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Prachtwinde - Ipomoea tricolor

Purpur-Prunkwinde Blüte pink Ipomoea purpurea

Trichterwinde Prachtwinde Blüten lila - Ipomoea tricolor

Beschreibung von Mutterkornalkaloide

Als Mutterkornalkaloide Ergotalkaloide, Secalealkaloide werden etwa 80 natürlich vorkommende organische Verbindungen aus der Gruppe der Indolalkaloide bezeichnet. Sie finden sich hauptsächlich im Mutterkorn, den Sklerotien des Mutterkornpilz Claviceps purpurea, der auf Roggen und anderen Süßgräsern als Parasit wächst. Die Ergotalkaloide kommen auch bei weiteren Schlauchpilzen der Gattungen Claviceps, Epichloë, Balansia, anderen Pilzen sowie in höheren Pflanzen der Familie der Windengewächse vor. Diese zum Großteil toxischen Alkaloide waren die Ursache für die als Ergotismus bezeichneten epidemieartigen Vergiftungen, die vom Frühmittelalter bis zum Ende des 20. JahrhundertsWissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Mutterkorn-Alkaloide im Lexikon der Ernährung, abgerufen am 9. November 2011. auftraten. Seit dem 18. Jahrhundert wurden zunächst natürlich vorkommende Mutterkornalkalide, später teilsynthetische Abkömmlinge als Arzneistoffe und aktuell als Bausteine für verschiedene synthetische Drogen eingesetzt.

Vorkommen
Die wichtigsten Produzenten von Mutterkornalkaloiden sind die Mutterkornpilze aus der Familie der Clavicipitaceae. Dazu zählen neben Claviceps purpurea, Claviceps paspali, Claviceps fusiformis insbesondere auch Vertreter der Gattungen Balansia und Epichloeu/Neotyphodium. Diese Pilze leben als Epibionten und Endophyten auf mehr als 600 Pflanzenarten der Familien Süßgräser, Binsengewächse und Sauergrasgewächse. Viele Vertreter der Gattung Balansia produzieren selektiv Clavinalkaloide. Das durch Claviceps und Epichloë/Neotyphodium produzierte Spektrum an Mutterkornalkaloiden ist umfangreicher. In Gräsern, die von Neotyphodium coenophialum befallen wurden, kann neben einfachen Mutterkornalkaloiden auch das Ergopeptin Ergovalin nachgewiesen werden. Claviceps purpurea wächst bevorzugt auf Roggen, er kann jedoch auch auf anderen Getreide- und Wildgräserarten parasitieren. Der Gehalt an Mutterkornalkaloiden in seinem Sklerotium, dem Mutterkorn, liegt zwischen etwa 0,2–1 % der Trockenmasse und umfasst alle vier Gruppen dieser Stoffklasse. Weitere Produzenten von Mutterkornalkaloiden sind Schlauchpilze der Gattungen Penicillium und Aspergillus…
Himmelblaue PrunkwindeMutterkornalkaloide, von Clavinen bis hin zu einfachen Ergopeptinen, konnten auch in verschiedenen Vertretern der Windengewächse, wie beispielsweise der Himmelblauen Prunkwinde, nachgewiesen werden. Hier gelten sie als eine Ursache für deren psychotrope Eigenschaften und deren Toxizität. Die Ursachen für das völlig unerwartete Auftreten dieser Stoffklasse in Windengewächsen werden in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Forschungsergebnisse der letzten Jahre deuten darauf hin, dass auch für das Vorkommen von Mutterkornalkaloiden in Windengewächsen ein Befall mit Mutterkornpilzen verantwortlich ist..

Medizinische Verwendung
Wegen ihrer pharmakodynamischen Wirkungen sind einige Mutterkornalkaloide in der Medizin u. a. zur Behandlung von Migräne, peripheren Durchblutungsstörungen, der Parkinson-Krankheit und des Restless-Legs-Syndroms relevant bzw. werden als Wehenmittel und Antihypertensiva eingesetzt. Auch in der Tiermedizin finden sie Anwendung.

Pharmakologische Eigenschaften
Die Wirkungen der Mutterkornalkaloide sind vielfältig. Sie können die Dopamin-Rezeptoren stimulieren und die Ausschüttung von Prolaktin und Somatotropin hemmen. Sie sind partielle Agonisten an den Serotonin-Rezeptoren. Auf die Uterusmuskulatur haben sie eine kontrahierende Wirkung v. a. Ergometrin ; auf diese seit langem bekannte Wirkung geht auch der Name „Mutterkorn“ zurück. Besonders natürlichem Ergotamin ist eine vasokonstriktorische Wirkung eigen. Die hydrierten Ergotamine blockieren die α-Adrenorezeptoren, was unter bestimmten Umständen kontrahierte Gefäße erweitern kann.

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