Sichuan Pflanzen Fundorte Gallerien Bilder

Taschentuchbaum Blatt grün Davidia involucrata

Handförmiger Rhabarber Blüte rot Rheum palmatum

Purpurblütige Deutzie Blüte weiß Deutzia purpurascens

Westliche Azalee Blüte weiß Rhododendron occidentale

Urwelt-Mammutbaum Nadel grün Metasequoia glyptostroboides

Rhododendron Blüte pink Rhododendron

Straucheibisch Blüte weiß rot Hibiscus syriacus

Straucheibisch Blüte weiß Hibiscus syriacus

Straucheibisch Blüte rose Hibiscus syriacus

Straucheibisch Blüte lila Hibiscus syriacus

Beschreibung von Sichuan

Sichuan (, auch Sechuan oder Sezuan) ist eine südwestchinesische Provinz mit Chengdu als Hauptstadt. Traditionell wurde Sichuan auch als „Land des Überflusses“ () bezeichnet.

Geographie

Es liegt östlich des tibetischen Hochplateaus am Oberlauf des Jangtsekiang.

Den Kern der Provinz Sichuan bildet das Rote Becken, eine fruchtbare, von Gebirgen umgebene Ebene. Die Ebene hat ein Nord-Süd-Gefälle von 700 m auf 300 m. Der Westen wird von Hochgebirgsketten wie dem Daxue Shan () beherrscht, das mit dem Gongga Shan (tibetisch Minya Konka) (7556 m) die höchste Erhebung der Provinz hat. Nach Norden wird das Becken vom Qinling-Gebirge () abgeschlossen, das bis in die 4000er geht. Richtung Süden und Südosten liegt das Dalou-Gebirge () mit Gipfeln um die 2000 m.

|links|Gongga Shan

Weitere bedeutende Berge sind Erlang Shan (; 3437 m), Emei Shan (; 3099 m) und Siguniang Shan (; 6254 m)

Der Jangtsekiang ist der größte und wasserreichste Fluss, der Sichuan durchquert. Sein Verlauf bildet den Großteil der West- und Südgrenze der Provinz, wobei er noch bis Yibin den Namen Jinsha Jiang () trägt. In Sichuan nimmt er vier Zuflüsse auf, die der Provinz ihren Namen gaben. Diese vier Flüsse sind der Min Jiang (), Tuo Jiang (), Jialing Jiang () und Wu Jiang (). Vorher hat er bereits bei Panzhihua den Yalong Jiang () aufgenommen.

Die Provinz liegt am Rand der Überschiebungszone der indischen Platte gegen die eurasische Platte. Durch diese Plattenverschiebung ist die Provinz Sichuan erdbebengefährdet (siehe Erdbeben in Sichuan 2008, Erdbeben-Stelenwald von Xichang).

Benachbarte Provinzen sind Tibet, Qinghai, Gansu, Shaanxi, Chongqing, Guizhou und Yunnan.

Klima

Das Sichuan-Becken („Rote Becken“) hat trotz der kontinentalen Lage ein subtropisches Klima. Die geschützte Lage im Tal beschert der Ebene 350 frostfreie Tage im Jahr und damit die Möglichkeit, ganzjährig Landwirtschaft zu betreiben. Eine wichtige Grenze wird dabei durch das Qinling-Gebirge nach Norden hin markiert. Im Januar beträgt nördlich davon die Durchschnittstemperatur 0 °C, im südlich davon gelegenen Sichuan 8 °C. Die sommerlichen Durchschnittstemperaturen liegen bei 30 °C. Die Niederschlagsmenge liegt bei 1000 mm und wegen starker Wolken- und Nebelbildung kommt Sichuan nur auf 25–30 Sonnentage pro Jahr.

Die klimatischen Bedingungen in den gebirgigen Regionen, die das Rote Becken umschließen und nach Westen zum tibetischen Hochplateau ansteigen, sind dagegen deutlich kälter und trockener.

Flora und Fauna

|links|hochkant|Pandabären in Wolong/SichuanDie vielfältige Geomorphologie und das unterschiedliche Klima haben für eine reichhaltige Pflanzenwelt günstige Bedingungen geschaffen. Die Provinz verfügt über 7,46 Millionen ha Wald. Ein Fünftel der sogenannten „lebenden Fossilien“ Chinas wie der Urweltmammutbaum und der Taubenbaum sind in Sichuan endemisch. Der Panda, eines der nationalen Symbole Chinas, ist in vier Gebirgen Sichuans heimisch und wird in Schutzzonen besonders gehegt. Das bedeutendste Naturschutzgebiet ist Wolong.

Bevölkerung

Neben einer Mehrheit von Han-Chinesen (95 %) leben in Sichuan Angehörige der Minderheiten der Yi (2,6 %), Tibeter (1,5 %), Qiang (0,4 %) und Miao. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in der Ebene und ist von den Han dominiert, während die gebirgigen Gebiete dünn besiedelt sind und stark von den Minderheiten geprägt werden.

1997 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 69,7 Jahren.

Sichuan ist eine bedeutende Ausgangsregion für innere Migration, d. h. viele Wanderarbeiter stammen aus dieser Provinz.

Administrative Gliederung

Geschichte der administrativen Gliederung

Der westliche Teil Sichuans mit über einem Drittel der Fläche der Provinz gehörte bis 1955 zur Provinz Xikang (), die theoretisch weitgehend der tibetischen Kulturregion Kham entsprach. West-Kham bzw. Qamdo war aber bereits während des Kaiserreichs unter chinesische Verwaltung gekommen. Die Provinz Xikang wurde 1955 aufgelöst, West-Kham ging an Tibet, Ost-Kham an Sichuan, womit die historischen Verhältnisse wiederhergestellt waren.

Die Stadt Chongqing mit dem dazugehörigen Verwaltungsbezirk wurde am 14. März 1997 als regierungsunmittelbare Stadt aus der Provinz Sichuan ausgegliedert.

Heutige administrative Gliederung

Sichuan setzt sich heute aus 18 bezirksfreien Städten und drei Autonomen Bezirken zusammen:

  • Stadt Chengdu (),
  • Stadt Zigong (),
  • Stadt Panzhihua (),
  • Stadt Luzhou (),
  • Stadt Deyang (),
  • Stadt Mianyang (),
  • Stadt Guangyuan (),
  • Stadt Suining (),
  • Stadt Neijiang (),
  • Stadt Leshan (),
  • Stadt Nanchong (),
  • Stadt Meishan (),
  • Stadt Yibin (),
  • Stadt Guang’an (),
  • Stadt Dazhou (),
  • Stadt Ya’an (),
  • Stadt Bazhong (),
  • Stadt Ziyang (),
  • Autonomer Bezirk Ngawa der Tibeter und Qiang (),
  • Autonomer Bezirk Garzê der Tibeter (),
  • Autonomer Bezirk Liangshan der Yi (), Hauptstadt: Xichang ().

Sprachen

Die Mehrzahl der in Sichuan gesprochenen Dialekte der chinesischen Sprache, einschließlich des Dialekts der Hauptstadt Chengdu, gehören zur südwestlichen, auch als Huguang () oder Xinan () bezeichneten Gruppe der chinesischen Sprachen und weisen eine starke Ähnlichkeit zu den Dialekten der benachbarten Provinzen Yunnan und Guizhou sowie der Stadt Chongqing auf.

Die Verschmelzung der Retroflexen und der Alveolaren , die Verschmelzung von und sowie von bzw. und bzw. sind Besonderheiten, die verschiedenen Dialekten der südwestlichen Sprachgruppe gemeinsam sind.

Die Autonomen Bezirke Garzê und Ngawa im Westen und Norden Sichuans werden überwiegend von Tibetern bewohnt, welche die tibetischen Dialekte Kham und Amdo sprechen. Die Qiang und mit ihnen verwandte ethnische Gruppen sprechen eine eigene tibeto-birmanische Sprache. Die im Autonomen Bezirk Liangshan im Süden Sichuans ansässigen Yi verwenden ebenfalls eine eigene mit dem Birmanischen verwandte Sprache, welche offiziell mit einer Silbenschrift aus 1.164 Zeichen geschrieben wird.

Geschichte

Seit der Shang-Dynastie existierten in Sichuan Siedlungen, aus denen sich im 9. Jahrhundert v. Chr. die Königreiche Shu () und Ba () entwickelten, bis sie 316 v. Chr. vom aufstrebenden Reich der Qin annektiert wurden. Ein archäologischer Fundort für das Reich Shu liegt im Dorf Sanxingdui ().

Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde mit der Errichtung des Bewässerungssystems von Dujiangyan eine wichtige Grundlage für den agrarischen Reichtum der Provinz gelegt.

Brach die Herrschaft einer chinesischen Dynastie zusammen, gehörten die Bewohner Sichuans stets zu den ersten, die die Wirren nutzten, um ein eigenes Königreich zu gründen. Dies war im Jahr 24 der Fall, als sich Gongsun Shu während des Aufstandes der Roten Augenbrauen zum König von Shu ausrufen ließ. Seine Herrschaft bestand bis 36, als sie von Han Guangwudi zerschlagen wurde.

Als der Aufstand der Gelben Turbane das Ende der Han-Dynastie einläutete, errichtete Zhang Lu () von 186 bis 216 in Sichuan und Süd-Shaanxi eine daoistische Theokratie, die auf den Lehren seines Großvaters Zhang Daoling () beruhte.

Im Zerfall des Reichs der Han gründete Liu Bei () 221 Shu-Han (), eines der Drei Reiche, die für die folgende Periode namensgebend waren.

In den frühen 30er Jahren waren bereits die nördlichen Teile Sichuans kommunistisch kontrolliert. 1935 führte die Route des Langen Marsches durch Sichuan; dabei war die Erstürmung der Brücke von Luding eine der gewagtesten Aktionen.

1936 erlebte Sichuan eine extreme Dürre mit folgender Hungersnot.

Nach der Eroberung von Wuhan durch die Japaner verlegten die Nationalisten unter Chiang Kai-shek 1938 ihr Hauptquartier nach Chongqing.

1949 wurde nach Ausrufung der VR China das Südwest-Büro unter der Führung des gebürtigen Sichuanesen Deng Xiaoping eingerichtet, um die Herrschaft der KPCh in dieser Region zu festigen. Im Dezember 1949 eroberten die Kommunisten mit Chongqing den letzten Festlandsstützpunkt der KMT.

1975 wurde Zhao Ziyang Parteisekretär in Sichuan und leitete erste marktwirtschaftliche Reformen in der Landwirtschaft ein.

Wirtschaft

|Die Stadt Kangding in SichuanDie Provinz Sichuan ist insgesamt noch vorwiegend agrarisch geprägt. Die Regierung bemüht sich allerdings um eine aktive Wirtschaftspolitik und hat in Chengdu und Mianyang Sonderwirtschaftszonen eingerichtet.

Unter den Inlandsprovinzen gilt Sichuan als relativ wohlhabend, kann sich aber nicht mit Küstenregionen wie Guangdong messen

2002 betrug das Bruttosozialprodukt der Provinz 488 Milliarden RMB. 2000 lag ein städtisches Durchschnittseinkommen bei 5894 RMB und ein ländliches bei 2768 RMB. 1999 lag die offizielle Arbeitslosenquote bei 3,7 %. |Ziegeltee

Landwirtschaft

Sichuan gilt vorwiegend als Reisanbaugebiet, ist aber auch bedeutender Produzent von Mais, Süßkartoffeln, Weizen, Raps und Soja. Der Anbau von Obst und Zitrusfrüchten ist ebenfalls verbreitet. An tierischen Produkten sind vor allem Schweinefleisch und Seidenkokons bedeutend. Des Weiteren wird in Sichuan Tee von internationalem Rang produziert. Dieser Tee ist ausschließlich für den Export bestimmt. In den Gebirgslagen der Provinz wird außerdem der großrahmige Jiulong-Yak gezüchtet. Eine Zuchtstation, die das Leistungsniveau dieser Yak-Rasse weiter verbessern soll, besteht seit 1980 in Jiulong.

Der Wert der landwirtschaftlichen Produktion stieg von 1994 bis 1999 jährlich um durchschnittlich 5,6 % auf 144,5 Milliarden RMB.

Bergbau

In Sichuan werden Eisen (bei Panzhihua), Titan, Vanadium und Cobalt abgebaut.

Industrie

Im Jahr 1999 betrug der Wert der industriellen Produktion von Sichuan 390 Milliarden RMB. Neben Schwerindustrie (Eisen, Stahl, Energieerzeugung) existiert Leichtindustrie mit Holzverarbeitung, Seidenweberei und Lebensmittelproduktion.

Infrastruktur

Sichuan wurde in den 1950er Jahren in das Eisenbahnnetz der VR China integriert, und seither ist Chengdu der wichtigste Knotenpunkt in Chinas westlicher Region. Die Verbindungen mit den anderen Landesteilen laufen nach Norden über Baoji nach Xi’an, nach Osten über Chongqing und nach Süden über Xichang nach Kunming. 1998 betrug die Gesamtlänge der Strecken 2693 km.

Nach Tibet in Richtung Westen führen mehrere ausgebaute Straßen, z. B. über Kangding, und seit August 2006 die neue Qinghai-Tibet-Bahn, welche auch die höchstgelegene Bahnstrecke der Erde ist. Das Autobahnnetz befindet sich noch im Ausbau. 1998 hatte es 550 km Streckenlänge zwischen Chongqing, Chengdu, Mianyang und Xinjin.

Chengdu besitzt mit Shuangliu einen internationalen Flughafen.

Tourismus

| Buddha von Leshan]In der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes bzw. Weltnaturerbe werden aus Sichuan aufgelistet:

  • Jiuzhaigou (): Ein 440 km nördlich von Chengdu gelegenes Naturschutzgebiet, das Wasserfälle und Minderheitenkultur zu bieten hat.
  • Huanglong ()
  • Emei Shan (): Der Emei Shan liegt 165 km südwestlich von Chengdu. Es ist einer der vier dem chinesischen Buddhismus heiligen Berge. Der Legende nach soll der Bodhisattva Samantabhadra auf dem Emei Shan gelehrt haben. Der Berg ist mit Tempeln übersät und ein populäres Pilgerziel.
  • Leshan-Buddha (): Der Große Buddha von Leshan wurde zwischen 719 und 803 aus einer Felsklippe des Min-Flusses gemeißelt. Mit einer Höhe von 71 Metern ist er die größte sitzende Buddhastatue der Welt.
  • Qingcheng Shan ()
  • Dujiangyan ()

Belletristik

Der dissidente Autor Liao Yiwu ist in Sichuan geboren. Als Sezuan ist es Handlungsort von Bertolt Brechts 1938 bis 1940 entstandenem Theaterstück Der gute Mensch von Sezuan, jedoch ist der Bezug symbolisch und nicht konkret.

Siehe auch

  • Denkmäler der Volksrepublik China
  • Denkmäler der Provinz Sichuan

Weblinks

}}

  • offizielle Homepage der Provinzregierung (chinesisch)
  • UN-Daten mit Schwerpunkt Bevölkerungsentwicklung (englisch)
  • wirtschaftsstatistische Daten des Provinzstatistikamts (chinesisch)
  • wirtschaftsstatistische Daten (englisch)

Provinz Hochland von Tibet

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