an den Arbeitnehmern, wenngleich die Zahlen um 3,7 % jährlich ansteigen 2001–2007. Die Akademikerarbeitslosigkeit ist mit 5,7 % jedoch hoch OECD Durchschnitt: 3,2 %. Gemessen an der Bevölkerungszahl wird relativ viel wissenschaftlich publiziert, insgesamt 0,6 % der weltweiten Publikationen. Innovationen sind häufig mit ausländischen Partnern, 14 % der Unternehmen haben ausländische Partner, 28,5 % der Patente erwähnen ausländische Miterfinder. Die Wirtschaftskrise hat die Regierung zu zahlreichen Programmen der Förderung der Wissenschaft motiviert, besonders unkonventionelle Ansätze werden stärker gefördert als zuvor.Bericht der OECD, Länderkurzprofil Wissenschaft: PDF Staatliche Programme werden durch das General Secretariat for Research and Technology of the Ministry of Development GSRT koordiniert.[29] In Anbetracht der kleinen Größe des Landes und der Griechischen Diaspora besteht bei den meisten Forschungseinrichtungen eine starke Orientierung zum Ausland hin, auch Startups werden häufig mit Sitz in größeren Ländern gegründet, wenngleich die meisten Aktivitäten in Griechenland sind.

Siehe auch

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