Heterophyllie pflanzenfachbegriffe Gallerien Bilder

Gemeiner Efeu Blüte Hedera helix

Weiße Seerose Nymphaea alba

Gold-Akazie Blüte hellgelb Acacia longifolia

Zwerg-Seerose Blüte rot Nymphaea pygmaea rubra

Mugga-Eukalyptus Blüte pink Eucalyptus sideroxylon

Eukalyptus Rinde Harz rot Eucalyptus

Gemeiner Efeu Frucht schwarz blau Hedera helix

Kurara Dead-Finish Blüte gelb Acacia tetragonophylla

Gold Akazie Blüte gelb Acacia longifolia

Weiße Seerose Blüte weiß gelb Blatt grün Nymphaea alba

Beschreibung von Heterophyllie

  1. Redirect Blattpolymorphismus

Als Blattpolymorphismus wird in der Pflanzenkunde die unterschiedliche Ausgestaltung von Blättern an einer Pflanze bezeichnet. Blätter eines einzelnen Pflanzenexemplars können sich hinsichtlich Größe, Form oder Symmetrie, abhängig von ihrer Lage oder Funktion, erheblich voneinander unterscheiden. Ein herausragendes Beispiel für solche Unterschiede der Form und Funktion sind die bereits im Samen angelegten, meist rundlichen Keimblätter der dicotylen Gefäßpflanzen, die sich erheblich von den später im Verlauf des Wachstums der Sprossachse auftretenden Laubblättern unterscheiden.

Blattpolymorphismus dient dabei als Oberbegriff für eine Reihe spezifischer Bezeichnungen, mit denen Ausprägungen der Blattvariabilität je nach Art und Bedingungen des Auftretens näher benannt werden: Heteroblastie oder auch heteroblastische Reihe , Anisophyllie, Blattdimorphismus sowie Heterophyllie.

Heteroblastie
Als heteroblastische Reihe wird die zeitliche Aufeinanderfolge unterschiedlicher Blattgrößen während der individuellen Entwicklung einer Pflanze bezeichnet. Bei Gefäßpflanzen tritt sie zwangsläufig entlang der primären Sprossachse des Keimlings auf. Es können aber auch im Verlauf des Wachstums eines Seitensprosses zunächst einfache Schuppenblätter angelegt werden, denen später solche von zunehmend komplexer Form folgen. Trägt der Spross im Verlauf seiner weiteren Entwicklung an seinem Ende einen Blütenstand Infloreszenz , so können die normalen Laubblätter in der Nähe der Blüten von Hochblättern abgelöst werden; die Blüten selbst sitzen meist in der Achsel eines Tragblatts Braktee mit Schuppenblattform.

Blattdimorphismus und Heterophyllie
Bildet eine Pflanze im Verlauf ihrer Entwicklung zwei vollkommen unterschiedliche Blattformen aus, so wird dies als Blattdimorphismus bezeichnet. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Efeu: Die kriechenden Jungsprosse tragen Schattenblätter mit eckig-gelappter Form, während an den adulten Sprossen Blätter mit einem glatten Rand wachsen.Blattdimorphismus tritt häufig auch bei Wasserpflanzen wie den Wasserhahnenfüßen beispielsweise Ranunculus aquatilis auf, bei denen die Pflanze neben den fiederteilig geschlitzten Blättern, die untergetaucht im Wasser wachsen, gelappte Luftblätter ausbildet, die auf der Wasseroberfläche aufliegen Schwimmblätter .

Viele Autoren verwenden den Begriff Heterophyllie nur im Zusammenhang mit unterschiedlichen Funktionen der Blätter oder wenn deren Ausprägung erkennbar von äußeren oder inneren Bedingungen abhängt, wie dies beim Wasserhahnenfuß der Fall ist.

Milieuabhängigkeit
Bei Wasserhahnenfuß ist die Entwicklung der jeweiligen Blattform neben anderen Faktoren von der Temperatur abhängig, die Unterwasserblätter entwickeln sich bei Wassertemperaturen um 8–18 °C, steigt dagegen die Wassertemperatur auf 23–28 °C der Lufttemperatur entsprechend werden auch unter Wasser gelappte Blätter mit der Gestalt der Luftblätter ausgebildet. Auch die Gabe von Abscisinsäure, einen Phytohormon bewirkt die Bildung von Luftblättern. Es wird vermutet, dass Turgorverluste, die bei der Transpiration der Blätter an der Luft auftreten und zur Ausschüttung von Abscisinsäure führen, so die Bildung von Schwimmblättern induzieren.

Unterschiedliche Funktion

  • Bei Wasserpflanzen ist die unterschiedliche Funktion der Blätter meist anhand ihrer Lage erkennbar Transpiration unter Wasser und an der Luft .
  • Die epiphytisch auf Bäumen wachsenden Geweihfarne bilden neben den fertilen Wedeln noch sterile Mantel- oder Nischenblätter, die sich an das Substrat anlegen und Wurzeln und Rhizom der Pflanze vor Beschädigung und Austrocknung schützen.
  • Bei manchen fleischfressenden Pflanzen besteht eine Arbeitsteilung zwischen Blättern für die Kohlenstofffixierung Photosynthese und solchen für den Beutefang. Zum Beispiel besitzt die Reusenfalle oberirdische, grüne Blätter und unterirdische, chlorophyllfreie Fangblätter.

Anisophyllie
Während bei der Heterophyllie vollkommen unterschiedliche Blattformen auftreten, bezeichnet der Begriff Anisophyllie lediglich Größen- oder leichte Formunterschiede benachbarter Blätter. Anisophyllie kann bereits in der Form der Blattknospen angelegt sein habituelle oder primäre Anisophyllie wie bei den Moosfarnen oder aber durch die Lage der Sprossachse bedingt sein induziert wie beim Spitzahorn, wo die nach unten hängenden Blätter aufgrund der Schwerkraft größer ausgebildet werden. Weitere Beispiele für Anisophyllie sind die Blätter Rosskastanie und der Weißtanne.

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