Pflanzen Fundorte Gallerien Bilder: Italien

Gelber-Affodill Asphodeline lutea

Echte Kugelblume Blüte blau Globularia bisnagarica

Mittelmeer-Kohl Blüte gelb Brassica fruticulosa

Rosmarin-Weidenröschen Blüte pink Epilobium dodonaei

Sumpfeibisch Blüte rosa Hibiscus moscheutos

Alpen-Helmkraut Blüte blau Scutellaria alpina

Echter Lavendel Blüte hell lila Lavandula angustifolia

Orangenblüte weiß Citrus x sinensis

Spitzahorn Blüte gelb Acer platanoides

Bergulme Blatt grün Ulmus glabra

Beschreibung von Italien

{{Infobox Staat| NAME = Repubblica Italiana
Italienische Republik| BILD-FLAGGE = Flag of Italy.svg| BILD-FLAGGE-RAHMEN = ja| ARTIKEL-FLAGGE = Flagge Italiens| BILD-WAPPEN = Italy-Emblem.svg| BILD-WAPPEN-BREITE = 100px| ARTIKEL-WAPPEN = Wappen Italiens| WAHLSPRUCH =| AMTSSPRACHE = ItalienischRegional auch Deutsch, Französisch, Ladinisch und Slowenisch| HAUPTSTADT = Rom| STAATSFORM = parlamentarische Republik| STAATSOBERHAUPT = Präsident Giorgio Napolitano| REGIERUNGSCHEF = Ministerratspräsident Mario Monti| FLÄCHE = 301.338| EINWOHNER = 60.626.442 (1. Januar 2011) ISTAT: Demographische Bilanz 2010| BEV-DICHTE = 201,19|BEV-ZUNAHME = +0,504 %|BIP = 2011 World Economic Outlook Database, April 2012 des Internationalen Währungsfonds

  • 2.198 Milliarden USD (8.)
  • 1.846 Milliarden USD (10.)
  • 36.267 USD (25.)
  • 30.464 USD (30.)

|BIP-ERWEITERT =* Total (nominal)

  • Total (PPP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (PPP)

| HDI = 0,874 (24.)| WÄHRUNG = Euro (Schweizer Franken in der Exklave Campione d’Italia)| GRÜNDUNG = 1861| NATIONALHYMNE = Fratelli d’Italia
zentriert|noicon|50px| NATIONALFEIERTAG = 25. April, 2. Juni| ZEITZONE = UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)| KFZ-KENNZEICHEN = I|ISO 3166 = ITA| INTERNET-TLD = .it| TELEFON-VORWAHL = +39| ANMERKUNGEN = | BILD-LAGE = Italy in the European Union on the globe (Europe centered).svg| BILD-LAGE-IMAGEMAP = EuropaGlobus1| BILD1 =}}

Italien (; amtlich: Italienische Republik, italienisch ) ist ein Staat in Südeuropa, der zum größten Teil auf der vom Mittelmeer umschlossenen Apenninhalbinsel liegt. Seine Hauptstadt ist Rom.

Das Gebiet des heutigen Italiens war in der Antike die Kernregion des Römischen Reiches mit Rom als Hauptstadt. Die heute italienische Toskana war das Kernland der Renaissance. Seit dem Risorgimento besteht der moderne italienische Staat.

Geografie

Italien liegt großteils auf einer länglichen Nordwest-Südost-gerichteten Halbinsel. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwas weniger als 1200 km. ISTAT: Italien in Zahlen, 2010, S. 3. (PDF). Angrenzende Staaten sind Frankreich (Länge der gemeinsamen Staatsgrenze: 488 km), die Schweiz (734,2 km), Österreich (430 km), Slowenien (232 km) sowie die Enklaven San Marino (39 km) und die Vatikanstadt (3 km). Italien besitzt mit Campione d’Italia eine von der Schweiz umgebene Exklave. Eine weitere Grenze ist die zu Kroatien (Seegrenze).

Morphologie

|links|Der Paradiso im Aostatal]Der Gebirgszug des Apennins durchzieht das Land entlang der Längsachse und erreicht seine größte Höhe im Gran Sasso (2.912 m). Im Norden gehört ein großer Teil der Alpen zu Italien: Höchster Gipfel ist der Mont Blanc (Monte Bianco) mit 4.810 m,Der Grenzverlauf auf dem Mont Blanc ist jedoch umstritten. Nach französischer Auffassung wäre dann der Mont Blanc de Courmayeur mit seinen 4.748 m der höchste Gipfel Italiens. an der Grenze zu Frankreich. Das höchste Bergmassiv, das vollständig auf italienischem Boden steht, ist der Gran Paradiso mit 4.061 m in den Grajischen Alpen.

Entlang der Westküste Italiens ziehen sich von Norden in Richtung Süden unter anderem die Italienische Riviera in Ligurien und den Golf von Neapel in Kampanien. Die Ostküste wird von Triest bis zum Gargano im Norden Apuliens (nach anderen Darstellungen: bis zur Straße von Otranto) als die Italienische Adriaküste bezeichnet. Die gesamte Küstenlänge beträgt 7.375 km.

Die Poebene (ital. Pianura Padana) im Norden ist mit einem Flächenausmaß von 50.000 km² die größte Ebene Italiens.

Gewässer

| Nago-Torbole]Hydrografisch gehört Italien fast ausschließlich zum Mittelmeer. Einzig das Tal des Lago di Livigno und der oberste Teil des Val d’Uina entwässern via Inn und Donau ins Schwarze Meer. Dorthin entwässert ebenfalls die Drau, die im Pustertal in Südtirol entspringt, sowie die Gailitz, die das Gebiet um Tarvis durchfließt. Ferner entwässert das Tal des Lago di Lei über den Rhein in die Nordsee. Die längsten Flüsse sind Po (652 km), Etsch (410 km) und Tiber (405 km), gefolgt von Adda und Oglio. Zu den größten italienischen Seen zählen der Gardasee, der Lago Maggiore und der Comer See in Oberitalien sowie der Bolsenasee und der Trasimenische See in Mittelitalien.

Inseln

Zu Italien gehören die Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien sowie die Inselgruppen der Liparischen und Ägadischen Inseln nördlich bzw. westlich von Sizilien. Rund um Sardinien liegen zahlreiche kleine Inseln, unter anderem Sant’Antioco, Asinara, San Pietro und die Inselgruppe La Maddalena. Die Pontinischen Inseln erstrecken sich vor der Küste Latiums. Im Tyrrhenischen Meer befinden sich zudem der Kampanische Archipel (darunter die Insel Capri) und der Toskanische Archipel (auch Elba). In der Adria liegen die Tremiti-Inseln. Die Pelagischen Inseln, zu denen auch Lampedusa gehört, und die Insel Pantelleria gehören geologisch bereits zu Afrika.

Vulkane

|Eruption des Ätnas im Jahre 2002, fotografiert aus der Raumstation|ISS]Neben dem Vesuv auf dem italienischen Festland stehen auf italienischen Inseln gleich zwei weitere bekannte Vulkane, der Ätna und der Stromboli.

Klima

Italien gehört zur warmgemäßigten Klimazone. Nur vereinzelt steigen die Temperaturen über 40 Grad im Sommer bzw. unter minus 10 Grad im Winter. Dabei ist das Klima regional ziemlich unterschiedlich. Das Klima in Italien (Il clima in Italia), RAI Internazionale.

Norditalien wird von den Alpen und dem toskanisch-emilianischen Apennin umsäumt, wodurch der Einfluss des Mittelmeeres auf das Klima nicht spürbar ist. Die Winter sind kalt, in den Städten der Po-Ebene kommt es mitunter zu Schneefällen; die Sommer sind sehr warm oder heiß, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Mittelitalien hat ein vergleichsweise mildes, Mittelmeerklima mit trockenen und warmen bis heißen Sommern und milden, feuchten Wintern. Die Temperaturschwankungen sind nicht so hoch wie im Norden.

Der Süden und die italienischen Inseln haben ein allgemein warmes, mediterranes Klima. Die geringe Niederschlagshäufigkeit kann dort zu Trockenperioden führen. Die Winter sind nicht zu kalt, Herbst und Frühjahr haben sommerliche Temperaturen.

In den Alpen und im Apennin herrscht aufgrund der großen Höhen ein meist kaltes Gebirgsklima, die Sommer fallen dort hingegen mild aus. Auf der Pala di San Martino im Trentino wurde im Dezember 2010 mit minus 48,3 Grad ein neuer italienischer Kälterekord gemessen. Die Höchsttemperatur von 47,0 Grad wurde im Juni 2007 an der Wetterstation Foggia Amendola in Apulien festgestellt.

Geologie

Aufgrund der geologischen Verhältnisse kommt es in Italien immer wieder zu Erdbeben. Das verheerendste Beben des 20. Jahrhunderts mit einer Stärke von 7,2 auf der Richterskala ereignete sich in im Jahr 1908 in Messina und Reggio Calabria und verursachte zirka 120.000 Tote. 1915 forderte ein Erdbeben bei Avezzano in den Abruzzen 30.000 Menschenleben. Die süditalienische Region Irpinia wurde 1980 von mehreren starken Beben getroffen, deren Ausläufer von Portici bei Neapel bis nach Potenza in der Basilikata reichten; dabei starben 3.000 Menschen. Am 31. Oktober 2002 kam es zu einem starken Beben in San Giuliano di Puglia (Region Molise): 30 Menschen, davon 27 Kinder, wurden in den Trümmern eines eingestürzten Schulgebäudes verschüttet. Auch Norditalien bleibt nicht von Erdbeben verschont. Ein katastrophales Erdbeben 1976 im Friaul forderte 965 Menschenleben. Bei weitere kleineren Beben kam es Sachschäden und Todesopfern.

Am 6. April 2009 ereignete sich L’Aquila ein schweres Erdbeben mit einer Stärke von 5,9 auf der Richterskala in. Das Erdbeben forderte in der Provinz L’Aquila 298 Opfer und zerstörte zahlreiche Gebäude und ganze Dörfer. Corriere della sera, 5. Mai 2009, Fazit zum Erdbeben in den Abruzzen am 6. April 2009 abgerufen am 12. Mai 2009.. Im Jahr 2012 kam es zu mehreren starken Erdbeben in Norditalien mit hohen Sachschäden sowie Todesopfern

Naturparks

|Der Pollino, der größte Italiens]Derzeit gibt es in Italien 24 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von rund 1.500.000 ha (15.000 km²), das entspricht etwa fünf Prozent des Staatsgebietes. Der Nationalpark Gran Paradiso wurde als erster im Jahr 1922 eingerichtet. Größter Naturpark ist der Nationalpark Pollino, der sich über 190.000 ha in den süditalienischen Regionen Kalabrien und Basilikata erstreckt.

Darüber hinaus sind 134 Regionalparks eingerichtet worden, mit einer Fläche von 1.300.000 ha (13.000 km²). Damit stehen weitere vier Prozent der Landesfläche unter besonderem Schutz.

Bevölkerung

Italien hat eine Einwohnerzahl von 60.862.521 Einwohnern (zum 1. Mai 2012) und rangiert in der Weltrangliste auf Platz 23, innerhalb der Europäischen Union liegt das Land auf dem vierten Rang hinter Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich.

Stadt- und Landbevölkerung

Rund 67 % der Einwohner Italiens, vornehmlich im Norden, leben in Städten. Vor allem von 1950 bis 1960 herrschte eine starke Abwanderung aus den unterentwickelten Landregionen in die Städte (Landflucht). Seit den 1980er Jahren hat sich dieser Trend zu Gunsten der Vororte und Kleinstädte umgekehrt (Suburbanisierung).

In der Zeit von 1951 und 1974 kam es darüber hinaus zu einer starken Binnenwanderung nach Norditalien: etwa 4 Millionen Süditaliener wanderten in die Industriezentren im Norden aus. RAI – Das Phänomen Migration

Die größten Metropolregionen

Die Tabelle zeigt die zehn größten Metropolregionen.Centro Studi Economici e Sociali: Convivere nelle mega cities, in Rapporto annuale 2008, S. 19–23.

Gesundheit

Italien hat eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Sie betrug im Jahr 2005 80,4 Jahre und liegt folglich ungefähr zwei Jahre über dem OECD-Durchschnitt von 78,6. Italien liegt damit an siebter Stelle unter allen OECD-Staaten. Die Lebenserwartung beträgt für Frauen rund 83 Jahre, für Männer 78. Ungefähr 19 % der Italiener sind älter als 65 Jahre. Gelegentlich wird die hohe Lebenserwartung auf die mediterrane Kost zurückgeführt, die beispielsweise viel Fisch, Olivenöl und Gemüse enthält.

Trotzdem lässt sich auch in Italien, wie in so gut wie allen OECD-Staaten, ein Anstieg des Anteils übergewichtiger Personen beobachten. So stieg dieser Wert von 7,0 % im Jahr 1994 auf 9,9 % im Jahr 2005 (in Deutschland lag diese Quote im selben Jahr bei 13,6 %).OECD: OECD-Gesundheitsdaten 2007 – Deutschland im Vergleich, abgerufen am 29. Januar 2008. Mittlerweile gibt es auch in Italien eigene Krankenhausstrukturen für diese Personengruppe.

Die Kindersterblichkeit lag in Italien 2005 bei 4,7 ‰ (OECD: 5,4 ‰).

Der Anteil täglicher Raucher fiel im Vergleichszeitraum 1990 bis 2005 von 27,8 % auf 22,3 % (OECD: 24,3 %). Seit 10. Januar 2005 gilt außerdem ein generelles Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Wer trotzdem raucht, muss mit Bußgeldern zwischen 27,50 und 275 Euro rechnen, Wirte, die nicht für die Einhaltung des Verbots sorgen, mit 220 bis 2200 Euro.

Religion

|Die Sitz des Bistums Rom]Italien ist ein katholisch geprägtes Land. Die katholische Kirche in Italien ist traditionell einflussreich, was sich in einer hohen Zahl an Priestern (51.259), Bischöfen (155) und Kardinälen (38) widerspiegelt. NationMaster, Europe, Italy, Religion

51 Millionen Italiener bekennen sich zum katholischen Glauben. Die zweitgrößte christliche Glaubensgemeinschaft bilden die Orthodoxen, mit 1.187.130 Anhängern: Deren Anteil ist durch die Einwanderung von Rumänen besonders stark gestiegen. Die Protestanten (unter anderem Waldenser und Baptisten) sind mit 547.825 Gläubigen vertreten. Zu weiteren christlichen Konfessionen bekennen sich etwa 500.000 in Italien lebende Personen.

Unter den Nichtchristen bilden die Moslems mit 1.293.704 die größte Glaubensgemeinschaft (siehe auch Islam in Italien). Zudem leben in Italien 197.931 Buddhisten und 108.950 Hindus. Die Jüdische Gemeinschaft zählt etwa 45.000 Mitglieder.

Vier Millionen Menschen bekennen sich zu keiner Konfession.Alle Daten wurden aus dem Dossier 2008 der Caritas/Migrantes entnommen und beziehen sich auf die Wohnbevölkerung Italiens.

Sprachen und Dialekte

Neben der staatlichen Amtssprache Italienisch gibt es noch die regionalen Amtssprachen Deutsch und Ladinisch in Trentino-Südtirol, Französisch im Aostatal sowie Slowenisch in Friaul-Julisch Venetien.

Carta identita Alto Adige.jpg|Zweisprachiger Ausweis Italienisch-DeutschCarta identita valledaosta.jpg|Zweisprachiger Ausweis Italienisch-FranzösischCarta d’identità ita-slo.jpg|Zweisprachiger Ausweis Italienisch-Slowenisch

Darüber hinaus sieht ein staatliches Gesetz aus dem Jahr 1999 G. Nr. 482/1999 den Schutz folgender Minderheitensprachen vor:

  • Albanisch (siehe Arbëresh), verteilt im gesamten Mezzogiorno
  • Franko-Provenzalisch, die eigentliche Volkssprache des Aostatals sowie einiger Täler im Piemont mit kleinen Sprachinseln in Apulien
  • Furlan, die Sprache des Friaul
  • Griechisch (siehe Griko) in Apulien und Kalabrien
  • Katalanisch in Alghero auf Sardinien
  • Molisekroatisch in der Region Molise
  • Okzitanisch in einigen Alpentälern des Piemont
  • Sardisch, die Sprache Sardiniens.

Bisher ist dieses Gesetz bis auf einige Ausnahmen nicht umgesetzt worden. Die Einrichtung von mehrsprachigen Ämtern, der muttersprachliche Schulunterricht und die Förderung von Radio- und Fernsehprogrammen, wie sie das Gesetz vorsieht, sind nicht verwirklicht worden. Nur in der Ortsnamensgebung sind einige Fortschritte gemacht worden: So tragen zahlreiche Verkehrsschilder im Friaul auch die furlanische Bezeichnung, während auf Sardinien neben dem italienischen gegebenenfalls auch der sardische Ortsname steht. In den Schulen des Friauls ist es zudem möglich, Unterricht in furlanischer Sprache zu nehmen.

Fersentalerisch und Zimbrisch sind bairische Mundarten, die in einigen Sprachinseln in Nordostitalien verbreitet sind: Im Trentino werden sie als Minderheitensprachen geschützt. In einigen Alpentälern im Nordwesten wird der höchstalemannische Dialekt der Walser gesprochen, der in der autonomen Region Aostatal anerkannt ist und gefördert wird.

Darüber hinaus werden in Italien zahlreiche Dialekte des Italienischen gesprochen. Diese können in drei große Dialektgruppen unterschieden werden:Für diese Unterteilung siehe Universität Mailand-Bicocca Einführung in die Sprachwissenschaft (italienisch).

  • norditalienische Dialekte: Dazu gehören die galloitalischen Dialekte (z. B. Lombardisch) und das Venetische;
  • toskanische Dialekte;
  • mittel- und süditalienische Dialekte: Dazu gehören unter anderem der römische Dialekt und das Sizilianische.

Die Anerkennung der Dialekte als eigenständige Sprachen ist in der Sprachwissenschaft umstritten, ebenso in der Politik. Die Verkehrsbeschilderung einiger Gemeinden, besonders jener, die von der Lega Nord verwaltet sind, ist zum Beispiel um die mundartliche Bezeichnung des Ortes erweitert worden.

Road sign in Friulian.jpg|Beschilderung Italienisch-FurlanSegnaletica bilingue Sardegna.gif|Beschilderung Italienisch-SardischMaschito bilingual.jpg|Beschilderung Italienisch-Albanisch in Maschito20080106Cartello2m.jpg|Beschilderung Italienisch-lombardischer Dialekt

Einwanderung

Die Anzahl der in Italien wohnhaften Ausländer nimmt seit den 1990er Jahren konstant zu. Laut dem nationalen Statistikinstitut ISTAT waren zum 1. Januar 2011 4.563.000 ausländische Staatsbürger in Italien wohnhaft, das macht 7,5 % der Gesamtbevölkerung aus.

Quelle: Demographische Indikatoren 2010, ISTAT (1. Januar 2011). ISTAT: Demographische Indikatoren für das Jahr 2010 (Schätzung).

Zudem leben in Italien rund 120.000 Roma, von denen 70.000 Staatsbürger sind.

Die illegalen Einwanderer sind in der Statistik nicht berücksichtigt. Die OECD rechnet mit 500.000 bis 750.000, die Caritas geht davon aus, dass sich 1 Million Ausländer illegal aufhalten. 1 Million illegale Einwanderer in Italien, Corriere della Sera, 10. August 2009. Damit würden sich in Italien bis zu 5 Millionen Ausländer aufhalten.

Die meisten Einwanderer sind im Norden und im Zentrum Italiens angesiedelt, dort machen sie einen Anteil von 10,1 % bzw. 9,7 % an der Bevölkerung aus. In den süditalienischen Regionen liegt der Ausländeranteil bei 2,9 %. ISTAT: Demographische Indikatoren für das Jahr 2010, S. 8. Die Städte mit dem größten Anteil an Ausländern sind: Rom (242.725), Mailand (181.393), Turin (114.710), Genua (42.744), Florenz (40.898), Bologna (39.480), Verona (34.465), Brescia (31.512), Padua (25.596), Neapel (24.384), Reggio Emilia (24.401), Prato (24.153), Venedig (23.928) und Modena (22.857).ISTAT, Jahr 2009.

Italiener im Ausland

|hochkant=2|Anzahl der Auswanderer nach Herkunftsregion in den Zeiträumen 1876–1900 bzw. 1901–1915Zwischen 1876 und 1915 war Italien von einer massiven Auswanderungswelle betroffen. Schätzungsweise 14 Millionen Bürger verließen das Land, um hauptsächlich in Amerika – in den Vereinigten Staaten als Arbeiter, in Argentinien und Brasilien als Landwirte – ihr Glück zu suchen. Die Zahl ist beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass Italien zur Jahrhundertwende 33 Millionen Einwohner zählte. 1913 war das Jahr mit der höchsten aufgezeichneten Auswanderungswelle: Über 870.000 Italiener verließen ihre Heimat. Quelle: Aufarbeitung von Daten von ISTAT, in Gianfausto Rosoli, Un secolo di emigrazione italiana 1876–1976, Roma, Cser, 1978

Die faschistische Diktatur versuchte der Auswanderung entgegenzuwirken, konnte aber nicht verhindern, dass weitere 2,6 Millionen Italiener das Land verließen. Vor allem Argentinien und Frankreich waren zwischen den Weltkriegen beliebte Auswanderungsländer, zumal die Vereinigten Staaten und Brasilien strengere Einwanderungsregeln eingeführt hatten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete sich die Auswanderung zunehmend in Richtung europäischer Staaten. Viele, die vorübergehend als Gastarbeiter nach Belgien, Deutschland, Frankreich, in die Schweiz gekommen waren, ließen sich schließlich auf unbestimmte Zeit in ihren neuen Heimatländern nieder.

Im konsularischen Personenregister sind nach wie vor 4.106.640 Auslandsitaliener registriert. Die folgende Tabelle weist jene Länder (außer Italien) aus, in denen die meisten italienischen Staatsbürger wohnhaft sind.

Quelle: Italienisches Außenministerium Italienisches Außenministerium: Statistisches Jahrbuch 2009, S. 121–129.

Die Italiener im Ausland dürfen bei den Parlamentswahlen wählen und sind durch 12 Abgeordnete und 6 Senatoren vertreten. Zudem dürfen sie an den nationalen Volksabstimmungen teilnehmen.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Italien war vor mindestens 1,3 Millionen Jahren von Hominiden bewohnt, seit 700.000 Jahren durchgängig. Der Vorgänger des heutigen Menschen erschien vor 43.000 bis 45.000 Jahren in Italien und lebte mehrere Jahrtausende neben dem Neandertaler. Bis ins 6. Jahrtausend v. Chr. bildeten Jagd, Fischfang und Sammeln die Grundlagen der Existenz, doch ab 6100 v. Chr. brachten erste Gruppen wohl aus Südanatolien und dem Nahen Osten, die Landwirtschaft mit. Im 2. Jahrtausend entwickelten sich aus den Dörfern frühe stadtähnliche Siedlungen, Hierarchien entstanden. Neben italischen Völkern kamen Etrusker ins Land, deren Herkunft ungeklärt ist. Im 8. Jahrhundert v. Chr. begann die griechische Kolonisation des süditalienischen Festlandes und Siziliens, an der Westküste der Insel siedelten Phönizier, später Karthager.

Antike

Schon in vorrömischer Zeit war Italien, vor allem Mittel- (Etrurien) und Süditalien (Magna Graecia), ein wichtiges europäisches Kulturzentrum. Über Jahrhunderte war es schließlich der Mittelpunkt des Römischen Reichs. Zur Zeit Caesars wurde Italien, das zuvor bis zum Rubikon bei Rimini reichte, um die Provinz Gallia Cisalpina erweitert. Sizilien und Sardinien (sowie Korsika) wurden erst im Zuge von Kaiser Diokletians Gebietsreform dem Mutterland Italien (Dioecesis Italiae) angegliedert.

Mittelalter

Nach dem Einfall der Goten und der Langobarden (410 bzw. 568) zersplitterte das Land in eine Reihe von Herrschaftsgebieten. Im 8. und 9. Jahrhundert, besonders unter Pippin und Karl dem Großen, dominierten die Franken, doch entwickelte sich unter den Nachfolgern Karls ein eigenes Königreich Italien. Seit Otto dem Großen gehörte Italien überwiegend zum Heiligen Römischen Reich, der Süden blieb dabei lange byzantinisch. Jedoch eroberten zunächst Araber ab 827 Sizilien und Teile Süditaliens. Im frühen 11. Jahrhundert begannen Normannen (aus der Normandie) mit der Eroberung Süditaliens bis zum Ende des 11. Jahrhunderts.

Durch den Aufschwung von Handel und Verkehr gewannen insbesondere die Städte Norditaliens im 11. Jahrhundert zunehmende Selbstständigkeit. Die Normannen und zahlreiche Städte Oberitaliens unterstützten während des Investiturstreits den Papst. Mit dem Untergang ihrer Dynastie 1268 scheiterten die Versuche der Staufer, die schwindende Reichsgewalt in Italien zu erneuern, obwohl Heinrich VI. das unteritalienische Normannenreich durch Heirat gewonnen hatte. Den Süden beherrschte ab 1268 die französische Dynastie der Anjou, der Norden zerfiel in eine Reihe von formal dem Heiligen Römischen Reich zugehörigen, jedoch beinahe selbstständigen Städten mit ihrem Umland.

Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden im Zeitalter der Renaissance Mittelmächte mit einem enormen wirtschaftlichen und kulturellen Vorsprung. Fünf Mächte, das süditalienische Königreich, der Kirchenstaat, Florenz, Mailand und Venedig teilten sich in wechselnden Koalitionen die politische Macht und die Ressourcen der Halbinsel.

Neuzeit

|Italien um 1494Der Niedergang Italiens begann unmittelbar nach der Entdeckung Amerikas, mit der Verlagerung des Handels in die Überseekolonien westeuropäischer Staaten, auch angesichts der osmanischen Kontrolle über das Mittelmeer. Politisch wurde Italien zum Spielball fremder Mächte. Im 16. Jahrhundert kämpften Frankreich und Spanien um die Vormachtstellung auf der Halbinsel. Die Schlacht bei Pavia besiegelte die Vorherrschaft Spaniens, das sich die unmittelbare Kontrolle Süditaliens und der Lombardei sichern konnte.

1796 rissen französische Revolutionstruppen die Macht an sich. 1805 krönte sich Napoleon in Mailand zum König von Italien. Nach dem Zusammenbruch seiner Herrschaft fiel Italien in den Einflussbereich des österreichischen Kaiserreiches. Vom 16. bis hinein ins 19. Jahrhundert stand der Großteil Italiens somit unter Fremdherrschaft.

Die anschließende Nationalbewegung im 19. Jahrhundert ging als Risorgimento in die Geschichte ein. Unter Führung der Dynastie der Savoyer, Könige von Sardinien-Piemont, angetrieben durch die Freiwilligenverbände unter Giuseppe Garibaldi, gelang in drei Unabhängigkeitskriegen die Vereinigung Italiens. Am 17. März 1861 wurde Viktor Emanuel II. in Turin zum König Italiens ausgerufen. 1865 wechselte die Hauptstadt nach Florenz. 1866 kamen mit dem dritten Unabhängigkeitskrieg auch das österreichische Venetien sowie das Friaul zum Königreich Italien. Rom wurde dann 1870 erobert und ein Jahr später zur Hauptstadt des Landes erkoren. Darüber hinaus versuchte Italien, ähnlich wie andere europäische Mächte, als Kolonialmacht Fuß zu fassen, am Horn von Afrika (Eritrea, erst später Äthiopien) und in Libyen.

|Italien nach dem von St. Germain]Italien löste sich während des Ersten Weltkriegs aus dem Dreibund und trat der Entente bei. Nachdem diese territoriale Zugewinne anbot (siehe Italiens Kriegsziele), konnte das Königreich auf der Seite der Siegermächte Julisch Venetien, das Trentino sowie das deutschsprachige Südtirol annektieren.

Im Oktober 1922 übernahmen Benito Mussolini und seine Fascisti genannten Gefolgsleute durch den Marsch auf Rom die Macht. Schritt für Schritt wandelte Mussolini das Königreich in einen totalitären Staat um und setzte sich selbst als „Duce“ (Führer) an die Spitze von Volk und Staat.Am 3. Oktober 1935 überfiel Italien das Kaiserreich Abessinien (heute Äthiopien) und annektierte das Land. Diese völkerrechtswidrige Besetzung war Teil von Mussolinis erklärtem Ziel, das antike Römische Reich wieder aufleben zu lassen. Durch verschiedene Abkommen band sich Mussolini an das Deutsche Reich und Adolf Hitler. Schließlich trat Italien auf der Seite der Achsenmächte, nach merklichem Zögern des Duce, in den Zweiten Weltkrieg ein. Mit dem Rückzug der italienischen Truppen vor den anrückenden Alliierten und dem Sturz der faschistischen Regierung im Herbst 1943 brach Italien den Dreimächtepakt, wechselte die Fronten und erklärte nunmehr seinem vormals Verbündeten den Krieg.

Der folgende Einmarsch der deutschen Wehrmacht stieß auf den Widerstand der Resistenza. Nach der Befreiung Mussolinis durch deutsche Fallschirmjäger in den Apenninen erfolgte die Installation einer Marionettenregierung unter Mussolini in Norditalien bis nach Rom am 23. September 1943 (Italienische Sozialrepublik). Dieser neue Staat blieb mit Deutschland verbündet und erklärte seinerseits dem von den Alliierten besetzten Teil Italiens den Krieg. Eine frischrekrutierte Armee von 40.000 Freiwilligen (Schwarze Brigaden) standen als vermeintlich legitime Staatsgewalt von Beginn an in einer Art Bürgerkrieg gegen die italienischen Partisanen, der sich die letzten 18 Monate bis zum Ende des Krieges hinzog.arte.tv: Geschichte am Mittwoch (Mussolini, 2. Teil); gesendet am 4. März 2009. Als sich die deutschen Verbände im Juni 1944 bis zur „Gotenlinie“ im Apennin zurückzogen und italienische Partisanen ihre Überfälle auf deutsche Soldaten verstärkten, kam es zu Massakern an der Zivilbevölkerung und weiteren schweren Kriegsverbrechen durch die deutschen Besatzer und Truppen der faschistischen Sozialrepublik Italien. Am 28. April 1945 kapitulierten die Wehrmachtsverbände in Italien vor den Westalliierten, die Kämpfe hielten aber noch bis zum 2. Mai 1945 an.

Nach Kriegsende verlor Italien sämtliche Kolonien. Das italienische Mutterland blieb von größeren Gebietsabtretungen verschont (der Großteil von Julisch Venetien an Jugoslawien bzw. das heutige Slowenien und Kroatien, der italienische Dodekanes an Griechenland, die Gemeinden Tende und La Brigue an Frankreich).

Eine verfassungsgebende Versammlung beschloss die neue Costituzione della Repubblica Italiana am 22. Dezember 1947. Sie trat zum 1. Januar 1948 in Kraft.

Die Nachkriegsgeschichte Italiens zeichnet sich innenpolitisch durch häufige Regierungswechsel, allerdings bis 1990 vier Jahrzehnte unter Führung oder Hauptbeteiligung der Democrazia Cristiana (Christdemokraten), außenpolitisch durch die Gründungsmitgliedschaft in der Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und wirtschaftlich durch das Wirtschaftswunder (miracolo economico) aus. Nach Jahrzehnten hoher Inflation (die Lira verlor einen Großteil ihres Wertes) wurde in den 1990er Jahren die Neuverschuldung deutlich gebremst, um die Maastricht-Kriterien zu erfüllen und den Euro als Währung einführen zu können.

Anfang der 90er Jahre wurde die politische Elite des Landes vom Korruptionsskandal Tangentopoli und den Aufklärungsmaßnahmen der Mani pulite weggefegt. Von etwa 1994 bis Ende 2011 wurde die Politik Italiens von Parteienbündnissen um Silvio Berlusconi sowie wechselnden Mitte-links-Koalitionen bestimmt. 2011 wurde Mario Monti sein Nachfolger, insbesondere infolge der seit 2009 schwelenden Staatsschuldenkrise im Euroraum und der als zu hoch kritisierten Staatsverschuldung Italiens, und bildete ein Kabinett von parteilosen Fachleuten (Kabinett Monti).

Recht

Politik

Politisches System

Italien ist seit 1946 eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, das Parlament besteht aus zwei Kammern (Abgeordnetenkammer und Senat), die alle fünf Jahre gewählt werden und absolut gleichberechtigt sind. Daneben gibt es vom Staatspräsidenten ausgezeichnete verdiente Persönlichkeiten, die als Senatoren auf Lebenszeit dem Senat angehören. Auch die früheren Staatspräsidenten sind Senatoren auf Lebenszeit. Regierungschef ist der Ministerpräsident, seit November 2011 Mario Monti.

Zudem ist Italien Mitglied in mehreren überstaatlichen Organisationen. Mit dem 4. April 1949 erfolgte der Eintritt in die NATO. Seit dem 14. Dezember 1955 gehört Italien den Vereinten Nationen an. Zudem ist das Land als Gründungsmitglied der Europäischen Union am 1. Januar 1952 ein bedeutender Ansprechpartner in Europa.

Siehe auch:

  • Politische Parteien in Italien
  • Liste der italienischen Ministerpräsidenten

Politische Gliederung

Italien ist politisch in 20 Regionen (regioni) mit jeweils eigener Regierung gegliedert. Diese Regionen sind in insgesamt 109 Provinzen (province) und diese in 8.094 Gemeinden unterteilt.

Regionen

Die italienischen Regionen verfügen über eine als Statut bezeichnete Landesverfassung. Fünf Regionen haben ein Sonderstatut (statuto speciale), das ihnen eine große Autonomie gewährt; diese sind in der folgenden Liste mit einem Stern markiert.

Provinzen

Liste der zehn größten Provinzen nach Einwohnern (Stand: 1. Januar 2009). ISTAT: Demographische Datenbank 2008

Die Autonome Provinz Bozen-Südtirol ist mit 7.399,97 km² die flächenmäßig größte Provinz.

Gemeinden

Die zehn größten Gemeinden (Stand: 1. Januar 2010).http://www.comuni-italiani.it/citta.html

Gesundheitssystem

|Italienische SanitätskarteDas Gesundheitssystem in Italien ist auf regionaler Ebene strukturiert. Die lokalen Sanitätsbetriebe (Aziende Sanitarie Locali) unterstehen den jeweiligen Regionalregierungen. Die regionale Ausprägung führt dazu, dass die Qualität der Dienstleistungen von Region zu Region sehr unterschiedlich ist. Es ist ein scharfes Nord-Süd-Gefälle zu verzeichnen, das einen starken „Gesundheitstourismus“, vor allem in Richtung Venetien, Lombardei und Emilia-Romagna verursacht.

Die ausgezeichneten Leistungen dieser Regionen haben die WHO im Jahr 2000 dazu veranlasst, Italien nach Frankreich auf den zweiten Platz in der Weltrangliste der Gesundheitssysteme zu stellen. World Health Organization Assesses the World’s Health Systems Als negativ werden die langen Wartezeiten (oft mehrere Monate) auf stationäre Behandlung gesehen.

Hausärzte erhalten in Italien eine Kopfpauschale für die Patienten, die in einer Liste registriert wurden. Zahnärztliche Leistungen müssen überdies von den Bürgern vollständig selbst getragen werden.

Die gesamten Gesundheitsausgaben betrugen im Jahr 2009 9,5 % des BIP, und entsprachen damit exakt dem OECD-Durchschnitt. Der überwiegende Anteil dieser Ausgaben (77,9 %) wird vom öffentlichen Sektor getragen (OECD: 71,7 %).OECD Health Data 2011: How Does Italy Compare, Zugriff am 7. Oktober 2011

Polizei

| Romeo 159 der Carabinieri in Rom]

Das italienische Polizeiwesen ist mehrgliedrig und teilweise militärisch organisiert. Die einzelnen Polizeiorganisationen unterstehen verschiedenen Ministerien oder den unteren Gebietskörperschaften. Dieses althergebrachte System hat sich aus Gründen der Tradition erhalten, aber auch, um zu verhindern, dass zu viel polizeiliche Gewalt in einer Hand bzw. in einem Ministerium gebündelt wird. Auf der nationalen Ebene gibt es die zivile Polizia di Stato (Staatspolizei), die dem Innenministerium unterstellt ist. Sie übernimmt hauptsächlich polizeiliche Aufgaben innerhalb der großen Städte. Die Staatspolizei wird ergänzt durch die Carabinieri, einer Gendarmerietruppe, die dem Verteidigungsministerium untersteht und nach Weisung des Innenministeriums Polizeidienst versieht, vor allem auch auf dem Land. Vergleichbare Strukturen finden sich auch in Frankreich (Gendarmerie Nationale) und in Spanien (Guardia Civil). Daneben verfügt das italienische Finanzministerium über die Guardia di Finanza (Finanzwacht), eine Finanz- und Zollpolizei, die auch Grenzschutzaufgaben übernimmt. Auf lokaler Ebene gibt es unter anderem die Gemeindepolizeien (Polizia Municipale), die sich vorwiegend um den örtlichen Straßenverkehr kümmern. Das Feuerwehrwesen ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, im nationalen Rahmen organisiert.

Militär

Die italienische Armee ist eine Berufsarmee und besteht aus den Teilstreitkräften Heer, Marine, Luftwaffe und den Carabinieri. Insgesamt dienen rund 180.000 Männer und Frauen in den Streitkräften, dazu kommen 110.000 Carabinieri und 33.000 zivile Mitarbeiter.

Die allgemeine Wehrpflicht ist in Italien seit dem 1. Juli 2005 ausgesetzt.

Wirtschaft

Italien ist ein Industriestaat mit einer vormals stark gelenkten Volkswirtschaft: Der staatliche Konzern IRI (1933-2002) unterhielt zwischenzeitlich 1.000 Tochtergesellschaften und zählte bis zu 500.000 Beschäftigte. Istituto per la Ricostruzione Industriale S.p.A. – Company Profile Im Laufe der 90er Jahre wurden die Staatsunternehmen nach und nach privatisiert, auch um die Schulden der öffentlichen Hand zu bedienen, die Märkte wurden geöffnet und dereguliert.

Die italienische Wirtschaft ist mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 2 Billionen US-Dollar (IWF 2010) achtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das Land liegt im weltweiten Vergleich des BIP je Einwohner auf dem 23. Platz, in der EU nimmt Italien hierzu den 13. Rang ein.

Ferner ist zu bemerken, dass die Schattenwirtschaft in Italien traditionell sehr hoch ist. Die Agentur der Einnahmen schätzt ihren Anteil am BIP auf zwischen 17 % und 18,1 %, andere Beobachter gehen von bis zu 30 % aus. Tatsache ist, dass bei der Ermittlung des BIP die Schattenwirtschaft auf Basis von Schätzungen mitberücksichtigt wird.

Das Wirtschaftswachstum liegt seit über einem Jahrzehnt unter dem Durchschnitt der EU-Länder. Im Jahr 2007 wuchs die italienische Wirtschaft um lediglich 1,5 %, 2008 schrumpfte sie bereits um 1 % und 2009 um 5,1 %. 2010 gab es wieder ein Wachstum von 1,3 %.

Wichtigster Handelspartner Italiens ist Deutschland, mit einem Exportanteil von 12,7 % und einem Importanteil von 15,9 %, gefolgt von Frankreich, mit 11,2 % bzw. 8,5 %. Zu den wichtigsten Ausfuhrmärkten für italienische Produkte gehören auch Spanien (6,5 %), die USA (6,2 %) und das Vereinigte Königreich (5,2 %). Die meisten Einfuhren bezieht Italien des Weiteren aus China (6,2 %), den Niederlanden (5,3 %), Libyen (4,6 %) und Russland (4,2 %). The World Factbook

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste im Krisenjahr 2009 Ausgaben von 785 Milliarden Euro und Einnahmen von 705 Mrd. Euro: Das Haushaltsdefizit von etwa 80 Milliarden Euro entsprach 5,3 % des BIP. Im Jahr 2010 sank die Neuverschuldung auf 4,6 %. Die Staatsverschuldung betrug 2009 1.763,6 Milliarden Euro oder 116 % des BIP. Bereitstellung der Daten zu Defizit und Verschuldung 2009 2010 stiegen die Gesamtschulden auf 119 % des BIP an.
Italien hatte in der EU jahrelang die höchste Schuldenquote, ist aber mittlerweile von Griechenland überholt worden. Ein Großteil der Schulden wurde während der 1980er und Anfang der 1990er Jahre gemacht: 1979 betrug die Verschuldung noch 62,4 %, 1994 wurde ein Höchststand von 124,5 % erreicht.

Mehr Orte auf Pflanzen-Bild

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen