Archiveeinträge für Pflanzen-Arten: Jakobs-Greiskraut

Jakobs Greiskraut Blüte gelb Senecio jacobaea

Beschreibung von Jakobs-Greiskraut

Das Jakobs-Greiskraut Senecio jacobaea; Synonym: Jacobaea vulgaris Gaertn. wird auch Jakobs-Kreuzkraut genannt und gehört zur Pflanzengattung der Greiskräuter Senecio innerhalb der Familie der Korbblütler Asteraceae .
Der Artname bezieht sich auf den Blühtermin um Jacobi – eigentlich beginnt die Blühzeit jedoch schon Anfang Juni mit schütteren Blütenständen. Die typisch „buschigen“, stark verzweigten Blütenstände werden aber tatsächlich erst im Hochsommer voll ausgebildet.
Jakobs-Greiskraut ist die Nationalblume der Isle of Man, wo sie unter dem Namen Cushag bekannt ist.

Merkmale
Senecio jacobaea ist eine meist zweijährige, manchmal auch länger ausdauernde krautige Pflanze. Im ersten Jahr besteht sie ausschließlich aus etwa 20 Zentimeter langen Grundblättern. Eine oft dunkelrot überlaufene, aufrechte Sprossachse Stängel mit Blütenständen entwickelt sich erst im zweiten Jahr. Bei den leierförmig fiederteiligen Laubblättern sind die unregelmäßigen und stumpf gezähnten Abschnitte zum Ende hin verbreitert; an ihrer Basis weisen sie Öhrchen auf.
Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern, wobei im oberen Teil die zahlreichen gelben Blütenköpfchen in einer weit verzweigten, vielblütigen Schirmrispe sitzen. Die Blütenköpfchen haben einen Durchmesser von etwa 15 bis 25 Millimetern. Die Zungenblüten sind meist gut ausgebildet, können aber auch fehlen; ihre Anzahl liegt gewöhnlich zwischen 12 und 15 je Blütenköpfchen. Die Blütenköpfchen besitzen eine Hülle aus 13 Hüllblättern sowie anliegenden oder nur ein bis zwei abstehenden Außenhüllblättern. Die Spitzen der Hüllblätter sind meistens schwarz gefärbt. Der der Windverbreitung dienende Pappus verblühter Exemplare fällt leicht ab.
Diese Sippe zeichnet sich durch niedrigeren Wuchs, fehlende Zungenblüten und spinnwebartige, wollige Behaarung aus.

Vorkommen

Diese Art ist an Feldrändern, auf Wiesen, Ackerbrachen, Magerrasen und in anderen Gras- und Staudenfluren recht verbreitet. Ihre Ansprüche an den Boden sind nicht besonders groß. Bevorzugt werden mäßig frische bzw. wechselfrische, mehr oder weniger nährstoff- und basenreiche, humose Lehm- und Sandböden in humider Klimalage.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Jakobs-Greiskrautes sind die Ebenen bis mittleren Gebirgslagen der gemäßigten Klimazonen Europas und Westasiens. Es handelt sich in Mitteleuropa also nicht um einen Neophyten, sondern um eine einheimische Artikel Inzwischen kommt sie aber auch in Argentinien, Neuseeland, Australien, Kanada und in den USA als invasiver Neophyt vor.

Inhaltsstoffe und Giftigkeit
Diese Pflanzenart wird von Landwirten und Pferdehaltern nicht gerne gesehen, da alle ihre Teile auf Grund der enthaltenen leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide giftig sind. Der Gehalt ist in den Blüten bis zu doppelt so hoch wie im Kraut. Im Einzelnen sind Acetylerucifolin, E-Erucifolin, Z-Erucifolin, 21-Hydroxyintegerrimin, Integerrimin, Jacobin, Jacolin, Jaconin, Jacozin, Retrorsin, Ridellin, Senecionin, Seneciphyllin, Senecivernin, Spartioidin und Usaramin vorhanden. Die Alkaloide bleiben, im Gegensatz zu vielen anderen Giftpflanzen, bei der Konservierung in Heu oder Silage wirksam und werden auf diese Weise auch von Weidetieren mit aufgenommen, die die im frischen Zustand bitter schmeckenden Kräuter ansonsten eigentlich meiden.
Auch kleine Dosen schädigen die Leber dauerhaft, so dass eine schleichende Vergiftung über Jahre möglich ist. Insbesondere bei Pferden, aber auch bei Rindern kann das Kraut zu ernsthaften Erkrankungen und schließlich zum Tod führen.Andreas Gröhbühl, Philipp Stempel: Giftpflanze lässt Pferde verenden,
Als tödliche Dosis für Pferde werden 40 bis 80 Gramm Frischpflanze pro Kilogramm Körpergewicht genannt, bei Rindern 140 Grammatik Schafe und Ziegen sind weniger empfindlich, bei Aufnahme größerer Mengen zwei bis vier Kilogramm pro Kilogramm Körpergewicht sollen aber auch bei diesen Todesfälle auftreten.
Die intravenöse Verabreichung des Giftes führte allerdings zum Tode der Kaninchen, so dass das Gift möglicherweise im Magen-Darm-Trakt der Tiere inaktiviert oder nicht resorbiert wird. Nach einer Theorie soll der Rückgang der Kaninchenpopulation für die Häufigkeitszunahme des Jakobsgreiskrauts verantwortlich sein.
Wegen seiner Giftigkeit wird das Jakobs-Greiskraut heute nicht mehr als Heilpflanze verwendet. Es ist möglich, dass Pyrrolizidinalkaloide über pflanzliche Nahrungskomponenten in den menschlichen Nahrungskreislauf eingetragen werden.

Der Übergang von Pyrrolizidinalkaloiden in den Nektar und mit diesem in Honig wurde nachgewiesen.
Untersuchungen ergaben eine vergleichsweise geringe Belastung bei deutschen Honigen, kritischer ist dies bei Honigen aus Übersee.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung fordert aufgrund der extremen Giftigkeit eine Nulltoleranz für Pyrrolizidine. Nulltoleranzen in Lebens- und Futtermitteln,
Bis heute gibt es bei Lebensmitteln weder Regelungen bezüglich Höchstmengen noch regelmäßige Kontrollen.
Kontrollprogramme sind begonnen worden vom Bundesinstitut für Risikobewertung an Tees und Kräutertees und vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg an Honig Pyrrolizidinalkaloide in Honig.
Innerhalb der Art können zwei Chemotypen unterschieden werden: Ein in Nordwesteuropa verbreiteter Jacobin-Chemotyp und ein in Südosteuropa verbreiteter Erucifolin-Chemotyp.
Im Sommer kann man auffallend gelb-schwarz gestreifte Raupen am Jakobs-Greiskraut beobachten. Es handelt sich dabei um Raupen des Jakobskrautbären Tyria jacobaeae, einer Schmetterlingsart, die sich auf Greiskräuter, insbesondere auf das Jakobs-Greiskraut, spezialisiert hat. Die Raupen werden durch das aufgenommene Gift für Fressfeinde ungenießbar …

( Textquelle: Wikipedia)

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