Archiveeinträge für Pflanzen-Gattungen: Spartium

Pfriemenginster Binsenginster Spanischer Ginster Blüte gelb Spartium junceum

Beschreibung von Spartium

Der Pfriemenginster Spartium junceum, auch Binsenginster oder Spanischer Ginster genannt, bildet die einzige Art der Gattung Spartium Er gehört daher nicht zur Gattung der Ginster Genista Er zählt zu den sogenannten Rutensträuchern, die schon im Frühsommer ihre Blätter abwerfen Die Photosynthese geschieht dann nur in den grünen Zweigen, um die Verdunstung von Wasser durch die Blätter zu verhindern Die Art ist stark giftig, Vergiftungen führen zu Erbrechen, Atemlähmung und Nierenschäden
Beschreibung
Der Binsenginster ist ein sommergrüner, bis Meter hoher aufrechter und reichverzweigter, im Alter breit buschiger Strauch mit grau berindeten Stämmen Die jungen Zweige sind binsenartig, fein gerieft, kahl, rundlich und sehr biegsam Sie werden später graubraun und haben grüne Längsstreifen Die Winterknospen sind sehr klein Die einfachen und sitzenden Blätter stehen wechselständig Sie sind beidseitig grün, länglich-lanzettlich und 1,5 bis Zentimeter lang und Millimeter breit Die Blattoberseite ist kahl, die Mittelrippe der Blattunterseite ist anliegend behaart Sie werden früh abgeworfen Nebenblätter fehlen
Die Blüten sind leuchtend gelb und stark duftend Sie werden bis 2,5 Zentimeter groß und stehen auf Millimeter langen Blütenstielen in langen, lockeren Trauben endständig an jungen Trieben Der Kelch ist einlippig und fünfzähnig und an der Oberseite scheidig aufgespalten Die Fahne ist groß und mehr oder weniger zurückgebogen Die Flügel sind kürzer als der einwärts gekrümmte Kiel Schiffchen und Flügel sind außen silbrig behaart Die zehn Staubblätter sind ungleich lang miteinander verwachsen Das einzelne Fruchtblatt ist oberständig Blütezeit ist von April bis Juni Als Früchte werden bis 10 Zentimeter lange, seitlich abgeflachte, leicht gebogene, schwarzbraune Hülsen gebildet, die sich zwischen den Samen verengen Die Hülsen sind anfangs seidig behaart und später verkahlend Sie enthalten 10 bis 20 glänzende, rotbraune Samen von Millimeter Länge Die Hülsen öffnen sich meist erst längere Zeit nach der Samenreife explosionsartig Dabei werden die Fruchtblätter spiralig eingerollt, und die Samen weit weggeschleudert
Verbreitung und Standortansprüche
Der Pfriemenginster ist im ganzen Mittelmeerraum zu finden, in Europa ist er auf der Iberischen Halbinsel, in Frankreich, auf der Apenninenhalbinsel und auf dem Balkan verbreitet Er fehlt jedoch auf den Balearische Inseln In Asien erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über Kleinasien, Syrien, Palästina und den Kaukasus Außerdem findet man die Art in Nordwestafrika bis nach Libyen Auf der Krim, auf den Kanarische Inseln und auf den Azoren ist er verwildert, aber auch in Kalifornien, Mexiko und in den Anden Boliviens In Südafrika wird er als Gefahr für die dortige Flora gesehen
Der Pfriemenginster ist eine Charakterpflanze der Macchie und der Garigue Man findet ihn auf Trockenhängen und Felsen, an Wegrändern und Brachen, aber auch in lichten Wäldern und Korkeichen-Beständen Er bevorzugt trockene bis frische, nährstoffreiche, schwach saure bis stark alkalische, sandige, sandig kiesige oder sandig lehmige Böden, man findet ihn häufig auf Kalk Er fehlt jedoch der Urgesteinmacchie, wo er durch den Dornginster Calicotome ersetzt wird Der Pfriemenginster ist empfindlich auf Nässe und Frost und gedeiht meist an sonnig heißen Standorten
Ökologie
Bestäubung
Die Bestäubung erfolgt ähnlich wie beim Besenginster durch Großbienen, in Mitteleuropa vor allem durch Holzbienen Xylocopa Landet ein Insekt auf den Flügeln der Blüte, drücken diese auf das Schiffchen, worauf sich das Schiffchen durch den Druck von Griffel und Staubblättern zu spalten beginnt Ist etwa die Hälfte des Schiffchens gespalten, schnellen die fünf kürzeren Staubblätter hervor und schleudern dabei den Pollen auf die Bauchseite des Insekts Wenn das Ende des Schiffchen gespalten ist, schnellt der Griffel hervor und belädt sich mit den Pollen am Rücken des Insekts, worauf die längeren Staubblätter ebenfalls ihren Pollen am Rücken des Insekts unterbringen Der Vorgang kann nicht wiederholt werden, die Bestäubung erfolgt nur einmal Honigbienen können den Mechanismus aufgrund des geringeren Gewichts nicht auslösen, sie sammeln jedoch Restpollen, der sich noch im Schiffchen befinden kann
Trockenheit
Der Binsenginster ist gut an Trockenstandorten angepasst Die schon kleinen Laubblätter werden im Frühsommer abgeworfen Die Photosynthese erfolgt danach nur in den grünen Sprossachsen, wodurch der Wasserverlust durch Verdunstung vermindert wird

( Textquelle: Wikipedia)

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