Sorbus Pflanzen-Gattungen Gallerien Bilder

Chinesische Strauch-Eberesche Frucht weiß Sorbus frutescens

Eberesche Blüte weiß Blatt grün Sorbus aucuparia

Japanische-Eberesche Blüte weiß Sorbus commixta

Elsbeere Baum Blüte weiß Blatt grün Rinde grau Sorbus torminalis

Eberesche Frucht rot Sorbus aucuparia

Echte Mehlbeere Blüte weiß Sorbus aria

Koreanische-Eberesche Beere Blatt rot braun Sorbus commixta

Eberesche Baum Frucht orange rot Sorbus aucuparia

Eberesche Baum Frucht rot Sorbus aucuparia

Elsbeere Blatt grün Beere rot Sorbus torminalis

Beschreibung von Sorbus

Die Mehlbeeren Sorbus , auch Vogelbeeren, Ebereschen oder Elsbeeren genannt, sind eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse Pyrinae aus der Familie der Rosengewächse Rosaceae .
Die etwa 100 Arten dieser Gattung sind in den kühlen Klimazonen der nördlichen Hemisphäre beheimatet. Alle Arten tragen im Herbst auffällige Früchte. Einige Arten wie etwa die Japan- oder die Kaschmir-Eberesche werden wegen ihrer auffälligen Herbstfärbung in Gartenanlagen und Parks gepflanzt. Zur Gattung gehören auch der Vogelbeerbaum, dessen Früchte zu Schnaps und Marmelade verarbeitet werden, sowie der Speierlingbaum, der in der Apfelweinherstellung eine Rolle spielt.

Erscheinungsbild
Diese Gattung enthält sommergrüne Bäume und Sträucher. Die Bäume sind gelegentlich mehrstämmig und haben häufig eine weit ausladende Krone. Einige Arten erreichen eine Wuchshöhe zwischen 25 und 30 Metern. Zu den groß werdenden Arten zählt beispielsweise S.pohuashanensis, eine bis zu 20 Meter hoch werdende Art, die in den Bergregionen Nordchinas zu finden ist. Die meisten Arten bleiben deutlich niedriger. Die in Mitteleuropa heimische Zwerg-Mehlbeere erreicht eine Wuchshöhe von etwa drei Metern. Die in Westchina beheimatete S.reducta wird sogar nur 1,5 Meter hoch und bildet durch ihre zahlreichen Ausläufer dichte Gestrüppe.

Die wechselständigen Laubblätter sind einfach oder gefiedert. Sie sind glatt oder behaart. Die Blattränder sind oft gesägt. Es sind Nebenblätter vorhanden.

Sie bilden im Frühjahr endständige, meist zusammengesetzte Blütenstände. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig. Die fünf grünen Kelchblätter sind behaart bis glatt. Die fünf gelblich-weißen bis weiß-rosafarbenen Kronblätter können genagelt sein. Die meist 15 bis 25 (selten bis 44) Staubblätter sind ungleich lang. Die zwei bis fünf Fruchtblätter sind unterständig bis halbunterständig. Es sind zwei bis fünf freie Griffel vorhanden.

Die Früchte der Mehlbeeren erinnern an kleine Apfelfrüchte, was aufgrund der botanischen Einordnung in die Kernobstgewächse (Pyrinae) nicht überrascht. Ähnlich wie bei Apfelbäumen sitzen oben an der Frucht die fünf Kelchblätter.

Die apomiktischen Mehlbeeren
Es gibt eine Vielzahl von Bastarden zwischen den Arten innerhalb der Gattung. Meistens entstehen aus diesen Hybridisierungsvorgängen nur kleinräumig verbreitete Arten, die sich apomiktisch vermehren, indem sie Samen auf ungeschlechtlichem Weg mittels Agamospermie bilden. Nachkommen aus diesen Samen sind genetisch identisch mit der Pflanze, von der der Samen abstammt.

Beispielsweise umfasst der Komplex der Bastard-Mehlbeeren S.latifolia agg. apomiktische Arten, die aus einer Hybridisierung der Elsbeerenart S.torminalis und Arten der Sorbus-aria-Gruppe hervorgegangen sind. Ein weiterer Bastard-Komplex ist aus der Vogelbeerenart S.aucuparia und der Felsenmehlbeere S.rupicola entstanden. Hierzu gehören einige Endemiten aus England wie die Art S.leyana, die mit nur noch 16 Exemplaren zu den seltensten Bäumen der Welt zählt.

Verbreitung und Lebensraum

Die Vertreter der Gattung der Mehlbeeren sind in ihrer natürlichen Verbreitung auf die nördliche Hemisphäre beschränkt: Sie wachsen in Europa, Asien und im Norden Nordamerikas. Einige wenige Arten kommen auch in Nordafrika sowie auf Madeira vor. 200px|EberescheTypisch für die meisten Arten dieser Gattung ist ihre Anpassungsfähigkeit an extreme Standorte. Bäume und Sträucher dieser Gattung findet man beispielsweise in exponierten Felsenwänden, wo sie in nur wenig Erde führenden Spalten wurzeln. Gelegentlich sieht man junge Ebereschen, die in Dachrinnen heranwachsen. Die Ansprüche der Sorbus-Arten an den Boden sind gering und sie sind in der Lage, auf nährstoffarmen und sauren Böden zu gedeihen. Die meisten Arten reagieren auf nährstoffreiche und humose Böden mit erhöhtem Wachstum. Zu den kalkfliehenden Arten zählen S.cracilis und S.poteriifolia, die Chlorose entwickeln, wenn sie auf kalkhaltigen Böden stehen.

Viele Sorbus-Arten reagieren empfindlich auf Trockenheit und werfen nach längeren Trockenperioden frühzeitig im Jahr ihre Blätter ab. Als besonders trockenheitsempfindlich gelten Arten, die im Himalaya beheimatet sind.
Trockene Standorte haben auch einen Einfluss auf das maximale Höhenwachstum eines Baumes. Speierlinge erreichen beispielsweise an optimalen Standorten in Bayern und Baden-Württemberg Höhen von über 30 Metern. An niederschlagsärmeren Standorten auf dem Balkan und Frankreich werden diese Bäume selten höher als 25 Meter.Schmeling, S. 38 Im Gebirge kommen Sorbus-Arten regelmäßig bis zur Baumgrenze vor. Sorbus-Arten zählen auch zu den Baumarten, die in der Waldtundra gedeihen.

Reine Bestände mit Sorbus-Arten sind selten. Sorbus-Arten sind tendenziell lichthungrige Pionierpflanzen, die an Waldrändern und Lichtungen gedeihen, wo die Konkurrenzsituation mit andere Baumarten geringer ist.
Da der Samen von Sorbus-Arten regelmäßig durch Vögel verbreitet wird, findet man in Unterholz von Wäldern eine große Anzahl von Sorbus-Sämlingen. Fallen konkurrierende Bäume einem Feuer oder Sturm zu Opfer, werden die entstehenden Lücken schnell durch Sorbus-Arten geschlossen.

Im Jahr 2011 wurde die Elsbeerenart S.torminalis in Deutschland zum Baum des Jahres 2011 ernannt.

Schädlinge
Sämlinge und junge Bäume der Sorbus-Arten werden von Hirschen, Rehen, Hasen, Kaninchen, Wühlmäusen und Mäusen geschädigt. Mäuse und Wühlmäuse benagen unter anderem die Rinde der Bäume und können dadurch junge Pflanzen zum Absterben bringen. McAllister, S. 35

Die Larven des Gefurchten Dickmaulrüsslers fressen die Rinden der Wurzeln und können im Extremfall eine Pflanze so schädigen, dass sie abstirbt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Pflanze von diesen Larven befallen wird, steigt mit dem Humusgehalt des Bodens. In normaler Erde ist der zu erwartende Schädlingsbefall gering.

Fruchtfressende Vogelarten
Die auffälligen Früchte der Mehlbeeren werden von einer großen Anzahl von Vogelarten gefressen. Der Samen der Früchte passiert in der Regel unbeschädigt den Darmkanal der Vögel. Zu den fruchtfressenden Arten zählen Amseln, Drosseln wie etwa Rotdrossel, Rotkehlchen und Wacholderdrossel sowie Stare und Seidenschwänze.

Die Geschwindigkeit, mit der der Fruchtbehang eines Baumes von Vögeln geplündert wird, scheint abhängig vom umgebenden Bewuchs zu sein. In Vorstädten werden nach den Untersuchungen von McAllister reifende Sorbus-Bäume innerhalb von nur ein oder zwei Wochen ihrer Früchte beraubt. McAllister führt dies auf einen höheren Bestand an immergrünen Pflanzen zurück, die den Vögeln Deckung bieten. Sorbus-Bäume, die vereinzelt in einem Feld oder auf einer Rasenfläche stehen, behalten ihre Früchte dagegen über Monate.Auch die Sorbus-Art hat einen Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der Vögel die Früchte fressen.

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