Archiveeinträge für Pflanzen Fundorte: Turkestan

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Tulpe Hybride Blüte gelb rot Tulipa

Iran-Tulpe Blüte gelb Tulipa urumiensis

Vogel-Kirsche Blüte weiß Prunus avium

Borsten-Fichte Nadel blaugrün Rinde braun Picea asperata

Borsten-Fichte Zapfen grün Picea asperata

Gemeine Fichte Zapfen rötlich Nadel grün Picea abies

Gemeine-Fichte Rinde grau Nadeln grün Picea-abies

Tulpe Blütenkelch rot Tulipa hybride

Borsten-Fichte Blüte braun Nadel silber grün Picea asperata

Beschreibung von Turkestan

Turkestan Land der Türken; alternative Schreibungen sind Turkistan und Türkistan war die persische Bezeichnung einer nicht fest umrissenen Region in Zentralasien, die sich vom Kaspischen Meer im Westen bis zur Wüste Gobi im Osten erstreckte. Das Gebiet umfasste rund 2. 500. 000 km² und gehört heute im Wesentlichen zu sieben Staaten.

Etymologie
Das heutige Turkestan war im Altertum ursprünglich von iranischen Völkern besiedelt„ … Der Osten des ursprünglich persisch besiedelten Gebietes wurde im 4. Jahrhundert vom chinesischen General Pan Tschao erobert. “ In: Erhard Stölting: Eine Weltmacht zerbricht. Kapitel VIII. Dschingis Chans muslimische Erben 2: Turkestan. S. 164. und bei diesen als Turan bekannt. „ … Über die Ethogenese dieses Stammes ist viel gerätselt worden. Auffallend ist, dass viele zentrale Begriffe iranischen Ursprungs sind. Dies betrifft fast alle Titel …. Einige Gelehrte wollen auch die Eigenbezeichnung türk auf einen iranischen Ursprung zurückführen und ihn mit dem Wort „Turan“, der persischen Bezeichnung für das Land jeneseits des Oxus, in Verbindung bringen. “ In: Wolfgang Ekkehard Scharlipp: Die frühen Türken in Zentralasien. S. 18. In der Zeit zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert wurde die Region von Mongolen beherrscht und in Europa als „Große Tatarei“ bezeichnet. Diese „Große Tatarei“ griff im Süden auch in persisches Gebiet über. Noch heute macht dessen Tiefland als „Turanische Senke“ oder „Turanisches Tiefland“ den größten Teil des westlichen Turkestans aus.
Heute wird mit die Bezeichnung „Turkestan“ vielfach mit dem Begriff „Heimat der Türken“ also mit dem „Stammland der Turkvölker“ gleichgesetzt. Historisch gesehen, ist diese Gleichsetzung jedoch falsch, da die eigentliche „Urheimat“ der Turkvölker weiter im Nordosten, in den Regionen des Altai- und des Sajangebirges und in der heutigen Mongolei lag.

Bevölkerung
Im Gebiet des heutigen Turkestan lebten im Laufe der Geschichte viele Völker, da das Gebiet seit je her ein wichtiges Durchzugsgebiet der nomadischen Steppenvölker war. Erste große Kulturen entwickelten in diesem Gebiet die iranischen Völker, die in den Oasen sesshaft wurden und in der Folge zahlreiche Städte gründeten. In der Zeit zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert wurde ein großer Teil des turkestanischen Gebietes von diversen Steppennomaden – darunter auch frühe Turkvölker – beherrscht, die dem feudalen Herrschaftsgebiet der Göktürken unterstanden. Die von ihnen unterworfenen Teile Turkestans gehörten zu deren westlichen Teil-Khanat.
Heute leben im Gebiet Turkestans verschiedene Ethnien, von denen die turksprachigen inzwischen die Mehrheit bilden. In Turkestan sind heute Turkmenen, Uiguren, Usbeken, Karakalpaken, Kasachen, Kirgisen, Tataren, Aserbaidschaner, Karäim, Krimtürken, Turk-Mescheten und Türken wohnhaft. Aber auch Russen, Ukrainer, Deutsche, Koreaner und Chinesen sind dort neben den alteingesessenen iranischen Völkern der Tadschiken, Perser und Afghanen wohnhaft. Teilweise sind diese Völker in gewissen Regionen Turkestans noch als Urbevölkerung anzusehen. Die großen Turkvölker der Region bilden inzwischen auf dem Gebiet Turkestans eigene Turkstaaten.

Sprachen
In Turkestan gibt es seit jeher viele Sprachen. So entstand in seinem Gebiet auch die bedeutende türkische Literatursprache Tschagataisch, deren Nachfolgerin seit der russischen Besatzung als Usbekisch bezeichnet wird und heute die bedeutendste Turksprache Zentralasiens ist. Daneben spricht man in weiten Teilen des südlichen Turkestans iranische Sprachen, von denen die Persische Sprache die bedeutendste ist.

Gliederung
Turkestan wird heute allgemein in drei Bereiche unterteilt:

  1. Das westliche Turkestan auch West-Turkestan, Russisch-Turkestan oder Sowjetisch-Mittelasien genannt besteht aus dem südlichen Bereich Kasachstans sowie Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan. Mit unter wird auch das Gebiet des ehemaligen russischen Generalgouvernements Steppe Nord- und Westkasachstan aufgrund der kasachischen Bevölkerung zu diesem gerechnet.
  2. Das östliche Turkestan auch als Ost-Turkestan oder Chinesisch-Turkestan bezeichnet war ursprünglich nur auf das südwestliche Gebiet des Uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang beschränkt, wird aber heute auf die gesamt Region ausgedehnt. Uigurische Separatisten bezeichnen diese Teilregion Turkestans auch vielfach als Uyghuristan, als „Land der Uiguren“.
  3. Der nördliche Teil des heutigen Afghanistans wird heute bei den Turkvölkern als „Süd-Türkestan“ bezeichnet. Dieses „Süd-Turkestan“ wurde ursprünglich aus den südlichen Gebietsteilen der turkestanischen Khanate Buchara und Kokand gebildet. Diese wurden zwischen 1886 und 1893 von diesen an Persien abgetreten. Deshalb wurde diese Region auch im 19. Jahrhundert vielfach als Persisch-Turkestan bezeichnet. Mit der Unabhängigkeit Afghanistans gehörte diese Region zu dessen Gebietsstand und der Name „Persisch-Turkestan“ wurde aufgegeben. Im Gegensatz zu anderen Gebieten Turkistans wurde diese Region erst spät von Turkvölkern besiedelt.

Während Süd-Turkestan größtenteils noch zur Region Chorasan zählte, bildete das Gebiet von West-Turkestan einst unter anderem die historischen Provinzen Transoxanien, wörtlich „was jenseits des Flusses ist“ und Choresmien.
Die Bezeichnungen „West-“ und „Ost-Turkestan“ sind auf den Russen Timkowskij zurückzuführen, der diese Begriffe 1805 in seinem Botschaftsbericht für Zentralasien verwendete. Berndt Georg Thamm: Der Dschihad in Asien. S. 163. „Turkistan“ zur Beschreibung Zentralasiens und des Tarim- Beckens in Süd-Xinjiang Chinas laut: Chuan Chen: Die „Ostturkistan-Frage“ – eine Mischung aus Terrorismus, Fundamentalismus und Separatismus. In: Volker Foertsch, Klaus Lange Hrsg. : Islamistischer Terrorismus und Massenvernichtungswaffen. Hanns-Seidel-Stiftung, 2006, ISBN 3-88795-307-X, S. 127ff. Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen Nr. 50 Mit unter werden auch die Regionen des Altai- und des Sajangebirges sowie die turksprachig besiedelten Randgebiete der westlichen Mongolei zu Turkestan gerechnet. Diese Regionen bilden das historische Ursprungzentrum der heutigen Turkvölker. Doch ist diese Praxis unter anerkannten Turkologen umstritten und findet vielfach nur in der halbwissenschaftlichen Sekundärliteratur Verwendung.
Der Name „Süd-Türkestan“ wurde vor allem Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre durch Panturkisten Zentralasiens geprägt und auf die afghanische Hindukuschregion ausgedehnt, da dort neben Tadschiken auch kleinere kirgisische und uigurische Minderheiten leben.
Der Militärdistrikt „Turkestan“ der Roten Armee umfasste die damaligen Sowjetrepubliken Turkmenistan und Usbekistan. Die Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan waren im Militärdistrikt „Zentralasien“ zusammengeschlossen.

Geschichte
Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg
Nach Ausbruch der Chinesischen Revolution im Jahre 1911 verblieb Ost-Turkestan im Gegensatz zur Mongolei und Tibet bei China, war aber de facto autonom. Die muslimische Bevölkerung der China unterstellten Region Turkestans erhob sich nun zum bewaffneten Kampf gegen die chinesische Regierung. Zentrum dieser Revolution war das Gebiet um Hami. Dieser Aufstand wurde 1912 unter Yang Zenxing, dem Verwaltungsleiter von Ürümqi, niedergeschlagen. 1913 wurde er zum Generalgouverneur der Region ernannt und herrschte bis zu seiner Ermordung am 7. Juli 1928 uneingeschränkt in der Provinz Xinjiang.
Nach der Russischen Revolution 1917 wurden im Gebiet des westlichen Turkestan die sowjetischen Volksrepubliken Buchara und Choresmien sowie die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Turkestan gebildet. Aus dieser wurden dann zwischen 1924 und 1936 neue Republiken gebildet. Zwischen den Jahren von 1917 bis 1920 bestand in der nördlichen Steppenzone Westturkestans der Herrschaftsbereich der Alasch Orda. Als die 1936 von den Sowjets geforderte Enteignung der kasachischen Viehnomanden durchgeführt werden sollte, floh ein großer Teil von diesen, rund 300. 000 Kasachen, mit ihren Herden nach China Provinzen Xinjiang und Tannu-Uriangchai und der Mongolei. Ein anderer Teil der Kasachen tötete ihre Herden lieber und löste damit eine der größten Hungerkatastrophen in der kasachischen Geschichte aus. Erhard Stölting: Eine Weltmacht zerbricht. Nationalitäten und Religionen in der UdSSR. S. 196.
Nach der Ermordung Zenxings 1928 geriet das östliche Turkestan zeitweilig unter starken sowjetischen Einfluss. Unter seinem Nachfolger, Qin Shujin, dem Gouverneur von 1928 bis 1931, kam es 1931 in Xinjiang erneut zu Aufständen. Ausgehend von Hami dehnten sich diese nun fast auf die gesamte Provinz aus. Diesmal waren in diesem Aufstand alle Bevölkerungsgruppen der Region involviert. Anführer der Turkstämmigen war der Hodscha Nijas Hadschi, der in der Region Kaschgar im November 1933 die „Türkisch Islamische Republik Ostturkestan“ ausrief. Diese ging allerdings nach sechs Monaten wieder unter. Diese „ostturkistanische Regierung“ wurde bereits Mitte April 1934 verhaftet und an die Provinzregierung Gansu ausgeliefert. Dort wurden ihre Mitglieder hingerichtet. Der „Präsident“ Hadschi wurde drei Jahre später hingerichtet. 1937 gelang es Sheng Shicai, er war Gouverneur des Xinjiang in der Zeit von 1939 bis 1945, im Gebiet um Kaschgar eine neue Revolution niederzuschlagen, in dessen Folge rund 80. 000 Revolutionäre ihr Leben verloren. Berndt Georg Thamm: Der Dschihad in Asien. S. 178. Gouverneur Shicai erwog 1941 sogar kurzfristig, mit der Region Xinjiang der Sowjetunion beizutreten. Doch noch im selben Jahr schloss er sich den Nationalisten unter Chiang Kai-shek an, nachdem die Wehrmacht auf Befehl Adolf Hitlers die UdSSR überfallen hatte.
Im November 1944 erhoben sich die Kasachen unter Alichan Tura im Ili-Gebiet und riefen eine neue „Republik Ostturkestan“ aus. Tura und dessen Verbündeter, Usman Batur, versorgten sich in der Mongolei mit Waffen und bereits im September 1945 hielt die sogenannte „Kuldscha-Gruppe“ unter Tura das gesamte Altaigebiet und besetzten Ürümqi und Kaschgar. Die Rebellen suchten den engen Schulterschluss mit der Sowjetunion und stellten diese als Vermittler zwischen ihnen und der chinesischen Regierung ein. Am 12. Juli 1946 wurde die „Republik Ostturkestan“ aufgelöst und die Kasachen erhielten mit dem Gebiet Ili ihr eigenes autonomes Gebiet in Xinjiang.

Zeit bis heute
Während des Chinesischen Bürgerkriegs marschierten 1949 Truppen der kommunistischen „Volksbefreiungsarmee“ in Ost-Turkestan ein, das als Provinz Xinjiang Teil der Volksrepublik China wurde. Die rigide Durchführung einer Sinisierungspolitik löste zwischen 1950 und 1968 mindestens 58 Aufstände aus, bei denen ungefähr 360. 000 Menschen ihr Leben verloren. Berndt Georg Thamm: Der Dschihad in Asien. S. 183. 1964 führte die VR China in dem 1955 zur „Autonomen Region“ ernannten Ost-Turkestan erstmalig einen Atombombentest durch. 1967 folgte die erste Zündung einer chinesischen Wasserstoffbombe. Zeitgleich wurde den Muslimen in China der Gebrauch der arabischen Schrift verboten und die Zwangsumstellung über ein kyrillisches Alphabet auf ein modifiziertes lateinisches Alphabet durchgesetzt.
1979 intervenierte die Sowjetunion in Afghanistan, woraufhin die islamistischen Mudschaheddin den Dschihad ausriefen, um Süd-Turkestan und das restliche Afghanistan von der russischen Armee zu befreien. Am 15. Februar 1989 verließen die letzten sowjetischen Soldaten Afghanistan und im kurz darauf stürmten am 19. Mai bewaffnete Demonstranten in Ürümqi das dortige Parteibüro der KPCh. Berndt Georg Thamm: Der Dschihad in Asien. S. 185.
Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurden im westlichen Turkestan die Staaten Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan ausgerufen. So erhoben sich im April 1990 vor allem die Uiguren in Xinjiang erneut gegen die chinesische Zentralregierung und forderten die Unabhängigkeit von China sowie die Errichtung einer eigenständigen Turkrepublik. Die chinesische Regierung bezichtigte Exil-Uiguren, vor allem den damals 90-jährigen İsa Yusuf Alptekin, die Unruhen ausgelöst zu haben. In einer in Istanbul gehaltenen Rede bezeichnete Alptekin die chinesische Politik als „Unterdrückung der ostturkestanischen Muslime“ und deren Kampf als „verzweifelten Überlebungskampf. „Berndt Georg Thamm: Der Dschihad in Asien. S. 187. Der Aufstand wurde von chinesischen Truppen niedergeschlagen und die wenigen Überlebenden flüchteten sich ins benachbarte Kasachstan.
Zwischen den Jahren 1990 und 1997 wurden in Turkestan verschiedene islamistische und zum Teil militante Organisationen gegründet, die ein vereinigtes Turkestan forderten. Im Mai 1996 verlagert der Terroristenführer Osama bin Laden seinen Hauptaufenthaltsort nach Afghanistan. Die terroristische al-Qaida baut Afghanistan zu ihrem Stützpunkt aus und errichtet Ausbildungscamps, in denen auch Muslime aus Zentralasien ausgebildet werden.
1997 wurde Afghanistan von den Taliban zum islamischen Emirat ausgerufen und im chinesischen Xinjiang arbeiteten Angehörige der islamischen Gottespartei ein Vier-Punkte-Programm zur Gründung einer Islamischen Republik Ostturkestan aus, die auch den bewaffneten Kampf d. h. Terroranschläge gegen chinesische Regierungsinstitutionen mit einschloss.
Zwischen 1997 und 2001 wurden von der al-Qaida in Afghanistan rund 20. 000 Menschen militärisch ausgebildet. Laut Aussage des stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidenten Qian Qichen sind rund 1. 000 von ihnen Uiguren aus China und Zentralasien.

( Textquelle: Wikipedia)

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