Tirol Pflanzen Fundorte Gallerien Bilder

Alpen-Leinkraut Blüte lila orange Linaria alpina

Rosmarin-Weidenröschen Blüte pink Epilobium dodonaei

Hain-Salbei Blüte pink Salvia nemorosa

Japanische Etagen-Primel Blüte gelb Primula japonica

Gemeines Fettkraut Blüte lila Pinguicula vulgaris

Riesen-Taubnessel Blüte purpur Lamium orvala

Stängellose Schlüsselblume Blüte pink Primula acaulis

Blut-Storchschnabel Blatt grün Blüte pink Geranium sanguineum

Karst-Bergminze Blüte weiß pink Satureja montana

Herbst Zeitlose Blüte weiß pink Colchicum autumnale

Beschreibung von Tirol

upright=1 Die Lage Tirols in Mitteleuropa upright=1 Gebiete, die heute die Tirol-Südtirol-Trentino bilden Zum historischen Tirol gehörten darüber hinaus Cortina d’Ampezzo, Livinallongo del Col di Lana, Colle Santa Lucia BL, Valvestino, Magasa BS und Pedemonte VI Tirol ist eine Region in den Alpen, die sich vom Westen Österreichs bis in den Norden Italiens erstreckt Zeitweise unter einer Herrschaft, wurde Tirol nach dem Untergang Österreich-Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg durch den Vertrag von St Germain auf zwei Staaten aufgeteilt:
Nordtirol und Osttirol beides das heutige Bundesland Tirol zur neuen Republik Österreich
Südtirol und Welschtirol beides die heutige Autonome Region Trentino-Südtirol zu Italien
Seit dem Jahr 2011 besitzt die Region Tirol eine eigene Rechtspersönlichkeit in Form eines Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit
Etymologie
Benannt ist die Region nach der alten Residenz ihrer Landesfürsten, Schloss Tirol bei Meran im Burggrafenamt Über die Namensherkunft gibt es nur Hypothesen, eine davon ist die mögliche Verbindung mit dem germanischen Gott Tyr -Odal/ -Ull Die Bezeichnung des Schlosses könnte sich möglicherweise auch vom ladinischen Wort Teriòl „Weg, Pfad“ her entwickelt haben
Geografie
Landschaftlich ist Tirol durch die Alpen geprägt Tirols höchste Berge sind der Ortler 3905 m ü  A und die über 3859 Meter hohe Königspitze in Südtirol, der Großglockner 3798 m ü  A in Osttirol, der Monte Cevedale 3769 m s l m in Welschtirol und die Wildspitze 3768 m ü  A in den Ötztaler Alpen in Nordtirol Die Entwässerung erfolgt in Nord- und Osttirol über Inn, Drau und Lech, die alle in die Donau münden Südtirol und Trentino werden hauptsächlich von der Etsch und ihren Nebenflüssen entwässert Die Teilung des Landes erfolgte fast genau an der Wasserscheide Die Region Tirol grenzt im Norden an Bayern, im Westen an Vorarlberg und den Kanton Graubünden, im Südwesten an die Lombardei, im Süden und Südosten an Venetien und im Osten an Salzburg und Kärnten
Die größten Städte Tirols
Wappen
Hauptartikel: Tiroler Wappen
Das Wappentier Tirols ist der Tiroler Adler: Im silbernen Schild den golden gekrönten und bewehrten roten Adler mit goldenen Flügelspangen Datei:Wappen Gefürstete Grafschaft Tirol png Wappen des erzherzöglich/kaiserlich österreichischen Kronlandes Gefürstete Grafschaft TirolDatei:Tirol Wappen svg Wappen des heutigen österreichischen Bundeslandes TirolDatei:Suedtirol CoA svg Wappen der heutigen italienischen Autonomen Provinz Bozen – SüdtirolDatei:Trentino CoA svg Wappen der heutigen italienischen Autonomen Provinz Trient
Geschichte
Frühgeschichte
Das Gebiet von Tirol ist seit Jahrtausenden besiedelt Älteste Funde reichen bis in die Alt- und Mittelsteinzeit zurück Die ersten Siedler lebten als Jäger und Sammler bis sich um etwa 4000 v  Chr der Ackerbau durchsetzte Von dieser Zeit zeugen der Fund der Gletschermumie Ötzi und mehrere Ausgrabungen in allen Teilen Tirols Tirol verfügte schon früh über eine Bergbaukultur Die älteste Verhüttung wurde in der Nähe von Brixlegg gefunden und stammt aus dem frühen  Jahrtausend v  Chr In den folgenden Jahrtausenden wurden weitere Abbaustellen vor allem für Kupfer errichtet Der Kupferabbau führte zu einem blühenden Handel, was vor allem die reichen Grabbeigaben in der Urnenfelderzeit, z B aus dem Gräberfeld Volders ca 1400-900 v  Chr beweisen Das damalige Handelsnetz reichte von der Nordsee bis zum Mittelmeer Die Zeit ab ca 450 v  Chr bis zur römischen Invasion wird als La-Tène-Zeit bezeichnet In dieser Zeit siedelten in den Tiroler Alpen Völker, die in den umliegenden Gebieten oft von Kelten verdrängt worden sind Diese meist illyrischen Völker, die zwischen dem Comer See lat Larius, italienisch Lario und Kärnten lebten, wurden von den Römern als Räter bezeichnet, wie die Breonen in der Inschrift des Tropaeum Alpium von 6/7 v Chr als Breuni erwähnt, wohl im Inntal, davon unsicher Brennerpass, Genaunen Unterinntal, Isarken am Eisack, Venosten im Vintschgau Die Kultur bezeichnen Historiker nach den beiden wichtigsten Fundorten als die Fritzens-Sanzeno-Kultur Sie verfügte über Weinfässer, die später von den Römern übernommen wurden und über ein eigenes Alphabet Daneben finden sich auch keltische Bergvölker, wie die Taurisker Salzach-, Zillertal, davon wohl Tauern, und später von den Slawen aus dem ehemaligen Norikum verdrängte westwärts ziehende Stämme Im Süden finden sich aber die nördlichsten Siedlungsgebiete der nicht illyrischen, sondern italischen Veneter Veneto
Römerzeit
Historischer Handatlas, 1886Im Jahr 15 v  Chr wurde das Gebiet von den Römischen Feldherren Drusus und Tiberius erobert und auf die römischen Provinzen Rätien Vinschgau, Burggrafenamt, Eisacktal, Wipptal, Oberinntal und Teile des Unterinntals und Noricum Pustertal, Defereggen und Teile des Unterinntals rechts des Zillers und des Inns aufgeteilt Bozen und der äußerste Süden des Landes gehörten zur Provinz Venetia et Histria In dieser Zeit übernahmen die in Tirol lebenden illyrischen und rätischen Stämme das Vulgärlatein und verbanden es mit ihrer eigenen Sprache Daraus wurde dann das noch heute gesprochene Rätoromanisch Tirol profitierte zu dieser Zeit vor allem durch den römischen Fernhandel, der durch die Errichtung von befestigten Straßen wie der Via Claudia Augusta und Via Raetia begünstigt wurde Als Siedlungsgebiet war Tirol für die Römer aber nicht attraktiv, was die wenigen Städte beweisen Die bekannteste römische Stadt auf Tiroler Gebiet war in Noricum die Stadt Aguntum, die sich in der Nähe von Lienz befand In der Spätantike ab 476 n  Chr gehörte Tirol zum Reich der ostgermanischen Ostgoten 534 überließen diese den Vinschgau mit Meran bis zur Passer den westgermanischen Franken Nach dem Zusammenbruch des Ostgotenreichs 550/553 erfolgte von Norden her die Einwanderung der westgermanischen Bajuwaren Baiern, während ab 568 die ostgermanischen Langobarden weite Teile Italiens eroberten und von Süden heraufdrangen Im heutigen Trentino, dem ehem Welschtirol errichteten sie das langobardische Herzogtum Trient, das bis Bozen reichte Von Osten erfolgte slawische Besiedelung, die wohl bis zur Eroberung Kärntens durch die Baiuwaren an die Grenzen Osttirols herangereicht hat
Mittelalter
Seither gehörte der weitaus größte Teil Tirols zum Herzogtum Bayern Die bayerisch-langobardische Grenze lag unmittelbar südwestlich von Bozen Salurn und das Gebiet rechts der Etsch, darunter auch Eppan, und Kaltern bis zur Falschauer in Lana wurden langobardisch Das Gebiet links der Etsch und das Fassatal wurden bayerisch Die Christianisierung erfolgte durch die Bischöfe von Brixen und Trient Der Grenzverlauf blieb auch während der Karolingerzeit und der Ottonenzeit unverändert, während gleichzeitig auch im langobardischen Teil bis Salurn die bajuwarische Besiedlung vordrang 1027 trennte Kaiser Konrad II zur Sicherung der wichtigen Brennerroute das südlich angrenzende Bistum Trient vom italienischen Reichsteil dem ehem Königreich der Langobarden ab und gliederte es dem deutschen Reichsteil ein Dadurch kam auch das rechte Etschtal zwischen Lana und Deutschmetz Mezzocorona zum Herzogtum Bayern Im Laufe des 12  Jahrhunderts gelang es den Grafen von Tirol, einem bayerischen Adelsgeschlecht, im südlichen Teil des Herzogtums ausgehend von Schloss Tirol bei Meran und dem Vinschgau mit der Grafschaft Tirol ein eigenes Territorium zu schaffen und im 13  Jahrhundert während der kaiserlosen Zeit anerkennen zu lassen Die Grafen von Tirol waren zunächst Vögte der Bischöfe von Brixen und Trient, erweiterten aber ihr Land bald auf Kosten der Bischöfe und konkurrierender Adelsfamilien wie der Eppaner und machten sich von ihnen wie auch vom bayerischen Herzog unabhängig Absetzung Heinrichs des Löwen 1180 1228 traten sie die Saalforste an die Wittelsbacher ab; diese Gebiete gehören auch heute noch zu Bayern 1253 wurden sie von den Grafen von Görz Meinhardiner beerbt, nach dem Aussterben derer männlichen Linie 1335 kam das Land abwechselnd an die Luxemburger und an die Wittelsbacher 1363 vermachte die Tochter des letzten Meinhardiners, Margarete Maultasch von Tirol, ihr Land im Einvernehmen mit den Landständen ihrem nächsten Verwandten, dem Habsburger Rudolf, dem Stifter Im Frieden von Schärding erkannten 1369 auch die Wittelsbacher diese Entscheidung an Zum Zeitpunkt des Übergangs an die Habsburger war die Grafschaft Tirol ein geschlossenes Territorium mit etwa der heutigen Größe Das Unterinntal unterhalb von Schwaz gehörte allerdings weiterhin zu Bayern, das Zillertal zu Salzburg Brixen und das Pustertal waren bischöfliche Territorien bzw Teil der Grafschaft Görz Dafür war das Montafon und das Unterengadin tirolisch Unter den Habsburgern hatte das Gebiet große strategische Bedeutung, da es nicht nur an vielen wichtigen Alpenpässen Anteil hatte, sondern auch eine Landbrücke in ihre alemannischen Besitzungen darstellte 1406, im Zuge der habsburgischen Erbteilungen wurde es wieder zu einer eigenen Herrschaft, in der die Landstände, zu denen in Tirol auch die Großbauern gehörten, bedeutende Mitspracherechte hatten Friedrich IV verlegte seine Residenz nach Innsbruck, das von da an Meran überflügelte
Neuzeit
„Neue Karte der sehr ausgedehnten Grafschaft Tirol und ihrer Nachbargebiete“ des Warmund Ygl, 1604/05 Der Tyrolensis von Peter Anich und Blasius Hueber, 1774 1500, mit dem Stammland der Görzer, fielen auch Lienz und das Pustertal an Habsburg und wurden mit Tirol vereinigt strategische Landbrücke von Wien nach Mailand Nachdem mit dem Verzicht Herzog Siegmunds 1490 das Land wieder an die Hauptlinie zurückgefallen war, wurde Innsbruck Residenz des römisch-deutschen Königs und späteren Kaisers Maximilian I Mit dem Gewinn der Herrschaften Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg von Bayern wurde das Gebiet abgerundet Die Reformation fand auch in Tirol ursprünglich zahlreiche Anhänger Unter ihnen waren auch viele radikal-reformatorische Täufer wie der aus dem Pustertal stammende Jakob Hutter, der 1528 die Bewegung der Hutterer gründete Wegen starker Verfolgung waren sie zur Auswanderung zunächst nach Mähren und später Nordamerika gezwungen, wo heute ihre Nachkommen noch immer einen tirolerischen Dialekt pflegen Im Jahre 1525 geriet Tirol in den Sog der deutschen Bauernkriege Der Aufstand in Tirol wurde von Michael Gaismair angeführt, allerdings nach zwei Monaten niedergeschlagen Danach rief Kaiser Ferdinand I die Jesuiten ins Land um im Zuge der Gegenreformation unter der Führung von Petrus Canisius eine Lateinschule zu errichten Somit wurde 1562 das heutige Akademische Gymnasium gegründet, das das älteste Gymnasium Westösterreichs ist, und aus dem 1669 die Universität Innsbruck hervorging 1564 wurde Tirol mit Vorderösterreich an Ferdinand II, den jüngsten Sohn Ferdinands I übergeben, der aber aufgrund seiner morganatischen Ehe mit Philippine Welser keine erbberechtigten Nachkommen hatte Nach seinem Tod herrschten mehrere Statthalter aus habsburgischem Hause, von denen einer, Leopold V von Habsburg, sich erneut zum Landesherren aufschwingen konnte Diese Nebenlinie starb aber mit seinem jüngeren Sohn Sigismund Franz schon wieder aus Nachdem Tirol Anfang 1349 vom europaweit grassierenden „Schwarzen Tod“ erfasst wurde, kam es beim Ausgleich des Bevölkerungsverlustes zu einer regen Zuwanderung aus dem heutigen Slowenien Erneut wütete die Pest im Jahre 1512 und forderte allein in der Stadt Innsbruck 700 Opfer, auch die Umgebung von Innsbruck war betroffen Die letzte Pestepidemie traf Tirol in den Jahren 1611 bis 1612 Die-Pest-Tirol-1611-1612-Wirtschaftsgeschichte ISBN 3-901886-10-9 Verlag: Stadtmagistrat Innsbruck 1982 upright=1 Tirol unter bayerischer Herrschaft 1808Im späten 16 und in der ersten Hälfte des 17  Jahrhunderts kam es zu den letzten Änderungen der Bevölkerungsstruktur bis 1919, die vor allem durch die Gegenreformation verursacht wurden In dieser Zeit verstärkte sich der italienische Einfluss im Trentino, was zum einen durch die Besetzung der Pfarreien mit italienischen Priestern und zum anderen durch die Zuwanderungen aus der Poebene verursacht wurde Durch diese Entwicklung entstand die noch heute bestehende deutsch/italienische Sprachgrenze, südlich der nur die deutschen Sprachinseln der Zimbern blieben In der Region rund um den Reschenpass wurde die rätoromanische Sprache endgültig verdrängt, was durch die Feindschaft gegen die meist protestantischen Räter im Unterengadin begünstigt wurde Im Gegensatz zu anderen Gebieten des Römisch-Deutschen Reiches blieb Tirol vom Dreißigjährigen Krieg fast vollständig verschont; nur in den Gemeinden Leutasch und Seefeld kam es zu größeren Plünderungen 1703 stießen im Spanischen Erbfolgekrieg die Bayern nach Tirol vor, erlitten aber an der Pontlatzer Brücke bei Landeck eine Niederlage und wurden aus dem Land getrieben 1796/1797 griffen die Franzosen zum ersten Mal Tirol an und besetzten einige Ortschaften, wurden jedoch von den Tiroler Schützen wieder vertrieben Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurden die Bistümer Brixen und Trient, die ohnehin unter Tiroler Oberhoheit gestanden hatten, offiziell dem Land angegliedert Nach der Niederlage gegen Napoléon Bonaparte wurde Tirol im Frieden von Pressburg vom 26 Dezember 1805 an das Kurfürstentum Bayern abgetreten
Tiroler Volksaufstand
Die Erschießung von Andreas Hofer in am 20 Februar 1810 1809 entlud sich der Widerstand gegen die bayerische Politik unter dem Grafen Maximilian von Montgelas im Tiroler Volksaufstand, der von Andreas Hofer, Josef Speckbacher und Pater Joachim Haspinger angeführt wurde Der Volksaufstand wurde auch vom konservativen Klerus unterstützt, aber vor allem vom österreichischen Hof in Wien zuerst aufgestachelt, dann aber im Stich gelassen Die entscheidende Niederlage erlitten die Österreicher und Tiroler bei Wörgl am 13  Mai In Folge kamen Teile des Landes vorübergehend an Italien und an die Illyrischen Provinzen Frankreichs; Am Juni 1814 wurde das Land wiedervereinigt und kam zurück an den Habsburger Vielvölkerstaat Österreich Das seit alters Salzburger Zillertal fiel mit Salzburg 1805 an Österreich und 1810 an Bayern Vermutlich 1814 kam es innerhalb Österreichs an Tirol Es gab jedoch auch kleinere Erfolge der Tiroler wie im „Giggler Tobl“, wo die Frauen und Kinder des Paznauns mit Steinlawinen und anderen primitiven Waffen die Bayerische Armee aus ihrem Tal hielten
Autonomie von Vorarlberg
Noch bis in die Spätzeiten des Kaisertums Österreich hieß das Territorium Gefürstete Grafschaft Tirol mit dem Lande VorarlbergVergl Landesverfassung 1849, reference-global com gefürstet 1504 von Kaiser Maximilian und umfasste die Territorien am Rhein, die teils schon immer von Innsbruck aus verwaltet wurden, teils auch von Vorderösterreich nach dem Wiener Kongress 1815 übriggeblieben waren Am April 1861 erhielt Vorarlberg wieder einen eigenen Landtag, wurde aber kein eigenes Kronland, es blieb verwaltungsmäßig weiterhin Innsbruck unterstellt Vorarlberg gab sich vor 90 Jahren die Eigenständigkeit und Markus Barnay: Die Erfindung des Vorarlbergers Ethnizitätsbildung und Landesbewußtsein im 19 und 20 Jahrhundert Vorarlberger Autoren Gesellschaft, Bregenz 1988, ISBN 3-900754-01-2, S  389 Die Versuche von 1907 und 1913, eine von Tirol gänzlich unabhängige Verwaltung zu errichten, blieben erfolglos Vorarlberger Landesverfassungen des 19 und 20 Jahrhunderts Tirol verblieb als Gefürstete Grafschaft Tirol bis zum Ende Österreich-Ungarns 1918
Teilung in Nord und Süd
1919, im Friedensvertrag von St Germain, kam das Gebiet südlich des Brenners an Italien Italien hatte ungeachtet der viel weiter südlich verlaufenden deutsch-italienischen Sprachgrenze die Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer als seine Nordgrenze beansprucht, die anderen Alliierten hatten diesem Punkt zugestimmt, nicht zuletzt um das politisch instabile Italien an sich zu binden siehe Londoner Geheimverträge Selbst die Teilung an der Wasserscheide wurde nicht eingehalten, da drei Gemeinden des östlichen Pustertals, Toblach, Innichen und Sexten, deren Bäche zum Teil in die Drau münden, zu Italien kamen Durch die Machtergreifung der Faschisten in Italien, der Nationalsozialisten in Deutschland und dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich vertieften sich die Gräben zwischen Nord- und Südtirol weiter Im Abkommen zwischen Hitler und Mussolini wurde die Grenze am Brennerpass besiegelt, wobei mit der Option in Südtirol eine Umsiedlung der deutschsprachigen Südtiroler geplant war, die jedoch wegen des Krieges nur in geringem Maße durchgeführt wurde Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Teilung Tirols bestehen – die Grenzziehung des Friedensvertrages von St Germain existiert bis heute
Autonomie Trentino-Südtirols und europäische Integration
Obwohl auch weitere Versuche nach dem Zweiten Weltkrieg, zumindest den Gebietsteil mit deutschsprachiger Bevölkerung wieder an das österreichische Tirol anzugliedern, scheiterten, konnte 1948 und 1972 und Autonomiestatut im Südtirol-Paket eine Autonomie für Südtirol erreicht werden Gruber-De-Gasperi-Abkommen Die nun „autonome Provinz“ hat umfassende Kompetenzen erhalten, und die Zwei- bzw Dreisprachigkeit Deutsch, Italienisch und Ladinisch ist offiziell gesetzlich verankert Im Zuge der europäischen Integration erlangten das österreichische Bundesland Tirol und die italienische autonome Provinz Südtirol wieder eine gewisse Zusammengehörigkeit Durch das Schengener Abkommen verschwanden nahezu alle Grenzkontrollposten zwischen den Ländern, und durch die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro wuchs die Region auch wirtschaftlich enger zusammen 1998 wurde darüber hinaus die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino gegründet, in der die Landeshauptmänner des Bundeslandes Tirol, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der Autonomen Provinz Trient in regelmäßigen Abständen einem gesamttirolerischen Landtag vorstehen Die Arbeit der Europaregion stärkt seither die gemeinsame kulturelle Identität der Region und fördert die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit innerhalb dieser Das ladinischsprachige Gebiet um Cortina d’Ampezzo ladinisch Anpezo, deutsch Hayden gehörte ursprünglich ebenfalls zum Kronland Tirol, wurde 1923 von den italienischen Faschisten jedoch der Provinz Belluno angeschlossen Derzeit gibt es Bestrebungen, die Gemeinden Cortina d’Ampezzo, Livinallongo del Col di Lana ladinisch Fodom, deutsch Buchenstein und Colle Santa Lucia ladinisch Col, deutsch Verseil an Südtirol anzugliedern Am 28  Oktober 2007 ergab eine Volksbefragung hierzu eine deutliche Mehrheit für die Wiederangliederung Auch die Gemeinde Pedemonte war Bestandteil des altösterreichischen Kronlandes Sie wurde 1929 der Provinz Vicenza zugeschlagen Valvestino und Magasa wurden 1934 von der Provinz Trient getrennt und Brescia angegliedert Im Jahr 2008 fanden in den drei Gemeinden Referenden statt, die ein klares Votum für die Wiederherstellung der historischen Landesgrenzen brachten Letztendlich wird das italienische Parlament über diese Neugliederungen entscheiden
Zur detaillierten Geschichte nach 1919, siehe Bundesland Tirol, Geschichte Osttirols und Geschichte Südtirols
Liste der Herrscher in Tirol
Grafen von Tirol
Albert Mitte 11 Jahrhundert ?
1128–1140 Albert I
1140–1165 Albert II, ab 1141 Graf von Tirol
1165–1180 Berthold, ab 1141 Graf von Tirol
1180–1190 Heinrich I
1202–1253 Albert III
Grafen von Görz-Tirol
1253–1258 Meinhard I
1257–1295 Meinhard II
1295–1310 Otto
1310–1335 Heinrich II
1335–1363 Margarete von Tirol, genannt „Maultasch“
Luxemburger
1335–1341 Johann Heinrich
Wittelsbacher
1341–1361 Ludwig
1361–1363 Meinhard III
Habsburger
1363–1365 Rudolf, der Stifter
1365–1386 Leopold
1386–1395 Albrecht
1396–1406 Leopold
Ältere Tiroler Linie Nebenlinie der Habsburger
1406–1439 Friedrich mit der leeren Tasche
1439–1490 Siegmund der Münzreiche
beim Herzogtum Österreich: 1493 gefürstet: Gefürstete Grafschaft Tirol
1490–1519 Maximilian I
1519–1521 Karl I
1521–1564 Ferdinand I
Ferdinand II von Tirol und habsburgische Statthalter
1564–1595 Ferdinand II
1595–1618 Maximilian der Deutschmeister, Statthalter für Kaiser Rudolf II, dann ab 1612 Kaiser Matthias
Jüngere Tiroler Linie Nebenlinie der Habsburger
1619–1632 Leopold, Statthalter für Kaiser Ferdinand II, ab 1626 Landesfürst
1632–1646 Claudia de’ Medici, Regentin für ihren Sohn Ferdinand Karl
1646–1662 Ferdinand Karl
1663–1665 Sigismund Franz
bei Österreich:
1665–1705 Leopold
1705–1711 Joseph

Wirtschaft
Der Tourismus stellt einen wichtigen Wirtschaftszweig dar Allein der österreichische Teil von Tirol verzeichnet mehr Gästenächtigungen 43 Millionen als ganz Griechenland Die gesamte Tiroler Region verfügt aber auch über moderne Industrieansiedlungen, die sich vor allem durch Swarovski, GE Jenbacher, Tyrolit, Adler Lacke, die Plansee Group, und Sandoz Kundl in Nordtirol, durch Seilbahnbauer Leitner AG, die Bergsportgruppe Salewa und die Südtiroler Speckerzeuger einen Namen gemacht hat Südtirol und Welschtirol sind zudem für ihre sonnenverwöhnte Tal- und Gebirgslandschaft, ihren Wein und für ihren Obstanbau bekannt Das gesamte Gebirgsland Tirol ist im Allgemeinen ein sehr wohlhabendes Land Südtirol ist das reichste Gebiet; es konnte 2004 ein Pro-Kopf Einkommen von 31 158 € vorweisen mit einer Kaufkraft, die 40 % über dem EU-27-Schnitt liegt Es folgen das Bundesland Tirol mit 29 461 € und das Trentino mit 28 212 €, was immer noch ein Einkommen ausmacht, das beinahe 27 Prozent über EU-Schnitt liegt Eurostat News Release 23/2007: Regional GDP per inhabitant in the EU 25
Kultur
Tirol um 1920 Franz Defregger Die Staatsgrenze, die Tirol durchzieht, ist weder eine Sprach- noch eine Kulturgrenze Unterschiede in den Kulturen Tirols sind wenig festzustellen Die Salurner Klause gilt heute als Sprachgrenze, wenn sie auch nicht gänzlich als solche bezeichnet werden kann, da es seit jeher Deutschsprachige in Trentino sowie seit langer Zeit Italiener im südlichen Südtirol und Ladiner in beiden Landesteilen gab Varianten der ladinische Sprache finden sich heute neben den Tälern der Dolomiten auch im Nonstal Bis ins 17 und 18 Jahrhundert wurde das rätoromanische bzw ladinische bis ins Südtiroler Vinschgau sowie im Nordtiroler oberen Gericht gesprochen Die traditionelle Kultur des Trentino verbindet Tiroler Traditionen mit Elementen der italienischen Nachbarn in Venetien und in der Lombardei So wird in allen Landesteilen das Tiroler Musik- und Schützenwesen Tiroler Schützen gepflegt Viele Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Sprachgruppen im Süd- und Welschtiroler Trentiner Raum haben sich auch bei traditionellen Trachten, Speisen, Festen, weltlichen und religiösen Bräuchen erhalten
Universitäten und Forschungseinrichtungen
Freie Universität Bozen
Universität Innsbruck
Medizinische Universität Innsbruck
Universität Trient
Fondazione Bruno Kessler FBK, ex Istituto Trentino di Cultura
Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik UMIT
Europäische Akademie Bozen EURAC
Mensch und Umwelt Österreichische Akademie der Wissenschaften Innsbruck
Agrarinstitut San Michele all’Adige Fondazione Edmund Mach San Michele all’Adige
Wichtige Persönlichkeiten
Peter Anich Pionier der Hochgebirgskartografie
Konrad Beikircher Kabarettist und Musiker
Johann Bertolini Baupionier
Anna Exl Schauspielerin, Begründerin der Exl-Bühne
Ferdinand Exl Schauspieler, Begründer der Exl-Bühne
Alcide de Gasperi Staatsmann und Politiker
Fortunato Depero Künstler
Bruno Detassis Bergsteiger
Albin Egger-Lienz Maler
Jakob Philipp Fallmerayer Orientalist und Publizist
Bruno de Finetti Mathematiker
Paul Flora Grafiker
Michael Gaismair Anführer der Bauernunruhen
Matthias Gallas Generalleutnant und Feldzeugmeister
Hortense von Gelmini südtiroler Malerin, Musikerin und Schriftstellerin
Werner Grissmann Skifahrer, Erfinder Dolomitenmann
Hansi Hinterseer Skifahrer, Schlagersänger
Theo von Hörmann Filmproduzent, Regisseur, Kameramann
Andreas Hofer Freiheitskämpfer
Hans Kammerlander Bergsteiger
Bruno Kessler Politiker
Eusebio Francisco Kino Missionar und Kartograph
Markus Lanz TV Moderator
Chiara Lubich Gründerin der ökumenischen Fokolar-Bewegung
Silvius Magnago Politiker
Sepp Mayerl „BLASL“ Bergsteiger
Reinhold Messner Bergsteiger
Josef von Miller zu Aichholz Industrieller
Felix Mitterer Dramatiker
Peter Mitterhofer Erfinder der Schreibmaschine
Tobias Moretti Schauspieler, Regisseur, Intendant
Giorgio Moroder Südtiroler Komponist von Filmmusik
Francesco Moser Radrennfahrer
Alois Negrelli Ingenieur und Pionier des Verkehrsbaus
Johann Georg Obrist Dichter
Michael Pacher spätmittelalterlicher Maler und Bildhauer
Jos Pirkner Bildhauer
Franz Pitschmann Ringer
Vijo Pupp ladinischer Politiker
Reimmichl Volksdichter
Walter Riml Schauspieler, Standfotograf, Kameramann
Toni Sailer Skifahrer, Schauspieler
Gregor Schlierenzauer Skispringer
Dietmar Schönherr Schauspieler, Autor, Moderator
Karl-Heinz Schroth Schauspieler
Kurt Schuschnigg diktatorisch regierender Bundeskanzler
Giovanni Antonio Scopoli Arzt und Naturforscher
Giovanni Segantini Maler
Harry Sokal Filmproduzent
Ettore Sottsass Architekt
Pepi Stiegler Olympiasieger Slalom 1964
Sepp Tanzer Komponist und Kapellmeister
Matteo Thun Architekt
Luis Trenker Bergsteiger, Filmproduzent
Max Valier Pionier der Raketentechnik
Max Weiler Maler
Alois Zotz amerikanischer Zeitungspionier
Politische Parteien
Auswahl
ÖVP Tirol
SPÖ Tirol
Südtiroler Volkspartei
Süd-Tiroler Freiheit
Union für Südtirol
Partito Autonomista Trentino Tirolese
FPÖ Tirol
Die Freiheitlichen
Die Grünen – Die grüne Alternative
Grüne
KPÖ
Christliche Partei Österreichs
Rettet Österreich
Liste Fritz Dinkhauser
Partito Democratico in Südtirol und im Trentino
Popolo della Libertà in Südtirol und im Trentino
Unione per il Trentino
Siehe auch
Weblinks
Europaregion Tirol
Tirol Atlas f Nord-, Ost- und Südtirol, ohne Trentino

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