Sorbit Pflanzen-Inhaltsstoffe Gallerien Bilder

Japanische-Eberesche Blüte weiß Sorbus commixta

Echte Mehlbeere Blüte weiß Sorbus aria

Eberesche Frucht rot Sorbus aucuparia

Koreanische-Eberesche Beere Blatt rot braun Sorbus commixta

Eberesche Baum Frucht orange rot Sorbus aucuparia

Eberesche Baum Frucht rot Sorbus aucuparia

Speierling Frucht Blätter gelb rötlich Sorbus domestica

Echte Mehlbeere Baum Blüte weiß Sorbus aria

Beschreibung von Sorbit

Sorbit der Sorbit, auch das Sorbitol, Glucitol oder Hexanhexol zählt zu den Alditolen Zuckeralkoholen und findet in vielen industriell hergestellten Lebensmitteln Lebensmittelzusatzstoff E 420 als Zuckeraustauschstoff, Trägerstoff sowie Feuchthaltemittel Verwendung Sorbit ist die reduzierte Polyolform der Glucose und kann aus ihr durch katalytische Hydrierung hergestellt werden

Vorkommen und Herstellung
Ursprünglich wurde Sorbit aus den Früchten der Eberesche Vogelbeere, Sorbus aucuparia gewonnen, die bis zu 12 % Sorbit enthalten Er kommt aber auch in vielen anderen Früchten und vor allem in Kernobstsorten vor Erwähnenswert hinsichtlich ihres hohen Anteils an Sorbit sind Birnen, Pflaumen, Äpfel, Aprikosen und Pfirsiche Dagegen enthalten Beeren- und Citrusfrüchte sowie Ananas und Trauben sehr wenig bis gar kein Sorbit Hans-Dieter Belitz, Werner Grosch und Peter Schieberle: Lehrbuch der Lebensmittelchemie Springer, Berlin; 6, vollständig überarbeitete Auflage 2008; ISBN 978-3-540-73201-3; S 842 und 949
Die industrielle Herstellung erfolgt aus Mais- und Weizenstärke Sorbit wird auf der Basis von Glucose Traubenzucker gewonnen Wie bei allen Produkten, die über die Stärkeverzuckerung in Europa erzeugt werden, sind bei Sorbit keine gentechnischen Produkte auf dem Markt, wobei zur Herstellung von Sorbit der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen möglich wäre

Verwendung und Eigenschaften
Sorbit liefert mit 2,4 kcal/g 10 kJ/g weniger Kalorien als Haushaltszucker Saccharose 17 kJ/g Seine Süßkraft entspricht etwa 40–60 % im Vergleich zur Saccharose Für die Verstoffwechselung im Körper wird kein Insulin benötigt Daher ist Sorbit zum Süßen von Diabetikerlebensmitteln geeignet und kommt in Deutschland und Österreich in diesen diätetischen Lebensmitteln zum Einsatz

In der Lebensmittelherstellung wird Sorbit auch als Feuchthaltemittel eingesetzt, da es hygroskopische Eigenschaften besitzt und somit Lebensmittel beispielsweise Senf, Mayonnaisen, Toast, Biskuit, Schokoladen- und Pralinenfüllungen, Kosmetika und auch Zahncremes vor dem Austrocknen schützt
Da Sorbit im Mund nur wenig abgebaut wird, ist er nur leicht kariogen Hans-Dieter Belitz, Werner Grosch und Peter Schieberle: Lehrbuch der Lebensmittelchemie Springer, Berlin; 6, vollständig überarbeitete Auflage 2008; ISBN 978-3-540-73201-3; S 892 Sorbit ist Bestandteil der meisten Zahncremes, die auf dem Markt zu finden sind Er ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 420 mit Ausnahme von Getränken als Zusatz für fast alle Lebensmittel in beliebig hoher Menge zugelassen, obwohl aufgenommene Mengen von mehr als 50 g/Tag zu Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen führen können Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz DLR : Newsletter der Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz März 06 Jedes Lebensmittel, das mehr als 10 % Sorbit oder andere Polyole enthält, muss daher auch den Wortlaut: „ kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken “ tragen

Bei der Veresterung von Sorbit mit Nitriersäure entsteht Nitrosorbit, ein gewerblicher Sprengstoff, ähnlich dem Glycerintrinitrat
Weiterhin dient Sorbit als ein Zwischenprodukt bei der Synthese von Ascorbinsäure Vitamin C aus D-Glucose Traubenzucker nach Reichstein, wofür er zur entsprechenden Ketose, der L-Sorbose, als nächstes Zwischenprodukt oxidiert wird

Unverträglichkeit
Bei einer Sorbitunverträglichkeit = Sorbitmalabsorption, Sorbitintoleranz ist die Verwertung von Sorbit im Dünndarm ganz oder teilweise aufgehoben Ist eine Sorbitunverträglichkeit diagnostiziert, sollte man Produkte meiden, die Sorbit als Zuckeraustauschstoff enthalten Besondere Vorsicht ist bei Diabetikernahrungsmitteln und Diät-/Lightprodukten geboten Auch ist darauf zu achten, dass in fast allen herkömmlichen Kaugummis und Lutschpastillen Sorbit enthalten ist Ebenso findet sich in vielen einheimischen Obstsorten, z B Pfirsich 0,9 g/100 g, Aprikose 0,82 g/100 g oder Pflaume 1,4 g/100 g eine nicht unerhebliche Menge Sorbit Im Trockenobst ist die Konzentration aufgrund des Wasserverlustes noch höher; so ist die Konzentration etwa in einer getrockneten Aprikose gut fünf mal so hoch 4,6 g/100 g wie in einer frischen Frucht
Menschen mit Fructoseintoleranz dürfen auch keinen Sorbit zu sich nehmen, da er im Stoffwechsel in Fructose umgewandelt wird Fructoseintoleranz
Bei diesen Patienten kann zusätzlich zur Fructoseintoleranz eine Sorbitintoleranz vorliegen, was jedoch einer gesonderten medizinischen Abklärung bedarf

Biochemie
400px Polyolweg von Glucose über Sorbit zu Fructose Im Organismus ist Sorbit Zwischenstufe des außerhalb der Leber vorkommenden Polyolweges und kann sowohl zu Glucose als auch zu Fructose umgewandelt werden Neben dem Abbau von über die Nahrung zugeführtem Sorbit wird dieser Weg beschritten, um aus Glucose Fructose zu synthetisieren, vor allem in der Bläschendrüse zur Ernährung der Spermien Das Enzym Aldosereduktase wandelt Glucose unter Verbrauch eines NADPH/H+ in Sorbit um, das Enzym Sorbitdehydrogenase oxidiert Sorbit zu Fructose, diesmal unter Gewinn eines NADH/H+
Der Stoffwechsel des Sorbits spielt bei der Entstehung einiger Spätfolgen des Diabetes mellitus eine Rolle Bei unphysiologisch hohem Glucoseangebot wird der Polyolweg beschritten, dessen Gleichgewicht auf der Seite von Sorbit und Fructose liegt Da Fructose praktisch nur in der Leber abgebaut wird und Sorbit und Fructose die Zellen nicht verlassen können, akkumulieren sie und verschieben das osmotische Gleichgewicht der Zelle, was letztendlich zur Zellschwellung führt Insbesondere die Entstehung des Grauen Stars wird auf diesen Mechanismus zurückgeführt, aber er spielt auch bei der diabetischen Mikroangiopathie und Neuropathie eine Rolle

Therapeutische Anwendung
In hohen Dosen wirkt Sorbit durch seine Wasseranziehungskraft auch als osmotisches Diuretikum Derselbe Wirkmechanismus bedingt seine Verwendungsmöglichkeit als Klistier

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