Pflanzen-Gattungen Gallerien Bilder: Sempervivum

Behaarte Hauswurz Rosttte rot grün Sempervivum globiferum

Rosetten Dickblatt Blüte gelb Blatt dunkel-violett Aeonium arboreum

Sprossender Donarsbart Blattrosette grün Sempervivum globiferum

Berg-Hauswurz Blüte lila Sempervivum montanum

Beschreibung von Sempervivum

Hauswurzen Sempervivum sind eine Gattung in der Familie der Dickblattgewächse Crassulaceae. Der botanische Name der Gattung leitet sich von den lateinischen Worten semper für ‚immer‘ und vivus für ‚lebend‘ ab und bedeutet soviel wie „Immerlebend“. Der deutsche Trivialname Hauswurz hat seinen Ursprung im althochdeutschen Begriff Wurz, der damals für ‚Wurzel‘ oder ‚Pflanze‘ verwendet wurde.
Von den bisher etwa 200 beschriebenen Arten werden je nach Autor zwischen 40 bis 63 Arten anerkannt. Zudem gibt es mehr als 7000 Sorten in gärtnerischer Verwendung.

Merkmale
Habitus
Hauswurzen wachsen als Horste Rosetten-Polster mehrjähriger, immergrüner, sukkulenter Pflanzen. Die Pflanzen sind hapaxanth bzw. monokarp, das heißt nach der Blüte sterben die Rosetten ab, die geblüht haben. Die Größe der ballförmig geschlossenen, halbkugeligen oder sternförmig ausgebreiteten Rosetten liegt zwischen 0,5 cm teilweise bei Sempervivum arachnoideum oder Sempervivum globiferum subsp. arenarium und 22 cm teilweise bei Sempervivum grandiflorum und bei Sempervivum tectorum-Hybriden und Auslesen, hauptsächlich aber bei 3–6 cm. Bei der Blütenbildung strecken sich die Internodien der Sprossachse zu einem Langtrieb. Die Blütenstände werden zwischen 3 cm Sempervivum minutum und 60 cm Sempervivum tectorum hoch, ragen meist aber sieben bis zwanzig Zentimeter in die Höhe.

Blätter
Wie viele Dickblattgewächse Crassulaceae sind Hauswurz-Arten als Sukkulenten in der Lage, in ihren Blättern Wasser zu speichern. Die in der Regel sehr „fleischigen“ Blätter sind seitlich zum Teil flaumig pubeszent behaart oder besitzen Randwimpern. Die Behaarung kann Drüsenhaare enthalten. Die Blattspitzen verfügen teilweise über Haarbüschel. Die Form der Blätter der verschiedenen Arten ist vielfältig. Sie können beispielsweise lanzettlich, elliptisch, länglich lanzettlich, verkehrt lanzettlich, eiförmig, verkehrt eiförmig, spitz, keilförmig oder länglich spatelig sein. Die Spitze kann ebenso verschieden gestaltet sein. Meist ist sie spitz zulaufend oder kurz-kleinspitzig. Die Pigmentierung der Blätter ist je nach Jahreszeit, Standort und Sorte variabel. Es gibt stark mit Anthozyanen angereicherte Blätter, diese sind dann rotbraun oder auch selten in Violetttönen gefärbt. Es können diverse Farbabstufungen auftreten wie grau-olivgrün, graugrün, aber auch sehr blasse Tönungen pseudochlorotisch. In letzterem Fall sind die Blätter gelblich bis gelblichgrün. Die Färbung ist hauptsächlich von der Sonneneinstrahlung abhängig, zum Teil aber auch genetisch bedingt.

Blüten und Blütenstände
Sternförmig ausgebreitete Blüten von Sempervivum grandiflorum, eines Vertreters der Sektion Sempervivum Röhren- bis glockenförmige Blüten von Sempervivum globiferum subsp. globiferum, einem Vertreter der Sektion JovibarbaDer meist dichte Blütenstand besteht aus Zymen mit drei, selten zwei bis vier, Wickeln, die manchmal gegabelt sind. Die sitzenden oder fast sitzenden, zwittrigen Einzelblüten sind obdiplostemon. Ihre breit sitzenden, etwas aufrechten, lanzettlichen Kelchblätter sind an der Basis etwas miteinander verwachsen. Die rosafarbenen, purpurfarbenen oder gelb bis fast weißen, zur Blütezeit ausgebreiteten oder aufrechten Kronblätter sind an ihrer Basis nicht miteinander verwachsen und auf der Innenseite meist kahl. Henk ‚t Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli Hrsg. : Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae Dickblattgewächse. Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN=3-8001-3998-7, S. 347–349.
Die nur selten kahlen Staubfäden sind rot, purpurfarben, bläulich oder gelblich bis weiß, die Staubblätter rot oder gelb und der abgesetzte Griffel ist meist gebogen. Die Nektarschüppchen sind mehr oder weniger quadratisch und etwa 0,5 Millimeter groß.
Die Rosetten blühen spärlich, die Blütezeit liegt zwischen Ende Mai und Ende August. Ihre Blüten weisen zuerst ein männliches Stadium auf Proterandrie. Danach biegen sich die Staubblätter zur Seite und weg von den Fruchtblättern im Zentrum der Blüte. Auf diese Weise wird eine Selbstbestäubung erschwert.
Die Pollenkörner der Gattung sind prolat, das heißt sie sind wie Rotationsellipsoide geformt. Die äußere Schicht der Wand des Pollenkorns, die Exine des Sporoderms, besitzt drei längsgestreckte Keimfalten, in deren Mitte sich je eine rundliche Keimpore befindet tricolporat. Die Pollenkörner sind 14 bis 25 Mikrometer lang und 12 bis 21 Mikrometer breit. Die der Sektion Jovibarba sind 13 Prozent größer als die der Sektion Sempervivum, enthalten keinen Pollenkitt und unterscheiden sich außerdem im Aufbau der Pollenkornwand.

Früchte und Samen
Die vielsamigen, nur selten kahlen Früchte stehen aufrecht bis fast aufrecht und öffnen sich entlang einer Bauchnaht. Die darin enthaltenen braunen Samen sind ellipsoid, eiförmig oder birnenförmig und gerippt.
Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch den Wind Anemochorie.

Zytologie
Die Chromosomengrundzahl variiert zwischen x = 16 und x = 21. Etwa die Hälfte aller Arten ist polyploid, die meisten davon tetraploid. Sempervivum minutum ist hexaploid und eine weitere Art oktoploid.

Verbreitung und Standorte
Die Gattung Sempervivum kommt von Marokko bis zum Iran vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich zwischen diesen Eckpunkten durch die spanischen Sierras, die Alpen, Karpaten, die Berge des Balkan, der Türkei und Armeniens. Die Gattung ist also hauptsächlich in den europäischen Gebirgen zu finden. Mit Sempervivum atlanticum aus dem Atlas-Gebirge und Sempervivum iranicum aus dem Elburs-Gebirge greift ihre Verbreitung wie die Spitzen einer Sichel bis nach Afrika und Asien hinein. Im Kaukasus, in Nordost-Anatolien, auf dem Balkan und in den Alpen sind besonders viele Hauswurz-Arten anzutreffen.

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