Archiveeinträge für Pflanzen Fundorte: Neuseeland

Ausläufer Storchschnabel Bluete lila Geranium procurrens

Japanischer Staudenknöterich Fallopia japonica

Avocado Baum Blüte gelblich Persea americana

Kalifornischer Mohn Blüte orange Eschscholzia californica

Rotes Gänseblümchen Blüte rot gelb Bellis perennis

Neuseeland Stachelnüsschen Blüte rötlich Acaena microphylla

Pracht-Himbeere Blüte weiß Rubus parviflorus

Blaue Flachslilie Blüte lila Dianella caerulea

Wiesen-Klee Blüte rot Trifolium pratense

Acker-Schachtelhalm Stängel grün Equisetum arvense

Beschreibung von Neuseeland

{{Infobox Staat|NAME = (englisch)
(maorisch)
Neuseeland|BILD-FLAGGE = Flag of New Zealand.svg|ARTIKEL-FLAGGE = Flagge Neuseelands|BILD-WAPPEN = Coat of Arms of New Zealand.svg|ARTIKEL-WAPPEN = Wappen Neuseelands|AMTSSPRACHE = Englisch, Maori, Neuseeländische Gebärdensprache|HAUPTSTADT = Wellington|STAATSFORM = Konstitutionelle Monarchie|REGIERUNGSFORM = Parlamentarische Demokratie|STAATSOBERHAUPT = Königin Elisabeth II.|REGIERUNGSCHEF = Premierminister John Key|FLÄCHE = 268.680 (74.)|EINWOHNER = 4.445.000 (123.)|BEV-ZUNAHME = +0,887 %http://www.wolframalpha.com/input/?i=Neuseeland|BEV-DICHTE = 16,4 (171.)|BIP = 2011 World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds

  • $ 161,81 Milliarden (56.)
  • $ 122,142 Milliarden (64.)
  • $ 36.648 (23.)
  • $ 27.668 (33.)

|BIP-ERWEITERT =* Total (nominal)

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|SCHULDEN = 73,050 Milliarden Neuseeland-Dollar|HDI = 0,908 (5.)|WÄHRUNG = Neuseeland-Dollar (1 $ = 100 ¢)|UNABHÄNGIGKEIT = 26. September 1907 (), 25. November 1947 (Statut von Westminster)|GRÜNDUNG = 6. Februar 1840 (Vertrag von Waitangi)|NATIONALHYMNE = , |NATIONALFEIERTAG = (6. Februar)|ZEITZONE = UTC+12 (NZST)
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|BILD-LAGE = New Zealand on the globe (Oceania centered).svg|BILD-LAGE-IMAGEMAP = OzeanienGlobus1|BILD-LAGE-BESCHREIBUNG = Lage Neuseelands in Ozeanien|BILD1 =|BILD1-BESCHREIBUNG =}}

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Neuseeland (, ) ist ein geographisch isolierter Inselstaat im südlichen Pazifik. Er besteht aus einer Nord- und einer Südinsel sowie zahlreichen kleineren Inseln. Die nächstgelegenen Staaten befinden sich im Westen mit Australien (die Westküsten der beiden Hauptinseln Neuseelands sind zwischen 1530 km und rund 2100 km von der Ostküste Australiens und Tasmaniens entfernt), im Norden mit den Inselstaaten Neukaledonien, Tonga, Fidschi und als Kontinent die Antarktis im Süden. Weder geographisch noch kulturell lässt sich Neuseeland eindeutig einem bestimmten Kontinent zuordnen: das Land liegt teils auf der australischen, teils auf der pazifischen Platte und ist sowohl mit dem europäisch geprägten Kulturraum Australiens als auch mit dem polynesischen Teil Ozeaniens verbunden. Neuseeland ist ein Königreich im mit demokratisch-parlamentarischer Verfassung. Für einen Industriestaat eher ungewöhnlich sind die Hauptwirtschaftszweige Land- und Forstwirtschaft, Nahrungsmittelindustrie (hauptsächlich Molkereiprodukte) sowie Tourismus. Neuseeland wird vielfach als „grüne Insel“ bezeichnet, was teilweise der dünnen Besiedlung geschuldet ist. Diese und die relative Unberührtheit der Natur sowie die äußerst vielfältige und einzigartige Vegetation sind aber auch durch die relativ isolierte Lage der Inseln bedingt.

Geographie

Ausdehnung und Lage

Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln, der Nord- und der Südinsel, sowie mehr als 700 kleineren Inseln. Die beiden häufig als (deutsch etwa: Festland Neuseeland) bezeichneten Hauptinseln werden durch die an der schmalsten Stelle 23 km breite Cookstraße voneinander getrennt. Ein Großteil der kleineren Inseln wie etwa , die mitunter noch zum gezählt wird, die Great-Barrier-Insel oder die dicht besiedelte liegen innerhalb einer Zone von 50 km vor der Küste der Hauptinseln. Lediglich die 1000 km nördlich der Nordinsel gelegenen Kermadecinseln, die 700 km östlich liegenden Chathaminseln nahe der Internationalen Datumsgrenze sowie die mehr als 200 km südlich der Südinsel liegenden subantarktischen Inseln in den fünf unbewohnten Inselgruppen der Aucklandinseln, Campbell Islands, Antipoden-, Snares- und der Bountyinseln gehören nicht zum Archipel um die beiden Hauptinseln. Die Nordinsel liegt gänzlich auf der Australischen Platte, während die Südinsel sich auf der Australischen und der Pazifischen Platte befindet. Außerdem waren die Nord- und die Südinsel während der letzten Eiszeit miteinander verbunden.

Neuseeland erhebt weiterhin Anspruch auf das Ross-Nebengebiet in der Antarktis, das ebenfalls eine Reihe weiterer Inseln umfasst; dieser Anspruch wird aber international aufgrund des Antarktisvertrags nicht anerkannt. Weiterhin gehört Tokelau als abhängiges Gebiet zum Staat Neuseeland, während die Cookinseln und Niue selbstverwaltete Territorien in freier Assoziierung mit Neuseeland sind. Diese Gebiete werden im Folgenden nicht weiter berücksichtigt.

Die gesamte Landfläche Neuseelands beträgt 268.680 km² und ist damit etwas kleiner als die Italiens oder der Philippinen, aber etwas größer als die des Vereinigten Königreichs. Während die Hauptinseln des Archipels in Ost-West-Richtung nie breiter als 450 km sind, erstrecken sie sich entlang der Hauptachse in nordöstlicher Richtung über 1600 km. Die gesamte Küstenlinie umfasst dabei ungefähr 15.134 km. Die Hoheitsgewässer Neuseelands sind mit 167.653 km² relativ zur Landmasse sehr groß, die Ausschließliche Wirtschaftszone ist mit 3.931.136 km² sogar eine der weltweit größten.

Neuseeland befindet sich südlich des Äquators in der südlichen Hemisphäre. Alle neuseeländischen Inseln liegen isoliert im südwestlichen Pazifischen Ozean. Das Land wird damit im Allgemeinen Ozeanien (insbesondere, wenn der Begriff Ozeanien auch Australien mit einschließt) zugeordnet, beziehungsweise in kleinräumigerer Betrachtung als eine Insel Polynesiens angesehen. Teilweise wird es aber aufgrund der kulturellen Gemeinsamkeiten auch dem Kontinent Australien zugeordnet. Als Randmeer des Pazifiks liegt die Tasmansee westlich der beiden Hauptinseln und trennt Neuseeland vom bis zu 2100 km entfernten Australien. Die kürzeste Entfernung beträgt allerdings 1530 km, zwischen der Südinsel Neuseelands und Tasmanien gemessen. Nach Australien ist das antarktische Festland, etwa 3000 km im Süden, die nächste größere Landmasse. Weitere Staaten oder Kolonien in der Nähe Neuseelands sind im Norden Neukaledonien, Tonga und Fidschi. Neuseeland ist der Staat, der am weitesten von Mitteleuropa entfernt liegt: Teile des Landes befinden sich auf der Erdkugel exakt gegenüber von Spanien, sind also dessen Antipoden.

Die Ausdehnung Neuseelands von Nord nach Süd wird umgangssprachlich häufig mit „“ („von Cape Reinga bis zum Bluff“) beschrieben, tatsächlich sind aber die am () der nördlichste Punkt der Nordinsel und in den () der südlichste Punkt der Südinsel. Zählt man zum , so ist der südlichste Punkt das (). Nimmt man die außerhalb des Archipels gelegenen Inseln hinzu, so ist in der Gruppe der Kermadecinseln der nördlichste und in der Gruppe der Campbellinseln () der südlichste Punkt des Landes. Der westlichste Punkt des Landes ist auf den Aucklandinseln, der östlichste die in den Chathaminseln. Nimmt man wiederum nur die beiden Hauptinseln, so ist der westlichste und der östlichste Punkt des Landes. Der offizielle Mittelpunkt des Landes befindet sich etwa 24 km südwestlich von Collingwood im Norden der Südinsel und hat die Koordinaten .

Neuseeland und die mit ihm assoziierten Territorien liegen in vier verschiedenen Zeitzonen, die Hauptinseln verwenden die NZST, die UTC +12 entspricht.

Datei:Nugent Meyer Dayrell Islands.jpg|Nugent Island – nördlichster PunktDatei:Cape Lovitt.JPG|Cape Lovitt auf Auckland Island – westlichster PunktDatei:Forty-Fours or Motuhara Islands.jpg|Die Forty-Fours – östlichster PunktDatei:Jaquemart1.jpg|Jacquemart Island – südlichster Punkt

Topographie und Naturräume

|Topographie NeuseelandsDie 113.729 km² große Nordinsel ist die dichter besiedelte Insel Neuseelands. Auf ihr leben etwa drei Viertel der Einwohner, und sowohl die Hauptstadt Wellington als auch die größte Stadt des Landes Auckland liegen auf der Nordinsel.

Auckland liegt auf einem an der engsten Stelle weniger als zwei Kilometer breiten Isthmus, der den Pazifik von der Tasmansee trennt. Nördlich des Isthmus befindet sich die , die sich wiederum in zahlreiche weitere Halbinseln bis hoch zur aufgliedert. Die Westküste der verläuft relativ glatt. Sie ist geprägt von langen Sandstränden, unter denen die der bekannteste sein dürfte, sowie zwei großen Naturhäfen, dem und dem. Südlich des erstreckt sich der , der bedeutende Kauri-Bäume beherbergt. Die Ostküste dagegen ist zerklüfteter und weist zahlreiche vorgelagerte Inseln auf, beherbergt aber auch einige Naturhäfen, die bekanntesten dürften die und der Hafen der größten Stadt der Halbinsel, , sein. Das Landesinnere wird von land- und forstwirtschaftlich genutztem Hügelland bedeckt.

Südlich von Auckland findet sich die Region Waikato. Im Westen dieser Region befindet sich ein Mittelgebirge, die so genannte , die aber an der Mündung des Flusses in die Tasmansee in eine sanfte Hügellandschaft übergeht. Östlich der schließen sich die an, eine ausgeprägte Tiefebene, die sich zu beiden Seiten des Waikato erstreckt. Hamilton, die viertgrößte Agglomeration des Landes, ist hier zu finden. Weiter östlich schließen sich dann mit den und wieder zwei, überwiegend bewaldete Mittelgebirgszüge an. Diese trennen die Region von dem Gebiet rund um die. Im Norden der Bucht liegt die Coromandel-Halbinsel, die von der bis zu 900 m hohen Bergkette geprägt wird, deren nördlicher Ausläufer die Great-Barrier-Insel ist.

Das Zentrum der Insel wird von der Zentralen Hochebene dominiert, deren Vulkane , und den von der UNESCO zum ersten kombinierten Weltkulturerbe und Weltnaturerbe erklärten Tongariro-Nationalpark bilden. Der ist mit 2797 m die höchste Erhebung der Insel. Nördlich von ihm liegt, genau im Zentrum der Nordinsel, der Tauposee, der größte See des Landes. Östlich von diesem liegen der und der Te-Urewera-Nationalpark, zwei ausgedehnte Waldgebiete, die die Region bis zur Ostküste prägen. Dieses Gebiet ist schwach besiedelt und von zahlreichen rauen Mittelgebirgen durchzogen. Die höchste Erhebung ist der 1754 m hohe, zur gehörende in der Nähe des siehe Im Westen der Zentralen Hochebene geht die Landschaft in ein bewaldetes raues Hügelland über, dass vom und zahlreichen Seitenflüssen durchzogen wird. In der Mitte dieses Tieflands liegt der Whanganui-Nationalpark. Weiter westlich schließt sich daran die in die Tasmansee hineinragende Region Taranaki an. Diese wird vom 2518 m hohen gleichnamigen Vulkan geprägt. Um den freistehenden Vulkan herum befindet sich ein breiter Regenwaldgürtel, der durch den Egmont-Nationalpark geschützt wird. Die Region ist sehr fruchtbar und ein Zentrum der neuseeländischen Milchproduktion.

Südlich der Region um den befindet sich die Manawatuebene, ein Auengebiet um die Flüsse und. Daran schließt sich im weiteren Küstenverlauf die Kapiti Coast an, in deren Süden wiederum die Region Wellington rund um die Hauptstadt liegt. Nach Nordosten wird die Region durch die begrenzt, nach Osten durch die , zwei Mittelgebirgszüge, an die sich im Norden noch die anschließt und die zu einem sich parallel zur Ostküste ziehenden Gebirgsrücken gehören, dem im Norden auch die bereits oben erwähnte angehört. Östlich der Gebirge befindet sich die sumpfige Wairarapaebene, die wiederum durch ein weiteres gebirgiges Gebiet im Osten eingegrenzt wird. Nordwestlich dieser Region findet man schließlich die Region rund um die. In deren Innern ist neben der bereits erwähnten auch die zu finden. Die übrige Region besteht aus sanftem Hügelland sowie der Auenlandschaft um den im Norden und der fruchtbaren Heretaungaebene im Süden. Im Norden schließt sich dann die bereits beschriebene Region um Gisborne an.

Die mit 151.215 km² etwas größere Südinsel wird dominiert von den parallel zur Westküste verlaufenden Neuseeländischen Alpen, auch Südalpen genannt. Dieses Hochgebirge ist die höchste Bergkette Australasiens und Ozeaniens. Ihre höchste Erhebung ist der 3754 m hohe , gefolgt vom 3498 m hohen. Insgesamt haben 17 Gipfel eine Höhe von über 3000 m. Sowohl die nördlichsten als auch die südlichsten Gebiete der Insel bestehen aus Mittelgebirgen, die teilweise auf über 1000 m Höhe ansteigen. Die Region zwischen Südalpen und der Tasmansee ist äußerst schmal und gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten der Erde. Aufgrund dessen schieben sich einige Gletscher der Südalpen, wie der Fox- und der Franz-Josef-Gletscher, durch sämtliche Vegetationszonen bis in die Regenwälder in Küstennähe; der äußerste Südwesten bildet reich gegliederte Fjordlandschaften. Weite Teile des Südwestens stehen als Nationalparks unter Schutz; gemeinsam bilden diese die. Östlich der Südalpen befinden sich die , eine große Schwemmebene, die sich gut für landwirtschaftliche Zwecke, etwa für die Viehzucht, eignet.

Geologie

|hochkant=1.25|Tektonische Karte Neuseelands

Bis vor etwa 200 Millionen Jahren gehörte Neuseeland – wie die meisten heutigen Landmassen der Südhalbkugel – zum Urkontinent Gondwana. Der genaue Zeitpunkt steht nicht fest, aber spätestens vor 85 Millionen Jahren, also in der oberen Kreidezeit, trennte sich das Kontinentbruchstück Zealandia mit dem heutigen Neuseeland von der Landmasse, die jetzt Antarktis bildet, bevor sich auch das heutige Australien von diesem Urkontinent loslöste. Seitdem konnte sich somit in Neuseeland eine von allen anderen Landflächen unabhängige Flora und Fauna entwickeln. Nach dieser ereignisreichen Zeit kehrte in der geologischen Geschichte des Landes Ruhe ein, die fortwährende Erosion ließ die geformten Gebirgszüge allmählich verschwinden, es entstanden große, tief gelegene Sumpfgebiete, aus denen im Laufe der Zeit die heutigen Kohlevorkommen hervorgingen. Erst vor weniger als 30 Millionen Jahren endete die ruhige Epoche in der Geologie des Landes und es wurden tief liegende Gebiete aus dem Meer angehoben. Seine Küstenlinie bekam der Pazifikstaat in der Miozän-Epoche erst in Grobform, bevor die Inseln in den letzten paar Millionen Jahren ihre heutige Form erhielten; viele der Berge und Täler wurden sogar erst in den letzten 100.000 Jahren gebildet. Während des Eiszeitalters war vor allem die Südinsel stark vergletschert.

Heute befindet sich Neuseeland an der Grenze zwischen Australischer und Pazifischer Platte. Obwohl sich die beiden Platten nicht frontal aufeinander zu bewegen, üben sie doch einen großen Einfluss auf das Land aus. Es entstehen zwei Kräfte: eine frontal wirkende sowie eine seitlich wirkende. Die frontale Kraft bildet Verwerfungen, die Druck auf verschiedene Gesteinsschichten ausüben und somit den Boden stetig anheben. Die zweite – seitlich wirkende – Kraft, führt zu so genannten Transformstörungen. Letztere führt zu häufigen Erdbeben im Land, die zum Teil gravierende Auswirkungen auf die Landschaft haben und auch eine ständige Bedrohung für die Bevölkerung darstellen, siehe (Erdbeben in Neuseeland).

Neuseeland gehört – wie alle anderen Länder, die an der Grenze zur Pazifischen Platte liegen – zum Pazifischen Feuerring (englisch ). Diese Tatsache führt zu Erdbeben, Verwerfungen und zu erhöhter vulkanischer Aktivität. In Neuseeland liegen einige der aktivsten Vulkane der Erde. Diese befinden sich ausschließlich in der nördlichen Hälfte des Landes, ein Großteil von ihnen ist in der Taupo-Vulkanzone (TVZ) konzentriert, die sich im Zentrum der Nordinsel befindet.

So sind zum Beispiel alle drei Vulkane der Zentralen Hochebene noch aktiv, die letzte Eruption des Schichtvulkans ereignete sich im Jahre 2007. In der Gegend der ist die Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, so dass hier geothermische Aktivitäten jeglicher Art anzutreffen sind. Ein bekannter Vulkan in diesem Gebiet ist , dessen letzte große Eruption im Jahr 2000 stattfand. Neben den Vulkanen zeigen sich die Kräfte der Erde in Form der Geothermie, die als Geysire oder heiße Quellen (insgesamt 67 in Neuseeland) zu Tage treten. Neben dem geothermalen Gebiet um Taupo existieren noch 29 weitere solcher Bereiche in Neuseeland, hauptsächlich auf der Nordinsel, zum Beispiel , die und die , aber auch auf der Südinsel, ein bekanntes Beispiel sind die Thermalquellen in .

Klima

|hochkant=.9|Schnee auf der Südinsel

Neuseeland liegt in den gemäßigten Breiten der Südhalbkugel, sodass das Klima mild ist. Die nördlichen Teile der Nordinsel werden von einem subtropischen Klima geprägt, während im Rest des Landes ein gemäßigtes Klima vorherrscht. Im Flachland schwanken die durchschnittlichen Temperaturen im Norden zwischen etwa 15 °C im Winter und 25 °C im Sommer. Auf der Südinsel liegen die Temperaturen etwa 5 bis 10 °C darunter. Die höchste offiziell bestätigte Temperatur Neuseelands betrug 42,4 °C und wurde im Februar 1973 sowohl in Rangiora, als auch in Christchurch gemessen. Die niedrigste jemals bestätigte Temperatur des Landes wurde im Juni 1995 in Ophir (Central Otago) erreicht und betrug −21,6 °C.

Neuseeland liegt in einer Zone starker westlicher Winde, den Brüllenden Vierzigern (englisch ). Diese Winde treffen in ihrer Bahn auf dem 40. Grad südlicher Breite nur dreimal auf Land: einmal auf die Südspitze Südamerikas, später teilweise auf Tasmanien und das dritte Mal auf Neuseeland. Dadurch bedingt regnen sich die hauptsächlich über der Tasmansee angesammelten Wassermassen an den Bergen der Südinsel ab. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt an der Westküste der Südinsel bei 7000 mm pro Jahr, auf der Ostseite der Berge ist es erheblich trockener.

Insgesamt ist das Klima – dank der großen das Land umgebenden Wassermassen – zu großen Teilen maritim geprägt. Einzig die östlich der Hochgebirge gelegenen Gegenden, wie zum Beispiel das Mackenzie-Becken und Central Otago auf der Südinsel oder die Rangipo Desert auf der Nordinsel, sind kontinental geprägt. Hier liegen die Sommertemperaturen nicht selten über 30 °C, und in den Wintermonaten fällt regelmäßig Schnee.


Vegetationszonen

Aus mehreren Gründen weist Neuseeland eine hohe Zahl an unterschiedlichen Vegetationszonen auf. Zum einen sind über 1600 km Nord-Süd-Erstreckung im Vergleich zur relativ kleinen Landfläche von 268.680 km² extrem lang. Deutschland ist zum Vergleich bei einer Landfläche von 357.000 km² nur etwa 880 km lang. Ein weiterer wichtiger Grund für die Vielzahl an Vegetationszonen sind die großen Höhenunterschiede in Neuseeland. Während zum Beispiel der „große Nachbar“ Australien die 28-fache Fläche umfasst, ist dessen größte Erhebung, der Mount Kosciuszko, nur 2228 m hoch. Hingegen erreicht Neuseelands höchster Berg, der Mount Cook, 3754 m. Zuletzt sorgt auch die durch die Lage der Gebirge bedingte ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge für eine Vielfalt an Vegetationszonen.

Während fast die gesamte Westküste der Südinsel von dichtem endemischen Regenwald bewachsen ist, gehören die Südlichen Alpen zur alpinen Vegetationszone. Die Nähe dieser völlig unterschiedlichen Zonen ist ungewöhnlich. So reichen zum Beispiel an keinem anderen Ort der Erde Gletscher so nahe an den Regenwald heran wie in Neuseeland. Die bekanntesten Gletscher sind der Franz-Josef-, der Fox- und der Tasman-Gletscher. In den Ebenen wird intensive Landwirtschaft betrieben, während an vielen anderen Orten extensive Weidewirtschaft vorherrscht. Östlich der Zentralebene ist die Landschaft aufgrund des geringen Niederschlags steppenartig geprägt. Die nördlichen Teile der Nordinsel liegen in der subtropischen Vegetationszone und sind an weniger besiedelten Orten großteils mit Regenwald bewachsen.

Datei:Castle Hill New Zealand.jpg|Steppenartige Vegetation: Der Castle Hill, SüdinselDatei:Waitakere Forest n.jpg|Subtropische Vegetationszone: Die Waitakere RangesDatei:Franz Josef glacier.JPG|Regenwald trifft auf Gletscher: Der Franz-Josef-GletscherDatei:HeaphyMouth.jpg|Weitläufige Strände im Kahurangi-Nationalpark

Gewässer

Neuseeland verfügt über eine große Zahl an großen und kleineren Seen. Der durch den in der zentralen Hochebene entspringenden gespeiste Tauposee (englisch: ) im Zentrum der Nordinsel ist mit Abstand der größte See des Landes. Mit einer Fläche von 616 km² ist er größer als der Bodensee. Der See befindet sich in der Caldera eines Supervulkans mit gewaltigen Ausmaßen und ist folglich vulkanischen Ursprungs. Die nächstgrößeren Seen liegen allesamt auf der Südinsel und wurden von Gletschern ausgeschoben. Der größte dieser Gletscherseen ist der Lake Te Anau mit einer Fläche von 344 km², gefolgt vom 80 km langen und 291 km² großen Lake Wakatipu nahe Queenstown sowie dem 192 km² großen Lake Wanaka. Ein interessanter Aspekt dieser als bezeichneten Region ist, dass viele der Gletscherseen tiefer sind als ihre Höhenlage, somit befindet sich der Grund der einzelnen Seen unterhalb des Meeresspiegels.

Neuseeland wird außerdem von zahlreichen Flüssen und Bächen durchzogen. Der längste Fluss des Landes ist der auf der Nordinsel gelegene Waikato River mit einer Länge von 425 km, der aus dem Tauposee entspringt und bei Port Waikato südlich von Auckland in die Tasmansee mündet. Der Clutha River im Süden der neuseeländischen Südinsel ist mit 340 km der zweitlängste Fluss des Landes. Er entspringt dem Lake Wanaka und mündet etwa 75 km südlich von Dunedin in den Südpazifik. Der drittlängste Fluss des Landes, der 290 km lange Whanganui River, befindet sich wiederum auf der Nordinsel und mündet bei Wanganui in die Cookstraße.

Flora und Fauna

|Baumkronen zweier Kauri-Bäume |Blüte eines Eisenholz-Baumes |Ausgestopfter Streifenkiwi |Männlicher Kea

Die Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands gehört zu den außergewöhnlichsten der Erde, da die Inselgruppe schon seit sehr langer Zeit von allen anderen Landmassen getrennt ist und sich die Vegetation unabhängig entwickeln konnte. Die größten Gemeinsamkeiten in der Entwicklung der Flora und Fauna weist Neuseeland mit Neukaledonien und der Lord-Howe-Insel auf.

Flora

Etwa 85 % der neuseeländischen Pflanzenarten sind endemisch. Waren vor der Ankunft der Māori noch etwa 80 % des Landes mit Wäldern bedeckt, so wachsen heute noch auf gut 24 % der Landesfläche einheimische Wälder, von deren Fläche rund 77 % unter Schutz stehen. Auf rund 5 % der Landesfläche werden von der neuseeländischen Forstwirtschaft schnellwachsende, nicht-einheimische Baumarten wie die Monterey-Kiefer (Pinus radiata) und der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) angebaut.

Die beiden wichtigsten einheimischen Waldtypen des Landes sind einerseits Nadelwälder, beispielsweise aus Steineibengewächsen (Podocarpaceae) oder Kauri-Bäumen (Araucariaceae) zusammengesetzt, sowie Laubwälder, die hauptsächlich aus Scheinbuchen (Nothofagus) bestehen. Die meisten neuseeländischen Bäume sind immergrün. Vor allem die Nadelwälder werden durch Epiphyten wie zum Beispiel dem Nordinsel-Eisenholz (Metrosideros robusta) in ihrer Erscheinung geprägt, aber auch einige wenige, mit unseren Misteln verwandte Arten leben hemiparasitisch auf Südbuchen. Unterhalb des dichten Walddaches kommen zahlreiche, meist endemische Farne vor. Am imposantesten sind zweifellos die Baumfarne (Cyatheales), die bis über zehn Meter hoch werden. Der bekannteste unter den Farnen ist der Ponga oder Silberfarn, er stellt die neuseeländische Nationalpflanze dar. Des Weiteren konnten sich in Neuseeland verschiedene Palmenarten wie zum Beispiel die Nikau-Palme (Rhopalostylis sapida) entwickeln. Besonders auffällig sind schließlich noch der Pohutukawa (Metrosideros excelsa), das Südinsel-Eisenholz (Metrosideros umbellata) und der sogenannte (Cordyline australis).

Ungefähr 10 % der Landesfläche sind mit einheimischer Offenlandvegetation bedeckt. Dazu gehören Tussockgrasländer sowie Busch- und Heideland.

Wesentliche Teile der einheimischen Vegetation (etwa ein Drittel der Landesfläche) stehen unter Naturschutz, zu guten Teilen in Nationalparks und so genannten .

Fauna

Aufgrund der verhältnismäßigen Isolation hat sich in Neuseeland ein einzigartiges Ökosystem entwickelt, dessen herausragendes Merkmal vor der polynesischen Kolonisation das Fehlen jeglicher Art von Landsäugetieren war, mit der Ausnahme von drei Fledermausarten (die zwei Arten der Neuseelandfledermäuse und ).

Viele der Nischen, die normalerweise von Säugetieren besetzt würden, sind von Vögeln belegt worden. So spielen hier flugunfähige Vögel eine besonders wichtige Rolle. Zu ihnen gehören der Kakapo (Strigops habroptilus), der Kiwi (Apterygidae), der Takahe (Porphyrio mantelli), der Weka (Gallirallus australis) und der ausgestorbene Moa (Dinornithiformes). Die Vögel wurden von Greifvögeln gejagt, von denen der größte, der Haastadler (Harpagornis moorei), eine Spannweite von bis zu drei Metern und ein Gewicht von bis zu 14 Kilogramm hatte. Einige der flugunfähigen Arten kommen heute nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste Neuseelands vor. Weniger Probleme haben die kräftigen Papageienarten Kea (Nestor notabilis) und Kaka (Nestor meridionalis). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die über die riesigen Weiten des Pazifiks fliegen, um Teile des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie der Westlandsturmvogel (Procellaria westlandica). Auch Königsalbatrosse (Diomedea epomophora) und Australtölpel (Morus serrator) nisten hier. Die Küsten teilen sich verschiedene Pinguinarten wie der Dickschnabelpinguin (Eudyptes pachyrhynchus), der Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes) und der Zwergpinguin (Eudyptula minor) mit Neuseeländischen Seebären (Arctocephalus forsteri), Elefantenrobben (Mirounga) und Neuseeländische Seelöwen (Phocarctos hookeri). Vor den Küsten schließlich sind Delfine und Wale anzutreffen, wo es außerdem eine seltene Kleindelfinart gibt, die Hector-Delfin (Cephalorhynchus hectori) genannt wird. Des Weiteren ist Neuseeland die Heimat des Tuatara (Sphenodon punctatus), einer uralten Reptilienart, der Neuseeländischen Urfrösche (Leiopelmatidae) und des Weta (Anostostomatidae), eines Insekts, das bis zu 10 cm lang werden kann. Neuseeland ist eines der wenigen Länder der Erde, in denen es keine terrestrischen Schlangen gibt (wohl aber drei Arten von Seeschlangen im umgebenden Meer). Reptiles Database: Suchergebnis „Serpentes (Schlangen) + New Zealand“ Allerdings kommen fast 60 Echsenarten in Neuseeland vor, vor allem Skinke der Gattung Oligosoma, die Neuseeländischen Braungeckos (Hoplodactylus) und die Grüngeckos (Naultinus). Reptiles Database: Suchergebnis „Sauria + New Zealand“

Die Ankunft erst der Māori und später auch der Europäer hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen), vor allem von Ratten, aber auch von Hunden, Katzen, Igel, Hermeline und anderer Wieselarten sowie dem australischen Fuchskusu zu zwei spektakulären Aussterbewellen geführt. Die neuseeländische Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen, die durch importierte Tiere in ihrer Existenz bedrohten endemischen Arten, allen voran die vielen unterschiedlichen Vögel, vor dem Aussterben zu bewahren. Zum einen wird durch Kastration, zum Beispiel von Katzen, deren Vermehrung verhindert, und zum anderen ist Neuseeland weltweit führend in der Ausrottung eingeführter Tiere und hat damit begonnen, kleinere Inseln vor der Küste wieder in ihren Zustand vor der Kolonisierung zu versetzen und dort wieder einheimische Arten anzusiedeln, um in der nächsten Stufe das Projekt auch auf die beiden Hauptinseln auszudehnen.

Bevölkerung

Demographie

links|hochkant=1.5| |Bevölkerungsentwicklung x1000

Bei der Volkszählung im Jahr 2006 lebten zum Stichtag 7. März 4.143.279 Menschen in Neuseeland, das sind 8,4% mehr als bei der vorhergehenden Volkszählung im Jahre 2001 und doppelt so viele wie 1956. Der aktuelle, geschätzte Bevölkerungsstand beträgt etwa 4.445 000 Personen zum 31. Dezember 2011. 23% der Bevölkerung sind nicht in Neuseeland geboren. Der Bevölkerungszuwachs in den letzten fünf Jahren geht zu etwa zwei Dritteln auf Einwanderungen zurück. Die Bevölkerungsdichte beträgt ungefähr 16 Menschen pro km² (Deutschland: 231 pro km²). Damit gehört Neuseeland zu den dünner besiedelten Ländern der Erde, wenn es auch um ein Vielfaches dichter besiedelt ist als das Nachbarland Australien (2,6 Einwohner pro km²). Dabei verteilt sich die Bevölkerung ungleichmäßig auf die verschiedenen Landesteile. Während auf der größeren Südinsel nur gut eine Million Menschen leben und große Landesteile − wie zum Beispiel Fiordland − so gut wie unbewohnt sind, haben etwa 1,3 Millionen Personen alleine in der Metropolregion Auckland, der größten Stadt des Landes, ihren Wohnsitz. Insgesamt leben über drei Millionen Menschen auf der kleineren Nordinsel.

Das Durchschnittsalter liegt (Stand 2006) bei 35,9 Jahren. Die Geburtenrate liegt bei 14,14 pro 1000 Einwohner (Stand 2003), während im gleichen Zeitraum 7,54 Todesfälle pro 1000 Menschen zu verzeichnen waren. Durch Einwanderung wuchs die Bevölkerung um weitere 4,26 Personen pro 1000 Einwohner. Die Kindersterblichkeitsrate lag 2006 bei 5,76 pro 1000 Lebendgeburten, während pro Frau durchschnittlich 1,79 Kinder geboren werden (Fertilitätsrate). Die Lebenserwartung liegt bei der Geburt bei 78,32 Jahren (2003). Während Männer durchschnittlich 75,34 Jahre alt werden, erreichen Frauen im Schnitt ein Alter von 80,44 Jahren.

Neuseeland gehört mit einem Urbanisierungsgrad von 86% im Jahr 2005 zu den Ländern mit der prozentual höchsten Stadtbevölkerung der Erde. Dabei lebt alleine in der Stadt Auckland fast ein Drittel (32 %) der Gesamtbevölkerung des Landes.

Ethnische Zusammensetzung

Den größten Teil der Bevölkerung machen Neuseeländer europäischer Abstammung, genannt , aus. Diese Volksgruppe stammt größtenteils von den britischen Inseln, aber auch aus Deutschland, Italien, Polen, den Niederlanden und zahlreichen weiteren europäischen Staaten und macht etwa 67,6% der Gesamtbevölkerung aus. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe bilden die polynesisch-stämmigen indigenen Einwohner Neuseelands, die Māori, denen sich 14,6% der Bevölkerung zugehörig fühlt. Zwischen 1996 und 2006 stieg der Anteil an Asiaten mit insgesamt 9,6% zur drittgrößten ethnischen Gruppe auf. Dabei bilden Chinesen mit 2,8% vor Indern mit 1,7% die größte Gruppe. Die asiatische Bevölkerungsgruppe überholte bis 2001 die Gruppe von Menschen von den pazifischen Inseln, die 2006 etwa 6,9% der Landesbevölkerung stellten. Die meisten der pazifischen Insulaner stammen aus Samoa, gefolgt von den Cookinseln sowie Tonga. Insgesamt sind etwa 23% der Gesamtbevölkerung nicht in Neuseeland geboren.

(Stand: jeweils Volkszählung 2006, Anmerkung: Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass es in Neuseeland einer Person möglich ist, sich mehreren ethnischen Gruppen zuzuordnen, zudem wurde 2006 erstmals die Möglichkeit angeboten, sich keiner speziellen Ethnie zuzuordnen, was 11,1 % für sich nutzten.)

Religionen

|hochkant=2|Die größten Konfessionen Neuseelands pro Distrikt

In Neuseeland leben vergleichsweise viele Konfessionslose – etwa 32% der Gesamtbevölkerung gaben bei der Volkszählung 2006 an, keiner Religion zugehörig zu sein. Die vorherrschende Religion ist das Christentum. Die größte christliche Konfession ist die anglikanische Kirche mit etwa 14%, darauf folgt die die römisch-katholische Kirche mit etwa 13%. Die drittgrößte christliche Konfession schließlich ist die presbyterianische Kirche mit etwa 10% Anteil an der Bevölkerung. Kleinere christliche Gruppierungen schließen die Methodisten mit etwa 3% sowie Baptisten (alle Angaben von 2006). und Lutheraner ein.

Die meisten Māori sind heute Christen, zudem ist die neuseeländische Ratana-Kirche sehr beliebt. Weitere kleinere Religionsgruppen sind der Buddhismus, dicht gefolgt vom Hinduismus sowie vom Islam. Es gibt auch einige jüdische Gemeinden.

Während die anglikanische sowie die presbyterianische Kirche in den letzten Jahren an Mitgliederschwund leiden, verzeichnen die meisten anderen Kirchen Mitgliederzuwächse, meistens durch Einwanderer. Die Zahl der Muslime erhöhte sich beispielsweise von 2001 bis 2006 um 52%. Die katholische Kirche ist in den Großstädten der Nordinsel bereits größte Konfession. Durch den ausgeprägten Anteil an Presbyterianern im Süden der Südinsel kann man heute noch erkennen, dass dieses Gebiet vornehmlich durch schottische Einwanderer besiedelt wurde. Die katholische Bevölkerungsmehrheit in manchen ländlichen Distrikten ist zum Beispiel in Waitakere auf Zuwanderung von Kroaten aus dem Königreich Dalmatien zurückzuführen. Die italienische katholische Gemeinde stellt aufgrund sehr starker Zuwanderung die größte Gruppe innerhalb der neuseeländischen Katholiken dar.

Sprachen

In Neuseeland genießen drei Sprachen den Status einer Amtssprache: Englisch, Te Reo Māori und die neuseeländische Gebärdensprache.

Während sowohl Māori als auch die neuseeländische Gebärdensprache nur von einem relativ geringen Anteil der Bevölkerung verstanden oder gar aktiv verwendet werden, ist das neuseeländische Englisch die wichtigste Umgangssprache, die im Jahr 2006 von 98% der Bevölkerung gesprochen wird. Diese Varietät der englischen Sprache ist mit dem australischen Englisch verwandt, unterscheidet sich aber von dieser durch die grundsätzlich andere Betonung einiger Vokale und Wörter, sodass Missverständnisse zwischen Sprechern des neuseeländischen und australischen Englisch nicht ausgeschlossen sind. Andere besondere Eigenschaften des neuseeländischen Englisch machen der Māori-Sprache entlehnte Wörter aus. Ihr Gebrauch ist vor allem in der Māori-Bevölkerung verbreitet.

Die zweite Amtssprache, Māori (Eigenbezeichnung: ), verlor bis in die 1970er Jahre immer mehr an Bedeutung, und die Anzahl der Māori-Sprecher nahm kontinuierlich ab. Am 1. August 1987 wurde Māori aber zur Amtssprache erhoben und seit dieser Zeit wird an immer mehr – öffentlichen wie privaten – Schulen Māori als Wahlfach unterrichtet, so dass auch Neuseeländer europäischer Abstammung Zugang zu dieser Sprache erhalten. Seitdem nimmt die Zahl derer, die Māori sprechen und verstehen, besonders in der Altersgruppe der 3- bis 25-jährigen, wieder zu. Insgesamt konnten 2006 nach eigenen Angaben 4,2% der Bevölkerung Māori sprechen.

Die neuseeländische Gebärdensprache (englisch: ; NZSL) ist seit dem 10. April 2006 ebenfalls offizielle Amtssprache und ist damit die weltweit erste Sprache für Gehörlose, die diesen Status besitzt. Obwohl sie bereits seit 1994 an speziellen Schulen unterrichtet wird und 1998 das erste Wörterbuch für die Sprache veröffentlicht wurde, betrug 2006 die Zahl der Menschen, die die Gebärdensprache beherrschten, gerade einmal 0,6%. Die Anzahl gehörloser oder hörbehinderter Menschen in Neuseeland ist ungefähr doppelt so hoch.

Zusätzlich zu den drei Amtssprachen werden noch zahlreiche andere Sprachen in Neuseeland gesprochen, die von den vielen Einwanderern ins Land gebracht wurden, darunter Samoanisch, Französisch, Hindi, zahlreiche Chinesische Sprachen (vor allem Kantonesisch und Hochchinesisch) und Deutsch. Statistics New Zealand

Es gibt in Neuseeland keinen verpflichtenden Fremdsprachenunterricht, nur etwa ein Fünftel aller Schüler an weiterführenden Schulen lernt eine Fremdsprache. Die beliebtesten sind Französisch, Japanisch und Deutsch. von 1994.}}

Geschichte

Entdeckung und Besiedlung durch Polynesier

|hochkant|Tāwhiao, zweiter König der Māori, mit moko|moko (etwa 1890)]

Neuseeland wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts, spätestens aber in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts von Polynesiern entdeckt und in mehreren Einwanderungswellen besiedelt. Die Datierung von Knochen der pazifischen Ratte und von eingeführten Samen mittels der Radiokohlenstoffmethode grenzen diesen Zeitraum auf die Jahre 1280 bis 1350 ein.Janet M. Wilmshurst et al.: Dating the late prehistoric dispersal of Polynesians to New Zealand using the commensal Pacific rat. In: Proceedings of the National Academy of Sciences, Band 105, Nr. 22, 2008, S. 7676–7680, 10.1073/pnas.0801507105
Dating the arrival of humans in New Zealand

Die Nachkommen der ersten Einwanderer begründeten die Māori-Kultur. Aus der Besiedlung der Chatham-Inseln östlich von Neuseeland ging die Moriori-Kultur hervor. Ob diese Besiedlung von Neuseeland aus erfolgte, ist umstritten, aber sprachliche Gemeinsamkeiten sind Anzeichen für eine Besiedlung vom Festland aus. Viele der eingewanderten Māori – vor allem auf der Nordinsel – gaben dem Land den Namen Aotearoa, was im Allgemeinen mit „Land der langen weißen Wolke“ übersetzt wird.

Die ersten Māori, die das Land erreichten, fanden keine Säugetiere vor. Um sich zu ernähren, jagten sie zunächst Moa. Dieser flugunfähige, dem afrikanischen Strauß entfernt ähnliche Vogel war so binnen weniger Jahre ausgerottet. Ebenso verschwand der Haastadler, der größte Greifvogel der neuzeitlichen Erde; der letzte seiner Art starb vermutlich um 1700. Die erstmalige Besiedlung durch die Māori führte so zum Aussterben mancher Tierart. Später ergänzten die Māori ihren Speiseplan durch die Kultivierung der Kumara (Süßkartoffel).

Entdeckung und frühe Besiedlung durch Europäer

|hochkant=1.5|Eine Nachbildung der Endeavour, des Schiffs von James Cook

Der erste Europäer, der Neuseeland erblickte, war der niederländische Seefahrer Abel Tasman. Seine Aufgabe war es, das „Große südliche Land“ zu finden, weil dort wertvolle Rohstoffe vermutet wurden. Auf seiner Reise entdeckte er im Jahr 1642 ein „großes, hoch gelegenes Land“ auf der Südinsel, die heutige Region West Coast. Er war sich nicht sicher und vermutete, dass er ein weiteres Stück Küste von Staten Landt entdeckt hätte. Als er in der Golden Bay in der heutigen Region Tasman das Land aus der Nähe erkunden wollte, kam es zu einer ersten blutigen Begegnung mit den „Ureinwohnern“, bei der vier niederländische Seeleute getötet wurden. Der „Entdecker Neuseelands“ setzte niemals einen Fuß auf neuseeländischen Boden. Als eine Expedition unter Hendrik Brouwer ein Jahr später festgestellt hatte, dass der von Tasman vorgefundene Küstenstreifen nicht zu gehörte, wurde das Land (lateinisch) oder (niederländisch) genannt (wie die Provinz Zeeland), in Anlehnung an Australien, das oder genannt worden war.

Erst 1769/70 wurden erneut Expeditionen in die Gewässer um die (auf Englisch) genannten Inseln gestartet. Der britische Kapitän James Cook sollte wie Tasman einen vermuteten südlichen Kontinent finden. First approaches – the 18th century – Te Ara – the Encyclopedia of New Zealand (gefunden am 8. Januar 2009) Im Oktober 1769 traf Cooks Schiff Endeavour von Tahiti kommend am südwestlichen Punkt der Poverty Bay genannten Bucht auf Neuseeland. Nach ersten feindseligen Begegnungen, dann aber auch gelungenen Annäherungsversuchen mit Māori umsegelte Cook zunächst die Nordinsel sowie nach einem längeren Aufenthalt in den Marlborough Sounds die Südinsel und konnte so nachweisen, dass es sich bei Neuseeland um Inseln und nicht um einen Teil eines Kontinents handelte. Cook und die ihn begleitenden Wissenschaftler begannen das Land gründlich zu kartographieren, sie erkundeten ausgiebig Flora und Fauna und sammelten Informationen zu den Māori.

Nur wenige Wochen nach Cook erreichte auch Jean François Marie de Surville die Inseln. In den folgenden Jahren wanderten vor allem Walfänger, Robbenfänger und später auch Missionare nach Neuseeland ein. Diese pflegten ausgeprägte Kontakte zu den Māori. Die beiden Parteien trieben regen Handel miteinander, einige Europäer lebten sogar mit den Māori zusammen.

Die Geburt der Nation

|Die Flagge der United Tribes of New Zealand

Die bei Tauschgeschäften von den Europäern durch die Māori seit dem Ende des 18. Jahrhunderts erworbenen Schusswaffen begünstigten gewalttätige Auseinandersetzungen, die von 1829 bis 1835 in den Musketenkriegen (englisch: ) gipfelten, bei denen sich zahlreiche Stämme bekämpften und − Schätzungen der Regierung zufolge − etwa 20.000 Menschen zu Tode kamen. Auch durch die Europäer eingeschleppte Krankheiten, gegen deren Erreger die Māori nicht resistent waren, dezimierten ihre Anzahl nachhaltig. In den 1820er Jahren kam es zudem zu ersten bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Māori und Weißen. 1832 schickte die britische Regierung den Gesandten James Busby nach Neuseeland und ernannte ihn zum Residenten. Er sollte den britischen Handel überwachen und kontrollieren und zwischen streitenden Weißen und Māori vermitteln, er war dabei jedoch weitgehend auf sich allein gestellt. Nachdem ein neuseeländisches Handelsschiff wegen des fehlenden Herkunftssymboles im Hafen von Sydney beschlagnahmt worden war und auch nicht unter britischer Flagge fahren durfte, da Neuseeland noch nicht zu Großbritannien gehörte, wählten am 20. März 1834 mehrere Dutzend Māori-Anführer unter seiner Aufsicht eine offizielle Flagge aus, die später zur offiziellen Flagge der (deutsch: Vereinigte Stämme Neuseelands) wurde. Da es in Neuseeland noch keine Gesetzgebung gab und die Befürchtung aufkam, dass Frankreich an der Banks-Halbinsel eine eigene Kolonie gründen könnte, setzte Busby einen Vertrag auf, der am 28. Oktober 1835 von über 30 Māori-Anführern unterzeichnet wurde und als (Unabhängigkeitserklärung) und damit als Gründung der „Vereinigten Stämme“ in die Geschichte einging.

Die Souveränität des Landes fand jedoch schon wenige Jahre später ein jähes Ende. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Frankreich nämlich tatsächlich Bestrebungen, auf der Südinsel des Landes eine Kolonie zu gründen, was die britische Krone unter allen Umständen verhindern wollte. Da man die „Vereinigten Stämme“ für zu schwach befand, ihre Interessen selbst zu verteidigen, wurde das Land im Januar 1840 vom Britischen Weltreich offiziell annektiert. Um das Vorgehen als rechtmäßig zu erklären, beeilte sich der damalige Generalgouverneur William Hobson, zahlreiche Māori-Häuptlinge nahe dem Ort Waitangi zu versammeln, damit sie am 6. Februar des gleichen Jahres den Vertrag von Waitangi unterzeichnen konnten. Dieses Dokument gilt als die „Geburtsstunde“ des modernen Neuseeland; der Vertrag verband das Land mit der britischen Krone. Gleichzeitig gaben die Māori damit ihre Souveränität auf und bekamen dafür Bürgerrechte zugesichert. Sie durften die Ländereien behalten, die vor Unterzeichnung des Vertrages in ihrem Besitz waren. Im Jahr 1975 wurde schließlich das Waitangi Tribunal eingesetzt, das bei Unstimmigkeiten und Vertragsverletzungen Regelungen trifft und sich auch für Wiedergutmachungen einsetzt.

Auf der Südinsel Neuseelands scheiterte die Kolonialisierung durch Frankreich nur knapp. 1840 war Jean Langlois zur Banks Peninsula aufgebrochen, um sie für Frankreich in Besitz zu nehmen. Als der Plan bekannt wurde, sandten die Briten eine Expedition aus, um die Halbinsel für die Krone zu sichern. Langlois erreichte die Gewässer vor dem heutigen Akaroa zwar als erster, konnte aber wegen widriger Winde nicht an Land gehen. Als das Wetter die Landung zuließ, musste er dann erkennen, dass ihm die Briten zuvorgekommen waren. Die französischen Siedler durften sich gleichwohl in Akaroa niederlassen, was heute auch in den französischen Straßennamen sichtbar ist.

Kolonialzeit

|Major von Tempsky Tod 1868 während der Neuseelandkriege]

Die 1839 gegründete New Zealand Company warb um neue Einwanderer. Diese errichteten zahlreiche Städte und Dörfer und besiedelten große Teile des Landes. Sie lebten oft als Bauern in Frieden mit den Māori und kultivierten die Landschaft. Als aber mehr und mehr Einwanderer das Land erreichten und immer größere Landflächen benötigt wurden, kam es zu Zwistigkeiten zwischen Siedlern und Māori. Mit der Zeit wurden die Missstände immer größer, und so kam es schließlich zu offenen bewaffneten Konflikten, die in Northland bereits im Jahr 1840 zu einer kriegerischen Auseinandersetzung anwuchsen. Bis 1860 hatten sich die Kämpfe, die als Neuseelandkriege in die Geschichte eingingen, auf das ganze Land ausgedehnt. Nach diesen Auseinandersetzungen betrug die Zahl der Māori 1891 nur noch 44.000 im Vergleich zu über 120.000 vor dem Jahr 1820.

Nach der Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi wurde Neuseeland als Teil von New South Wales verwaltet, bis das Land ab 31. Mai 1841 eine eigene Kolonie bildete. Die Europäer besiedelten in den folgenden Jahrzehnten beinahe das gesamte Land und gründeten insgesamt neun Provinzen.

Im Jahre 1861 wurden auf der Südinsel große Goldvorkommen entdeckt. Um separatistische Bewegungen auf der aufstrebenden Südinsel zu verhindern, wurde die ursprünglich in Russell gelegene Hauptstadt von Auckland im hohen Norden nach Wellington in die Mitte des Landes verlegt.

Schon vor der Jahrhundertwende setzte Neuseeland im Umgang mit bisher benachteiligten Personengruppen Maßstäbe, was für den Rest der Welt zur damaligen Zeit noch unmöglich schien. Als sich das Land seit 1852 aufgrund des relativ selbständig verwaltete, bekamen ab 1867 auch die männlichen Māori das Wahlrecht und Sitze im Parlament. Am 18. September 1893 wurde in Neuseeland – als erstem Land der Welt – das Frauenwahlrecht eingeführt.

Das moderne Neuseeland

Das Land entschied sich 1901 gegen einen Beitritt zum und blieb bis 1907 eine Kolonie, als Neuseeland den Status einer Dominion erhielt und folglich fast unabhängig von Großbritannien wurde. Über die gesamte Kolonialzeit bis in die jüngere Gegenwart hinweg erwies sich das Land als besonders treuer Bündnispartner Großbritanniens. So entsandte Neuseeland Truppen für den Zweiten Burenkrieg, den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Sueskrise.

Die Frage, seit wann Neuseeland ein eigenständiger Staat ist, ist nicht leicht zu klären, da das Land nach angelsächsischer Tradition keine geschriebene Verfassung besitzt. Neben 1840 (Vertrag von Waitangi) und 1907 (Entstehung der Dominion) gibt es weitere Zeitpunkte auf Neuseelands Weg zur Unabhängigkeit: 1931 wurde von der britischen Regierung das Statut von Westminster erlassen, das den Dominions die Möglichkeit zur Unabhängigkeit gab. Am 25. November 1947 akzeptierte das neuseeländische Parlament im Statute of Westminster Adoption Act 1947 die angebotene völlige Souveränität, die mit der Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations verbunden war. Am 25. Dezember 1947 wurde es schließlich von Neuseeland unterzeichnet. Andererseits gab sich Neuseeland erst 1986 eine vom neuseeländischen Parlament abgesegnete Verfassung, bis dahin galt die Verfassung des noch vom britischen Parlament ausgearbeiteten von 1852.

Die am Schwarzen Freitag 1929 eingeläutete Weltwirtschaftskrise traf das wirtschaftlich von Großbritannien abhängige Land sehr hart und führte zur ersten Regierungsbildung durch die Labour Party (Arbeiterpartei), welche den neuseeländischen Wohlfahrtsstaat etablierte und den Wirtschaftsverkehr weitgehend kontrollierte. Diese Politik wurde über Jahrzehnte erfolgreich praktiziert, bis veränderte Bedingungen zu einem erneuten radikalen Kurswechsel führten. Bereits in den ausgehenden 1960er Jahren schwächelte das hochsubventionierte Staats- und Wirtschaftswesen des Landes und brach mit dem Beitritt Großbritanniens in die EG weitgehend zusammen. Die bewährte enge wirtschaftliche Bindung zum einstigen Mutterland existierte plötzlich nicht mehr. Das Land litt unter hohen Inflationsraten, überbordender Bürokratie und zu hohen Staatsausgaben. Erst eine von der Labour-Regierung unter David Lange 1984 begonnene und unter seinen konservativen Nachfolgern fortgesetzte durchgreifende Liberalisierung brachte auf längere Sicht die Wende, wobei die Arbeitslosenzahlen die langwierigsten Probleme bereiteten. Doch Mitte der 1990er Jahre hatte der Aufschwung das ganze Land bereits an die Spitze der Industrienationen katapultiert. Seit der Machtübernahme der Labour Party unter Helen Clark 1999 wurde diese Wirtschaftspolitik erneut teilweise revidiert, privatisierte Staatsunternehmen zurückgekauft und der soziale Ausgleich, vor allem zwischen dem Wirtschaftszentrum Auckland und dem ländlichen Raum, trat wieder in den Vordergrund.

1951 verbündeten sich die drei Staaten Australien, die USA und Neuseeland zum ANZUS-Sicherheitspakt, um im Hinblick auf den gerade vorübergegangenen Zweiten Weltkrieg zukünftige Konflikte gemeinsam verhindern zu können. Wegen Differenzen über Neuseelands Anti-Atompolitik erfolgte die Suspendierung des Pakts durch die USA im Jahr 1984. Im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das französische Atomwaffen-Programm in Französisch-Polynesien wurde das Greenpeace-Flaggschiff „Rainbow Warrior“ 1985 im Hafen von Auckland von französischen Geheimagenten versenkt. Zwei Jahre später erklärte sich Neuseeland zur atomwaffenfreien Zone.

Die Sprache und Kultur der bis in die 1970er Jahre gesellschaftlich marginalisierten Ureinwohner, der Māori, werden heute in krassem Gegensatz zur Politik des Nachbarn Australien, besonders gefördert, so gibt es Radio, Fernsehen und Zeitungen in der Māori-Sprache, die Abgeordneten der für die Māori reservierten Parlamentssitze werden in gesonderten Wahlkreisen gewählt, die traditionelle Māori-Kultur wird auch touristisch vermarktet.

Politik

Staatsorganisation

|hochkant|Der Executive Wing des neuseeländischen Parlaments, Sitz der Regierung – genannt „Beehive“ in Wellington

Neuseeland ist eine unabhängige parlamentarische Monarchie, die sich am britischen Vorbild orientiert, aber nur eine Kammer hat, es gibt also kein Oberhaus. Es verfügt als einer von drei Staaten weltweit, neben dem Vereinigten Königreich und Israel, über keine kodifizierte Verfassung.Vgl. Mustapha, Suleiman: Presidential system lacks accountability, says Asuma Banda, in: The Statesman, 15. Mai 2007. Abgerufen am 1. April 2010. Nach dem ist der Monarch von Großbritannien und Nordirland in seinem Amt als König beziehungsweise Königin von Neuseeland das Staatsoberhaupt. Ein Generalgouverneur repräsentiert wie in jedem Commonwealth Realm das Staatsoberhaupt, er kann jedoch keine Macht auf das Parlament ausüben. Regierungssitz und Sitz des Parlaments ist Wellington.

  • Exekutive – Regierungschef ist der Premierminister. Das aus 20 Personen bestehende Kabinett leitet der Premierminister. Alle Kabinettsmitglieder müssen zugleich Mitglieder des Parlaments sein.
  • Legislative – Das Parlament besteht normalerweise aus 120 Abgeordneten, die alle drei Jahre gewählt werden; durch Überhangmandate können aber in das Parlament über 120 Mitglieder einziehen (2005: ein Überhangmandat). Eine kleine Anzahl von derzeit sieben Sitzen im Parlament ist dabei für Māori-Abgeordnete reserviert. Seit 1996 wird nach dem personalisierten Verhältniswahlrecht gewählt, das das zuvor angewandte Mehrheitswahlrecht nach britischem Vorbild ablöste.
  • Judikative – Die Judikative in Neuseeland wird durch den als Obersten Gerichtshof Neuseelands, dem als Berufungsgericht und dem , sowie durch zahlreiche regionale Gerichte, den ausgeübt. Des Weiteren existieren für bestimmte Verhandlungen besondere Gerichte, so zum Beispiel das (Jugendgericht), ein Gericht für Māori-Fragen, als bekannt oder das Familiengericht, das genannt wird. Außerdem gibt es noch besondere Strafgerichte, wie zum Beispiel das .

Das neuseeländische Gesetz basiert auf drei wichtigen Säulen: dem englischen Common Law, sehr vielen im Vereinigten Königreich beschlossenen Gesetzen, zum Beispiel der Bill of Rights von 1689, sowie allen Beschlüssen des neuseeländischen Parlaments. Das großteils auf dem Gewohnheitsrecht basierende Common Law wird fast immer genau so wie in Großbritannien angewandt, auch, weil das Oberste Gericht bis zum Jahr 2004, als der in Wellington seine Arbeit aufnahm, das Gericht des Privy Council in London war.

Parteiensystem

Vor der Bildung von politischen Parteien gab es im neuseeländischen Parlament nur einzelne Kandidaten zu wählen. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bildeten sich zunehmend stärker werdende lose Interessengruppen, die sich zu Beginn meist nach geographischer Herkunft der Kandidaten, später dann aber nach politischer Einstellung – Konservatismus oder Liberalismus – zusammenfanden. Generell wird die von John Ballance gegründete und später von Richard Seddon geprägte als erste wirkliche politische Partei Neuseelands angesehen. Sie stellte von 1890 bis 1912 die Regierungsmehrheit. Ab 1903 begannen zahlreiche Parlamentarier damit, sich zu einer konservativen Alternativbewegung zusammenzuschließen, die seit 1909 offiziell als bezeichnet wurde und sich deutlich von der liberalen Partei unterscheiden sollte. Mit dem Zusammenschluss von zahlreichen sozialistischen Gruppierungen zur Labour Party im Jahr 1916 begann der Niedergang der liberalen Partei, die in den folgenden Wahlen keinen Rückhalt mehr aus der Arbeiterklasse hatte und schließlich auch noch auf ihre zweite Wählerbasis, Geschäftsleute und Arbeitgeber, die über den Aufstieg der Social Democratic Party besorgt waren und sich geschlossen der mit ihrem „Anti-Sozialismus“-Programm anschlossen, verzichten mussten. Letztere politische Vereinigung war bis 1928 an der Macht, bis sie von einem Bündnis aus und , der Nachfolgepartei der , abgelöst wurde. Als die Arbeiterpartei 1935 ohne Koalitionspartner die Regierung bilden konnte, fusionierten und zur konservativen , die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der größte und einzige Konkurrent der war. In den frühen 1990er Jahren wurden zahlreiche kleinere Parteien gegründet, die bekanntesten sind die (1990), (1991) sowie (1993). Diese konnten wegen des Mehrheitswahlrechts trotz großer Stimmenanteile nur wenige Parlamentssitze erringen. Erst nach der Einführung des personalisierten Verhältniswahlrechts zu den Wahlen im Jahr 1996 waren kleinere Parteien in größerem Umfang in der Lage, die Politik in Neuseeland mitzubestimmen.

Nach den Wahlen von 2005 dominieren zwar weiter die unter ihrer Vorsitzenden Helen Clark und die unter ihrem Vorsitzenden John Key die neuseeländische Parteienlandschaft und liefern sich bei Wahlen regelmäßig ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch neben diesen beiden Parteien sind noch sechs weitere im Repräsentantenhaus vertreten: die rechtsgerichtete, nationalistische und häufig als populistisch beschriebene Partei , die linksgerichtete, grüne , die 2004 vom ehemaligen Labour-Kabinettsmitglied Tariana Turia gegründete , die sich insbesondere für die Interessen der Māori einsetzt, die christdemokratische Mitte-rechts-Partei , die wirtschaftsliberale und die demokratisch-sozialistische (eine Abspaltung der sozialdemokratischen ).

Politische Entwicklung

|hochkant|John Key, der 38. Premierminister Neuseelands

Die Mitte-links-Koalition der seit 1999 amtierenden Premierministerin wurde bei der Wahl am 8. November 2008 von einer Koalition unter Führung der abgelöst. Der neue Premierminister nahm am 19. November 2008 seine Amtsgeschäfte auf. Seine Regierung wurde von der , und der unterstützt. Die größte Oppositionspartei wurde die. Am 26. November 2011 konnte die die regierende unter Ihre Führung mit 48,0 % der abgegebenen Stimmen sogar noch ausbauen und verfehlte mit 60 Sitzen nur knapp die absolute Mehrheit im. | hrsg= | datum=2011-11-26 | zugriff=2011-11-26 | sprache=en | format=HTML}}

Staatsoberhäupter von Neuseeland

* 1917 benannte der damalige König Georg V. sein Haus von Sachsen-Coburg-Gotha in Windsor um, um das britische Königshaus vom im Ersten Weltkrieg feindlichen Deutschen Reich abzugrenzen.

Außen- und Sicherheitspolitik

Die neuseeländischen Streitkräfte (New Zealand Defence Force) gliedern sich in drei Teilstreitkräfte: Die Seestreitkräfte (Royal New Zealand Navy), die Luftstreitkräfte (Royal New Zealand Air Force) sowie die Landstreitkräfte (New Zealand Army), die aus 4500 regulären Soldaten und 2500 weiteren Beschäftigten bestehen. Außenpolitisch hat sich Neuseeland durch seine regelmäßige Beteiligung an Kriegen auf Seiten Großbritanniens profiliert. So beteiligte sich Neuseeland unter anderen am Burenkrieg, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, dem Koreakrieg, dem Vietnamkrieg, dem Zweiten Golfkrieg und dem Krieg in Afghanistan. Ferner stellte beziehungsweise stellt Neuseeland Truppen für verschiedene Friedensmissionen, zum Beispiel in Zypern, Somalia, Bosnien und Herzegowina, im Sinai, in Angola, Kambodscha, an der iranisch-irakischen Grenze sowie in Osttimor bereit.

Das militärische Verteidigungsbündnis ANZUS mit den USA und Australien war zwischenzeitlich wegen der strikten Anti-Atom-Politik Neuseelands, in deren Rahmen sich das Land auch gegen die französischen Atomtests im Südpazifik stark machte, ausgesetzt. Neuseeland gilt den Vereinigten Staaten als einer der treuesten Verbündeten außerhalb der NATO.

Neuseeland ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und des Commonwealth. Weiterhin ist es seit der Gründung am 6. Februar 1947 Mitglied des Sekretariats der Pazifischen Gemeinschaft, der Organisationen der Weltbankgruppe (außer der MIGA), seit der Gründung 1966 der Asiatischen Entwicklungsbank, seit der Gründung am 17. April 1973 des , seit dem 29. Mai 1973 der OECD, seit der Gründung 1980 des Pazifischen Rates für wirtschaftliche Zusammenarbeit, seit der Gründung 1989 der APEC sowie seit dem 1. Januar 1995 der Welthandelsorganisation.

Einwanderungspolitik

Neuseeland nimmt derzeit rund 45.000 Einwanderer pro Jahr auf. Das Einwanderungssystem des Landes funktioniert nach einer Punktetabelle, diese bezieht sich nicht nur auf die Schulbildung eines Kandidaten, sondern auch auf die vorhergegangenen Beschäftigungen.

Verwaltungsgliederung

Im Vergleich zum föderal gegliederten Australien ist Neuseeland sehr zentralistisch organisiert. Seit einer großen Verwaltungsreform im Jahr 1989 gibt es im Allgemeinen zwei Stufen der Verwaltungsgliederung, die jedoch nur über wenige Ressorts entscheiden können. Die erste Stufe bilden die Regionen (englisch ); die zweite Stufe stellen die Distrikte dar, die entweder als (also „Stadtrat“), (also „Rat des Distriktes“) oder – bei den Chatham-Inseln – als (also „Inselrat“) bezeichnet werden. Vier der 16 Regionen sowie die Chatham-Inseln sind zusätzlich für die Aufgaben eines Distriktes verantwortlich, diese werden als bezeichnet. Offiziell agieren die Distrikte unabhängig von den Regionen, so kommt es auch vor, dass sich ein Distrikt in mehreren Regionen befindet. Alle drei Jahre werden die Räte je Region beziehungsweise je Distrikt entweder durch Mehrheitswahl oder durch eine übertragbare Einzelstimmgebung bestimmt. Zahlreiche kleinere Außengebiete des Landes, wie zum Beispiel die Kermadecinseln und die zu Neuseeland gehörigen Subantarktischen Inseln, unterstehen verwaltungstechnisch direkt dem .

Regionen

Neuseeland ist in 13 Regionen und vier Unitary Authorities unterteilt. Während die Regionen reine regionale Aufgaben wahrnehmen haben die Unitary Authorities zusätzlich auch die Aufgaben der jeweiligen lokalen Ebene zu übernehmen.

Die in den Regionen angesiedelten Verwaltungen sind für Umweltschutz und Ressourcen-Management zuständig. Sie überwachen und steuern die Schädlingsbekämpfung, kontrollieren die Flüsse, Seen und die Küste und zeichnen verantwortlich für die Hafenordnungen der jeweiligen Häfen. In ihrem Verantwortungsbereich liegt die Koordination und Unterstützung des öffentlichen Personennahverkehrs, für den sie auch die Lizenzen vergeben. Außerdem sind sie für den regionalen Zivilschutz zuständig.Jan Kelly, Brian Marshall, Atlas of New Zealand Boundaries, Auckland University Press, Auckland, 1996. ISBN 1-86940-149-2

Distrikte

Die lokale Ebene des Staatsaufbaus stellen 16 Stadt- (englisch: ) und 57 Bezirksverwaltungen (englisch: ) sowie die Verwaltung der Chathaminseln (englisch: ) dar. Sie sind für Straßen- und Wegebau, Kanalisation, Baugenehmigungen und sonstige lokale Angelegenheiten zuständig.

Städte und Ballungsräume

In Neuseeland gibt es offiziell 16 Städte (). Die größten unter ihnen sind Auckland City mit etwa 405.000, Christchurch mit knapp 350.000 und Manukau mit etwa 330.000, North Shore City mit etwa 205.000, gefolgt von Waitakere und Wellington mit knapp unter 200.000 Einwohnern (Angaben von 2006). Statistics New Zealand – Demographic Trends 2006

Wenn in Neuseeland im allgemeinen Sprachgebrauch die Rede von Städten ist, sind meist Agglomerationen gemeint. Offiziell bezeichnet der von der Statistikbehörde Neuseelands festgesetzte Begriff eine städtische Agglomeration, die gesondert statistisch erfasst wird, obwohl sie nicht mit den Grenzen der oben erläuterten Verwaltungseinheiten übereinstimmt. Der bei weitem größte Ballungsraum ist die Metropole Auckland mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern. Somit lebt etwa ein Drittel der neuseeländischen Bevölkerung in der Stadt, die sich aus den vier größten City Councils der Nordinsel (Auckland City, Manukau, North Shore und Waitakere) zusammensetzt und fast so viel Landfläche einnimmt wie ganz London (sieben Millionen Einwohner). Den zweitgrößten Ballungsraum des Landes bildet schließlich die Hauptstadt Wellington mit etwa 360.000 Einwohnern, die sich aus den Wellington City, Porirua, Upper Hutt und Lower Hutt zusammensetzt. Drittgrößte Agglomeration des Landes und mit Abstand größter Ballungsraum der Südinsel ist die „Gartenstadt“ Christchurch mit etwa genauso vielen Bewohnern, der Teile des Selwyn-Distrikts und des Waimakariri-Distrikts zugerechnet werden.

Datei:Auckland waterfront at night.jpg|Die Skyline von Auckland bei NachtDatei:CanterburyCollegeGreatHall gobeirne.jpg|Ein Gebäude des ehemaligen Canterbury College in ChristchurchDatei:Wellington NZ-cablecar-topview.jpg|Das Cable Car in WellingtonDatei:Wanganui.jpg|Die Victoria Avenue in Wanganui

Infrastruktur

Im Hinblick auf die dünne Besiedlung ist Neuseeland verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Aufgrund seiner isolierten Insellage sind die Küstenschifffahrt, der Flugverkehr sowie der Straßenverkehr die wichtigsten Transportmittel.

Flugverkehr

|Eine Boeing 747 der Air New Zealand

Neuseeland gehört zu den Ländern mit den meisten Flughäfen pro Kopf. Im Jahr 2002 gab es im Land 113 asphaltierte und nicht asphaltierte Flugplätze. Der Flughafen Auckland ist mit über elf Millionen Passagieren pro Jahr bei weitem der größte Flughafen des Landes. Darauf folgen die internationalen Flughäfen von Christchurch und Wellington, die je etwa vier Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Die 1940 gegründete Air New Zealand ist mit Abstand die wichtigste Fluggesellschaft des Landes. Pacific Blue, eine Tochtergesellschaft von Virgin Australia (Früher Virgin Blue), hat sich auf billige Verbindungen zwischen Neuseeland und Australien spezialisiert.

Straßenverkehr

|Nur teilweise asphaltierter Abschnitt des Zealand State Highway 43|Highways SH 43]

Die Ära des neuseeländischen Straßenbaus begann während der Neuseelandkriege mit der südlich von Auckland im Jahr 1861. Inzwischen stellt der Straßenverkehr das wichtigste Transportmedium des Landes dar. Er genießt eine eindeutig höhere Priorität als der Schienenverkehr. Das Rückgrat des Straßennetzes bilden die , durch die das Land zu großen Teilen erschlossen wird. Abgesehen von etwa 150 km Autobahnen, die sich nahe der drei großen Städte Auckland, Wellington und Christchurch befinden, bestehen selbst die wichtigen Überlandstraßen aus nicht mehr als zwei Fahrspuren. Die State Highways sind nicht höhenfrei und führen durch Ortschaften, wenig befahrene Teilstücke der Highways sind sogar nur Schotterstraßen, und insbesondere über Brücken finden sich immer wieder einspurige Streckenabschnitte. Das gesamte Straßennetz umfasst 92.200 km, von denen etwa 54.000 asphaltiert sind. Die Verkehrsregeln Neuseelands sind geregelt im New Zealand Road Code. Demnach gilt Linksverkehr, innerorts eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und außerorts üblicherweise 100 km/h.

Schifffahrt

|Eine Interislander-Fähre in den Marlborough Sounds

Die Schifffahrt in Neuseeland ist sowohl für den Personentransport als auch für den Gütertransport wichtig. Die bedeutendste Schifffahrtslinie für den Personentransport ist der Interislander, eine Fährverbindung, die die Nordinsel (Wellington) mit der Südinsel (Picton) verbindet und pro Jahr etwa eine Million Menschen transportiert. Sie überquert auf ihrer drei Stunden langen Fahrt die nur 35 km breite Cookstraße (diese Zeit wird benötigt, da das Schiff nicht nur die Cookstraße, sondern auch den Tory Channel und die Marlborough Sounds durchqueren muss, insgesamt etwa 70 km). In Neuseeland existieren 1609 km an Binnenschifffahrtswegen, die aber in der heutigen Zeit keine Bedeutung mehr haben.

Schienenverkehr

|Ein Wagen der ADL-Klasse der Vorortbahn AucklandIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert begann die Errichtung eines ausgedehnten Eisenbahnnetzes im großen Stil. Dabei wurden neben den drei Hauptstrecken (auf der Nordinsel: und ; auf der Südinsel: ) zahllose private sowie öffentliche Nebenbahnen gebaut, die vom verwaltet wurden. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in vielen größeren Städten des Landes unzählige Kilometer an Straßenbahnen gebaut, von denen nur noch die in Christchurch als Touristenattraktion besteht.

Bis in die 1950er Jahre waren zumeist Dampflokomotiven im Einsatz, außerdem bestanden einige elektrifizierte Abschnitte. Sukzessive wurden Nebenbahnen geschlossen, zweigleisige Strecken zu eingleisigen zurückgebaut, vorhandene Elektrifizierung wieder entfernt und Passagierverbindungen eingestellt. Von den 3900 Streckenkilometern sind seit der als „“ bezeichneten Wirtschaftspolitik in den 1980er Jahren etwa 500 km entlang des elektrifiziert.

Nachdem die staatliche neuseeländische Eisenbahn 1993 für 400 Millionen NZ$ (ca. 202 Millionen €) verkauft war, investierte die Betreiberfirma immer weniger in den Erhalt des Eisenbahnnetzes und verlagerte nach und nach den Transport von Gütern von der Schiene auf die Straße. Außerdem wurden zwischen 1995 und 2004 zahlreiche Personenverbindungen aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Als die Firma vor dem finanziellen Ruin stand, übernahm das australische Infrastrukturunternehmen den Eisenbahnbetrieb, der seitdem unter dem Namen zusammengefasst ist, während der neuseeländische Staat das gesamte Streckennetz im Jahr 2004 für den symbolischen Preis von einem Neuseeland-Dollar zurückkaufte und unter die Verwaltung des staatlichen Unternehmens stellte. Weil sich die neuseeländische Regierung und Toll Rail nicht auf Nutzungsgebühren für die verstaatlichten Schienen einigen konnte und der Staat Jahr für Jahr einige Millionen Neuseeland-Dollar für den Unterhalt des Netzes zuzahlen musste, entschloss sich die Regierung dazu, zum 1. Juli 2008 den Bahnbetrieb für 665 Millionen NZ$ (ca. 336 Millionen €) von Toll Rail zurückzukaufen.International Herald Tribune: New Zealand to buy back rail operator from Toll Holdings 5. Mai 2008

Trotz dieser Veränderungen bestehen 2008 nur noch vier Personenfernverkehrsverbindungen, die hauptsächlich touristische Bedeutung besitzen und unter dem Namen firmieren: der fährt von Auckland nach Wellington, der von Picton nach Christchurch und der überquert die Neuseeländischen Alpen von Christchurch nach Greymouth. Die als bezeichnete Verbindung von Palmerston North nach Wellington ist vornehmlich für Pendler gedacht. Daneben existieren noch einige weitere Betreiber, wie zum Beispiel die Taieri Gorge Railway im Gebiet um Dunedin, die sich auf Touristenausflüge in historischen Waggons oder auf historischen Strecken spezialisiert haben.Die Bedeutung des Schienenverkehrs für den Gütertransport nimmt in den letzten Jahren wieder zu.Toll New Zealand: Record Rail Freight Moves Across The Cook Strait 19. November 2007 Fast das gesamte Netz wurde in der Kapspur, also einer Breite von 1067 mm erstellt.

In den beiden größten Ballungsräumen, Auckland und Wellington, existieren S-Bahn-ähnliche Nahverkehrsnetze, wobei das System in Wellington besser ausgebaut und als einzige Vorortbahn des Landes elektrifiziert ist. Signifikante Verbesserungen für Auckland sind aber geplant. So soll diese bis 2013ONTRACK: ONTRACK to build Auckland rail network electrification infrastructure 17. Mai 2007 vollständig elektrifiziert sein, der unter dem Stadtzentrum verlaufende in mittelfristige Planungen einbezogen werden und der Flughafen besser an das System angebunden werden.

Bildungssystem

Für das Bildungssystem in Neuseeland ist das erst seit dem Jahr 1989 bestehende zuständig. In Zukunft soll die zentrale Verwaltung der Schulen und Universitäten gelockert werden, und diese sollen sich zunehmend selbst verwalten. Alle tertiären Bildungseinrichtungen überwachtdie (TEC).

|University of Otago in [1]] |University of Waikato in |Hamilton]

Die Kindererziehung bis zum fünften Lebensjahr ist privat. Trotzdem besuchen 90 % der Dreijährigen und 98 % der Vierjährigen eine vorschulische Bildungsanstalt, wie zum Beispiel Kindergärten () oder Spielgruppen (). Ab Vollendung des fünften Lebensjahres kann das Kind eine Grundschule () besuchen. Schulpflicht besteht von 6 bis 16 Jahren. Die Ausbildung in der Grundschule erfolgt im Regelfall von Jahr 1 bis Jahr 8, wobei das siebte und das achte Jahr alternativ auch in einer abgeleistet werden können. Ab der neunten Jahrgangsstufe wird man an einer weiterführenden Schule () unterrichtet. Mit Vollendung der elften Klasse kann das (NCEA) nach einem Punktesystem erworben werden, was in etwa dem britischen GCSE entspricht (oder dem deutschen Realschulabschluss). Im folgenden Jahr kann man das dieses Abschlusses erwerben. Mit Vollendung des 13. Schuljahres, in der Regel mit etwa 18 Jahren, kann man schließlich den höchsten Schulabschluss erlangen, das des NCEA (oder die , wie der Abschluss seit 2004 heißt). Dieser entspricht dem deutschen Abitur oder dem britischen. Ein Schuljahr in Neuseeland beginnt normalerweise Ende Januar, dauert bis Mitte Dezember und ist in vier Quartale eingeteilt. Je nach Region schwankt die Klassengröße von 19 bis 24 Schüler (2004).

In den PISA-Studien der OECD zeigt sich die große kulturelle Ähnlichkeit zwischen Neuseeland und Australien: in beiden Ländern fallen dieselben Aufgaben den Schülern leicht oder schwer.J. Wuttke in: T. Jahnke, W. Meyerhöfer (Hrsg.): PISA & Co. Kritik eines Programms. 2. Auflage. Franzbecker, Hildesheim 2007, ISBN 978-3-88120-464-4. Kritiker weisen darauf hin, dass zum guten Abschneiden Neuseelands (regelmäßig im obersten Viertel der OECD-Ranglisten) neben einer selektiven Immigrationspolitik auch die Vertrautheit der Schüler mit dem Multiple-Choice-Format, die Herkunft vieler Aufgaben aus dem englischsprachigen Raum und die Ausformulierung sämtlicher Aufgaben durch ein australisches Testunternehmen beitragen dürften.

In Neuseeland gibt es 36 tertiäre Ausbildungseinrichtungen, darunter 8 staatliche Universitäten (), 21 staatliche Fachhochschulen () und technische Hochschulen (), 4 Pädagogische Hochschulen () und 3 (Hochschulen, die auf die Kultur der Māori ausgerichtet ist). Ein akademisches Jahr dauert in Neuseeland von Februar bis November und ist normalerweise in zwei Semester aufgeteilt. Manche Bildungseinrichtungen bieten auch ein Sommer-Trimester () an. Die älteste Universität Neuseelands ist die 1869 gegründete University of Otago. Erwähnenswert ist die University of Waikato wegen ihrer weltweit einzigartigen Fakultät für Māori-Wissenschaften. Von 1870 bis 1961 war die University of New Zealand die einzige Universität des Landes, die zu einem offiziellen Abschluss führte. Nach ihrer Auflösung entstanden aus den einzelnen Campus () die heutigen Universitäten.

Wirtschaft

Offizielle Währung des Landes ist der Neuseeländische Dollar (auch „Kiwi-Dollar“; NZD, NZ$), der in 100 Cent (ct) unterteilt wird. Dieser ersetzte im Jahr 1967 das britische Pfund Sterling. Seitdem verwendet Neuseeland Einheiten im Dezimalsystem. Seit 1999 ist der Kiwi-Dollar nach dem Australischen Dollar die zweite Währung der Erde, die Kunststoffgeld verwendet; alle Scheine bestehen aus Polypropylen. Im August 2006 wurden wegen steigender Materialkosten und Verwechslungsgefahr kleinere Münzen eingeführt; die bis dahin gültige 50-Cent-Münze zum Beispiel zählte mit einem Durchmesser von 3,2 Zentimetern zu den größten Münzen der Erde.

Wirtschaftsentwicklung

Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Neuseeland ein Agrarstaat, in dem der Großteil der Einwohner im primären Sektor tätig war. Mit Abstand wichtigster Handelspartner war das Vereinigte Königreich, in das etwa die Hälfte der in Neuseeland produzierten meist landwirtschaftlichen Güter exportiert wurde. Mit dem EU-Beitritt Großbritanniens im Jahr 1973 änderte sich die wirtschaftliche Situation des Landes grundlegend. Im gleichen Jahr schließlich traf Neuseeland auch noch die weltweite Ölkrise von 1973. Als Folge dieser äußerst negativen Einflüsse stürzte das Land in eine tiefe Wirtschaftskrise. Es dauerte bis 1984, bis die Regierung größere Maßnahmen ergriff.

Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich Neuseeland von einer gelenkten Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Landwirtschaft zu einer liberalisierten Industrienation mit einem freien Markt, die mit anderen westlichen Nationen konkurrieren kann und zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt zählt. Das Land strich zahlreiche Subventionen, zum Beispiel fast vollständig die Agrarsubventionen, des Weiteren wurde der gesamte Warenverkehr liberalisiert und das Mitspracherecht des Staates in Bezug auf Löhne, Zinsen sowie Preise für Güter und Dienstleistungen aufgegeben. Durch eine sparsame Finanzpolitik und große Bemühungen, das Haushaltsdefizit zu verringern, konnte die Inflationsrate von 18 % im Jahr 1987 auf 3,9 % im Jahr 2005 reduziert werden. Zusätzlich wurden in den 1980er und 1990er Jahren fast alle Staatsbetriebe umstrukturiert und privatisiert. Ein Beispiel dafür sind der gesamte Zugverkehr, der ab 1995 bis 2008 von Tranz Rail betrieben wurde (wegen des schlechten Zustands der Gleise und Bahnhöfe wurde das Schienensystem 2004 aber wieder renationalisiert, seit 2008 ist auch der restliche Bahnbetrieb wieder in staatlicher Hand), oder die neuseeländische Telekom. Die Arbeitslosenquote stieg aufgrund verschiedener Maßnahmen kurzfristig zwar bis auf 15 %, Ende 2004 betrug sie allerdings nur noch 3,6 %, der niedrigste Wert innerhalb der OECD. Die Inflationsrate lag bei 2,4 %, das Wirtschaftswachstum betrug von Juli 2003 bis Juni 2004 4,4 %. Da viele Reformen wegen der geringen Einwohnerzahl des Landes schnell umgesetzt werden konnten, führten diese zu einem ungeahnten Wirtschaftsboom in Neuseeland. Einer der Gründe, die den Wirtschaftsaufschwung dämpfen, sind infrastrukturelle Defizite (Schienenverkehr, Energieversorgung). Nachdem 1998 im Norden des Landes das Stromnetz für 66 Tage zusammenbrach, wurden schrittweise ehemalige Staatsbetriebe wieder verstaatlicht, so unter anderem die in Konkurs gegangene Fluglinie Air New Zealand. Telepolis: Neues aus dem ehemaligen neoliberalen Musterländle Ebenso beschloss die Regierung 2008 für umgerechnet 336 Millionen € die Bahn von der australischen Firma Toll Holdings zurückzukaufen. Handelsblatt: „Niedergang des Vermögens“

Im Februar 2011 zerstörte ein schweres Erdbeben Teile der Stadt Christchurch, und es kam infolge dessen im Laufe dieses Jahres zu einer beträchtlichen Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität Neuseelandes. Einige Wirtschaftswissenschaftler gehen sogar von einer 15-prozentigen Schrumpfung der Wirtschaft des Landes für das Jahr 2011 aus, was Ende September 2011 zu einer Abstufung der internationalen Kreditwürdigkeit Neuseelands geführt hat Süddeutsche Zeitung: „Ende des Kiwi-Wunders“

Bodenschätze

Neuseeland ist relativ arm an Bodenschätzen. An Metallen werden lediglich Eisensand, Gold und Silber abgebaut. Obwohl das Land auch über Bauxit-, Kupfer-, Chromiteisenstein-, Cinnabarit-, Kassiterit-, Ilmenit-, Scheelit- und Uranvorkommen verfügt, werden diese nicht oder nicht mehr abgebaut, entweder weil die Vorkommen zu gering sind oder weil der Import günstiger ist. An fossilen Energieträgern verfügt Neuseeland über Braun- und Steinkohlevorkommen, wobei auf der Nordinsel Steinkohle dominiert, die Südinsel verfügt über beide Formen. Insgesamt verfügt das Land über 8,6 Milliarden Tonnen Braunkohle, von denen sich etwa ein Drittel in existierenden Minen hauptsächlich auf der Südinsel befindet. Die Braunkohle stellt mehr als drei Viertel der Gesamtressourcen. Die bedeutendsten Erdöl- und Erdgasfelder befinden sich im Taranaki-Becken in der Tasmansee nahe der Stadt New Plymouth. Etwa die Hälfte des Erdgases fließt in den petrochemischen Sektor und wird zum Beispiel zur Erzeugung von synthetischem Benzin verwendet, ein Viertel wird zur Energieerzeugung benutzt, und der Rest geht an Privathaushalte und Firmen. Darüber hinaus werden noch Tonminerale und Kalkstein abgebaut.

Landwirtschaft

|Neuseeland ist nach Italien und der Volksrepublik China nur noch der drittgrößte deliciosa|Kiwi-Produzent der Erde.] |Schafe spielen in der neuseeländischen Landwirtschaft immer noch eine große Rolle.

Seit Beginn der europäischen Besiedlung ist die Landwirtschaft in Form der Schafzucht ein wichtiges Standbein der neuseeländischen Gesellschaft. Zunächst dienten Schafe ausschließlich als Wolllieferant, seit den 1880er Jahren, als der Export per Kühlschiff möglich wurde, zusätzlich als Fleischlieferant. Zwischenzeitlich hatte Neuseeland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Goldrausch auf der Südinsel und eine Wirtschaftskrise wegen einbrechender Wollpreise miterlebt. Dennoch blieb die Landwirtschaft über lange Zeit der bedeutendste Wirtschaftszweig.

Die Zahl der Schafe ist derzeit rückläufig, im Jahr 2008 gab es etwa 33,9 Millionen, 2009 nur noch 32,4 Millionen. Bericht mit Bezug auf offizielle Statistik (abgerufen am 11. März 2010) Bericht mit Bezug auf offizielle Statistik (abgerufen am 11. März 2010) Die Rinderzucht hat sich zu einem wichtigen Bereich entwickelt, die Zahl der Tiere steigt. 2008 lebten 5,3 Millionen Milchkühe in Neuseeland, 90 % der Milchprodukte werden exportiert, damit ist Neuseeland seit langem der weltweit größte Exporteur von Milchprodukten. Die Rindfleischproduktion Neuseelands ist ebenso weltweit führend, etwa vier Millionen Fleischrinder leben aktuell auf den Inseln.

Neben der Tierzucht spielen auch Obst- und Gemüsebau eine große Rolle in der neuseeländischen Landwirtschaft. Innerhalb des 20. Jahrhunderts wurde in Neuseeland der Anbau von vier Kulturpflanzen gestartet, die mit unterschiedlichem Erfolg auf den Weltmarkt gebracht wurden: Macadamiapflanzen, Kulturheidelbeer- und Kiwisträucher sowie Avocadobäume. Unter ihnen war zweifellos die Kiwifrucht am erfolgreichsten. Die ursprünglich aus China stammende Pflanze wird seit den 1980er Jahren auch in anderen Teilen der Erde im großen Stil angebaut. So ist heute (2008) Italien der größte Produzent der Kiwifrucht und verdrängte Neuseeland nach der Volksrepublik China auf Platz drei. Wichtigster Handelspartner für Molkereiprodukte, Obst und Früchte war trotz der großen Entfernungen Großbritannien. Ein Großteil der abgeholzten Gebiete dient als Weideland.

Tourismus

Von besonderer Bedeutung für die neuseeländische Wirtschaft ist auch der Tourismus. So gaben im Jahr 2002 nach offiziellen Angaben des neuseeländischen Tourismusministeriums ausländische Touristen über 6,1 Milliarden NZ-Dollar im Land aus. Direkt oder indirekt hängt nach Schätzungen der neuseeländischen Regierung jede zehnte Arbeitsstelle im Land vom Tourismus ab.

Die Grundlage des neuseeländischen Tourismus bilden die Vielfalt der Landschaften – Küsten, Seen und Fjorde, Hochgebirge und Gletscher, Vulkane und heiße Quellen –, die ebenso üppige wie fremdartige Vegetation im Bush- wie im Tussockgrass-Country, die Nationalparks auf Nord- und Südinsel, in den Waldgebieten wie im Hochgebirge, die gut ausgebaute Infrastruktur und die aufgeschlossenen Bewohner Neuseelands.

Neuseeland zählt mehr als zwei Millionen Touristen pro Jahr und wird oft als sauberer und grüner Abenteuerspielplatz (englisch: ) bezeichnet. Bis vor einigen Jahren war der durchschnittliche Neuseeland-Urlauber Rucksacktourist oder Bungeespringer. Obwohl der Abenteuertourismus immer noch eine extrem bedeutende Rolle einnimmt, bemüht sich die neuseeländische Reiseindustrie seit einiger Zeit auch verstärkt um Kurzurlauber mit hohem Budget, die sich als „interaktive Reisende“ sehen. Die Tage der europäischen Abenteuertouristen sind nicht gezählt, aber es gibt eine klare Tendenz zu einem „luxuriösen Neuseeland“. Bislang wurden von Qualmark, Neuseelands offiziellem Bewertungsservice für Unterkünfte, über 160 Hotels mit fünf Sternen ausgezeichnet. Diese Entwicklung findet in den Kreisen von Abenteuerurlaubern und Rucksacktouristen allerdings immer mehr Kritik, da das Land angeblich immer weiter zu einem Pauschal-Urlaubsziel werde. Es ist zwar nicht zu erwarten, dass der Tourismus in Neuseeland in den nächsten Jahren abnimmt, allerdings werden vermutlich in einigen Jahren wesentlich weniger Abenteuerurlauber das Land besuchen.

Die neuseeländische Regierung erteilt für viele Staatsangehörige westlicher Länder ein „Working Holiday Scheme Visa“, welches in Deutschland oft Work-&-Travel-Visum genannt wird. Mit diesem Visum sind Reisende (zwischen 18 und 30 Jahre) berechtigt sich bis zu zwölf Monate im Land aufzuhalten und zu arbeiten. Germany Working Holiday Scheme Ein solches Visum wird von sehr vielen Europäern und Nordamerikanern genutzt um eine mehrmonatige Reise durch das Land zu unternehmen und sich zwischendurch mit Jobs wie beispielsweise Erntehelfer die Reisekasse aufzubessern.

Deutsche Touristen, Geschäftsreisende und Besucher können sich mit gültigem Reisepass bis zu drei Monate im Land ohne Visum aufhalten. Länderinformation Neuseeland Bis zu neun Monate Aufenthalt ist mit einem „Visitor Visa“ möglich. Ein erneute Einreise ist aber erst nach einer Wartezeit in Höhe der letzten Aufenthaltsdauer erlaubt. Visitors to New Zealand

Die meisten Touristen kommen an den internationalen Flughäfen in Auckland, Wellington, Christchurch und Queenstown an. Die beliebtesten Reiseziele sind Rotorua, die Waitomo Caves, die Coromandel Peninsula, das Fjordland mit dem Milford Sound, Queenstown, Auckland, die Bay of Islands, Dunedin und die Hawke’s Bay.

Außenhandel

Nach dem EU-Beitritt Großbritanniens und der damit gesunkenen Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten musste Neuseeland nach neuen Märkten Ausschau halten. Mittlerweile sind Australien, die VR China, Japan sowie die ostasiatischen Tigerstaaten die wichtigsten Handelspartner des Landes. Die Wirtschaftskrise in Ostasien 1998/99 hat daher auch Neuseeland einigermaßen schwer getroffen. Neuseeland weist schon seit langer Zeit eine negative Handelsbilanz auf, die etwa 8 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts darstellt. Alle Exporte Neuseelands beliefen sich im Jahr 2005 auf 29,2 Milliarden US-Dollar, die gesamten Importe auf 35,8 Milliarden US-Dollar. Die wichtigsten Ausfuhrindustrien des Landes sind die Agrarwirtschaft, Gartenbau, Fischerei und die Forstwirtschaft. Weiterhin besitzt Neuseeland nennenswerte produzierende Tourismus- und Dienstleistungsindustrien. Wichtige Einfuhrprodukte sind Automobile, Traktoren, sonstige technische Geräte sowie medizinische Produkte. Deutschland nimmt als Importpartner mit einem Anteil von 5,2 % den fünften Rang ein.

Australien ist vor allem auch in wirtschaftlicher Hinsicht der wichtigste Partner Neuseelands. So besteht zwischen beiden Ländern seit 1983 eine 24 Millionen Menschen umfassende Freihandelszone mit dem Namen Closer Economic Relations, die in den darauf folgenden Jahren immer weiter geöffnet und auf fast alle wirtschaftlichen Bereiche ausgeweitet wurde. In Zukunft soll ein gemeinsamer Binnenmarkt Realität werden und zum Beispiel auch Steuern vereinheitlicht werden.

Seit 2000 existiert auch mit Singapur eine Freihandelsvereinbarung. Diese wurde 2005 um Chile und Brunei erweitert und ist nun unter dem Namen P4 Agreement (P4-Abkommen) bekannt. Neuseeland sucht weiter nach ähnlichen Abkommen im pazifischen Raum. Seit 2005 werden Verhandlungen über eine Freihandelszone mit der VR China geführt.

Energieversorgung

|Das Manapouri-Kraftwerk ist das größte Neuseelands.]

Über 75 % des Elektrizitätsbedarfs deckt Neuseeland durch erneuerbare Energien. Während der bei 67 % (1998) liegende Anteil der Wasserkraft vornehmlich auf der Südinsel produziert wird, ist die Energieerzeugung durch die Geothermie, die bei etwa 6,5 % (1998) liegt, ausschließlich auf die Nordinsel begrenzt. Den größten fossilen Brennstoff bildet Erdgas, das etwa 22 % (1998) des Stromverbrauchs abdeckt. Weitere wichtige Brennstoffe sind Kohle (hauptsächlich Braunkohle) und Grubengase. Obwohl das Land über eigene Gasfelder verfügt, ist Neuseeland nicht unabhängig von anderen Fördergebieten der Erde, da das meiste Öl als Kraftstoff für Autos importiert werden muss. Eine immer wichtiger werdende Rolle spielt neben der Solarenergie und der Energiegewinnung aus Biomasse auch die Windenergie.

In den 1960er Jahren bestanden zwar Pläne zum Bau von Kernkraftwerken in Neuseeland, die aber nach der Entdeckung großer Kohlelagerstätten und Gasfelder 1972 schließlich verworfen wurden. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Wasserkraft immer mehr ausgebaut, und Neuseeland wurde zu einem „Vorzeigeland“ mit einem grünen, sauberen Image. Der gestiegene Verbrauch wurde über Jahre hinweg mit dem Ausbau von Gaskraftwerken kompensiert. Da aber Neuseelands Erdgasvorräte endlich sind, die Wasserkraft relativ ausgenutzt ist und aus Umweltschutzgründen nur ungern noch mehr Kohle verwendet wird, werden Überlegungen laut, den für Neuseeland geltenden, im Gesetz seit 1987 festgeschriebenen Status einer „nuklearfreien Zone“ zu überdenken und nördlich von Auckland, das zum Teil schon unter Energiemangel leidet, ein Atomkraftwerk zu errichten.

Der gesamte Stromverbrauch Neuseelands liegt bei etwa 37 Terawattstunden. Der durchschnittliche Energieverbrauch pro Kopf beläuft sich auf relativ hohe 9088,0 kWh (zum Vergleich Deutschland: 6742,0 kWh; Stand: jeweils 2002), was sich zum Teil auf die – für mitteleuropäische Verhältnisse – sehr niedrigen Strompreise (13,5 NZct/kWh; zum Vergleich Deutschland: 24,3 NZct/kWh; Stand: jeweils 1998) zurückführen lässt.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 53,7 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 48,0 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,1% des BIP. The World Factbook
Die Staatsverschuldung betrug 2009 24,6 Milliarden US-Dollar oder 22,2% des BIP.

Der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche betrug:

  • Gesundheit:Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4 9,3 (2006)
  • Bildung: 6,2 (2006)
  • Militär: 1,0 (2005)

Kultur

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägten größtenteils die europäischen Einwanderer die Kultur Neuseelands. Die meisten Immigranten wanderten aus dem „Mutterland“ Großbritannien ein. Dabei gibt es bedeutende regionale Unterschiede: Der Südteil der Südinsel zum Beispiel ist vornehmlich schottisch geprägt. So soll es in Neuseeland mehr Dudelsäcke geben als in Schottland. In den letzten Jahrzehnten erlebte schließlich auch die Māori-Kultur einen Aufschwung. Außerdem verzeichnete das Land große Einwanderungsströme von den Pazifischen Inseln und – vor allem in den letzten Jahren – aus Süd-, Ost- und Südostasien. Diese ethnischen Gruppen leben hauptsächlich im Süden des Großraums Auckland. Folglich treffen in Neuseeland verschiedenste Kulturen aus dem pazifischen Raum auf die westliche Lebensweise Großbritanniens, zu dem das Land immer noch eine starke Bindung hat.

In Neuseeland gilt das metrische Einheitensystem.

Feiertage

Neben diesen landesweiten Feiertagen wurden 1981 die eingeführt, deren Datum jede (historische) Region Neuseelands selbst festlegen kann. Mit diesen Feiertagen wird an die Gründung der Provinz oder die Ankunft der ersten Siedler in dem bestimmten Gebiet erinnert.

Medien

Am 18. April 1840 wurde mit der New Zealand Gazette die erste neuseeländische Zeitung veröffentlicht. Heute beherrscht der zur australischen Gruppe APN News & Media gehörige New Zealand Herald aus Auckland mit einer täglichen Auflage von etwa 200.000 Exemplaren den neuseeländischen Zeitungsmarkt. Dieser wird gefolgt von der erst im Jahr 2002 aus einer Fusion entstandenen Dominion Post mit Sitz in Wellington (tägliche Auflage: 100.000 Exemplare) sowie von The Press aus Christchurch mit etwa 90.000 Exemplaren täglich. Letztere gehören beide zur auch in Australien tätigen Fairfax Group.

Seit 1925 wurde an der Entwicklung eines landesweit empfangbaren Radiosenders gearbeitet. Dieses Vorhaben war bis etwa 1936 abgeschlossen. Seit 1962 war nicht mehr direkt die Regierung, sondern die New Zealand Broadcasting Corporation (NZBC) für die Verwaltung der öffentlichen Sendestationen des Landes zuständig. Seitdem wurden die Zuständigkeiten oft neu gegliedert, doch ein unkommerzielles Sendeschema blieb integraler Bestandteil von Radio New Zealand, das seit 1995 ein eigenständiges Unternehmen ist, jedoch weiterhin eine Crown Entity darstellt. Neben Radio New Zealand, das zahlreiche landesweite Radiosender betreibt, existieren zahllose private Sendestationen.

Im Fernsehbereich war Neuseeland ein Spätzünder. Nachdem die BBC in Großbritannien schon im Jahr 1936 ihren Betrieb aufnahm, folgten die USA nur drei Jahre später mit der NBC. Das erste offizielle Fernsehprogramm in Neuseeland wurde ab dem 1. Juni 1960 ausgestrahlt und nur in Auckland empfangen. In den folgenden Jahren wurde der Empfang auf den größten Teil des Landes ausgeweitet. Weitere Meilensteine im neuseeländischen Rundfunkbereich folgten 1971, als das Land erstmals Zugang zu Satelliten hatte und somit in der Lage war, Live-Sendungen aus allen Teilen der Erde zu empfangen, und 1974, als das Farbfernsehen wegen der in Christchurch stattfindenden British Commonwealth Games eingeführt wurde. Neben den beiden nationalen Sendestationen TV One und TV2 wurden seit der Deregulierung 1989 einige private Sender eingeführt: Die zum CanWest-Konzern gehörigen TV3 und C4 und zuletzt Prime TV. Des Weiteren gibt es zwei Bezahlfernseh-Anbieter. Seit 2004 gibt es einen nationalen Sender, der überwiegend in Māori sendet. Das auf der digitalen DVB-Technik basierende, frei empfangbare FreeView soll Platz für 18 Sender bieten und das analoge Fernsehen bis spätestens 2016 ablösen. Die 1960 eingeführten Rundfunkgebühren wurden 1999 abgeschafft.

Film

|hochkant|Peter Jackson ist der bekannteste neuseeländische Regisseur.Von der Stummfilmära an gab es im Wesentlichen nur Dokumentarfilme, als bedeutende Filmschaffende dieser Zeit sind mindestens John O’Shea (Pacific Films) und Rudall Hayward zu erwähnen. 1978 trat der New Zealand Film Commission Act in Kraft.

Sam Neill filmte 1995 für das British Film Institute über seine Heimat und deren Filmkunst als das „Kino der Unruhe“: „Alle Neuseeländer gehen gerne ins Kino“ (bezogen auf die 1950er Jahre). Ihm zufolge war 1977 Schlafende Hunde von Roger Donaldson beziehungsweise Ian Mune so etwas wie eine Initialzündung für den neuseeländischen Film.

In den letzten Jahren ist Neuseeland, nicht zuletzt durch den weltweiten Erfolg der mit 17 Oscars prämierten Trilogie Der Herr der Ringe (; Regie: Peter Jackson) zu einem bekannten Filmland geworden. Neuseeländische Regisseure sind jedoch bereits seit vielen Jahren auch international tätig: So wurde in Cannes bereits 1984 das Erstlingswerk Vigil von Vincent Ward gezeigt. Im Jahr 1986 lief der Science-Fiction-Film Quiet Earth – Das letzte Experiment (Regie: Geoff Murphy) in deutschen Kinos.

In den 1990er Jahren erzielten erstmals auch Filme, die neuseeländische Themen zum Gegenstand haben, internationale Erfolge. Herausragend war dabei das mit drei Oscars und der Goldenen Palme preisgekrönte Drama Das Piano der Regisseurin Jane Campion. Etwa zur gleichen Zeit erschienen auch Peter Jacksons Film Heavenly Creatures sowie Lee Tamahoris Romanverfilmung Die letzte Kriegerin (), die auch dort sehr beliebt ist. Zu den bekanntesten Filmen der letzten Jahre gehört der ebenfalls auf einem Roman basierende Film Whale Rider (Regie: Niki Caro). Zwei weitere Filme, die neuseeländische Themen zum Gegenstand haben, sind Mit Herz und Hand () von Roger Donaldson und River Queen von Vincent Ward.

Die international sehr erfolgreiche Fantasy-Serie Xena (1995–2001) wurde in Neuseeland gedreht. Die Hauptdarstellerin Lucy Lawless ist gebürtige Neuseeländerin.

Zu den neuesten Filmen neuseeländischer Regisseure zählen King Kong (Regie: Peter Jackson) und Der König von Narnia (Regie: Andrew Adamson). Für die Spezialeffekte in zahlreichen internationalen Produktionen sorgt der in Wellington ansässige Weta Workshop. Neuseeland dient auch in verschiedenen Filmen als Kulisse, so beispielsweise in Vertical Limit und Last Samurai.

Literatur

Die Māori besitzen eine ausgeprägte Erzählkultur mit zahlreichen Sagen und Geschichten, die rein mündlich weitergegeben wurden. Seit der Verschriftlichung der Sprache wurden viele von ihnen niedergeschrieben; sie sind teilweise auch in deutscher Übersetzung erschienen. Wichtige Motive der Mythen sind unter anderen die Entstehung der Welt sowie Neuseelands. Letztere ist untrennbar verbunden mit der Geschichte des Halbgottes Maui, der Neuseeland aus dem Meer angelte. Andere Geschichten erzählen von der Reise Kupes, der Neuseeland für die Menschen aus Hawaiki entdeckte, und der Besiedlung des Landes, aber auch vom Leben der Māori im modernen Neuseeland. Einer der bedeutendsten Māori-Autoren der Gegenwart ist Witi Ihimaera. Weitere bekannte Autoren, die Māori-Themen verarbeiten, sind Keri Hulme, Patricia Grace und Alan Duff.

Auch wenn Veröffentlichungen in der Sprache Māori zunehmen, ist ein Großteil der neuseeländischen Literatur auf Englisch geschrieben. Die frühesten Schriftstücke über Neuseeland sind die Berichte der europäischen Entdecker, insbesondere die Tagebücher von James Cook, die er bei seinen drei Reisen in den Pazifik führte, sowie der Reisebericht von Georg Forster, der Cook auf dessen zweiter Pazifik-Reise begleitete. Als neuseeländische Autoren werden häufig auch Einwanderer, die im Ausland geboren wurden, und Staatsbürger, die ausgewandert sind, miteingerechnet. Zu Letzteren zählt unter anderen Katherine Mansfield. Eine der bekanntesten englischsprachigen Autorinnen Neuseelands ist Janet Frame. Zu den bedeutendsten Autorinnen Neuseelands gehört auch (Alice) Esther Glen (1881-1940), geboren in Christchurch, Neuseeland. Bereits im Alter von 11 Jahren gewann sie einen Kurzgeschichten-Wettbewerb der englischen Zeitschrift Little Folks. Zu ihren erfolgreichsten Büchern zählen die Kinder- und Jugendbuchklassiker Six little New Zealanders (1917) und Uncles Three at Kamahi (1926). Seit 1925 war Glen auch journalistisch tätig und engagierte sich in der Sozialarbeit für bedürftige Kinder und Frauen. Ihr zu Ehren wurde 1945 der Esther Glen Award ins Leben gerufen, Neuseelands ältester und bis heute renommiertester Kinderbuchpreis.

Sport

In Neuseeland spielt Sport eine sehr große Rolle. In den wichtigsten Sportarten des Commonwealth – Rugby, Cricket, und Netball – gehört Neuseeland zur Weltspitze.

Nationalsportart des Landes ist Rugby Union. Die neuseeländische Nationalmannschaft heißt aufgrund ihrer durchgehend schwarzen Spielkleidung All Blacks. Trotz der nicht übermäßig großen Einwohnerzahl des Landes haben die All Blacks jahrelang die Weltrangliste angeführt und stehen aktuell auf Platz 1. Sie sind die berühmteste und erfolgreichste Mannschaft in der Geschichte des internationalen Rugby. Sie hat bei jeder Mannschaft, gegen die sie gespielt hat, eine positive Gewinnbilanz, also mehr Spiele gewonnen als verloren. Zudem konnte die Mannschaft 1987 die erste Rugby-Union-Weltmeisterschaft sowie die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2011 vor heimischer Kulisse gewinnen. Jüngste Erfolge waren, neben der Weltmeisterschaft 2011, der Gewinn der Tri Nations im Jahre 2008 sowie die Verteidigung des Bledisloe Cups im selben Jahr, der Sieg in allen drei Spielen gegen die British and Irish Lions (All-Star-Auswahl der Länder der britischen Inseln) auf deren Tour im Jahr 2005 nach Neuseeland und jeweils ein Grand Slam in den Jahren 2005 und 2008, also die Siege auf der traditionellen Europatour im Herbst gegen alle vier Nationalmannschaften der britischen Inseln (England, Irland, Schottland, Wales). Bei der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007 schied das Team aber bereits völlig überraschend im Viertelfinale gegen Frankreich aus. Dies war die schlechteste Platzierung eines neuseeländischen Teams bei einer Weltmeisterschaft. Neben ihrem sportlichen Erfolg sind die All Blacks auch für den Haka bekannt, einen auf die Māori zurückgehenden Kriegstanz, der vor jeder Partie zelebriert wird.

Vereinsrugby spielt in Neuseeland eine unbedeutende Rolle und ist reiner Amateursport. Alle Profiteams sind Provinzmannschaften. Im internationalen Provinzrugby spielen die neuseeländischen Franchise-Teams Blues, Chiefs, Crusaders, Highlanders und Hurricanes in der Super Rugby-Meisterschaft gemeinsam mit Teams aus Australien und Südafrika. Die professionelle neuseelandweite Rugby-Union-Provinzmeisterschaft ist der Air New Zealand Cup.

Bei der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land gewannen sie im Finale den Webb Ellis Cup gegen Frankreich (8:7) zum zweiten Mal nach 1987.

Darüber hinaus gehört Neuseeland zu den führenden Nationen beim Segeln. 1995 und 2000 gewann das Team New Zealand unter den Skippern Russell Coutts und Dean Barker den America’s Cup und 2007 den Louis Vuitton Cup.

Außerdem gewinnt Neuseeland regelmäßig eine – für seine geringe Einwohnerzahl – relativ hohe Anzahl an Medaillen bei den Olympischen Sommerspielen sowie bei den Commonwealth Games. In den 1950er bis 1980er Jahren hat Neuseeland immer wieder einige herausragende Leichtathleten hervorgebracht, vor allem Mittel- und Langstreckenläufer sowie Speerwerfer. Derzeit gehört die Kugelstoßerin Valerie Adams (zeitweise unter dem Namen Valerie Vili) zur Weltspitze.

Motorsport

Neuseeland hat zusammen mit Australien eine lebendige Motorsportszene und stellte in den 1960er und 1970er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit Denis Hulme und Chris Amon zwei erfolgreiche Formel-1-Fahrer, Hulme wurde 1967 sogar Formel-1-Weltmeister. Bekannter jedoch ist wahrscheinlich der Neuseeländer Bruce McLaren, der im Jahr 1966 das bis heute in der Formel 1 bestehende McLaren-Team gründete.

Neben dem heute noch benutzten Manfeild Autocourse existierten mehrere Rennstrecken, auf denen Fahrermeisterschaften mit Tasman-Formel 2,5-Liter Monoposti (Tasman-Serie) durchgeführt wurden:

  • Pukekohe Circuit 2,816 km bei Auckland
  • Levin Circuit 1,931 km bei Levin
  • Wigram Airfield 3,701 km bei Christchurch
  • Teretonga Park 2,574 km bei InvercargillEddie Guba: RennReport 2

Von diesen ist zumindest der Teretonga Park im aktuellen (2011) Rennkalender vertreten. Neue Strecken gibt es bei Timaru (1,6 km bzw. 2,4 km, gegen den Uhrzeigersinn), Hampton Downs (2.63 km, im Uhrzeigersinn), Manfeild Park, Feilding (3,03 bzw. 4,51 km, im und gegen den Uhrzeigersinn) und Taupo (1,3 km, 2,3 km und 3,32 km, gegen den Uhrzeigersinn).http://www.toyotaracing.co.nz/calendar-results

Fußball

Einer wachsenden Beliebtheit als Mannschaftssportart erfreut sich der Fußball in Neuseeland. Die Frauen schafften zur Weltmeisterschaft 2007 schon zum zweiten Mal die Teilnahme an der Endrunde in China. Die Männer schafften es nach 1982 erneut zur Fußball-Weltmeisterschaftsendrunde 2010 in Südafrika. Mit Wellington Phoenix stellt das Land bei den Männern sogar einen Verein der australischen A-League. Zur internationalen Bekanntheit schaffte es Wynton Rufer. Er spielte u.a. bei Werder Bremen in der deutschen Bundesliga und war an diversen nationalen und internationalen Erfolgen maßgeblich beteiligt. Ansonsten wird Fußball zwar oft im Amateur-Bereich gespielt, doch nicht professionell.

Des Weiteren gehören zahlreiche Wassersportarten, zum Beispiel Surfen oder Rudern, Golf, Tennis sowie eine Vielzahl an Wintersportarten, zum Beispiel Curling, Ski fahren oder Snowboarden, zu den in Neuseeland beliebten Freizeitaktivitäten.

Deutschsprachige Persönlichkeiten in Neuseeland

Die Entwicklung Neuseelands haben immer wieder deutschsprachige beziehungsweise deutschstämmige Personen entscheidend mitgestaltet. Bereits im Zuge der ersten Besiedlung Neuseelands erreichten zahlreiche Deutsche, Österreicher und Schweizer das andere Ende der Welt. Die Auswanderer wurden von der New Zealand Company vor allem in Norddeutschland geworben. Während des 19. Jahrhunderts bildeten deutschstämmige Menschen nach Briten die zweitgrößte ethnische Gruppe, die in den Pazifikstaat immigrierte. Sie ließen sich zunächst in der Region um Russell im Norden Neuseelands, auf der Banks Peninsula („German Bay“) im Südosten des Landes, später auch in der Nähe von Nelson im Zentrum des Staates nieder. Viele Ortsnamen zeugen noch heute aus der Zeit der frühen deutschen Einwanderung nach Neuseeland. Der Begriff „Neudorf“ zum Beispiel für ein weltweit anerkanntes Weingut nordwestlich von Nelson.Personen deutschsprachigen Ursprungs sind unter anderen:

  • Julius von Haast (1822–1887): Mineraloge und Geologe, kartografierte als Regierungsgeologe weite Teile des Landes. Benannte 1865 den Franz Joseph Glacier nach dem damaligen österreichischen Kaiser Franz Joseph I.. Der Haast Pass, die südlichste Überquerung der Südalpen, ist nach ihm benannt, ebenso der Haastadler.
  • Ferdinand von Hochstetter (1829–1884): Geologe und Naturforscher, fertigte erste geologische Karte des Landes an, eine Art der Neuseeländischen Urfrösche, der Leiopelma hochstetteri sowie der Berg Hochstetter Peak wurden nach ihm benannt.
  • David Lange (1942–2005): ehemaliger Premierminister (1984–1989)
  • Friedensreich Hundertwasser (1928–2000): verbrachte seine letzten Lebensjahre im Northland, in Kawakawa existiert eine öffentliche Toilettenanlage im Hundertwasser-Stil
  • Georg Wilhelm von Zedlitz (1871–1949): erster Professor für moderne Sprachen an der Victoria University of Wellington; heute ist dort ein Gebäude nach ihm benannt
  • Ernst Dieffenbach (1811–1855): erster europäischer Besteiger des Taranaki
  • Gustav von Tempsky (1828–1868): ehemaliger preußischer Offizier; britischer Major der „Forest Ranger“ und einer der rücksichtslosesten Verfolger der Māori
  • Karl Wolfskehl (1869–1948): Dichter deutscher Herkunft
  • Karl Popper, österreichisch-britischer Philosoph (in Neuseeland 1937–1945)

Siehe auch

( Textquelle: Wikipedia)

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